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Freitag, 3. Januar 2025

Ein Text über Zensur

Mit der Zensur (der medialen, nicht der Note in der Schule) ist es ja so eine Sache. Wem schenkt man Glauben und wem nicht? Ob Du wirklich richtig stehst, siehst Du, wenn das Licht angeht. Nur leider geht nicht immer allen ein Licht an auf.
Aus aktuellem Anlass und aus der komfortablen Position eines Augenzeugen sei nochmal auf meinen Silvesterbericht von vor ein paar Tagen verwiesen. Hier mal - frei übersetzt - zwei Versionen zum Geschehen, zunächst die der Gastgeber:

Die Silvesterfeier hat 300.000 Leute angelockt. Um dem Ansturm gerecht zu werden sind Metro und Straßenbahn bis 02:00 Uhr im Einsatz gewesen, um den reibungslosen Abtransport der Massen zu gewährleisten.

The Peninsula, Doha (Katar)

Da es sich bei Doha aufgrund der großen Zahl an indischen Expats Spöttern zu Folge um Very New Delhi handelt, hat viel eher aber schon die dortige Presse berichtet:

Eine große Anzahl von Menschen eilte zur nahegelegenen Metrostation, um die letzte U-Bahn noch zu erreichen, was zu einem großen Menschenauflauf am Lusail Square führte. Herbeigeeilte Polizeieinheiten versuchten, die Menge unter Kontrolle zu halten und begannen Schlagstöcke einzusetzen, um die Menschen von den Zäunen fernzuhalten. Diese waren hastig errichtet worden um den Zustrom zu regulieren. Am Eingang zur Metro mussten Menschen von Ärzten und Sanitätern behandelt werden, in ständiger Folge trafen zusätzliche Krankenwagen an der Station ein.

Goa Chronicle (Indien)

Ob Du wirklich richtig stehst ... Auf Katars Version würde ich aber nicht wetten.

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Falken? Falken!

Shopping ist natürlich auch in Katar ein ganz großes Thema. Es gibt nichts was es nicht zu kaufen gibt, selbst Schweinefleisch und Alkohol, wenn man weiß wo man suchen muss und für den Fusel über eine entsprechende Lizenz verfügt. Statussymbole en masse für die, die es sich leisten können - egal ob Lamborghini, Rolex oder Falke draufsteht.
Während die ersten beiden eher in die Kategorie Spielzeug fallen, sind Falken hier wie eigentlich fast überall in der arabischen Welt ein ganz großes Thema. So groß, dass die Falknerei inzwischen von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt worden ist. Dazu gehört auch, dass Doha über einen separaten Falken-Souk verfügt, und zwar nicht irgendwo in der Wüste, sondern mitten in der Stadt. Dort gibt es sowohl die Tiere selbst als auch jede Menge Zubehör für Falke und Herrchen zu erstehen. Die Preise für die Vögel in gutem Zustand beginnen im vierstelligen Euro-Bereich und das obwohl sie noch nicht mal die aktuelle Uhrzeit anzeigen können. Auch sind sie zwar im Sturzflug die schnellsten Raubtiere der Welt, aber einen ausgewachsenen Lamborghini bekommen sie trotzdem nicht zu packen.
Direkt neben dem Souk befindet sich übrigens gleich noch ein separates Krankenhaus für Falken. Das Investment will schließlich geschützt werden und im Zweifel kann man vor dem Kauf noch schnell einen Medizin-Check durchführen lassen. Insgesamt also eigentlich ein hervorragendes Souvenir. Ein entscheidendes Argument gegen einen Kauf gab es dann aber doch für mich: Haustiere dürfen nicht mit der U-Bahn transportiert werden. Und für einen Sportwagen UND einen Falken habe einfach ich nicht genug Platz im Gepäck.

Falke im Souk in Doha
Kuscheln nur mit Handschuh!

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Donnerstag, 2. Januar 2025

Irgendwas mit Sport

Diesmal dreht sich alles um Innsbruck, Jamaika und mindestens eine Steffi. Los gehts.
Die an Höhepunkten so reiche Sportgeschichte Katars verdient natürlich ein eigenes Museum, direkt am Nationalstadion. Da sich dieses Museum über mehrere Etagen erstreckt, braucht es trotzdem noch ein paar Lückenfüller von der internationalen Bühne. Das gilt so eigentlich für das ganze Land, vor allem die Hauptstadt Doha ist einfach viel zu groß für ein paar wenige echte Locals. Saisonal bedingt sind bis zu 90 Prozent der Einwohner ohne katarischen Pass unterwegs. Ähnlich verhält es sich mit den sportlichen Erfolgen, vier von immerhin sieben olympischen Medaillengewinnern in der Geschichte sind zugewandert. Aus der Startelf des Eröffnungsspiels der Fußball-WM 2022 hatten immerhin sechs Spieler ein Heimspiel.
Zurück zum Museum, es müssen also auch hier andere richten und zwar wie immer nur vom Feinsten. Von Muhammad Ali bis Mark Spitz, von Nadia Comăneci bis Steffi Graf, von Ayrton Senna bis Michael Jordan und Tony Hawk ist ein bunter Blumenstrauß an globalen Ikonen vertreten. Und ja, auch Frauen, Para-Athleten und Wintersportler. Apropos Winter: Hier gibt es für die Einheimischen auch Sachen zu sehen, von denen sie vermutlich noch nie was gehört haben. Der legendäre jamaikanische Viererbob und ein Modell der olympischen Skisprungschanze von Innsbruck zum Beispiel. Wahrscheinlich sollen diese Sportarten hier demnächst auch stattfinden, jedenfalls weht heute ein wirklich sehr erfrischender Wind in der ganzen Stadt.

Tamberi und Barsham teilen Olympiagold
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Mittwoch, 1. Januar 2025

Raus mit Applaus (8)

Diesmal Doha, Katar.

Ich habe eine Weile überlegt, in welcher Form hier die Berichterstattung zu diesem Thema erfolgen soll. Zu gerne hätte ich ausschließlich von Bon Jovi, eventuell für gute Stimmung bezahlten Partybesuchern, Mitfeiernden aus aller Herren Ländern und dem Standort, einer Shoppingmeile, deren Läden auch nach Mitternacht noch geöffnet waren, berichtet. Und natürlich von einem standesgemäßen Feuerwerk.

Silvesterfeuerwerk in Doha, Katar
Feuerwerk können sie

Leider haben sich auf dem Heimweg teils dramatische Szenen abgespielt, von denen ich hier nicht wirklich in aller Ausführlichkeit berichten möchte. Gedränge, Panik, Schwerverletzte, nachgebende Absperrungen, Kinderwagen mittendrin, Schlagstöcke, Elektroschocker und eher zur Eskalation als zur Deeskalation beitragende Polizisten sollen hier eigentlich nicht stattfinden. Kurzum: Die U-Bahn-Station hat sich als Nadelöhr erwiesen, in den sehr vereinzelten Medienberichten bisher ist von Dutzenden Verletzten die Rede. Dank Erfahrung mit diversen Großveranstaltungen und ganz viel Glück bin ich mit heiler Haut davongekommen.


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