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Freitag, 26. Januar 2018

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Ich bin hier einer großen Sache auf der Spur. Schon mindestens zweimal waren Leute bereit, mir mein Telefon abzukaufen. Das ist doch mal ein interessanter Ansatz und mir viel sympathischer als der sonst gerne gewählte des schnöden Diebstahls. Dazu muss ich sagen, dass ich mit einem Gerät unterwegs bin, welches aus einer längst vergangenen Zeit stammt. Aus einer Zeit als noch die Benutzer selbst und nicht die Telefone smart waren.
In diesen Breiten verfügt bei weitem noch nicht jeder über ein Smartphone, auch deswegen scheint auch mein altes Modell ein gewisses Interesse hervorzurufen. In einem Falle, ein Geldwechsler an einem Grenzübergang, vermutlich vor allem aus nostalgischen Gründen. Laut eigener Aussage hat er anno 2004 mit einem solchen Exemplar seine Mobilfunkkarriere begonnen. Im anderen Fall wurde mir gegenüber vor allem von Robustheit und Zuverlässigkeit geschwärmt. Ich kann das durchaus bestätigen, hier habe ich schon diverse zumindest mal stark angekratzte Displays zu Gesicht bekommen. Das meines eigenen Geräts gehört jedoch nicht dazu.
Leider kommt an der Stelle kein Geschäft zustande, da ich unterwegs immer bestrebt bin meinen Kram zusammenzuhalten. Beim Verweis auf diverse Online-Plattformen kommt in mir eine Geschäftsidee auf. Vielleicht kann ich mit einem Gebrauchtwarenhandel den nächsten Urlaub finanzieren?

Telefonladen in Mombasa / Kenia
Genug Auswahl gibt's jedenfalls

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Internet aus der Dose
99-999-9999
Männer, die auf ein Smartphone starren
Drei zwo eins – nicht mehr meins

Sonntag, 21. Januar 2018

Bewirb Dich jetzt!

Suchst Du keine neue Herausforderung, brauchst aber dringend einen neuen Job? Kannst Du nicht viel? Macht nichts, musst Du auch nicht. Bewirb Dich jetzt bei Modern Coast, einem der führenden Busunternehmen Ostafrikas!
Kannst Du Webseiten so programmieren, dass sie garantiert keine Verbindungen anzeigen, egal was die Benutzer eingeben? Dann suchen wir genau Dich.
Hast Du keine Ahnung von Verbindungen und/oder Abfahrtszeiten? Aber Du kennst jemanden den Du anrufen kannst, wenn der Computer nichts ausspuckt, weil Dein Kollege die Webseite schlecht programmiert hat? Werde Fahrkartenverkäufer in Jinja!
Du willst während der Arbeit im Wesentlichen ungestört sein und nur zwei, drei Mal am Tag ein paar Pakete verladen? Bewirb Dich als Frachtbeauftragter in Eldoret!
Du kannst Kunden gut scheibchenweise auf später vertrösten, wenn der Bus mal wieder vier Stunden zu spät kommt und rundest bei Angaben zu Fahr- und Wartezeit gerne großzügig ab? Vielleicht ist die Position als Stationschef in Eldoret etwas für Dich?
Du kannst gut Text auf Tickets durchstreichen um diese zu entwerten? Und Du bist gerne viel unterwegs und schaust zwischen den Stopps lieber irgendwelche Videos auf Deinem Telefon statt Fahrgästen Bescheid zu geben, wenn der Bus deren Ziel passiert? Auch dreimaliges Nachfragen dazu kannst Du gut vergessen? Dann bist Du der Richtige für eine Stelle als Busbegleiter!
Bewirb Dich jetzt, wir bringen jeden irgendwie unter. Modern Coast – Travel in Style.

Ticket von Modern Coast in Kenia
Das will gelernt sein

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Ohne Worte
Lochkarte
Servicekraft mangelhaft
Kurzstrecke

Donnerstag, 18. Januar 2018

Ziegenohren

... habe ich hier schon des Öfteren in ihrer natürlichen Umgebung beobachten können, gestern hatte ich ein Exemplar jedoch zur Abwechslung mal auf dem Teller. Glaube ich.
Bevor jetzt die Frage kommt, wieso zum Henker man Ziegenohren bestellt: Man bestellt natürlich ganz unverfänglich Ziegenfleisch und bekommt dann, was das Tier gerade entbehren kann. Im hier beschriebenen Fall unter anderem ein Stück aus dem Bereich Rippe und eben ein Ohr. Glaube ich.
Glaube ich deshalb, weil die Mahlzeit auf einem Freisitz an der beinahe unbeleuchteten Hauptstraße von Jinja serviert worden ist und man das Ganze vor allem hat ertasten müssen. Größe, Form und Fleisch-zu-Knorpel-Verhältnis legen aber den Verdacht nahe. Klingt erst einmal komisch, war aber wie die anderen Teile auch durchaus lecker. Alternativ dazu hätte ich übrigens Fisch (Köpfe?) oder Huhn (Füße?) haben können. Die Nummer mit den Hühnerfüßen hatte ich aber letztes Jahr schon in Mexiko. Kann man mal machen.
Vor meiner Tour ist an mich der Wunsch herangetragen worden, etwas Exotisches zu essen mitzubringen. Die Ziegenohren fallen da leider aus. Denn erstens wird das schwierig mit dem Zoll und zweitens hat das bis zum Zeitpunkt der Übergabe vermutlich geschmacklich doch etwas nachgelassen.

Freisitz in Jinja / Uganda
Essen nach Gehör

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Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahme
Aufputschmittel
Markenware zum kleinen Preis
Die afrikanische Tierwelt

Mittwoch, 17. Januar 2018

Nilathlon

Einmal in Jinja, direkt an einer der Quellen des Nils gelegen, wollte ich den Fluss gestern mal abpaddeln. Hat leider nicht geklappt, die Behörden haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Südsudan stellt als Binnenland leider kein Visum für die Einreise auf dem Wasserweg aus. Was also tun?
Kurzerhand habe ich eine neue Sportart erfunden. Das Ganze basiert auf dem Triathlon, kombiniert also verschiedene einzelne Disziplinen miteinander. Erste Teildisziplin ist das Laufen. Es geht 500 Meter von der Unterkunft zum Fahrradverleih. Danach, man ahnt es schon, wird Fahrrad gefahren. Gut 60 Kilometer parallel zum Nil über ugandische Nebenstraßen, größtenteils ohne Asphaltschicht. Dafür mit sehr viel Staub, da es länger nicht ernsthaft geregnet hat. Leider sind außer mir noch diverse andere Aufwirbler unterwegs, so dass ich am Ende der Tour wie ein Zebrastreifen auf zwei Beinen aussehe. Es geht ständig auf und ab, abschnittsweise kann man es richtig schön rollen lassen. Für Anfeuerungsrufe sorgen permanent Kinder am Wegesrand. Muzungu!
Den dritten und letzten Teil des Mehrkampfes übernimmt auf dem Rückweg dann aber doch die Abteilung Kajak. Immerhin 1.000 Meter, also doch einen erheblichen Teil des Flusslaufes, gilt es zu bezwingen. Wenigstens erspare ich mir aber so die Passage der Itanda Falls, die lassen sich aus dem Kajak heraus auch schlecht fotografieren. Stattdessen habe ich neben meinem Rad gemütlich am Ufer gesessen. Sollte Uganda mal die Olympischen Spiele ausrichten müssen, hätte der Nilathlon sicher gute Karten, als neue Sportart ins Programm aufgenommen zu werden.

Itanda Falls bei Jinja / Uganda
Blick von Land aus

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Strandnotizen

Dienstag, 16. Januar 2018

Die besten Toiletten Afrikas

Ich bin zwar noch nicht mit allen durch, aber zwei Nominierungen kann ich schon mal bekannt geben. Mit den stillen Örtchen verhält es sich ja wie mit Pokerhänden, das Normale vergisst man sofort wieder, nur die besonders Guten und die besonders Schlimmen bleiben in Erinnerung.
Kandidat Nummer eins befindet sich auf 3.460 Metern Höhe knapp unter dem Gipfel des Mount Nyiragongo im Kongo und punktet vor allem in der Kategorie „Besonderes“. Es handelt sich um einen simplen, freistehenden Bretterverschlag ohne Tür. Vom Balken aus hat man einen fantastischen Blick hinüber bis nach Ruanda, die Stadt Goma und die Kivusee liegen einem zu Füßen. Hinsetzen würde ich mich trotzdem nur im Notfall, die Aussicht kann man auch außerhalb prima genießen.
Die zweite Nominierung hat sich ein Exemplar an einer Tankstelle der Kette City Oil in Kampala verdient. Nach zwei Stunden warten auf die Abfahrt des Busses meldet sich der Magen, einmal nicht Aufpassen kann in der Gegend schnell teuer werden. Jedenfalls fährt der Bus jetzt los, nochmal Aussteigen ist am Busbahnhof nicht drin. Zwanzig Minuten später ist dann „Jetzt“ und ich habe inzwischen ganz schön kleine Augen. Interessanterweise geht es aber einigen anderen scheinbar auch so, denn der Bus stoppt an der ersten Tanke noch innerhalb der Stadt. Im Ernstfall kann ich ganz schön schnell sein und sichere mir einen der begehrten Plätze. Hierbei handelt es sich um nicht viel mehr als ein Loch im Boden in einer nicht mal abschließbaren Kabine. Im Gegensatz zu Papier gibt es aber immerhin eine Spülung, ansonsten heißt es kreativ sein. Aber manchmal reicht für eine Titelnominierung in dieser Kategorie auch schlicht das wichtigste Argument von allen: Verfügbarkeit.

Aussicht auf Goma vom Mount Nyiragongo / Kongo
Die Aussicht auf Goma bei Nacht

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Überraschend Komfortabel
Versorgungslücke
SJ Kim, der VFL Amsterdam und zwei grundverschiedene Toiletten
Ich hörte Stimmen

Samstag, 13. Januar 2018

Markenware zum kleinen Preis

Uganda ist auch für exzessive Shoppingtouristen ein interessantes Ziel, hier kann man nämlich durchaus das eine oder andere Schnäppchen machen. Zum Beispiel habe ich gestern für umgerechnet nur etwas mehr als 90 Cent gleich zwei Rolex erstanden. Dieser Snack ist so schmackhaft, dass sich selbst eine kleine Schweizer Uhrenmanufaktur bei ihrer Gründung nach dieser Speise benannt hat.
Es handelt sich um eine Art Eierkuchen, in den ein Omelette mit Tomaten und Zwiebeln eingewickelt wird. Das Ganze wird live vor den Augen des Hungrigen auf einer heißen Platte zubereitet und am Ende äußerst kreativ verpackt. In meinem Falle ein eine aus zwei DIN-A4-Blättern selbst zusammengeklebte Papiertüte.
An dieser Stelle aus gegebenem Anlass ein Hinweis. Sollte sich unter den Lesern ein gewisser Herr Samuel Ndanda befinden, der 2013/14 an der Kyambogo-Universität in Kampala studiert hat, ich hätte da Hinweise zum Verbleib eines Mathe-Tests. Beruhigend kann ich an dieser Stelle schon mal verraten, dass das Ergebnis recht gut ausgefallen ist. Das verdient Respekt. Gleichzeitig gerate ins Grübeln darüber, was wohl aus meinen eigenen Arbeiten dieser Art geworden ist.

Rolex in Uganda
Preiswerte Rolex in Uganda


Verpackung der Rolex in Uganda
Originalverpackt

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Heiße Schokolade
Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahme
Bist Du noch ganz dicht?
Filet Iguaçu

Donnerstag, 11. Januar 2018

Die Null muss stehen

Wenn dies bei der geographischen Breite der Fall ist, dann handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den Äquator. Diese schlanke Linie misst gute 40.000 Kilometer, von denen aber nur etwas mehr als ein Fünftel über Land verlaufen. Eigentlich ziemlich unpraktisch, von daher schien die Gelegenheit für einen Besuch hier in Uganda recht günstig.
Doch ganz so einfach ist das leider nicht. Deutlich macht sich die gegenüber Zuhause um ca. 600 km/h höhere Rotationsgeschwindigkeit der Erde bemerkbar. Ständig sucht man irgendwo nach Halt, das Vorwärtskommen ist für ungeübte nicht immer ganz einfach. Selbst der Bus braucht über eine Stunde, nur um aus Kampala herauszukommen. Außerdem spürbar: Die größtmögliche Entfernung zu den Polen. Es ist schön warm hier, die Angabe 0° gilt hier jedenfalls in keinster Weise für die Temperatur. Und gleich noch eine gute Nachricht hinterher, ich wiege – bei gleicher Masse – hier weniger als daheim. Oder liegt das etwa doch am heute entfallenen Frühstück?
Sei es wie es sei, an der Linie angekommen, kommt natürlich was kommen musste: Es ist halt nur eine Linie. Allerdings ist man bei der Wahl des Verlaufs doch recht kompromisslos vorgegangen. Hier bei Kayabwe zum Beispiel haben sie das Ding aber wirklich mitten durch ein Restaurant gelegt. Vermutlich sind die Verantwortlichen vor Ort hungrig geworden.

Äquator bei Kayabwe / Uganda
Der Linienverlauf

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Direktverbindung
Heimreise
Überholen ohne Einzuholen
Zurück in die Zukunft

Mittwoch, 10. Januar 2018

Ein Spiel dauert 90 Minuten

Das Spiel, das wir hier spielen ist eine Busladung Menschen über die Grenze von Ruanda nach Uganda zu bringen. Das ist an sich erst einmal nicht weiter spektakulär, aber wir sind eben in Afrika.
Es finden hier fünf dieser Spiele gleichzeitig statt, da alle Busse das Ziel Kampala unbedingt noch erreichen wollen, bevor dort der allmorgendliche Verkehrswahnsinn ausbricht. Auf ruandischer Seite wird nach einer vertretbaren Wartezeit sozusagen ausgecheckt, danach geht es zu Fuß einen knappen Kilometer über eine weder asphaltierte noch dem Anlass entsprechend beleuchtete Schotterpiste hinein nach Uganda. Begleitet wird man auf diesem Abschnitt von zahllosen ehrbaren Geistern, die ihre Kompetenzen im Geschäftsfeld Devisenhandel anpreisen. Nach dem Motto Wenn schon Kriminalität, dann wenigstens organisiert mache ich hier aus ein paar Francs ein paar Schillinge. Dabei muss ich auch nur dreimal nachkarten, bis ich den dem Kurs entsprechenden Betrag im Halbdunkel auch tatsächlich in meinen Händen halte. Dann noch schnell einen Stempel vom ugandischen Offiziellen geholt. Neben dessen Hütte steht übrigens ein riesiges Schild, auf dem geschrieben steht, dass hier mit EU-Unterstützung ausgebaut wird. Das Schild stammt aus dem Jahr 2013.
Im Vorfeld hat mich aber zu diesem Grenzübergang etwas ganz anderes interessiert. Hier treffen mit Ruanda und Uganda zwei Länder aufeinander, in denen auf unterschiedlichen Seiten der Straße gefahren wird. In Asien haben sie da ein paar echt abgefahrene Sachen konstruiert, aber wir sind hier wie gesagt in Afrika. Wahrscheinlich kommen am hiesigen Übergang im ganzen Jahr weniger Autos vorbei als in Macao in einer Woche. Jedenfalls gibt es scheinbar keine nennenswerten Verkehrsströme, die in irgendeiner Weise gelenkt werden müssten. Somit wechseln die einzelnen Fahrzeuge einfach die Straßenseite, sobald der Schlagbaum durch den Diensthabenden beiseitegeschoben worden ist. Immerhin steht dahinter ein klitzekleines Schild, das auf den Linksverkehr in Uganda hinweist.

Grenzübergang Ruanda/Uganda in Gatuna
Noch Ruanda oder schon Uganda?

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Blindflug
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Nur Bares ist Wahres