Hier in Ghana gibt es neben der Trocken- und der Regenzeit noch eine dritte Jahreszeit: Harmattan. Benannt nach dem Wind, der jährlich Milliarden Tonnen Sandstaub aus der Sahara nach Süden delegiert. Etwas mehr als die Hälfte davon muss heute hier in Tamale gelandet sein.
Die Sichtweite ist bestenfalls überschaubar, das Einatmen sollte nur im absoluten Notfall erfolgen. Bei Ungeübten fängt der Hals nach kurzer Zeit an zu kratzen, Atemmasken sind wieder in Mode. Die pechschwarzen Auspuffwolken der 50 Jahre alten Trucks heben sich kaum noch vom Hintergrund ab. Trotzdem wird weiter unverdrossen frisch Gegrilltes am Straßenrand verkauft, zumindest soweit ich das erkennen kann.
Bevor hier die Stimmung kippt, ist es Zeit für mich, zur Küste zurückzufliegen. Die Luft ist nichts für die mitgebrachte Technik und auch nichts für die mitgebrachte Lunge. Immerhin ist der Flug nicht abgesagt worden, auch das kommt hier aufgrund einer solchen Wetterlage gerne mal vor. Unmittelbar nach dem Start verschwindet aber auch wirklich alles unter uns in einer tiefbraunen Wolke. Selten hat die Bemerkung sich aus dem Staub machen besser gepasst als in diesem Fall.
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