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Mittwoch, 25. Januar 2012

Reisebericht Melbourne
Vorschlag für eine Fünftagestour

Im Folgenden wird ein fünftägiger Aufenthalt zum intensiven Kennenlernen der Stadt beschrieben, wie ich selbst mit entworfen und auch erlebt habe.
Nach der Ankunft des Fliegers von Hamilton Island und dem Einchecken stehen Nachmittag und Abend des ersten Tages zur freien Verfügung. Die Stadt wird zu Fuß erkundet, Höhepunkte dabei sind ein Hot Rod-Treffen in einer Parkanlage, Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahrsfest mit Tanz in Drachen- und Schall und Rauch in Böllerform sowie die Übertragung von Tennisspielen auf einer Großbildleinwand.
Tag zwei wird in voller Länge genutzt, um sich im Detail mit dem Geschehen in der Rod Laver Arena auseinanderzusetzen. Dort schaut man sich zur besten Sendezeit das Tennisspiel der aktuellen Nummer eins der Welt aus Serbien (lautstark unterstützt von einem großen Teil der Auswanderergemeinde) und dem besten australischen Spieler der letzten Dekade (noch lautstärker unterstützt von einem kleinen Teil der Eingeborenengemeinde) an. Den eindeutigen Voraussetzungen zum Trotz – die Siegquote auf den Favoriten beim Buchmacher lässt das Sparbuch samt Niedrigzins zu einer ernstzunehmenden Anlageoption werden – gewinnt der in die Jahre gekommen Publikumsliebling einen Satz und bringt das Stadion so zum Kochen.
An Tag drei steht ein Mietwagen für einen Tagesausflug zur Great Ocean Road zur Verfügung. Zum Anschauen stehen, sitzen oder fallen unter anderem zwölf Apostel, fünfzehn Koalas, zwei Felsbrücken und ein Wasserfall bereit.
Der vierte Tag wird im Wesentlichen im unterkunftsnahen Casino verbracht. Ein Turnier im Rahmen der Aussie Millions wird bestritten, außerdem besteht die Möglichkeit, namhaften Profis wie Phil Ivey, Gus Hansen und Tony G über die Schulter zu schauen oder sie beinahe über den Haufen zu rennen. Im Anschluss daran bietet sich von einer Aussichtsplattform ein Blick über die Stadt bei Nacht.
Am Abreisetag wird bis zum Verlassen der Bleibe ausgeschlafen und danach direkt der Flieger nach Singapur genommen.

Tennis Australian Open in der Rod Laver Arena in Melbourne / Australien
Abendprogramm, Tag zwei

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Ein Unterschied wie Tag und Nacht
Reisebericht Canberra - Wenn zwei sich streiten
Reisebericht Great Ocean Road - Stop and Go
Doppel(t) oder nichts

Sonntag, 22. Januar 2012

Reisebericht Road-Trip Sydney-Airlie Beach
Von wegen „nur Küste“

Australiens Vielfalt kann man auch entlang der Ostküste bestaunen, wenn man sich nicht nur auf den breit getrampelten Touristenpfaden bewegt. Zudem wird wieder mal bewusst, dass es sich hier um einen Kontinent handelt, weitere 4.000 Straßenkilometer sind abgespult, mit etwas mehr Zeit hätte es aber auch locker das Doppelte werden können.
Sicherlich gibt es klassische Ziele direkt am Strand, die trotz Massenandrangs einen Besuch wert sind. Fraser Island und die Whitsunday Islands gehören auf jeden Fall in diese Kategorie. Landschaft und das Schnorcheln mit – in unserem Falle – Schildkröten, Rochen und jeder Menge Fischen sind absolute Höhepunkte. Auch wenn sich der vor den tödlichen Quallen schützende Anzug zunächst komisch anfühlt. Außerdem lobend zu erwähnen wäre der Rundflug über den Inseln – sensationelle Blicke lassen aus der Vogelperspektive erhaschen, in einer Cessna sitzend, deren Armaturen als auch Motorgeräusche stark an einen PKW aus dem Hause Sachsenring erinnern.
Andrangstechnisch anders sieht die Sache in Nationalparks im Hinterland des Küstenstreifens wie Carnarvon Gorge, Eungella oder Dorrigo aus. Dort hat man sensationelle Ausblicke, Wasserfälle und subtropischen Regenwald fast für sich alleine. Außerdem kann man Kängurus beinahe anfassen, auch wenn das mein Besuch vorher nie für möglich gehalten hätte.

Meeresschildkröte, Whitsunday Islands / Australien
Meet the Locals

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Tierische Beobachtungen
Sandkastenspiele
Mittagessen in luftiger Höhe
Hände schütteln

Freitag, 20. Januar 2012

Servicekraft mangelhaft

Mitunter führt ja unfreundliche Bedienung trotzdem zu Umsatz, im folgenden Falle war jedoch beim besten Willen an mir kein Geld zu verdienen. Dabei war die Absicht meinerseits durchaus vorhanden, es ging nämlich um einen Frozen Yogurt an einem Fachverkaufsstand für Kaltspeisen in Emerald. Das gewünschte Produkt war auf der bebilderten Palette über dem Tresen abgebildet. Leider sollte ansonsten weit und breit nichts davon zu sehen sein.
Empfangen wurde ich von einer übel gelaunten Person mit einem nicht gerade verkaufsförderlichen Gesicht(sausdruck). Nach Abgabe der Bestellung und einer kurzen Nachfrage ihrerseits verschwand sie und tauchte kurz darauf mit einem durchsichtigen Becher mit irgendetwas Dunklem auf Wasserbasis darin wieder auf. Dabei handelte es sich offensichtlich um alles Mögliche nur nicht das von mir Bestellte. Auf meine Frage, was das denn nun sei, bekam ich zu hören: Gefrorene Cola. Prima Sache das, erwiderte ich, jedoch würde ich gerne den von mir georderten Joghurt haben. Ja, aber den gäbe es nicht...
Leider habe ich mich für das Alternativangebot nicht wirklich begeistern können und es dann doch vorgezogen, den Stand zügig zu verlassen und die vier Dollar anderweitig zu investieren.

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Gilt als zugestellt
Parkplatzsuche
Ohne Worte
Bewirb Dich jetzt!

Dienstag, 17. Januar 2012

Tierische Beobachtungen

Im Folgenden geht es um eine Zusammenfassung der unterschiedlichsten Erlebnisse mit der einheimischen Tierwelt binnen der letzten knapp zwei Tage.
Zuerst geht es um die Abteilung Meeresbewohner. Im Rahmen eines Bootsausflugs vor die Küste von Fraser Island geben sich zunächst Delfin, Schildkröte und Qualle – Version ungefährlich – die Klinke in die Hand. Alle paar Minuten können von Deck aus Blicke auf Exemplare der genannten Spezies erhascht werden. Wenig später dann wagt sich der Homo Sapiens, ausgerüstet mit Taucherbrille, Flossen und Schnorchel, selbst in das feuchte Element. Zu sehen gibt es neben eher unspektakulären Fischen diverse mehr oder weniger gut getarnte Stachelrochen und zwei Schildkröten, die sich mit erstaunlich wenig Aufwand erstaunlich schnell bewegen.
Am darauffolgenden Tag sind dann die Bewohner von Land und Luft, speziell abseits der großen Straßen, das Thema. Direkt nach dem Frühstück im Garten des Hostels und auch später an verschiedenen Stellen geben sich bunte Papageien die Ehre. Ein bis zwei Nummern größer: Emus am Straßenrand. Kurz vor Einbruch der Dämmerung dann die drei Höhepunkte des Tages, Hauptdarsteller Känguru. Zuerst springen drei Exemplare inklusive einer halben Portion quer über die Straße und hüpfen dann auch noch geduckt unter einem Zaun hindurch. Darauf folgt die Begegnung mit weitern Beuteltieren, unter anderem zwei Jungen, die zunächst auf einer Wiese grasen und im weiteren Verlauf dann kopfüber in die Bauchtasche steigen. Das Ergebnis sieht etwas derangiert aus (Erinnerungen an Massentaxis in der Karibik werden wach), aber zum Transport über kurze Strecken reicht’s allemal. Am Abend schließlich teilt man ein paar Quadratmeter mit sehr zutraulichen Hüpfern, die zahmen Kängurus wohnen direkt neben dem eigenen Bungalow mitten im Nationalpark und führen unter anderem einen Kickboxkampf.
Leider gibt es in der Wildnis natürlich auch diverse Insekten, die – angelockt vom Licht auf der Veranda – eine große Party feiern. Keines davon ist jedoch auch nur annähernd so groß, wie die (vermutlich) Fliege, die während eines Fotostopps im Auto auf der Windschutzscheibe Platz genommen hat.

Tierwelt Australiens
Einmal quer durch die Palette

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Der Elefant im Raum
Falken? Falken!
Reisebericht Road-Trip Sydney-Airlie Beach - Von wegen „nur Küste“
Mittagessen in luftiger Höhe

Sonntag, 15. Januar 2012

Sandkastenspiele

Fraser Island an der australischen Ostküste ist der größte Sandkasten die größte Sandinsel der Welt. Trotz der Verlockung, in einem geliehenen allradgetriebenen Fahrzeug selbst über die sandigen Pisten zu fahren, ist am Ende doch die Bustour die erste Wahl. Das aus gutem Grund, wie sich noch herausstellen soll.
Seit Wochen wird dringend Regen herbeigesehnt, denn wie auch beim Spaziergang am Meer gilt für den Bus: Je nasser und somit fester der Sand, desto einfacher geht es voran. Im Trockenen braucht es dann des Öfteren mal die Unterstützung des „Momentums“, wie es von Fahrerseite so schön heißt. Das bedeutet nichts anderes, als das Hügel und Senken mit weichem Sandboden mit viel Schwung angefahren werden. Entsprechend begeistert ist das Publikum, ebenso bei Sprüngen über kleinere Unebenheiten.
Einmal ist es aber selbst für das eine halbe Million Dollar schwere Spezialgefährt zu viel, in einer Senke geht erstmal gar nichts mehr. Mit viel Zehenspitzengefühl und noch mehr PS gelingt aber schließlich zunächst die Befreiung aus eigener Kraft und dann mit noch mehr Anlauf die Fahrt auf die andere Seite. Die Auspuffgase erzeugen dabei einen künstlichen Sandsturm.
Wenig später dann die Situation, die die Heimfahrt um eine knappe Stunde verzögert: Zwei von drei hintereinander einen Steilhang hinauffahrenden Bussen bleiben stecken. Die Lösung ist zumindest auf dem Papier ganz einfach: Der mittlere, noch fahrtüchtige Bus zieht erst den vorderen zurück und dann den hinteren nach vorn. In der Realität sind dafür drei gute Fahrer, zwei Abschleppseile und eine mobile Luftpumpe zum Anpassen des Reifendrucks von Nöten, aber am Ende erreichen alle Passagiere die freundlicherweise wartende Fähre zurück zum Festland.

Bus auf Fraser Island / Australien
Stau auf Sand
(Copyright Ronny S.)

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Anfängerkurs
Wüstenschiff
Reisebericht Road-Trip Sydney-Airlie Beach - Von wegen „nur Küste“
Taxi einmal anders

Donnerstag, 12. Januar 2012

Mittagessen in luftiger Höhe

Dorrigo Nationalpark. Regenwald. Tierische Geräusche überall. Nichts zu sehen, die Tarnung ist zu gut.
Ein anderer Tourist gibt einen Hinweis. Ein Baum. Es raschelt in zehn Metern Höhe, Entfernung zunehmend. Das Geschehen ist nur zu erahnen, zu sehen ist so gut wie nichts. Äste wackeln, Blätter fallen. Fauchen. Mehr Fauchen. Noch mehr Fauchen, lang anhaltend. Vogelgezwitscher. Ängstlich, sehr sogar. Große Aufregung. Wieder wackeln Äste und Blätter fallen. Nochmal Fauchen, Vögel fliegen aufgeregt davon. Pause. Stille. Vögel beobachten aus der Ferne. Immer noch Stille.
Danach erneut rascheln, Entfernung abnehmend. Ungefähr in fünf Metern Höhe zum ersten Mal gut zu sehen ist der Nesträuber. Eine ein Meter lange Echse arbeitet sich kopfüber den Stamm herunter, im Bauch ein paar frische Vogeleier. Das Tier gleitet schließlich lautlos zu Boden und diesen entlang, betritt kurz den Weg und verschwindet dann ganz gemächlich im Unterholz.

Leguan auf Beutezug im Dorrigo Nationalpark / Australien
Vollgefressener Bauch

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Lichtgestalten
Im freien Fall
Tierische Beobachtungen
Auf Augenhöhe

Dienstag, 10. Januar 2012

Reisebericht Sydney
Verschnaufpause

Die Metropole verfügt wie so viele andere auch über eine herausragende Muss-man-gesehen-haben-Sehenswürdigkeit. Hier handelt es sich um das Opernhaus, ein wirklich extravagantes Gebäude, dass man sich aus allen möglichen Perspektiven anschauen sollte. Mit der Harbour Bridge und der Skyline ergibt sich durchaus imposantes Ensemble, das sich passenderweise auch noch am Wasser befindet und somit speziell nachts für sehenswerte Reflektionen sorgt.
Außerdem sehr geläufig ist der Bondi Beach, neben der Copacabana in Rio de Janeiro der vielleicht bekannteste Stadtstrand der Welt. Der Sandstreifen ist aber eben vor allem eins: berühmt. In der Folge dann total überlaufen und nicht wirklich schön – ein Stadtstrand eben.
Ansonsten verfügt Sydney über eine sehr zerklüftete Küste und diverse Grünflächen, es befindet sich sogar ein Nationalpark mit mehreren Wanderwegen im Stadtgebiet. Dies ermöglicht auf Wunsch jederzeit einen gewissen Abstand vom Stadtleben.
In Sydney habe ich den mit Abstand längsten Aufenthalt meiner Tour verbracht. Gegen Ende hat sich dann schließlich das Gefühl wirklich alles gesehen zu haben eingestellt. Inklusive des nur sehr schwer zu überbietenden Silvesterfeuerwerks.

Skyline von Sydney / Australien
Ensemble

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Reisebericht Road-Trip Sydney-Airlie Beach - Von wegen „nur Küste“
Wenn Hunde rennen
Raus mit Applaus
Einparken wie in Queens

Montag, 9. Januar 2012

Kurzstrecke

Es waren doch bloß vier Stationen mit der S-Bahn, eine Fahrt von nicht viel länger als zehn Minuten. Doch diese Reise wollte wohl verdient sein.
Sydney verfügt über diverse Transportmittel: Fähren, Busse, eine Stadtbahn und sogar eine Einschienenbahn befinden sich darunter. Und wie jeder größeren Metropole gibt es auch hier mehrere zentrale Einstiegs- und Transferstationen. Eine solche ist die am Rathaus, dort gaukelt einem dann ein Netzplan eine gewisse Übersichtlichkeit vor. Die gewünschte Haltestelle ist schnell gefunden und auch die zielführenden Linien bzw. deren Farben lassen sich ermitteln. Bleibt also nur noch die Frage nach dem nächsten Zug und dem Bahnsteig zu klären.
Doch dies scheint eine beinahe unlösbare Aufgabe zu sein, denn auf den elektronischen Anzeigen rauschen immer alle angefahrenen Haltestellen des nächsten Transports durch. Erschwerend kommt hinzu, dass es plötzlich keine farbliche Kennzeichnung der Linien mehr zu geben scheint, nicht alle Züge einer Linie auf demselben Bahnsteig abfahren und auch ein einzelner Steig von mehreren Linien bedient wird. Als wäre das noch nicht verwirrend genug, fahren einige Züge nicht bis an die vom Plan angegebene Endhaltestelle und nicht zu jeder Tageszeit. Bleibt eigentlich nur noch die Option, das Personal um Rat zu fragen. Dieses schickt einen dann eine Minute vor Abfahrt auf Bahnsteig eins. Dort wird der Zug knapp verpasst, aber eine weitere Mitarbeiterin tröstet, diese Bahn sei sowieso die falsche gewesen. Besser den nächsten Zug auf dem Nachbargleis nehmen. Zwei Minuten und eine Änderung der elektronischen Anzeige später dann die Korrektur, doch lieber der folgende Zug auf der ursprünglichen Plattform. Diese Bahn befördert einen dann auch tatsächlich nach dreißig Minuten Wartezeit an einem Samstagabend zur besten Sendezeit Fahrzeit gemütlich ruckelnd ans Ziel.

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Bewirb Dich jetzt!
Genießen Sie die Fahrt in vollen Zügen!
Reisebericht Sydney - Verschnaufpause
Der Vorortzug

Sonntag, 8. Januar 2012

Krisenzeiten

Das darf doch nicht wahr sein! Wieder am Bankautomaten gewesen, wieder weniger Geld herausbekommen. Von Mal zu Mal wird es weniger, was da effektiv aus der Wand kommt, seit ich vor sechs Wochen eingereist bin. Ich habe den Fehler gemacht und einmal genau nachgerechnet, der Euro hat seitdem um knappe acht Prozent gegenüber dem australischen Dollar an Wert verloren. Das sind Raten, die sonst nur Bananenrepubliken bzw. deren Landeswährungen hinbekommen. Zwar ist der Australische Dollar zurzeit sehr stark, doch das ist nur ein geringer Trost, schließlich handelt es sich quasi um doppelt schlechtes Timing für einen längeren Aufenthalt in Down Under.
Dementsprechend begeistert ist man dann beim Studium der Kontoauszüge. Aber allerspätestens, wenn selbst Leute aus Ländern wie Tschechien bei dem Thema lachend mit dem Finger auf einen zeigen, wird einem der Ernst der Lage bewusst.
Gemeinhin wird ja den Griechen die Schuld daran in die Schuhe geschoben und da scheint auch was dran zu sein. Ich habe in den letzten Monaten noch keinen Reisenden aus Hellas angetroffen und in Canberra um das Botschaftsgelände herum gibt es nicht mal mehr einen Zaun.

Wechselkurs zum Euro wird nicht mehr angezeigt
Wird schon gar nicht mehr gehandelt

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Scheinwelt
Fehlinvestition deluxe
Neulich am Eisstand
Reisebericht Thessaloniki - Olympische Atmosphäre

Freitag, 6. Januar 2012

Nachwuchsarbeit

Kricket ist eine Sportart, bei der selbst ich passen muss, mir erschließen sich der Spielverlauf und die Zählweise nicht wirklich. Aber wie in so vielen ehemals von England besetzten Ländern ist der Sport hier eine große Nummer, zumal Australien mit vier Titeln Rekordweltmeister ist. Seit ein paar Jahren haben die einst Unschlagbaren aber scheinbar Probleme mit dem Nachwuchs. Vielleicht ist auch die Sichtung in einem solch großen Land mit so geringer Bevölkerungsdichte nicht ganz so einfach.
Das führt nun dazu, dass das breit getretene Konzept der Casting-Shows nun auch im Bereich Kricket angewendet wird. Down Under sucht den nächsten Kricket-Superstar. Dem Sieger winken als Lohn ein Stipendium für ein Eliteinternat, das schon mehrere Nationalspieler hervorgebracht hat und ein Vertrag in seiner regionalen Profimannschaft. Die Jury besteht aus einem ehemaligen Spielführer der Nationalmannschaft, einem Trainer der Akademie und einer Fernsehexpertin. Bewertet werden – zumindest in der von mir gesehenen Folge – ausschließlich sportliche Fähigkeiten, auch wenn man teilweise Äpfel mit Birnen vergleicht, sofern Spieler verschiedener Positionen und somit unterschiedlicher Fähigkeiten gegeneinander antreten. Klingt aber trotzdem erstaunlich seriös für ein solches Format, scheinbar ist die Not im Lande ziemlich groß.

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Hohoe United
Der laufende Meter
Duale Ausbildung
Doppel(t) oder nichts

Mittwoch, 4. Januar 2012

Schnipseljagd

Eigentlich ist es ganz einfach: Man will ein Konzert besuchen und muss dafür einen Schnipsel bzw. eine Eintrittskarte erwerben. Um an der Abendkasse keine unliebsame Überraschung zu erleben, bemüht man den Vorverkauf. Soweit die Idee, aber warum einfach, wenn’s auch schwierig geht.
Der Standardweg führt heutzutage natürlich über das Internet, jedoch müssen die Tickets dann selbst ausgedruckt werden. Für einen Drucker hat leider der Platz im Handgepäck nicht mehr gereicht und außerdem führt der saftige Preisaufschlag für Onlinebuchungen dazu, dass nach einer anderen Lösung gefahndet wird.
Diese heißt ganz klassisch Vorverkaufsstelle und ist auch in diesen Zeiten im Prinzip noch verfügbar. Das die Reise begleitende Buch spuckt zwei Anlaufstellen aus und die erste ist schnell gefunden. Dort verweist man mich auf den anderen Laden, hier nämlich erfolgt leider kein Verkauf von Karten für das gewünschte Konzert. Allein besagten Laden gibt es nicht mehr, denn das Haus wird gerade umgebaut, Hinweise auf alternative Anlaufstellen gibt es genau null. Also noch mal schnell das Internet befragt (ganz ohne geht es eben doch nicht), dieses spuckt eine neue Adresse aus.
Als ich vor dem Hochhaus stehe, sehe auf den Werbetafeln des Einkaufstempels so ziemlich alles, nur keinen Hinweis auf die Ticketbörse. Eine freundliche Informantin am Eingang weist mir jedoch den Weg in die fünfte Etage. Und hier endet schließlich meine Reise, denn tatsächlich kann man die ersehnten Karten kaufen. Noch schnell Name, Telefonnummer und Adresse angeben (ich fühle mich, als solle die Band bei mir zuhause spielen), bezahlen und ich bin Eigentümer zweier Karten. Wenn das Konzert nur halb so lange dauert, wie die Jagd nach den Papierschnipseln, dann wird es eine abendfüllende Veranstaltung.

Tickets für die Dresden Dolls im Enmore Theatre in Sydney / Australien
Objekt(e) der Begierde

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Das Internet vergisst nie
Trinke lieber ungewöhnlich
In zehn Schritten zum Ziel
Hurra Hurra die Post ist da

Sonntag, 1. Januar 2012

Wenn Hunde rennen

Engländer und ihre Nachfahren wetten scheinbar nicht nur gerne auf Pferde, sondern auf alles was vier Beine hat. Da ich ab und an auch gerne wette, habe ich also in Sydney mal die Hunderennbahn besucht.
Vorgefunden habe ich ein Zockerparadies vom Feinsten, auf diversen Monitoren werden Rennen aus unterschiedlichsten Städten live übertragen, dazu flimmern ständig aktualisiert die passenden Quoten über den Bildschirm. Dabei sind die Zeitpläne verschiedener Renntage minutengenau aufeinander abgestimmt, so dass für den Sportfan keine Langeweile zwischen den Rennen vor Ort entsteht.
Ein Kommentator verfolgt das Geschehen mit nahezu ekstatischer Stimme, nach ziemlich genau dreißig Sekunden sind die Tiere im Ziel und haben etwas mehr als einen halben Kilometer zurückgelegt. Warum die Hunde dabei wie von der Tarantel gestochen hinter einem Plüschhasen her rennen, bleibt mir allerdings schleierhaft.
Beim Zieleinlauf ertönt hier und da ein spitzer Schrei eines Gewinners oder kopfschüttelnd wird ein erfolgloser Tippschein in den Papierkorb befördert. Ich bin zwar nicht ganz leer ausgegangen, habe aber fast schon zuverlässig die Platzwette für den Vierten abgeschlossen. Außerdem habe ich gelernt, dass Hunde mit Namen wie "Bye Bye Bucks" (übersetzt in etwa "Auf Wiedersehen ihr Scheinchen") nicht unbedingt als sichere Bank gelten können.

Windhundrennen in Sydney / Australien
Als ginge es um die Wurst

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Wenn Kamele rennen
SJ Kim, der VFL Amsterdam und zwei grundverschiedene Toiletten
Reisebericht Sydney - Verschnaufpause
Auf den Hund gekommen

Raus mit Applaus

Technisch gesehen geht’s ja rein ins neue Jahr und nicht raus aus dem alten Jahr mit dem großen Feuerwerk in Sydney, aber egal. Der Applaus war jedenfalls völlig berechtigt, aber der Reihe nach.
Meine Recherchen hatten ergeben, dass nahezu alle Plätze in der Stadt mit einigermaßen vernünftigem Blick auf die Harbour Bridge total überlaufen sein werden. So zeitig wie möglich solle man erscheinen, so hieß es überall, eine genaue Uhrzeit war aber niemandem abzuringen. Ich habe mich dann für den direkten Blick auf das Spektakel vom Opernhaus aus entschieden, und war um acht Uhr morgens da, um mir einen Platz in der ersten Reihe zu sichern. Die verbleibenden sechzehn Stunden bis zum großen Knall sind dank Schutz vor Sonne suchen, diversen Unterhaltungen, Schlaf und Publikumsbespaßung wie Kunstflug oder Schiffsparade dann doch irgendwie vorbei gegangen. Außerdem hat ab 19:00 eine nur für viel Geld zugängliche, aber von meinem Platz aus hervorragend zu beobachtende Party mit Live-Musik und Feuershow stattgefunden (Ticketpreis ab 250$ aufwärts, Essen und Getränke extra, Blick aufs Feuerwerk genau derselbe).
Nach einem Appetitanreger um 21:00 – ein fünfminütiges Feuerwerk zum warm werden – wurde es dann langsam spannend und um Mitternacht schließlich das fünf Millionen Euro teure Spektakel gezündet. Für knapp zehn Minuten stand die Brücke im Mittelpunkt des Interesses. Atemberaubend, diverse Oh’s und Ah’s im Publikum haben das bestätigt. Ein Dauergast hat mir hinterher gesagt, das sei abgesehen vom Millenniumswerk das Beste gewesen, was er bei über 15 Besuchen gesehen hat.
Um 00:30 Uhr war dann im wahrsten Sinne des Wortes Kehraus, auch wenn ansonsten keinerlei privates Feuerwerk gezündet worden war, herrschte doch ein gewisser Bedarf an Aufräumarbeiten – kein Wunder bei insgesamt anderthalb Millionen Besuchern in der Stadt.

Silvesterfeuerwerk in Sydney / Australien
Kawumms!

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Raus mit Applaus (6)
Raus mit Applaus (5)
Raus mit Applaus (2)
Reisebericht Sydney - Verschnaufpause

Freitag, 30. Dezember 2011

Einparken wie in Queens

Freunde einer gewissen Fernsehserie um einen Helden aus dem New Yorker Stadtteil wissen schon, was jetzt kommt. Trotzdem sei das Weiterlesen empfohlen, es passiert nämlich nicht ganz genau dasselbe wie bei Doug und Carrie.
Der erste Unterschied ist bei der Sitzplatzverteilung festzustellen, er fährt und sie sitzt auf dem Beifahrersitz. Die Aufgabe ist allerdings dieselbe, einparken in eine ausreichend große Lücke parallel zur Bordsteinkante. An und für sich kein Problem, auch nicht für unseren Fahrer, der den Einparkvorgang zügig abschließt. Allerdings findet er aus irgendeinem Grunde, dass das Mobil zu weit von der Bordsteinkante entfernt abgestellt ist. Diese Meinung hat er exklusiv für sich, nichtsdestotrotz macht er sich eifrig ans Korrigieren. Nach ein paar Zügen nach vorn und ein paar wieder zurück ist er schließlich zufrieden. Er steigt aus und muss leider feststellen, dass seine Beifahrerin die Autotür aufgrund der zu nahen und vor allem zu hohen Bordsteinkante nicht weit genug öffnen kann um auszusteigen.

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Parkplatzsuche
Wir müssen über Frontscheiben reden
Groß - größer - zu groß
Überzeugendes Auftreten bei (fast) totaler Ahnungslosigkeit

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Reisebericht Canberra
Wenn zwei sich streiten

Die Hauptstadtfrage, einst auch in der Heimat heiß diskutiert, ist in Australien auf etwas andere Art und Weise gelöst worden. Wenn sich zwei streiten, wird der Dritte in flächenmäßig großzügig ausgestatteten Staaten einfach zwischen den beiden Kontrahenten neu gebaut. Das Konzept ist nicht ganz neu, hat sich aber eben auch in anderen Ländern bewährt.
Also weder Sydney noch Melbourne, nein Canberra ist die Hauptstadt Australiens. Im Gegensatz zu anderen Metropolen regiert mal nicht das Schachbrettmuster im Stadtzentrum, sondern ein städtebauliches Konzept, das separate Gebiete für das Wohnen, Ausgehen, Erholen und Regieren vorsieht. Der Neubau ermöglicht breite Straßen sowie jede Menge Grün- und Wasserflächen im Stadtgebiet. Und wie es sich für eine Hauptstadt gehört, verfügt auch Canberra über diverse pompöse Bauten. So gibt es unter anderem eine Bücherei, eine Galerie, ein Museum, eine Universität und ein Theater – alles mit dem Zusatz National versehen und durchaus sehenswert. Überstrahlt wird das alles vom neuen Parlamentsgebäude, das in einen Hügel hinein gebaut wurde.
Insgesamt eine sehr interessante Erfahrung, auch wenn mir das Prinzip schon aus Brasilien vertraut ist. Allerdings ist Canberra mit etwas geringeren Distanzen innerhalb der Stadt doch eher gästefreundlich, auch wenn die Stadt nach Ankunft meines Nachtbusses um vier Uhr morgens in den Weihnachtsferien wie ausgestorben wirkte.

Parlament in Canberra / Australien
Das neue Parlamentsgebäude

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Reisebericht Thessaloniki - Olympische Atmosphäre
Reisebericht Melbourne - Vorschlag für eine Fünftagestour
Reisebericht Sydney - Verschnaufpause
Av. W3 Sul Quadra 704 Bloco M Casa 09

Dienstag, 27. Dezember 2011

Reisebericht Great Ocean Road
Stop and Go

Mietwagen gehören zu den natürlichen Feinden des Urlaubsbudgets, daher habe ich mir vorgenommen, diesen Teil der Reise auf andere Art und Weise zurückzulegen. Der Transport per Bus ist aber für eine Straße mit diversen Aussichtspunkten nicht wirklich optimal und eine organisierte Tour mag ich auch nicht mitmachen, außerdem ist diese ebenfalls sehr kostspielig. Bleibt also fast nur die Option per Anhalter und die hat für mich drei Tage wunderbar funktioniert. Eigentlich immer habe ich binnen einer Viertelstunde einen Bereitwilligen gefunden. Jede Menge interessante Leute waren darunter – vom Bauern über ein Rentnerehepaar, das eigentlich nie Anhalter mitnimmt, eine indisch stämmige Familie mit Kleinkind im Kindersitz neben mir auf der Rückbank bis zu einem Nationalparkranger reichte meine Gastgeberschaft. An dieser Stelle ein Dank an alle, die für mich angehalten haben.
Die Route als solche hat sich ebenfalls sehr gelohnt. Ich habe mich an diversen Haltepunkten absetzen lassen und phänomenale Blicke auf die zerklüftete Küste und bekannte Fotomotive genießen können. Der Landwirt hat sogar extra einen Umweg in Kauf genommen, um mir seine persönliche Lieblingsstelle zu zeigen. Zudem hat die kurvige Strecke gute Laune verbreitet, auch wenn ich nicht selbst am Steuer gesessen habe. Sozusagen als kleine Zugabe haben sich noch diverse Koalas bei Kletterübungen oder beim Mittagessen beobachten lassen – zumindest solange bis ein paar laute Touristen den Tieren Angst eingejagt haben.

Zwölf Apostel an der Great Ocean Road / Australien
Die (nicht mehr ganz) zwölf Apostel

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Kommunikationsproblem
Reisebericht Melbourne - Vorschlag für eine Fünftagestour
Daumen hoch

Montag, 26. Dezember 2011

Tradition verpflichtet

Mit weihnachtlichen Traditionen habe ich ja nicht so viel am Hut, kann aber dem Ganzen hier in Australien ganz gut aus dem Weg gehen. Abgesehen von künstlichen Nadelbäumen und den üblichen festlichen Melodien bin ich verschont worden. Eine weihnachtliche Chorvorstellung hat mir sogar ein Schmunzeln entlockt, die Sangesbrüder haben die Lieder in kurzen Hosen, T-Shirts, Schlappen und mit roten Bommelmützen ausgestattet zum Besten gegeben.
Am Weihnachtstag allerdings wurde im Hostel doch tatsächlich Glühwein und Stolle oder wie es das Personal so schön gesagt hat "Gluhwine & Stollencake" serviert. Einst von einem deutschen Mitarbeiter eingeführt, ist dies in der Unterkunft zur liebgewonnenen Tradition geworden.
Neben australischem Wein tummeln sich Zimtstangen und diverse Früchte im großen Topf auf dem Herd. Im Kuchen wimmelt es ebenfalls nur so von Obst – man merkt, dass hier gerade Sommer ist. Aber nichtsdestotrotz genehmige ich mir ein zweites Heißgetränk und muss feststellen, dass Glühwein auch bei abendlichen Temperaturen um die zwanzig Grad über null ganz gut schmecken kann.

Glühwein und Stolle in Apollo Bay / Australien
Weihnachtsgeschenk

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Verrückt nach Married
Weihnachtsmarkt auf kolumbianisch
Schwerstarbeit
Es weihnachtet sehr

Samstag, 24. Dezember 2011

Schwerstarbeit

Tauschen möchte ich mit dem Weihnachtsmann nicht. Hier in Australien hat er nämlich einen Knochenjob, denn seine Ausrüstung ist nicht ganz optimal für diesen Teil der Welt. Ein dicker Mantel und eine Mütze in Kombination mit schweren Stiefeln und einem Vollbart – nicht gerade sehr sommertauglich, abgesehen vielleicht vom ultimativen Schutz vor Sonnenbrand. Dazu kommt er natürlich mit einem Schlitten hierzulande eher schleppend voran und auch die Rentiere streiken wohl bei dem Wetter und den ihnen drohenden Distanzen. Sogar Weihnachtslieder sind deswegen angepasst worden, Kängurus sorgen da für das Vorwärtskommen.
Aber Klausi weiß sich zu helfen. Ich habe ihn dabei ertappt, wie er seine üblichen vier bis sechs RS (Rentier-Stärken) in schätzungsweise 80 PS umgetauscht hat. Damit sollten die Geschenke rechtzeitig und ohne Probleme verteilt werden können. Zur Belohnung gibt es dann auch gleich zwei freie Tage, denn da der 25.12. auf einen Sonntag fällt, wird der Feiertag einfach am Dienstag nachgeholt. Klingt doch super, oder? Na dann: Frohe Weihnachten!

Der Weihnachtsmann unterwegs in der Nähe von Adelaide / Australien
Schicker Schlitten

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Freitag, 23. Dezember 2011

Daumen hoch

Leider hat sich eine aussichtsreiche Mitfahrgelegenheit für mich kurzfristig zerschlagen, so dass ich mich heute für eine Bus/Hand-in-den-Wind Kombination entschieden habe. Dumm nur dass der Bus eine gute Stunde Verspätung hatte und ich somit bis zum Sonnenuntergang nur knappe fünf Stunden für fast 200 Kilometer über nicht allzu viel befahrene Straßen zur Verfügung hatte.
Als erstes hat ein schon etwas betagteres Auto in nicht mehr ganz originalem Zustand angehalten, aber in einer solchen Situation darf man nicht wählerisch sein. Leider geht die Fahrt nicht ganz auf direktem Wege, aber immerhin hilft es ein wenig weiter. Übrig bleiben vier Stunden und 150 Kilometer. Freundlicherweise wird mir noch mit auf den Weg gegeben, dass es in dem Nest vor kurzem einen ungeklärten Mord gegeben hat – ideale Bedingungen für Anhalter also.
Trotzdem stoppt nach einer guten Viertelstunde ein Wagen mit einem älteren Ehepaar und nimmt mich ein ganzes Stück mit. Die beiden freuen sich über die Kurzzeitbekanntschaft und bieten sogar Unterkunft im eigenen Domizil an, ich will aber unbedingt weiter, um am nächsten Tag nicht im Nirgendwo starten zu müssen. Nach dem erledigten Wochenendeinkauf zwischendurch bleiben 80 Kilometer und noch eine Stunde bis zur Dunkelheit übrig.
Während ich inmitten eines Kaffs auf einen guten Zufall warte, kommt dieser seinen Hund ausführend vorbei. Ein Anwohner berichtet mir von einem österreichischen Paar, das in einem Campervan unterwegs ist und gut hundert Meter weiter einen Zwischenstopp eingelegt hat. Die beiden bringen mich nach ein wenig Bitten meinerseits schließlich bis ans Tagesziel, Ankunft eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit.

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Fingerzeig
Mitfahrgelegenheit.cu
Leute Leute Leute
Reisebericht Great Ocean Road - Stop and Go

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung

Ich werde nicht so recht schlau aus den Australiern. Zum einen ist der Umgang mit Alkohol in der Öffentlichkeit hier eher streng geregelt, auf der anderen Seite aber kippen sich diverse Leute speziell am Wochenende den einen oder anderen Drink zu viel in den Kopf. Das hat zur Folge, dass es in diversen Amüsiervierteln zum Teil massive Polizeipräsenz benötigt, um der Lage Herr zu bleiben.
Die Getränkepreise sind enorm und Alkohol ist nicht in normalen Supermärkten erhältlich. In der Regel werden dafür handliche 24er Packungen Bier verkauft, was dem durch die Hitze Reisenden die Kaufentscheidung abnimmt. In der Öffentlichkeit ist das Trinken verboten, das lässt sich nur durch mixen von etwas Stoff mit einem Getränk in einer unauffälligen Flasche vermeiden. Ein Restrisiko bleibt dabei aber natürlich. 
Ebenfalls streng reglementiert ist der Ausschank in Bars. Aber auch hier gibt es unterschiedlichste Regelungen: Zeitiges Schließen ist ein Klassiker, aber auch leicht abgewandelt zu beobachten: Ab einem Zeitpunkt wird keiner mehr reingelassen, die bereits in der Kneipe befindlichen Gäste dürfen aber bleiben. Auch kurios: Getränkebestellung nur in Kombination mit einem Essen möglich, wenn aber zwei durstig sind, genügt ein Essen. Alles sehr verwirrend.
Abschließend bleibt die Frage, warum trotzdem so viele über den Durst trinken. Meine Vermutung: Mangelnde Erfahrung aufgrund der hohen Preise.

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Die Lizenz zum Kaufen
Freigetränke
Reisebericht Brunei - Nicht viel mehr als ein weiterer Stempel im Pass
Internationale Härte