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Sonntag, 26. Januar 2020

Schwerlasttransport

Aus Gründen stehe ich mit dem kompletten Gepäck vor dem Besucherzentrum des Panamakanals. Genauer gesagt aus genau einem Grund: Auf einem der größten Busbahnhöfe des Kontinents ist das Aufbewahren von Gepäck nicht möglich. Keine Chance. Nicht bei einer offiziellen Aufbewahrung, nicht auf inoffiziellem Weg für ein paar Dollar in einem Shop oder bei einem Kartenverkaufsschalter. Einzig die Jungs, die für Frachtversand zuständig sind, machen das wohl, heute aber haben sie frei.
Also versuche ich mein Glück im Besucherzentrum. Den großen Rucksack hierlassen? Unmöglich. Aber auf die Runde mitnehmen ist kein Problem. In dem Moment fällt mir ein, dass dieses Gebiet bis von einigen Jahren noch unter US-Amerikanischer Verwaltung gestanden hat. Die damals Verantwortlichen hätten mich bei meiner Ausstattung wahrscheinlich längst mittels einer geeigneten Waffe samt Gepäck verdampfen lassen. Schlussendlich finde ich einem Café einen netten Platz für meinen Rucksack und die Angestellte freut sich über ein kleines Trinkgeld.
Und dann habe ich endlich Zeit für den Kanal, vor etwas mehr als hundert Jahren von Franzosen und Amerikanern aus dem bzw. in den Boden gestampft. Gerade wird der Tanker Sandpiper Pacific in eine der Schleusen manövriert. Der Kutter spart auf dem Weg von Ingleside, Texas nach Callao, Peru mindestens 13.500 Kilometer an Strecke und 21 Tage auf See. Da kann man dann auch mal horrende Gebühren für die Durchfahrt bezahlen. Kurz überlege ich, durch die Schleuse zu schwimmen, mit meiner Zuladung und Größe müsste das fast schon ein Schnäppchen sein. Ich habe aber keine Lust, die nächsten Tage in einer Warteschlange schwimmend zu verbringen und mache mich dann doch lieber auf den Weg zum Flughafen.

Tanker Sandpiper Pacific im Panamakanal
Passt, wackelt und hat Luft

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Jeder hat sein Päckchen zu tragen
Gilt als zugestellt
König der Landstraße
Überholen ohne Einzuholen

Onkel Escobar sei Dank

Kolumbien wird wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit damit leben müssen. Klischee bleibt halt einfach Klischee, ich habe das beim Nennen des Reiseziels ja selbst erfahren. Und auch im Land selbst war immer ein zwiespältiges Verhältnis zu Escobars Lebenswerk spürbar. Einerseits besser nicht erwähnen, andererseits mit Fanartikeln Geld verdienen wollen.
In Santa Catalina, Panama läuft in der Bar der Wahl auf einer Großbildleinwand der mit Abstand beliebteste Sport des Landes - Snowboard Slopestyle. Während sich die Fahrer ins Tal stürzen, frage ich einen der Locals mit einem leichten Grinsen im Gesicht, ob die Veranstaltung in Panama stattfindet. Er entgegnet wie aus der Pistole geschossen: Ja, aber der Schnee ist aus Kolumbien. Selten ist eine Vorlage so zielsicher verwandelt worden.
Da es sich bei der Übertragung um einen Halbfinallauf der US Open 2018 handelt, hält sich die Begeisterung aber dann doch in überschaubaren Grenzen. Vermutlich sind alle panamaischen Teilnehmer erst im zweiten Lauf dran gewesen. Somit können drei Geckos völlig ungestört über das Bild laufen.

Snowboard auf eine Großbildleinwand in Panama
Kein Panamaer, sondern ein Finne!

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Stadionatmosphäre
Es wird langsam ungemütlich
Pharmacy is open
Nachmittags in einem Café

Freitag, 24. Januar 2020

Anfängerkurs

Es sieht schon lustig aus. Es ist sicherlich auch nicht einfach und auch Profis wie Kelly Slater haben mal klein angefangen. Aber es sieht einfach zu lustig aus.
Die angehenden Surfer schleppen ihre Bretter bei schönstem Wellengang erstmal ungelenk auf dem Kopf zum Strand und beginnen mit sehr ausführlichen Übungen auf dem Trockenen. Auf dem Bauch liegen sie auf dem Brett und deuten das Paddeln an. Das Ganze erinnert irgendwie an zappelnde Fische an Land.
Danach geht's dann tatsächlich ins - erstmal sehr flache - Wasser. Dort wird zunächst in unmittelbarer Nähe zum Ufer auf fast nicht mehr vorhandenen Wellen das Aufspringen auf das und das Runterfallen vom Brett geübt. Hier droht recht schnell Kontrollverlust, aber zumindest das Zweite beherrschen alle ziemlich schnell.
Wie es mit der Truppe weitergegangen ist, kann ich leider nicht berichten, nach einer Stunde Bodysurfing brauche ich nämlich etwas Schatten und mache mich auf den Heimweg. Alles was ich tragen muss, ist eine Flasche Wasser. Zu meiner zweiten Runde anlässlich des Sonnenuntergangs ist dann von den Kursteilnehmern nichts mehr zu sehen. Ich hoffe, es geht ihnen gut und sie genießen das Schauspiel von anderer Stelle aus.

Surfen in Satan Catalina, Panama
Kein Anfänger mehr

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Nächster Halt: Atlantik
Sandkastenspiele
Peeling inklusive
Strandnotizen

Mittwoch, 1. Januar 2020

Raus mit Applaus (6)

Diesmal auch wieder mit Feuerwerk, aber darum geht es in Las Tablas nicht in erster Linie. Stattdessen im Vordergrund in dieser Karnevalshochburg: Die Präsentation der Wagen für die kommende Saison samt Live-Band im Schlepptau. Fast so ähnlich wie in der Werbung für ein völlig überteuertes Spülmittel duellieren sich hier die Calle Arriba und die Calle Abajo. Ich selbst habe da keine Präferenzen, aber wenn sie nicht gestorben sind, so tanzen und singen sie noch immer um den kleinen Hauptplatz der Stadt herum.

Las Tablas, Calle Abajo zu Silvester
Sehr schön.

Las Tablas, Calle Arriba zu Silvester
Auch sehr schön.

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Abteilung Attacke
Raus mit Applaus (3)
Tanz in den März
Vorfreude schönste Freude (2)

Kann abbrennen!

Während in der Nachbarschaft die ersten Böller gezündet werden, möchte ich mich im Folgenden anderen liebgewonnenen panamaischen Silvestertraditionen widmen.
Vor einigen Häusern hier in der Gegend sieht man in den Tagen vor dem Jahreswechsel eine Mischung aus Vogelscheuche und Crashtest-Dummy. Lebensgroße Puppen aus Stroh, ab und zu auch mal mit Feuerwerkskörpern im Bauch, sitzen oder stehen am Straßenrand. Früher gerne selbst gebastelt, gibt es sie inzwischen ab Mitte Dezember im gut sortierten Fachhandel zu kaufen. Bekleidet mit aussortierten Klamotten als Symbol alles Alten. Oder aber in Anlehnung an eine eher überschaubar populäre Persönlichkeit des öffentlichen Lebens gestaltet. Um Mitternacht wird das Ding dann in Brand gesteckt. Sowas kann ich mir auch gut zuhause vorstellen. Wie wäre es zu Beispiel mit diesem Designvorschlag: Das eine oder andere beSCHEUERte Mitglied des aktuellen Bundeskabinetts.
Und wer es mit offenem Feuer oder gar Detonationen nicht so hat, kann in Panama Schlag zwölf auch gerne mal eine Handvoll Weinbeeren in der Hoffnung auf ein frohes neues Jahr verspeisen. Das klingt jetzt aber ehrlich gesagt nicht so spektakulär.

Puppe, die zu Silvester in Panama abgebrannt wird
Feuer frei!

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Was sonst noch so geschah
Raus mit Applaus (5)
3310
Raus mit Applaus (3)

Montag, 30. Dezember 2019

300

Anlässlich der 300. Episode in dieser putzigen kleinen Reihe gibt es etwas zu gewinnen! Es folgen fünf Fragen, deren Beantwortung dem aufmerksamen Leser keine größeren Schwierigkeiten bereiten sollten. Falls doch, ein paar Antwortmöglichkeiten werden vorgegeben. Es winkt wie immer ein Souvenir von unterwegs. Nun aber genug der Vorrede, es geht los:

1. Ist das tastsächlich genau der 300. Post?
A
Ja, sonst macht der ganze Post ja keinen Sinn.
B
Nein, der Bericht über die Bar in Madrid ist dazwischengekommen.
C
Mir doch egal. Hauptsache es gibt etwas zu gewinnen!

2. Über wie viele Kommentare habe ich mich bis zum Zeitpunkt dieses Gewinnspiels gefreut? (Die Antwort alle gibt es nicht, auch wenn das korrekt wäre!)
A
230
B
186
C
151

3. Was ist auf dem Bild im am weitesten von Zuhause entfernt abgesetzten Bericht zu sehen?
A
Ein Berg.
B
Ein Pinguin.
C
Es gibt im gesuchten Eintrag kein Bild.

4. Die Jagd nach einem Ticket für ein Konzert welcher Band hat mich einst schwer beschäftigt?
A
Dick Dynamite & The Doppelgängers
B
Rise Against
C
The Dresden Dolls

5. Neben welchem späteren Olympiasieger und Fahnenträger seines Landes habe ich mal im Flieger gesessen? Und bevor die ganz Cleveren jetzt Tante Google bemühen: Alle sind Olympiasieger und alle sind auch Fahnenträger ihres Landes gewesen!
A
Osea Kolinisau (Fidschi / Rugby)
B
Teddy Riner (Frankreich / Judo)
C
Shaunae Miller (Bahamas / Leichtathletik)

Falls es an diesem Punkt mehrere Leser mit fünf Richtigen gibt, als Bonus noch eine Ratefrage, deren Antwort nicht aus dem Blog zu entnehmen ist:

Aus welchem Land habe ich schon mal einen Mitschläfer im selben Zimmer gehabt?
A
Somalia
B
Nordkorea
C
Afghanistan

An der Stelle noch ein kleiner Hinweis: Die Buchstaben zu den Antworten ergeben kein (sinnvolles) Lösungswort! Die Gewinner werden nach meiner Rückkehr informiert.

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Viel hilft viel
Dein neuer Freund
Schnipseljagd
Gewinnspiel