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Montag, 14. November 2011

Reisebericht Neuseeland Süd
Viel hilft viel

Die Südinsel Neuseelands ist einfach nur gigantisch. Nicht so sehr von den eigentlichen Ausmaßen, aber von den natürlichen Gegebenheiten her. An Kulissen herrscht wirklich kein Mangel. Fjorde mit gut 2.000 Meter hohen Bergen direkt daneben, Gletscher mitten im Regenwald und Regionen, an denen zwei fünf Kilometer entfernte Orte aufgrund von Wasser und/oder Bergen achtzig kurvige Kilometer Autofahrt auseinander liegen. Insgesamt gibt es noch mehr bestaunenswerte Natur und noch weniger Menschen als auf der Nordinsel. Greymouth zum Beispiel lässt sich mit 10.000 Einwohnern als die Metropole der Westküste feiern.
Abgeschiedene Gegenden in denen man weder Mobilfunk- noch Radioempfang hat, sind für mich schon mal ein Vorgeschmack auf Australien. Im Gegensatz dazu ist das frühlingshafte Wetter hier vermutlich eher unaustralisch. Ich habe hier binnen einer knappen Dreiviertelstunde in Queenstown gemütlichen rieselnden Schnee, sturmbedingt nahezu waagerechten Nieselregen und Sonnenschein erlebt, mit gefühlten Temperaturschwankungen von ca. 20 Grad. Insgesamt muss man hier wohl, zumindest zu dieser Jahreszeit, etwas im Bunde mit Petrus sein. Das hat bei mir in den entscheidenden Momenten funktioniert.
Geradezu magisch war es am Milford Sound, der am meisten besuchten Attraktion des Landes (der genau genommen ein Fjord ist). Bei jährlich über einer halben Million Touristen und so viel Niederschlag pro Monat wie zuhause im ganzen Jahr, habe ich morgens früh um kurz vor acht bei Postkartenwetter die Szenerie für mich ganz alleine gehabt.

Milford Sound / Neuseeland
Magischer Moment

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Heimreise
Reisebericht Christchurch - Nach Beben
Vorhang auf
Reisebericht Neuseeland Nord - Es grünt so grün

Samstag, 12. November 2011

Unrockbar

Ich habe heute gelitten. Mangels anderer empfangbarer Radiosender bin ich während einer längeren Autofahrt Ohrenzeuge der neuseeländischen Top 30 geworden. Zunächst durchaus interessiert ob der lokalen Vorlieben, mit zunehmender Dauer aber ziemlich schnell desillusioniert, habe ich das Geschehen verfolgt.
Leider ist auch hierzulande der Musikgeschmack der breiten Masse von internationalen Einflüssen geprägt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen klingen die Titel so wie Gehacktes aussieht – alle gleich. Pop/Dance/Was-weiß-ich-wie-Experten-das-nennen-Brei ohne Ende, das musikalisch positivste war der Blick auf das Festivalbändchen aus dem letzten August an meinem Handgelenk. Mittendrin wird kurz auf die beliebtesten Titel von vor zehn Jahren zurückgeschaut und diese ziemlich abwertend kommentiert – hoffentlich kommt man auch bezüglich der aktuellen Ausgabe bald zur Einsicht. Eigentlich heißt es ja wer nicht da ist, kann auch nicht gewinnen – aber für mich ist wieder einmal klar geworden, dass der Rock die Welt regiert (um mal eine Band AUS BERLIN zu zitieren).
Jedenfalls habe ich mir für den nächsten Mietwagen gleich einmal eine Spindel leerer CDs gekauft, damit ich nicht mehr auf das Radio angewiesen bin. Die Scheiben hätten mir aber im beschriebenen Falle leider auch nichts genützt, das aktuelle Mobil verfügt nämlich noch über ein Kassettenradio.

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Zum Verwechseln ähnlich
Bis dass der Tod uns scheidet
Das ist mir so noch nie passiert
Festival-Erfahrung

Drei zwo eins – nicht mehr meins

Neuseeland gilt allgemein als unkompliziert und genauso habe ich es erlebt. Hier ist vieles einfach so möglich, ohne dass viel Bürokratie im Spiel ist. Und scheinbar sind sowohl die Kiwis selbst als auch die meisten Gäste im Land ehrliche Menschen, so dass das System funktioniert. Aufgefallen ist mir das bei vielen großen und kleinen Sachen, die ich hier erlebt habe, exemplarisch möchte ich von meinen Erfahrungen mit dem neuseeländischen Äquivalent zur eBay-Webseite, TradeMe, berichten.
Seit einiger Zeit trage ich ja eine Kamera zu viel mit mir herum und da zu dieser ein lokaler Kaufbeleg gehört, soll sie natürlich im Lande bleiben. Um etwas auf dieser Seite zu verkaufen, muss natürlich ein Konto her – und man selbst Australier oder Neuseeländer sein, eigentlich. Das Konto ist schnell angelegt und mit ein paar erdachten Daten zu Adresse und Telefonnummer vor Ort gefüllt. Dazu eine echte deutsche Mailadresse, eine echte deutsche Kreditkartennummer und, alles kein Problem, fertig ist mein TradeMe-Konto.
Dann noch schnell die Kamera eingestellt, mangels lokalen Bankkontos nur gegen Bares bei Übergabe „irgendwo in den nächsten drei Wochen auf der Südinsel“. Das alles natürlich als Anbieter ohne bisherige Bewertung. Diverse beantwortete Fragen von potentiellen Interessenten und fünf Tage später hat sich ein Abnehmer für das Gerät gefunden. Weitere drei Wochen später bin ich dann in „irgendwo auf der Südinsel“ vorbeigekommen und habe die Kamera gegen Bargeld getauscht. So einfach kann das sein.

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Internet aus der Dose
Das Internet vergisst nie
Währenddessen in Venezuela
3310

Donnerstag, 10. November 2011

Heimreise

Morgen mache ich mich auf den Heimweg. Zumindest entfernungstechnisch, denn mehr bekomme ich diesbezüglich trockenen Fußes nämlich nicht hin. Schlanke 18.300 Kilometer von zu Hause entfernt mache ich mich aus Dunedin, Neuseeland auf den Rückweg. Wobei es ja genau genommen bei einer Rundreise um eine Kugel von Anfang an zurück Richtung Startpunkt geht.
Beinahe gegenüber auf dem Globus ist natürlich einiges anders als in der Heimat, auch wenn hier niemand wirklich auf dem Kopf steht. Dafür fahren alle auf der linken Straßenseite und es wird langsam Sommer. Bier ist beispielsweise unfassbar teuer, Cider dafür aber vergleichsweise günstig – verkehrte Welt eben. Auch was die Tiere angeht, die einem hier über den Weg laufen, fliegen, springen oder schwimmen, sind gewisse Besonderheiten auszumachen. Ein Beispiel ist im folgenden Bild festgehalten.

Gelbaugenpinguin in Colac Bay / Neuseeland
Am anderen Ende der Welt

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Die Null muss stehen
Tierische Beobachtungen
Reisebericht Neuseeland Süd - Viel hilft viel
Reisebericht Neuseeland Nord - Es grünt so grün

Mittwoch, 9. November 2011

Hallo Herr Kaiser

Vor ein paar Tagen habe ich im Hostel wieder mal einen Landsmann getroffen und bin mit ihm ins Gespräch gekommen. Unter anderem habe ich ihn gefragt wie er denn zu seiner Halskrause gekommen ist und wie viel ihn denn das ganze Vergnügen so gekostet hat. Was er mir dann erzählt hat, kann ich immer noch nicht so recht glauben.
Er meinte, er habe beim Mountainbike fahren eine Wurzel übersehen. Daraufhin folgten natürlich so kostengünstige Programmpunkte wie der Einsatz eines Rettungshubschraubers, eine Notoperation und ein zweitätiger Krankenhausaufenthalt. Danach dann die Verlegung vom Krankenhaus in Nelson in eine Klinik nach Christchurch zur Behandlung durch Spezialisten mit einem gecharterten Flugzeug und unter Begleitung eines Arztes sowie einer Krankenschwester. Schließlich ein weiterer Eingriff und die Buchung einer zusätzlichen Woche Aufenthalt in besagter Unterkunft. Und während vor meinem geistigen Auge der Kostenzähler von lauter Neunen zurück auf die anfängliche Null springt und den zweiten Umlauf beginnt, erzählt er von einem Anruf, den er direkt nach der ersten OP erhalten hat.
Am anderen Ende war sein zuständiger ACC-Vertreter (von dessen Existenz er bis dahin überhaupt nichts wusste), der versicherte, sich um alles zu kümmern und die Bezahlung zu regeln. ACC steht dabei für Accident Compensation Corporation, die gesetzliche Unfallversicherung für alle Neuseeländer sowie alle Touristen im Land. Das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Im dem Land, in dem das Bungee-Springen erfunden wurde und wie diverse andere Extremsportarten immer und überall praktiziert wird, zahlt jeder Einwohner mit Teilen seines Einkommens oder bei der Anmeldung eines Fahrzeuges in einen Topf ein, aus dem unter anderem adrenalinsüchtige Urlauber bzw. deren Unfälle bezahlt werden.
Und dann stelle ich mir noch vor, was sagen wir mal der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer davon halten würde, wenn er mit Abzügen von seinem Gehalt für einen Autounfall unter Beteiligung eines Franzosen und eines Polen auf der Autobahn aufkommen dürfte.

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Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich
Anfängerkurs
The Big Bang
Peeling inklusive

Montag, 7. November 2011

Travel & Work

Zwischendurch mal ein paar Wochen arbeiten, um den Ausflug zumindest zum Teil zu finanzieren, so war ursprünglich mal meine Idee in Sachen Auszeit gewesen. Aus verschiedenen Gründen ist daraus nichts geworden, aber ich glaube reisen ohne zu arbeiten ist eher mein Ding.
Jobs aber, so ist mir aufgefallen, gibt’s jedenfalls wie Sand am Meer und zwar überall. Man muss sich nur darum kümmern, darf sich für nichts zu schade sein und muss bereit sein, eine Arbeit zu verrichten, die nicht jedermanns Sache ist. Es folgt eine kleine Auswahl:

Arbeit gibt's überall auf der Welt
Von oben links im Uhrzeigersinn:
Toronto (Kanada), Los Angeles (USA),
Colville (Neuseeland), Arorangi (Cookinseln)

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Schnell verdientes Geld
Festival-Erfahrung
Weltstadt Leipzig
Radprofi

Freitag, 4. November 2011

Wetterfühlig

Gehen oder nicht gehen, das ist hier die Frage. Ich stehe im leichten Nieselregen unter einem Vordach nicht weit von meiner Unterkunft entfernt und überlege mir, ob der angedachte Spaziergang von gut anderthalb Stunden zugunsten eines Wasserfalls wirklich sein muss.
In der anhand der vorliegenden Karte vermuteten Wegesrichtung ist der einzige etwas hellere Fleck am Himmel zu erkennen, immerhin kommt der Wind genau aus dieser Richtung. Nach gut fünf Minuten strategischen Wartens und leichter Wetterbesserung kann ich mich schließlich zum Loslaufen durchringen.
Nach ein paar zurückgelegten Metern fühle ich eigentlich kaum noch was vom Niederschlag, der Blick auf den Fluss, an dem ich entlang laufe, belehrt mich allerdings eines Besseren. Zu früh gefreut, von wegen das kommt nur noch von den Bäumen. Die mir entgegenkommenden Jogger sind alle komplett durchnässt, das muss ja aber nicht zwangsweise etwas mit Regen zu tun haben. Ich jedenfalls kenne inzwischen kein Zurück mehr und werde belohnt, schließlich hört der Regen auf und vereinzelt ist blauer Himmel und später sogar die Sonne zu erkennen. In der Tat hat der Wind das schlechte Wetter verjagt und ich kann mich beim Wetterfernsehen bewerben.

Huka Falls in der Nähe von Taupō / Neuseeland
Die Belohnung

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Fernwärme
Reisebericht Neuseeland Süd - Viel hilft viel
Vorhang auf
Wasser marsch

Donnerstag, 3. November 2011

Hier gehen die Uhren anders

Eigentlich passt diese Überschrift nicht ganz zum Thema, korrekterweise müsste es heißen: "Hier läuft es anders, man geht nach der Uhr." Entfernungen für Fußgänger werden nämlich fast immer in Stunden bzw. Minuten angegeben, nur zur Ergänzung stehen manchmal Kilometerangaben zusätzlich auf den Schildern.
Im Prinzip ändert das für den Leser erstmal nichts. Denn die reine Zeitangabe verrät ja – genauso wie die bloße Angabe der Entfernung – noch nichts über die Beschaffenheit der Wege sowie über Anzahl und Qualität eventueller Anstiege. Aber auch wenn über den voraussichtlichen Grad der Erschöpfung im Voraus nichts bekannt ist, lässt sich doch zumindest der weitere Tagesverlauf planen. Erst recht, wenn man nach ein paar Ausflügen den persönlichen Umrechnungsfaktor ermittelt hat. Denn natürlich sind die Angaben nur Richtwerte, die tatsächlichen Zeiten werden vom persönlichen Lauftempo bestimmt. Die spannende Frage lautet also bei den ersten Gehversuchen, wie man denn selbst so im Vergleich zur Vorgabe unterwegs ist. Mein Faktor liegt bei ungefähr 0,8 ich kann also wahlweise schneller wieder zurück sein oder die angegebene Zeit noch für einen Abstecher nutzen.

Wegweiser im Abel Tasman Nationalpark / Neuseeland
Die Ausnahme

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Kinder, wie die Zeit vergeht
Überholen ohne Einzuholen
Einheitsbrei
Schnitzeljagd durch Buenos Aires

Dienstag, 1. November 2011

Eine Nacht in einer Zelle

Gehe direkt ins Gefängnis, gehe nicht über Los, ziehe keine 4.000 ein. Getreu dem vom Monopoly bekannten Motto habe ich in Christchurch eine Nacht in einer Haftanstalt verbracht. Das lag aber weder an meiner Fahrweise mit dem Mietwagen noch daran, dass im zerstörten Christchurch keine anderen Unterkünfte mehr zu bekommen wären.
Nein, das ausgefallene Ambiente und die verkehrsgünstige Lage haben mich freiwillig hinter schwedische Gardinen gelockt. Die Angestellten des vom Gefängnis zum Hostel umgewandelten Hauses werden standesgemäß als Wärter bezeichnet und die Zimmertüren, pardon Zellentüren, sind aus massivem Stahl. Im Unterschied zu echten Etablissements dieser Art muss man für die Unterkunft bezahlen, kann dafür aber jederzeit auschecken und bekommt einen Schlüssel für sein Zimmer, pardon seine Zelle. Ich teile meine mit Daisuke aus Japan, stilecht nächtigen wir in einem Doppelstockbett, das fast die gesamte Breite des Raumes einnimmt. Statt einer Toilette füllt aber zum Glück ein kleines Schränkchen den Rest des Zimmers, pardon der Zelle, beinahe komplett aus.
Zugunsten der heutigen Gäste verfügt die das Hostel über Annehmlichkeiten wie ein Kino (habe mir "The Big Lebowski" natürlich nicht entgehen lassen), Internetzugang und die Möglichkeit, sich sein Essen selbst zu kochen. Zum Glück also doch nicht hundertprozentig stilecht, die Übernachtung im Knast.

Hostelzimmer in einem ehemaligen Gefängnis in Christchurch / Neuseeland
Die Zimmertür, pardon Zellentür

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Fehlinvestition deluxe
Schmuggelware
Reisebericht Christchurch - Nach Beben
Das Geisterhaus

Montag, 31. Oktober 2011

Reisebericht Christchurch
Nach Beben

Leider befindet sich die Stadt noch immer im Würgegriff der Nachwirkungen von zwei starken Erdbeben, die hier binnen der letzten zwölf Monate erheblichen Schaden angerichtet und diverse Menschenleben gefordert haben.
Bereits bei der Anfahrt fallen überdurchschnittlich viele Bauarbeiten ins Auge, der Straßenbelag wird ausgebessert, Brücken werden saniert, der Verkehr umgeleitet. Am schlimmsten hat es seinerzeit offenbar das Stadtzentrum erwischt. Ein grob geschätzter Quadratkilometer ist als sogenannte Rote Zone von Absperrzaun mit eindringlichen Warnschildern umgeben, die wenigen Zufahrten werden von Polizei und Militär kontrolliert. Kaputte Bauwerke und Baukräne dominieren das Stadtbild, die sonntägliche Ruhe lässt einen endzeitlichen Eindruck entstehen. Die Kathedrale, einst Sehenswürdigkeit Nummer eins in Christchurch, lässt sich nicht mehr retten und muss wie so viele Gebäude komplett abgerissen werden. An allen Häusern sind per Graffiti verschiedenfarbige Zahlenreihen verewigt worden, die Auskunft über den Schweregrad der Schäden geben. Durch die Schaufenster mancher verlassener Läden in einsturzgefährdeten Immobilien kann man noch umgeworfene Bürostühle oder aus den Regalen gefallene Klamotten erkennen. Das alles ist natürlich ziemlich deprimierend, so dass der touristische Aufenthalt in der Stadt nicht länger als nötig ausgedehnt wird.
Doch es gibt auch Hoffnung. Die Eröffnung einer provisorischen Einkaufspassage in Baucontainern wird zum vielbeworbenen Volksfest und überall wird der Wille zum Wiederaufbau kundgetan. Experten bestätigen Christchurch gute Chancen in den nächsten Jahren einen Aufschwung zu erleben. Man kann nur hoffen, dass die Stadt irgendwann wieder zur Normalität zurückfindet.

Schaden nach dem Erdbeben von Christchurch / Neuseeland
Was übrig geblieben ist

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The Big Bang
Reisebericht Neuseeland Süd - Viel hilft viel
Eine Nacht in einer Zelle
Reisebericht Wellington - Die liebenswerteste kleine Hauptstadt weltweit

Sonntag, 30. Oktober 2011

Vorhang auf

Hier in Neuseeland habe ich mich inzwischen an wechselhaftes Wetter und dementsprechend an mit Vorsicht zu genießende Vorhersagen gewöhnt. Gestern aber hat Petrus diesbezüglich den Vogel abgeschossen.
Angesagt (haha) war ein wunderbar sonniger Tag und ich hatte mir vorgenommen, am Morgen in Kaikōura die sagenhafte Kulisse zu genießen um mich danach auf den Weg nach Süden zu machen. Beim ersten Blick aus dem Fenster war jedoch überhaupt gar keine Kulisse zu erkennen, selbst die Straße vor dem Haus ist in der Waschküchenatmosphäre kaum auszumachen.
Als sich auch eine Stunde später nichts an der Situation verändert hat, beschließe ich, die Stadt zu verlassen. Dann jedoch geschieht unfassbares. Durch eine klitzekleine Lücke in der Wolkendecke dringt ein einziger Sonnenstrahl und sorgt dafür, dass der Nebel binnen zehn Minuten komplett verschwindet und die Wolkendecke aufgelöst wird. Das alles erinnert an einen Theaterbesuch, der Vorhang ist weg, die Vorstellung beginnt. Und dann ist er frei, der Blick auf die Kulisse.

Panorama von Kaikōura / Neuseeland
Mächtig gewaltig

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300
Wetterfühlig
Der Nebel des Grauens
Wasser marsch

Samstag, 29. Oktober 2011

Taxi einmal anders

Mit dem Abel-Tasman-Nationalpark ist das so eine Sache. Wer den Park wie ich nicht unbedingt per Seekajak erkunden will, dem bleiben nur die eigenen Füße, denn Straßen gibt es im ganzen Park genau null. Da ich nicht gewillt war, mein ganzes Gepäck zwecks Übernachtung in einer Hütte durch den Park zu wuchten, blieb also nur die Möglichkeit, eine Tagestour zu unternehmen. Und weil die schönsten Abschnitte des Küstenwanderwegs natürlich mittendrin liegen, musste ich notgedrungen auf ein Wassertaxi zurückgreifen. Denn ich hatte den Eindruck, dass es völlig ausreicht, die gewählte Strecke von gut 30 km nur in einer Richtung zu laufen.
Wie es sich für ein Wassertaxi gehört befindet sich das Büro der Betreiberfirma mitten im Ort und damit knapp einen Kilometer vom Meer entfernt. Trotzdem erfahre ich, dass die Passagiere sozusagen direkt vor der Tür abgeholt werden und warte gespannt auf ein Boot mit Rädern. Genauso eines fährt wenig später vor, genau genommen handelt es sich um eines auf einem Anhänger, der an einen Traktor angekoppelt ist. Damit geht’s dann zunächst im eher gemächlichen Tempo auf zur Bootsrampe.
Nachdem diese erreicht und das Boot ins Wasser gerutscht ist, befindet sich das Taxi endlich in seinem Element. Der Skipper lässt sich auch nicht lange bitten und tritt ordentlich aufs Gaspedal. Der Kahn befindet sich die meiste Zeit der Fahrt über Wellen hüpfend in der Luft, was mit einer etwas blassen Ausnahme für erhöhte Heiterkeit bei den Passagieren sorgt. Nach einer knappen dreiviertel Stunde ist das Ziel erreicht und ich frage mich, ob nicht eine Dauerkarte für das Taxi anstelle des Rückwegs zu Fuß die bessere Wahl für einen schönen Tagesausflug gewesen wäre.

Wassertaxi im Abel Tasman Nationalpark / Neuseeland
Das Taxi in seiner natürlichen Umgebung

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Außenkabine
Sandkastenspiele
Hier gehen die Uhren anders
Taxi Taxi

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Weltstadt Leipzig

Ich stehe am Check-In im Hostel in Nelson und bin einigermaßen baff. Gerade habe ich meinen Ausweis zwecks Datenübernahme über den Tresen geschoben, als es mir ohne erkennbaren Akzent auf Englisch entgegenschallt: Ah Leipzig kenne ich, da bin ich mal gewesen. Ist aber zu lange her, kann mich nicht wirklich mehr erinnern.
Nun ist ja, wie ich selbst erfahren habe, Neuseeland von zu Hause aus nicht gerade per Kurzstrecke zu erreichen. Auch die ergänzende Aussage Meine Eltern hatten mal irgendwo einen Billigflug ausgegraben. bringt keineswegs Licht ins Dunkel, sondern stiftet im Gegenteil nur noch mehr Verwirrung. Dann aber schließlich des Rätsels Lösung, die die Fragezeichen aus meinem Gesicht verschwinden lässt: Ich bin Engländerin.
Denn da geht mir plötzlich ein Licht auf, denn von London aus gab’s tatsächlich mal eine preiswerte Verbindung nach Leipzig. Was mir aber bisher nicht bekannt war ist, dass diese scheinbar auch von London aus genutzt wurde.

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Schatten der Vergangenheit (10)
Travel & Work
Happy Birthday
Die Welt ist ein Dorf

Dienstag, 25. Oktober 2011

Reisebericht Wellington
Die liebenswerteste kleine Hauptstadt weltweit

Wie auch immer man „klein“ in diesem Zusammenhang definieren mag, irgendwie trifft dieses selbst gewählte Motto zu. Das Stadtzentrum ist sehr kompakt und nach einer guten halben Stunde zu Fuß durchquert. Beim besten Willen hat man nach zwei Tagen hier alles Sehenswerte gesehen.
Dazu gehört neben einigen Aussichtspunkten mit Blick auf die Bucht und dem Bienenstock genannten Parlamentsgebäude vor allem das Nationalmuseum Te Papa. Dort kann man kostenfrei alles Mögliche und Unmögliche zum Thema Neuseeland begutachten. Für mich persönlich war ein Erdbebensimulator der Höhepunkt, in einer kleinen Holzhütte kann man am eigenen Leib erleben, was es heißt, wenn einem beinahe der Boden unter den Füßen weggezogen wird.
Außer für seine Kleinstadtatmosphäre ist Wellington noch für richtig ordentlichen Wind berühmt oder besser berüchtigt. Am letzten Tag hat Windstärke ganz schön stark dafür gesorgt, dass es mir erst um ein Haar die Einkaufstüte aus der Hand und dann fast noch mich selbst ins Hafenbecken geweht hat. Aber zum Glück nur fast.
Und zum Thema kleine Großstadt passen auch die diversen kleinen Clubs und Kneipen, die man manchmal auf den ersten Blick übersieht. Auf den zweiten habe ich dann ein Konzert einer Band namens „Dick Dynamite and the Doppelgängers“ ausfindig gemacht. Bei dem Namen kam ich irgendwie nicht drum herum. Eintritt drei Euro, Einlass ab 22:00, Hauptband ab 01:00 und das Ganze unter der Woche, sehr urlauberfreundlich.

Parlament in Wellington / Neuseeland
Der Bienenstock

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Helene Fischer darf niemals siegen
Auf die Größe kommt es an
Aus und vorbei
Reisebericht Auckland - City of Sails

Montag, 24. Oktober 2011

Aus und vorbei

Neuseeland ist Rugby-Weltmeister 2011. Nach 1987 und zwischenzeitlich fünf Turnieren bei denen man mit schöner Regelmäßigkeit als großer Favorit an- und als überraschend zeitig ausgeschiedene Mannschaft wieder abgereist ist, hat es nun auf heimischem Boden endlich wieder zum Titel gereicht. Die wochenlange Unterstützung im ganzen Lande hat sich offensichtlich bezahlt gemacht.
Das Finale gegen den - wie es hier so schön im Vorfeld hieß - Witz des Turniers, Frankreich, war eigentlich nur reine Formsache. Lediglich über die Höhe des Sieges wurde im Vorfeld debattiert – in etwa zwanzig Punkte Vorsprung sollten es schon sein. Die Franzosen, als erste Mannschaft überhaupt mit zwei Niederlagen im Turnier so weit gekommen, waren nur unter tatkräftiger Mithilfe der Gegnerschaft und quasi aus Versehen ins Endspiel geraten. Aber die alte Sepp Herberger-Strategie (beim Vorrundenspiel nur die zweite Mannschaft einsetzen und denselben Gegner im Finale in Sicherheit wiegen) hätte um ein Haar erneut Erfolg gehabt.
Denn die All Blacks waren wohl doch ein wenig nervös oder eben unkonzentriert und haben unterwegs einige Punkte liegen lassen. Das Spiel war wirklich bis zur allerletzten Sekunde offen, so dass auch in der rappelvollen Fanzone im Hafen von Wellington zunächst eher Zittern statt Feierlaune angesagt war. Nach dem Abpfiff beim Stand von 8:7 für die Kiwis brachen dann aber alle Dämme. Bis in die Morgenstunden wurde auf den Straßen und in den Bars gefeiert, getanzt und spontan der Haka, der Kriegstanz der Māori, den auch die Mannschaft vor jedem Spiel aufführt, zelebriert. Gut, dass der heutige Montag, der Tag nach dem Endspiel, ein Feiertag ist.

Beschilderung während der Rugby Weltmeisterschaft in Neuseeland
Tafel vor einer Kirche in Auckland

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Aller guten Dinge sind 14
Leicht verkatert
Reisebericht Wellington - Die liebenswerteste kleine Hauptstadt weltweit
Auswärtsspiel

Sonntag, 23. Oktober 2011

Namen sind Schall und Rauch

In diesem Rauch oder besser gesagt Nebel kann man schon einmal die Übersicht verlieren. Speziell hier in Neuseeland, wo für den neu eingereisten Mitteleuropäer vieles erst einmal zum Verwechseln ähnlich klingt. Whakatāne, Whitianga, Whangarei, Whanganui, Waimangu, Waiotapu und Waitomo sind nur ein paar Beispiele für Ortsnamen mit denen ich es hier zu tun hatte – und das alles bisher nur auf der Nordinsel. Und zur Beruhigung sei gesagt: So oder so ähnlich funktioniert das auch mit anderen Ortschaften und anderen Anfangsbuchstaben.
Das alles liegt in der Namensgebung der Māori, der neuseeländischen Ureinwohner, begründet. Diese haben Plätze logischerweise nach ihrer natürlichen Beschaffenheit benannt, Dopplungen sind dabei selbstverständlich nicht zu vermeiden. „Wai“ steht zum Beispiel für Wasser, genauso häufig wie das nasse Element selbst trifft man dann entsprechende Namen(sbestandteile) an.
Also heißt es, im Zweifel lieber vor der Buchung des Bustickets noch mal die genaue Schreibweise des Ziels zu recherchieren. Bei mir hat aber zum Glück bis dato diesbezüglich immer alles geklappt. Auf der Südinsel winkt sogar ein Freilos, denn der Franz Josef-Gletscher ist – zumindest was seinen Namen angeht – unverwechselbar.

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Das falsche Pferd
Lost in Transcription
Reisebericht Neuseeland Nord - Es grünt so grün
Uwe Seeler

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Reisebericht Neuseeland Nord
Es grünt so grün

Neuseeland erleidet zwar gerade die größte Umweltkatastrophe seiner Geschichte, aber nichtsdestotrotz habe ich hier naturtechnisch einiges erleben können. Angefangen bei einer Busfahrt bei Ebbe am Strand – vergleichbar einer Fahrt auf der Autobahn – über „Aktiv“-Urlaub in der Umgebung von Vulkanen bis zu Regenwäldern und Wiesen in tausend verschiedenen Grüntönen sowie Höhlen mit unendlich vielen Glühwürmchen. Dazu gibt es hier diverse Thermalquellen, was dann die absurde Konstellation zur Folge hat, dass man knöcheltief im kalten Meerwasser steht, sich dabei aber an der knapp unter dem Sand befindlichen heißen Quelle fast die Fußsohlen verbrennt.
Straßen hören gerne einmal mitten im Wald auf, dann geht’s erstmal ein paar Kilometer nur noch über Stock und Stein und manchmal auch durchs Wasser weiter. Diesbezüglicher Höhepunkt war für mich der sogenannte Forgotten World Highway, auf dem ich binnen fast vier Stunden Fahrzeit nicht einmal zwanzig andere Fahrzeuge gesehen habe. Alles in allem sehr sehenswert, allerdings muss man hier im Frühling des Öfteren mal Glück mit dem Wetter haben oder seine Pläne entsprechend anpassen. Denn im Englischen wird nicht umsonst für Dusche und Schauer das gleiche Wort verwendet.
An richtig großen Städten gibt es genau eine und dazu noch eine halbe. Diese einmal außen vorgelassen, gibt es kaum etwas Urbanes zu sehen. Den dazugehörigen Nagel auf den Kopf trifft Monty Pythons John Cleese, er hat einmal über Palmerston North gesagt: Wenn jemand Selbstmord begehen will, aber dazu der Mut fehlt, sollte ein Besuch hier weiterhelfen können. Aus lauter Dankbarkeit haben die Stadtväter übrigens eine Müllkippe nach ihm benannt.

Forgotten World Highway mit Mt. Taranaki / Neuseeland
Der schneebedeckte Vulkan lässt sich leider nur erahnen

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Namen sind Schall und Rauch
Das Ganze stinkt zum Himmel
Peeling inklusive
Reisebericht Auckland - City of Sails

Dienstag, 18. Oktober 2011

Fahren wie ein Tscheche

Wer schon einmal mit dem eigenen Wagen durch die Tschechische Republik gefahren ist, dem ist möglicherweise bei der einen oder anderen Gelegenheit schon einmal die Fahrweise der Ortsansässigen aufgefallen. Für alle anderen zur Erklärung: Eher sportlich geprägt und immer bemüht, das Ziel möglichst zügig zu erreichen, das beschreibt es wohl am besten.
Wer nun aber denkt, dass sich das Ganze außerhalb der Landesgrenzen ändert, der irrt. So erfahre ich es jedenfalls hier am eigenen Leibe, denn seit ein paar Tagen darf ich bei einem Tschechen Beifahrer sein. Ein Riesenspaß. Ich fühle mich von Zeit zu Zeit wie ein Testpilot bzw. ein Co-Pilot bei einer Rallye. Nur komme ich mit der Karte manchmal einfach nicht schnell genug hinterher...
Unter Ausnutzung der gesamten zur Verfügung stehenden Straßenbreite und mit Annäherung an das Tempolimit von der oberen Seite her geht es recht schnell voran. Auf nicht asphaltierten kurvigen Bergstraßen genauso und zwar nicht trotzdem sondern dann erst recht. Vielleicht liegt es aber auch gar nicht am Fahrer oder dessen Nationalität, sondern am Auto. Wir sitzen in einem Subaru, und Subaru baut schließlich Rallye-Autos.

Unbefestigte Straße auf der Coromandel Halbinsel / Neuseeland
Rallye Neuseeland

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Alles hat ein Ende
Leute Leute Leute
Wo ist das Problem?
Paradise Rallye

Sonntag, 16. Oktober 2011

Happy Birthday

Neulich beim Einchecken (unter Angabe lediglich meines Namens) im Hostel in Mount Maunganui hatte ich die Frage nach dem Bettzeug zu sehr vernachlässigt. Also hieß es, deswegen einen zusätzlichen Ausflug zur Rezeption zu unternehmen.
Im immerhin rund hundert Betten umfassenden Familienbetrieb schob inzwischen das Oberhaupt Dienst und der ältere Herr antwortet auf meine Frage, ob die Decke und das Kopfkissen denn kostenlos seien: Eigentlich nicht, aber was soll’s, heute sind wir mal nicht so. Happy Birthday. Als ich ihm lachend entgegne, dass er mit seinem Scherz einen Volltreffer gelandet hat und es sich in der Tat um die Nacht vor meinem Geburtstag handelt, fängt auch er an zu schmunzeln und meint nur: Also wenn das wirklich stimmt, dann ist das eigentlich ein ziemlich mickriges Präsent. Ich jedoch war voll zufrieden damit, denn die Nächte im neuseeländischen Frühling sind doch mitunter recht frisch.
Der Episode zweiter Teil dann am nächsten Morgen. Der Alte ist wieder im Einsatz und nachdem er mir eine Frage beantwortet hat und ich schon fast von der Bildfläche verschwunden bin, hallt es mir erneut Happy Birthday hinterher. Als ich mich umdrehe, sehe ich nur ein grinsendes Gesicht, dessen Besitzer sich die Anekdote vom Vorabend ebenfalls gemerkt hat, hinter dem Tresen hervorschauen.

PS: Auf diesem Wege nochmal vielen Dank für all die Glückwünsche (sogar einer aus Äthiopien war dabei!), die mich hier erreicht haben.

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Freigetränke
Erste Sahne
What a wonderful world
Weltstadt Leipzig

Freitag, 14. Oktober 2011

Das Ganze stinkt zum Himmel

Hier in Rotorua und Umgebung gibt es einiges an vulkanischer Aktivität zu beobachten. Und das Ganze lässt sich mit beinahe allen Sinnen erleben.
Los geht’s direkt nach dem Verlassen des Busses, je nach Windrichtung und –stärke liegt ein leichter Schwefelgeruch über der Stadt. Bereits bei einem kleinen Spaziergang kann man es in diversen Vorgärten qualmen sehen, und das hat nicht nur im Frühjahr nix mit dem Verbrennen von Laub zu tun. Außerdem gibt es in einem Park diverse blubbernde, rauchende und sprudelnde Pfützen, Tümpel und Rinnsale zu bewundern. Oder genauer gesagt man kann sie sehen, riechen und fühlen, denn das Wasser kocht zwar nicht, kann aber mit ungefähr 70° C dennoch eine ordentliche Temperatur vorweisen. Eine gewisse Vorsicht ist also beim Thema Fühlen angesagt.
So richtig vulkanaktiv wird’s dann aber bei einem Tagesausflug. Dort kann man dann in zwei Nationalparks noch dichter an das Geschehen heran und kommt sich vor wie in einem großen Chemiebaukasten, Schwefeldampfdusche inklusive. Hinterher sind die Klamotten dann mit gelben Punkten übersät. Jedenfalls hat man den Eindruck, dass hier irgendwann die sprichwörtlichen Löcher aus dem Käse fliegen werden. Vielleicht in einem Monat, einem Jahrzehnt oder erst in einem Jahrtausend.
Etwas kitschiger Höhepunkt ist der durch – natürlich umweltfreundliche – Chemikalien und einen Angestellten des Parks zeitgenau gesteuerte Ausbruch eines Geysirs in einer Art Amphitheater. Man kommt sich vor wie in einem Kino, fehlt eigentlich nur noch der Eisverkäufer.

Champagne Pool in Waiotapu / Neuseeland
Heiß heiß heiß

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