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Dienstag, 6. November 2007

Die Welt ist ein Dorf

Zwei Personen reisen unabhängig voneinander und treffen sich am 30.10. in Santiago de Chile auf dem Cerro San Cristóbal und sechs Tage später in Buenos Aires auf dem Cementerio de la Recoleta. Wir haben uns aber nicht verraten, wohin wir wann weiterreisen.

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Samstag, 3. November 2007

Road to mendocino(s)

Per Bus ging es gestern zunächst von Santiago quer durch die Anden nach Mendoza in Argentinien. Ich liebe ja die Berge, sofern ich sie mir aus einem Bus oder einem Flugzeug aus angucken kann.
Und Berge hatte es gestern reichlich. Die mit knapp 7.000 Metern höchsten Erhebungen der westlichen und gleichzeitig der südlichen Hemisphäre lagen am Rand der Wegstrecke. Unvermeidlich dabei natürlich ein Steilabschnitt mit dreißig Serpentinen kurz vor der Grenze, an der im Übrigen leichter Schneefall herrschte.

Paso de la Cumbre in den Anden zwischen Santiago de Chile und Mendoza / Argentinien
In der Nähe von Serpentine #21

Für mich recht amüsant waren die Straßenverhältnisse auf manchen Teilen der Strecke. Wie immer im Gebirge wird man mal spontan von einer Baustelle überrascht, an der der Verkehr mit großen Gesten von den Arbeitern vorbeigelenkt wird. Außerdem interessant: Tunnel. Der ADAC hätte seine blanke Freude. Die Röhre ist gefühlte anderthalb Meter breit und verfügt über einen Standstreifen von ca. fünf Zentimetern Breite. Während man Angst hat, dass der Spiegel auf der Fahrerseite durch Kontakt mit der Tunnelwand Schaden nehmen könnte, fährt zwischen Bus und Wand ein LKW im Gegenverkehr ohne Probleme vorbei. Ist aber nicht so schlimm, aufgrund der sparsamen Beleuchtung sieht man den sowieso kaum. Belüftet (auch so ein Modewort aus Europa!) wird der Tunnel durch zwei große Löcher: Den Ein- und den Ausgang.
Aber natürlich verläuft die Reise ohne irgendwelche Probleme, selbst die Stempelabteilung am Grenzschalter wünscht freundlich noch eine schöne Fahrt. Und genauso schnell wie der Spuk mit dem Hochgebirge gekommen ist, ist er auch wieder verschwunden. Nach etwas mehr als sechs Stunden ist die Stadt der mendocinos erreicht.

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Fährt ein Bus durch einen Tunnel
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Ständiges Auf und Ab
Welcome to Welkom

Freitag, 2. November 2007

Lota Schwager, Colo-Colo, Audax Italiano

Was klingt wie ein missglückter Versuch, einen Satz mit deutschen Sonderzeichen auf einer spanischen Tastatur (ñ, ¡, ¿...) zu schreiben, bezeichnet in Wirklichkeit drei Fußballvereine aus der ersten chilenischen Liga. Klingt komisch, ist aber so.
Heute durfte ich einem Spiel der beiden letztgenannten beiwohnen. Und irgendwie erinnert einen alles an ein Spiel der BSG Chemie im Kunze-Sportpark. Ziemlich marodes Stadion. Polizei ohne Ende. Heimmannschaft liegt trotz einer engagierten Leistung zur Pause 0:3 hinten. Nur dass diesmal die Grün-Weißen die Bösen und gleichzeitig Tabellenführer sind.
Aber im Gegensatz zu heimischen Verhältnissen pfeift das Publikum hier nur kurz, als der Schiri zur Pause bittet und auch nur, weil er ein Tor von Colo-Colo wegen Abseits aberkannt hat. Ansonsten wird der favorisierte Verein bedingungslos nach vorn geschrien, auch nachdem das 0:4 gefallen ist. Dafür lassen sich die Spieler aber auch nicht hängen und erzielen kurz vor Schluss noch den Ehrentreffer, der gefeiert wird, als ob eine Niederlage mit nur drei Toren Unterschied zum vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft reicht. Reicht aber definitiv nicht. Auch das ist wohl in die Kategorie "Gemeinsamkeiten mit der BSG" einzuordnen.
Die Cops sind zwar ausgestattet als ob morgen der Krieg ausbricht, aber ansonsten sehr freundlich - zumindest solange nichts passiert. Viele von Ihnen beobachten das Spiel intensiver als das Publikum und einer schaut mir beim Fotografieren über die Schulter und stellt ein paar Fragen als wir die Fotos gemeinsam auf dem Display anschauen. Blöderweise spricht er genauso gut Englisch wie ich Spanisch...
Fazit im Sinne des Kaisers: Se hoam verdient gwonna. Ob es zum Titel reicht? Schaun mer mal...

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Hohoe United
Torsten Frings
Nepper, Schlepper, Bauernfänger
Nachmittags in einem Café

Donnerstag, 1. November 2007

ABM

So etwas wie Arbeitslosigkeit kann es in Chile eigentlich gar nicht geben, so scheint es zumindest auf den ersten Blick. Im Minimarkt zum Beispiel gibt man seine Einkäufe bei einem Angestellten ab und erhält dafür einen Beleg. Mit diesem geht man zur Kasse und bezahlt bei einem weiteren Mitarbeiter. Ein Dritter händigt einem dann gegen die an der Kasse erhaltene Quittung die Waren aus.
Ein anderes Beispiel aus der Welt des öffentlichen Personenverkehrs: Fahrkartenverkäufer und Busfahrer kennt man ja auch aus heimischen Gefilden, aber vor Antritt der knapp zweistündigen Fahrt treibet es noch Zeitungs- und Getränkeverkäufer durch das Gefährt (nicht, dass man diese nicht am Busbahnhof kaufen könnte). Dazu fährt noch ein weiterer Mitarbeiter mit, der während der Fahrt die Tickets kontrolliert, Decken und Kopfkissen reicht. Und unterwegs steigt noch mitten in der Pampa eine Art Supervisor zu, der nochmals die Tickets prüft. Vielleicht arbeitet der aber auch fürs Finanzamt. Das jedoch kommt einem dann irgendwie wieder bekannt vor.

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Shoppingerlebnis
Falscher Alarm
Travel & Work
Der Vorortzug

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Auf den Hund gekommen

Santiago verfügt zwar über kein klassisches Wahrzeichen wie zum Beispiel die Tower Bridge oder den Kreml, dafür aber über jede Menge herrenlose Hunde. Diese liegen schlafend an beinahe jeder Straßenecke, sitzen an Bushaltestellen herum (einsteigen habe ich aber noch keinen gesehen), werden laut klatschend aus Läden verscheucht oder halten ihre Nasen auf der Suche nach Fressbarem in irgendwelche Müllbeutel. Ich suche jetzt noch einen, der in der Fußgängerzone für ein paar Pesos Gitarre spielt und einen, der ein Metroticket kauft.
Die überwiegende Mehrheit der Tiere jedoch liegt einfach den ganzen Tag nur irgendwo herum und stört niemanden - nicht einmal mich. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir uns kurz vor Monatsanfang befinden und alle auf die Auszahlung der Stütze vom Staat zum Monatsersten warten. Dann werden sicherlich die Fleischereien gestürmt...

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