Eigentlich wird in Ghana immer irgendwie gewartet. Man wartet darauf, der Bus kommt, dass der Bus fertig beladen wird, dass der Bus abfährt, das der Bus ankommt. Es wird auf das Essen gewartet oder darauf, dass andere Leute zur Verabredung erscheinen. Vielleicht wartet man einfach auch mal auf das nächste Warten. Die Lebenswartezeit muss man hier vermutlich in Dekaden angeben.
Wenn man aber unterwegs ist, dann ist es mit dem Warten vorbei. Ein Abstandsgebot gibt es nicht, dem Vorausfahrenden muss unter allen Umständen auf den Fersen geblieben werden. Das gilt sowohl für Busse als auch für Autos und Motorräder. Und insbesondere auf staubigen Straßen. Dort ist man dann tierisch vom aufgewirbelten Staub genervt, nimmt diese Tatsache aber billigend in Kauf.
Einmal habe ich einen Motorradfahrer gebeten, Abstand zu halten. Siehst Du, besser so, oder? Ja, viel besser. Nur um dann sofort wieder Gas zu geben und den Abstand wieder zuzufahren. Gestern ist der hier Trotro genannte Minibus einer Wagenkolonne hinterhergejagt, die vor uns für schlechte Sicht und dicke Luft gesorgt hat. Unnötig zu sagen, dass die Fenster des Fahrzeugs offen waren. Man hat den Staub vor lauter Staub nicht mehr gesehen. Am Ende hat man Dreck an Stellen, an denen man nicht mal Stellen hat. Bis zum Sprung in den Atlantik werde ich mit Sicherheit Souvenirs aus ganz Ghana mit mir herumtragen. Und Wäsche waschen ist genauso nötig wie überflüssig, die nächste Fahrt kommt bestimmt.
WEITERLESEN
Dicke Luft
Durch die Nacht mit Wahad
Trockenzeit
Peeling inklusive
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen