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Sonntag, 18. November 2007

Stempeln gehen

Bei jedem Grenzübertritt habe ich bisher artig Stempel gesammelt: Einen für die Ausreise und einen für die Einreise, dazu schnell ein Formular ausgefüllt. Dieses muss dann bei der Ausreise wieder abgeben werden, um die legale Einreise nachzuweisen (wozu gibt es dann eigentlich den Stempel?). Zusammen mit den Zollpapieren ergibt sich eine astreine Zettelwirtschaft. Wenn man nun aber vorhat, nur für einen Tag nach Argentinien zu fahren um sich die Wasserfälle von der anderen Seite aus anzuschauen, ergibt sich die Frage, ob die ganze Prozedur erneut durchlaufen werden muss.
Diese Frage wird je nach Ansprechpartner unterschiedlich beantwortet. Von "Bei nur einem Tag wird gar nicht gestempelt" über "Beim Busfahrer Bescheid geben, dann hält er an der Grenze" bis zu "Es wird ganz normal gestempelt" lauten die Alternativen. Nun ja, es gibt nur einen Weg, die richtige Antwort herauszufinden...
Der Bus nähert sich der Grenze, fährt über die den Grenzfluss überspannende Brücke ohne vorher auf brasilianischer Seite zu halten und stoppt vor dem argentinischen Posten. Alle Passagiere verlassen den Bus und werden von den diensthabenden Kollegen durchgewunken, bis auf die drei Personen, die über keinen Pass aus einem südamerikanischen Land verfügen. Diese bekommen - natürlich - einen Einreisestempel. Stempeltechnisch gesehen befinde ich mich jetzt gleichzeitig in Brasilien und Argentinien. Mir egal, solange bei der Ausreise am späten Nachmittag keine Probleme auftreten.
Bei der Rückfahrt wird dann erneut auf argentinischer Seite gehalten und ich erhalte problemlos meinen Ausreisestempel (Stempel Nummer 14, wenn ich mich nicht verzählt habe). Nun muss der Bus nur noch die Schranke auf der anderen Seite der Brücke durchbrechen und alles wird gut. Muss er aber gar nicht, denn der Balken wird ohne weiteres hochgezogen und das Fahrzeug erreicht wieder brasilianischen Boden. Ich bin schon gespannt, ob es dazu bei der nächsten Grenzkontrolle eine Frage gibt.

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Ein Spiel dauert 90 Minuten
Fehlpass
Grenzerfahrungen
Road to mendocino(s)

Freitag, 9. November 2007

Schnitzeljagd durch Buenos Aires

Wenn man wie ich das La Boca-Viertel und somit die Heimat von Maradona in Buenos Aires erkunden möchte, hat man ein Problem. Die Gegend gilt als eher gefährlich und bis auf das Stadion samt Museum und eine kurze Fußgängerzone mit maximalem Neppfaktor gibt es eigentlich nichts zu sehen. Per Metro kann man nicht dorthin gelangen und die meisten Stadtpläne stoßen vorher an ihre Grenzen. Allgemeine Empfehlung: Ein Taxi nehmen.
Da ich nicht so wirklich ein Freund von Taxis bin, habe ich mich für eine von zirka 536 Buslinien entschieden. Für umgerechnet 18 Cent ist man dabei und nach erstaunlich kurzer Fahrt (Fahrer steuert recht sportlich) am Ziel.
Da der Weg wider Erwarten gar nicht so weit schien, habe ich mich für den Heimweg per Pedes entschieden. Und da gilt es zu fragen, denn aufgrund von Einbahnstraßen konnte der Busfahrer im Gegensatz zu mir nicht den direkten Weg wählen. Ich hatte mir auf dem Hinweg einige markante Punkte gemerkt und wollte mich so zum Rande meines Plans bzw. zur ersten Metrostation durchfragen. Zwei Leute habe ich gefragt und dreimal Kopfschütteln geerntet, wie man denn so weit laufen könne anstatt einfach den Bus oder ein Taxi zu nehmen. Es hat sich jeweils um eine Teilstrecke von rund 200 Metern gehandelt. Klar, bei Spritpreisen von ungefähr dreißig Cent pro Liter sind diese Fortbewegungsmittel entsprechend günstig. Am Ende habe ich dann aber doch Auskunft bekommen und davon sogar einen kleinen Teil verstanden. Argentinier können sehr schnell sprechen.
Irgendwann bin ich dann auf zwei Straßen getroffen, deren Namen ich schon einmal auf einem Plan gesehen hatte. Und nachdem ich mir die richtige Richtung ausgerechnet hatte, erreichte ich wenig später wohlbehalten die ersehnte Metrostation.

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In zehn Schritten zum Ziel
Pandamonium
Laufend zum Ziel
Im Verkehr

Mittwoch, 7. November 2007

Ein Gameboy für Große

Ein Phänomen, das in jedem Land der Welt zu beobachten ist, ist das zu Ende gehende Bargeld. Ist es dann soweit, braucht man dringend neues und dafür gibt es schließlich Geldautomaten. Auch hier in Buenos Aires existieren zahllose Exemplare davon, die - meistens - bereitwillig Geld ausschütten. Manchmal ist es bis dahin aber ein ganz schön weiter Weg.
Bereits beim Anstehen bemerke ich einige Flüche der gerade mit den Maschinen kämpfenden Kunden und in der Schlange neben mir steht etwas weiter vorn ein Typ, der aussieht wie Peter Neururer. Auch er schaut etwas verdutzt aufgrund der teilweise komischen Geräusche, die da aus der Wand kommen.
Irgendwann bin ich dann an der Reihe und werfe statt einer Münze meine Karte ein um ein neues Spiel zu starten. Piep. Bitte die vierstellige Geheimnummer eingeben, damit wir beginnen können. Kein Problem, piep piep piep tuuut. Tuuut ist eigentlich immer schlecht, so auch hier, denn auf dem Display steht lediglich ***. Weiß die Maschine schon, dass ich mich vertippt habe? Habe ich aber nicht, egal dann eben die vierte Stelle nochmal eingeben. Tuuut. Also nochmal alles von vorn. Piep piep piep piep, willkommen in Level 2. Nebenan hat Peter Neururer auch ganz schön zu kämpfen und gibt irgendwann entnervt auf.
Im zweiten Level müssen dann diverse Hindernisse durch geschickte Eingaben umschifft werden (Auswahl des Kontotyps und der Summe - piep piep). Und dann das alles Entscheidende, ich bin kurz davor, das Spiel zu knacken. Wollen Sie ihre Eingaben bestätigen und die Transaktion beenden? Ja. Piep. Hurra!
Und wie in Vegas fliegt einem das Geld förmlich entgegen, da der Schlitz leicht abschüssig angebracht ist. Hinterher geflogen kommen und inzwischen routiniert aufgefangen werden: Quittung und Karte. Game Over.

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Scheinwelt
Reisen bildet
Krisenzeiten
Geld regiert die Welt

Dienstag, 6. November 2007

Der Vorortzug

Um der Stadt mal für einen Tag zu entkommen, bin ich heute mal mit dem Zug in die Vororte gefahren. Nach rund einer halben Stunde Fahrt ist von Vorort noch nicht viel zu spüren, kein Wunder bei zwölf Millionen Einwohnern im Ballungsraum. Besagten Ballungsraum zu durchqueren dauert halt ein wenig.
Langweilig wird die Fahrt jedoch trotzdem nicht, denn ständig wird einem irgendwelcher Ramsch angeboten. Das läuft dann so ab, dass irgendwo ein Anbieter zusteigt und Zeitungen, Karten oder Süßigkeiten auf die Knie der sitzenden Passagiere legt. Eine Station später wird der Kram dann entweder an den Mann oder die Frau gebracht oder wieder eingesammelt. Meist finden sich kaum Abnehmer für die Güter und auch an mir hat noch niemand etwas verdient, obwohl mir sogar schon Haargummis angeboten worden sind.
An der nächsten Station steigen dann zwei Strategen mit Gitarre und Mundharmonika zu, stellen sich als Antonio und Ignacio vor und verbreiten fortan Gauchomelodien im Waggon. Nach drei Stationen (und einer Ehrenrunde mit Hut auf der Jagd nach ein paar Centavos) ist auch diese Vorstellung vorbei und als ich aus dem Fenster schaue sehe ich die beiden den Bahnsteig fluchtartig verlassen. Nicht weil irgendein genervter Reisender hinter ihnen her ist, sondern weil sie den Zug in der Gegenrichtung, der auf dem Nachbargleis hält, noch erreichen wollen. Und wenn sie nicht gestorben sind...

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Running Gag
Kurzstrecke
Gua-gua
ABM

Die Welt ist ein Dorf

Zwei Personen reisen unabhängig voneinander und treffen sich am 30.10. in Santiago de Chile auf dem Cerro San Cristóbal und sechs Tage später in Buenos Aires auf dem Cementerio de la Recoleta. Wir haben uns aber nicht verraten, wohin wir wann weiterreisen.

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Im Urlaub nimmt man sich die Zeit
Festival-Erfahrung
Weltstadt Leipzig
Sie sind überall

Montag, 5. November 2007

Comedy Central

Jeden Abend rückt eine Garde aus dem Präsidentenpalast aus, um die davor gehisste Fahne einzuholen. Dabei marschiert der Trupp quer über den Platz, während Touristen mit ca. 50 Zentimetern Abstand nebenher laufen und fotografieren.
Am Fahnenmast angekommen wird Aufstellung genommen und auf einen Befehl hin ertönt eine Fanfare. Dazu schreitet einer aus dem Kommando zum Fahnenmast, öffnet einen Schaltkasten und drückt einen Knopf, worauf sich die Fahne langsam nach unten bewegt.
Ungefähr zwei Meter weiter üben jugendliche Skateboarder Grabs, Ollies und Grinds. Ich warte allzu sehnsüchtig darauf, dass ein Skateboard quer in die Szenerie fliegt, aber keiner der Kollegen tut mir den Gefallen.
Die Fahne ist inzwischen so weit nach unten gewandert, dass ein weiterer Mitarbeiter hinzu tritt und das Ende greift. Dumm nur, dass sie im Laufe des Tages durch den starken Wind mehrere Male um den Mast gewickelt wurde. Also wird die Abfahrt kurz unterbrochen und mit dem Fahnenende eine Runde um den Mast spaziert. Diese Prozedur wiederholt sich dreimal, dann ist die Fahne befreit und wird mehr oder weniger zusammengeknüllt.
Dann ertönt ein weiterer Befehl, die Fanfare stoppt abrupt und der Rückzug beginnt. Die Kompanie verschwindet wieder im Palast.
Dort hat der Präsident wahrscheinlich kurz darauf sein Haupt zur Nachtruhe auf die Flagge gebettet, denn ca. 30 Sekunden, nachdem die Mannschaft verschwunden ist, werden plötzlich alle Lichter, die den Palast bis dato erleuchtet hatten, abgeschaltet.

Flagge einholen am Plaza de Mayo, Buenos Aires / Argentinien
Es kann sich nur um Stunden handeln

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Manchmal hat der König ...
Stadtrundfahrt
Ruhepol
Día de la Independencia

Schatten der Vergangenheit (2)

Puerto Madero, Buenos Aires, Argentinien

VEB Kranbau Eberswalde in Buenos Aires / Argentinien
Buenos Aires, Argentinien

VEB Kranbau Eberswalde in Buenos Aires / Argentinien
Buenos Aires, Argentinien

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Schatten der Vergangenheit (13)
Schatten der Vergangenheit (12)
Schatten der Vergangenheit (10)
Schatten der Vergangenheit (8)

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

An Karten für das Ortsderby zwischen River Plate und Independiente in Buenos Aires zu kommen ist ganz einfach. Im Hostel liegt ein Prospekt aus, laut dem sich zum Preis von 200 Pesos (das entspricht ca. 45 Euro) ein Ticket plus Transfer plus Stadiontour plus ein einmaliges Fanutensil kaufen lässt. Ich will doch nur ein Fußballspiel sehen...
Also auf zur Touristeninformation in der Stadt und gefragt, wo man denn an eine Karte kaufen kann. Direkt bei der Touristeninformation für 140 Pesos. Nur der Eintritt, ohne Tour und Transfer. Super, woanders kann man keine Karten bekommen? Nein.
Nächste Idee: Ein Sportgeschäft, das hat in Santiago auch geklappt. Wo kann man Karten für River Plate kaufen? Bei der Touristeninformation. Sonst noch irgendwo, die haben nämlich schon zu? Nein. Ich kann mir beim besten Willen nur schwer vorstellen, dass 65.000 Zuschauer ihre Karten für das Spiel bei der Touristeninformation kaufen. Die sprechen aber wahrscheinlich auch alle besser Spanisch als ich...
Zurück im Hostel nach einmal nur Ticket gefragt und für 130 Pesos kann ich eines bekommen. Für 150 Pesos inklusive Transport, drei Stunden vor dem Spiel. Ich nehme zähneknirschend das Ticket, verzichte aber dankend auf den Transport, das sei mir zu zeitig. Ich spare also 20 Pesos, aber wie kommt man denn zum Stadion? Mit der Metro? Keine Chance, nur per Taxi oder Bus, aber das sei bei Fußballspielen nicht zu empfehlen. Das weiß ich selbst, denn dann fährt meist der Bus mit den Fans und nicht umgekehrt.
Ich werfe einen kurzen Blick ins Internet und stelle fest, dass das Stadion ca. 500 Meter von der Endstelle der Metro-Linie liegt, zu der die Station gehört, die fast direkt vor dem Hostel liegt. Eine einfache Fahrt mit der Metro kostet übrigens 0,70 Pesos.
Mit dem Gefühl, der Tourimafia so wenig wie möglich geschenkt zu haben, fahre ich zum Spiel, genieße die Atmosphäre und während ich nach einem 1:1 inzwischen wieder im Hostel sitze und diesen Bericht schreibe, steht die Touri-Fuhre wahrscheinlich immer noch im Stau in Stadionnähe.

Estadio Monumental, River Plate Buenos Aires / Argentinien
Stadionatmosphäre I

Estadio Monumental, River Plate Buenos Aires / Argentinien
Stadionatmosphäre II

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Doppelplus
Versteckte Kamera
Netter Versuch
Nachmittags in einem Café
Lota Schwager, Colo-Colo, Audax Italiano

Sonntag, 4. November 2007

Nachmittags in einem Café

Ich habe gegen fünf ein Café aufgesucht und mir ein Kaltgetränk meiner Wahl und dazu ein paar Empanadas bestellt. Außer mir betreten noch auffällig viele einzelne Herren das Lokal, dazu einige wenige Paare. Den Damen wird auch schlagartig klar, warum sie heute großzügig auf ein Getränk eingeladen worden sind, denn das Café verfügt über Kabelfernsehen, gezeigt wird das Lokalderby Racing gegen Boca Juniors. Die Gesichter der Frauen verfinstern sich schnell und relativ bald beschäftigen sie sich mit Zeitungen oder starren willenlos Löcher in die Luft.
Ganz anders die Herren Fußballfans. Der Blick stur auf den Bildschirm gerichtet, werden Getränk kaum und Begleiterin gleich gar nicht durch Aufmerksamkeit gewürdigt. Als der Schiedsrichter nach 45 Minuten abpfeift, leert sich der Laden schlagartig. Raucherpause. Die letzten haben noch nicht wieder Platz genommen, als ein markerschütterndes Gooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooool (und hier fehlen noch ungefähr 53 o`s) durch den Raum hallt. Boca hat kurz nach der Pause das 1:0 erzielt. In der Wiederholung sieht dann auch der Letzte das zugegebenermaßen sehr schöne Tor und Stimmung als auch Lautstärke nehmen vorsichtig zu. Bei Großchancen und den beiden weiteren Toren für Boca müssen Nebensächlichkeiten wie Bestellung und Bezahlung warten, da natürlich auch das Personal in erster Linie mit dem runden Leder beschäftigt ist.
Zum Abpfiff bezahlen alle gleichzeitig und das Café leert sich binnen weniger Minuten wieder.

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Was macht eigentlich Jean-Luc Picard?
Onkel Escobar sei Dank
Vorfreude schönste Freude
Lota Schwager, Colo-Colo, Audax Italiano

Schatten der Vergangenheit

Am Busbahnhof in Buenos Aires angekommen, kämpfe ich mich durch die Menschenmassen zum Taxistand. Ich bekomme auch sofort einen Wagen vermittelt und lasse mich auf die Rückbank fallen. Am Steuer sitzt ein älterer Herr mit Sonnenbrille, T-Shirt und Bermudashorts. Nachdem ich mein Ziel in gebrochenem Spanisch mitgeteilt habe, kommt die unvermeidliche Frage, woher ich den komme. Von der vierzehnstündigen Busfahrt etwas geschlaucht rutscht mir etwas vorschnell das "Alemania" raus. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen mich in Argentinien nicht unnötigerweise als Deutscher zu erkennen zu geben. Und tatsächlich, kaum ist die Sache raus, dreht sich der Fahrer zu mir herum und lacht über das ganze Gesicht. Durch die Sonnenbrille strahlen mich zwei Augen an, er reicht mir die Hand zeigt mit der anderen "Daumen hoch" an. Und während ich noch überlege, wer erstens die Straße im Auge behält und zweitens gerade den Wagen lenkt schallt mir auch schon ein hocherfreutes Aaaah Alemania, Heil Hitler, haha entgegen.
Mir sträuben sich alle Nackenhaare und während man in Deutschland aus aktuellem Anlass mal wieder über die Vergangenheit und unvorsichtige Äußerungen dazu diskutiert, sieht man das hier offenbar alles nicht ganz so eng. Ich verstehe dann noch bruchstückhaft, dass ja in einigen Provinzen im Süden unheimlich viele alte Deutsche leben würden und will lieber gar nicht weiter darüber nachdenken.
Da trifft es sich gut, dass der Weg in dem Moment an einer Moschee vorbeiführt, so dass sich die Schwärmerei für den Führer blitzschnell in Hasstiraden gegen alle Moslems verwandelt.
Aber zum Glück erwartet mich am Ende der Fahrt im Hostel deutlich jüngeres Personal, das mich mit einem einfachen Nice to see you empfängt.

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Schatten der Vergangenheit (9)
Schatten der Vergangenheit (7)
Feindliche Übernahme
Schatten der Vergangenheit (3)

Samstag, 3. November 2007

Einfach unfassbar

Da habe ich doch arglos quasi als erste Amtshandlung auf argentinischem Boden ein Bier bestellt und bekomme ein Budweiser aus dem Hause Anheuser Busch.

Ich habe Angst.

Das falsche Budweiser in Mendoza / Argentinien
Nicht zu fassen

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Alles neu macht der Juni
Der große Biervergleich
Operation Frühstück
Friseurbesuch

Road to mendocino(s)

Per Bus ging es gestern zunächst von Santiago quer durch die Anden nach Mendoza in Argentinien. Ich liebe ja die Berge, sofern ich sie mir aus einem Bus oder einem Flugzeug aus angucken kann.
Und Berge hatte es gestern reichlich. Die mit knapp 7.000 Metern höchsten Erhebungen der westlichen und gleichzeitig der südlichen Hemisphäre lagen am Rand der Wegstrecke. Unvermeidlich dabei natürlich ein Steilabschnitt mit dreißig Serpentinen kurz vor der Grenze, an der im Übrigen leichter Schneefall herrschte.

Paso de la Cumbre in den Anden zwischen Santiago de Chile und Mendoza / Argentinien
In der Nähe von Serpentine #21

Für mich recht amüsant waren die Straßenverhältnisse auf manchen Teilen der Strecke. Wie immer im Gebirge wird man mal spontan von einer Baustelle überrascht, an der der Verkehr mit großen Gesten von den Arbeitern vorbeigelenkt wird. Außerdem interessant: Tunnel. Der ADAC hätte seine blanke Freude. Die Röhre ist gefühlte anderthalb Meter breit und verfügt über einen Standstreifen von ca. fünf Zentimetern Breite. Während man Angst hat, dass der Spiegel auf der Fahrerseite durch Kontakt mit der Tunnelwand Schaden nehmen könnte, fährt zwischen Bus und Wand ein LKW im Gegenverkehr ohne Probleme vorbei. Ist aber nicht so schlimm, aufgrund der sparsamen Beleuchtung sieht man den sowieso kaum. Belüftet (auch so ein Modewort aus Europa!) wird der Tunnel durch zwei große Löcher: Den Ein- und den Ausgang.
Aber natürlich verläuft die Reise ohne irgendwelche Probleme, selbst die Stempelabteilung am Grenzschalter wünscht freundlich noch eine schöne Fahrt. Und genauso schnell wie der Spuk mit dem Hochgebirge gekommen ist, ist er auch wieder verschwunden. Nach etwas mehr als sechs Stunden ist die Stadt der mendocinos erreicht.

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Fährt ein Bus durch einen Tunnel
Königsetappe
Ständiges Auf und Ab
Welcome to Welkom