Posts mit dem Label Mexiko werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mexiko werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Januar 2017

Es wird langsam ungemütlich

Máxima Alerta – so lautet die aktuelle Schlagzeile auf der Titelseite der größten Tageszeitung der Gegend. Das klingt nicht gut, ist es auch nicht.
Es ist sowieso schon einiges an Druck auf dem mexikanischen Kessel, spätestens seit hier Anfang Januar die staatlich kontrollierten Benzinpreise angehoben wurden. Proteste im ganzen Land mit über tausend Verhaftungen und sogar neun Toten waren die unmittelbare Folge.
Ein weiteres Problem ist ganz aktuell die beschlossene Auslieferung eines der größten Drogenbosse des Landes in das nördlich benachbarte Ausland. Der Herr hat für diesen Fall vorsorglich versprochen auszupacken und jetzt geht hier scheinbar einigen die Düse. Vor einigen Tagen gab es einen Anschlag auf ein großes Musikfestival mit neun Opfern, am darauf folgenden Tag eine Attacke auf die Generalstaatsanwaltschaft mitten in Cancún. Fünf Personen hat es dabei erwischt. All das – inklusive Fotos der Opfer – wird hier übrigens sehr detailreich bebildert auf den Titelseiten der Tagespresse veröffentlicht. Unter anderem haben Australien, Kanada und Großbritannien inzwischen Reisewarnungen für diese Gegend ausgesprochen.
Selbst hier im gut zehntausend Einwohner zählenden Örtchen ist massive Polizeipräsenz zu spüren.
Da ist es an der Zeit, den Flughafen anzusteuern. Einziges Problem dabei: Wegen anfangs thematisierten Benzinpreiserhöhung ist hier heute eine ganztägige Straßensperre errichtet worden, Ende ungewiss. Wenn das morgen auch funktioniert, bin ich mal gespannt, wie ich die 350 Kilometer bis zum Flieger bewältigen werde.

Mexikanische Zeitung mit expliziten Bildern von Gewalt
Die Tagespresse berichtet im Detail

UPDATE
Die Straßensperre ist nach elf Stunden aufgehoben worden, ich habe es zum Flughafen geschafft. Inzwischen bin ich in Madrid und es droht (fast) nur noch die Deutsche Bahn. ICEs funktionieren ja nur bei Außentemperaturen zwischen 15,2° C und 15,4° C reibungslos...

WEITERLESEN
Raus mit Applaus (8)
Die Vor- und Nachteile eines Zentrallagers - am Beispiel von Guineas größtem Treibstofflager
Eiszeit
Streiken wie Gott in Frankreich

Montag, 16. Januar 2017

Ein wenig Abwechslung muss sein

Das gilt eigentlich für alle Bereiche des täglichen Lebens und somit auch für Grenzübergänge. Wer diesbezüglich mal was anderes erleben will, dem sei eine Bootsfahrt von Chetumal in Mexiko nach Caye Caulker in Belize empfohlen. Das muss man erlebt haben.
Zunächst läuft alles wie gehabt, wenn auch in sehr gemächlichem Tempo: Ticket kaufen, Gepäck abgeben, Ausreisestempel holen. Dann reiht die Mannschaft des Kutters alle Gepäckstücke am Pier auf und eine Kompanie der mexikanischen Armee erscheint. Mit von der Partie ist ein Hund, dessen Aufgabe es ist, Gegenstände zu erschnüffeln, die man scheinbar lieber in Mexiko behalten würde. Diesmal ist für ihn leider nichts dabei. Aber er bekommt noch eine zweite Chance, alle Fahrgäste haben sich nämlich direkt danach in einer Reihe aufzustellen mit ihrem Handgepäck zu ihren Füßen. Wer aus der Reihe tanzt, bekommt einen Anpfiff – das Ganze wirkt wie eine Mischung aus Klassenfahrt und Appell beim Militär.
Auf der anderen Seite der Grenze geht das Schauspiel weiter. Die Passagiere haben sich entsprechend einer vorab erstellten Liste in eine Schlange einzureihen. Die Liste ist nach Nachnamen sortiert, aufgerufen werden aber nur die Vornamen. Was ein Spaß. Irgendwann ist alles sortiert und eine gefühlte Ewigkeit später geht es auch schon los. In besagter Reihenfolge geht’s dann durch Einreise und Zoll und dann heißt es endlich Willkommen in Belize. Das haben sich alle irgendwie verdient.

Gepäckkontrolle vor der Fährüberfahrt von Chetumal / Mexiko nach Caye Caulker / Belize
Bei der Arbeit

WEITERLESEN
Der große Biervergleich
Pharmacy is open
Schmuggelware
Mr. Robert Hareland

Samstag, 14. Januar 2017

Reisen bildet

So lautet jedenfalls die landläufige Meinung und ich kann das ganz aktuell bestätigen. Im vorliegenden Fall habe ich mein Wissen im Bereich Bankwesen erweitern können.
Vor ein paar Tagen war es mal wieder so weit, der übliche Gang zum Geldautomaten stand auf dem Programm. Wie immer habe ich statt Onkel Rodriguez' sympathischer Familienbank von nebenan ein möglichst renommiertes internationales Unternehmen gewählt und die Karte im Automaten versenkt. Eine Anzeige im Stile von MS-DOS-Sechspunktirgendwas erscheint und informiert wenig verhandlungsbereit, dass der Service momentan nicht verfügbar ist. Danach kommt wieder der Startbildschirm zur Anzeige und es passiert: nichts.
Die um den Geldautomaten herum errichtete Filiale der größten Bank Europas ist leider schon geschlossen. Das Geldinstitut gehört übrigens zu einer Riege von Banken, die als systemisch bedeutsam eingestuft werden. Das ist völlig richtig, denn für mein ganz persönliches Urlaubssystem ist durchaus bedeutsam was hier gerade passiert.
Glücklicherweise ist einer der Mitarbeiter noch im Kassenraum mit seinem Smartphone beschäftigt und ich mache ihn auf mein Problem aufmerksam. Er verschwindet kurz, kommt wieder und hält einen Zettel mit einer Telefonnummer an die Glasscheibe. Als ich ihm pantomimisch zu verstehen gebe, dass ich über kein Telefon verfüge, schreibt er zusätzlich diese Nummer anrufen auf den Zettel. Ich muss unbedingt an meinen spanischen Pantomimefähigkeiten arbeiten.
Wenig später kontaktiere ich dank der freundlichen Mithilfe meines Vermieters - er verfügt sowohl über ein Telefon als auch über ausreichende Spanischkenntnisse - die empfohlene Hotline. Mir wird mitgeteilt, dass die Karte automatisch gesperrt wird, sobald sie der Automat einzieht. Da meine Hausbank leider nicht systemrelevant ist und über keine Filiale in Mexiko verfügt, kann ich hier vor Ort keine neue Karte bekommen. Diese beantrage ich wenig später per Mail bei meiner Kundenberaterin. Wahrscheinlich ist das Plastikteil im Briefkasten, bevor ich wieder zuhause bin.

UPDATE
Am darauffolgen Tag habe ich bei einer anderen systemrelevanten Bank mit einer anderen Karte mehr Glück.

Geldautomat von HSBC in Mexiko-Stadt
Kartenfresser

WEITERLESEN
Hausmeister Krause
Klein aber oho
Globalisierung
Ein Gameboy für Große

Donnerstag, 12. Januar 2017

Freigetränke

Es ist - vorsichtig formuliert - Vormittag, ich habe noch nichts gegessen und ein doppelter Mezcal rauscht gerade meine Kehle hinunter. Ein doppelter Tequila steht noch vor mir. Was für viele nach einem ganz gewöhnlichen Urlaub auf Mallorca klingt, ist mir in Mexiko-Stadt passiert. Und im Gegensatz zu den Ballermännern kann ich das sogar unter Kultur verbuchen, denn ich befinde mich im Museum für Mezcal und Tequila.
Das Verhältnis zwischen Verkaufs- und Ausstellungsfläche ist offensichtlich unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewählt worden. Dennoch erfährt man in aller Kürze das Wichtigste zur Kultivierung des Rohstoffs und zur Herstellung des Produkts. Danach geht es an einer endlosen Galerie mehr oder weniger skurriler Flaschen vorbei zur im Preis inbegriffenen Verköstigung.
Mezcal ist nicht so mein Fall, der vorgestellte Tequila sagt mir da eher zu. Dennoch komme ich ohne Geldverlust durch den angrenzenden Museumsladen mit beeindruckender Auswahl. Ich habe einfach keine Lust, so eine Flasche durch die ganze Stadt zu tragen.

Museum für Tequila und Mezcal in Mexiko-Stadt
Was darf's denn sein?

WEITERLESEN
Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung
Happy Birthday
Internationale Härte
Einfach unfassbar

Friseurbesuch

Noch so eine Sache, zu der ich bisher in diesem Jahrtausend noch nicht gekommen bin. Zugegebenermaßen gibt es dafür eigentlich auch keinen Grund, bei mir ist es einfach zu einfach. Das mit einfach ist aber ziemlich schnell vorbei, wenn aus der Steckdose nur 110 Volt heraus purzeln und der Rasierer zur Arbeit in Superzeitlupe neigt. Da ist der Urlaub vorbei, bevor die Haare ab sind. Also habe ich eine Fachkraft aufgesucht.
Mit Händen, Füßen und ein paar Worten Spanisch habe ich meinen Wusch geäußert, da aber meine Frisur in diesem Teil der Welt nicht so verbreitet ist, hagelte es trotzdem noch jede Menge Nachfragen. Da mir leider der spanische Fachbegriff für Rasieraufsatz gerade nicht eingefallen ist, habe ich das Ziel der Reise einfach mit null Millimetern angegeben. So weit so gut.
Alles ab?
Ja.
Bart auch?
Ja.
Ganz?
Ja.
Wirklich?

Unter meinem farblich abwechslungsreichen aber leider auch bei 25° C Außentemperatur luftundurchlässigen Kittel habe ich auch die letzte Frage artig beantwortet. Und das alles hat länger gedauert, als die eigentliche Prozedur. Deswegen mache ich das normalerweise selbst. Aber für die buchstäblichen zweifuffzig kann man sich das schon einmal gönnen.

Friseursalon in Tuxtla Gutiérrez / Mexiko
Das Etablissement der Wahl

WEITERLESEN
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich
Wer schön sein will muss leiden
Servicekraft mangelhaft
Globalisierung

Dienstag, 10. Januar 2017

Bist Du noch ganz dicht?

Ich komme gerade aus einem Saftladen, also aus einem echten aus-Obst-mach-Getränk-Fachgeschäft. In der Hand einen frisch Gepressten in einer Tüte, oben schaut ein Strohhalm heraus, ein Knoten um denselben schließt das Behältnis. Und damit sind wir wieder bei der Frage aus dem Titel.
Statt im Etablissement zu trinken habe ich etwas zum Mitnehmen bestellt und dabei ein gutes Geschäft gemacht. Denn außer dem Saft aus dem vollen Glas, das es beim Verzehr vor Ort gegeben hätte, wandert auch noch ein Rest aus der großen Presse in den Transportbehälter.
Diese Art des Getränketransports scheint hier nichts Besonderes zu sein, sogar auf Vorrat Abgefülltes wird am Straßenrand angeboten. Und eigentlich spricht auch überhaupt nichts gegen diese sagen wir mal recht originelle Methode. Die Eingangsfrage lässt sich mit "ja" beantworten und das Teil liegt dank des Knotens auch ganz gut in der Hand. Die Umweltbilanz ist allerdings ähnlich fatal wie bei den unsäglichen heimischen Bechern, aber zumindest bei der reinen Müllmenge her liegen die Mexikaner am Ende vorn.

Tüte zum Transport von Saft in Mexiko
O-Saft to go

WEITERLESEN
Sierra Leones Nationalgetränk
Zwei nackte Schwedinnen
#PlasticBanKe
Die Tüte allen Übels

Sonntag, 8. Januar 2017

Weihnachtsmarkt auf mexikanisch

Erstaunlich viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zu heimatlichen Gefilden lassen sich bei einem Besuch feststellen. Fast schon Mitte Januar zählt hier scheinbar immer noch als weihnachtsnah genug für eine solche Veranstaltung. Das Wetter spielt auch mit und hier ist es sogar fast bis um sechs Uhr abends hell. Genau wie daheim erfreuen sich vor allem Stände mit Essen und Getränken größerer Beliebtheit, während die Abteilung Staubfänger Kunsthandwerk eher von überschaubarem Interesse berichten kann. Der Speiseplan sieht ebenfalls ähnlich aus: Ob süß oder herzhaft, Hauptsache ungesund.
Für die lieben Kleinen ist natürlich auch gesorgt. Auf einem riesigen Platz können sie in kleinen Autos spielerisch den wesentlichen Aspekt der mexikanischen Straßenverkehrsordnung erlernen. Wer zögert hat schon verloren. Ganz ohne Strom und Bande, also quasi Auto-Scooter ohne Scooter.
Überragt wird selbstverständlich alles von einem festlich geschmückten Baum. Der absolute Renner beim Publikum ist aber eine Rutsche, auf der man mit einem Gummireifen ein vereistes Gefälle hinunter sausen kann. Ein Mordsspaß, die Schlange der Wartenden reicht bis zum Horizont. Die passenderweise schlicht "auf Eis" benannte Attraktion stellt alles andere in den Schatten. Damit das bei den hiesigen Temperaturen funktioniert, dröhnt unentwegt ein Kühlaggregat der Dimension XXL. Was die Scheichs in Dubai können, können sie hier schon lange.

Weihnachtsmarkt in Tuxtla Gutiérrez / Mexiko
Es weihnachtet sehr

WEITERLESEN
Weihnachtsmarkt auf kolumbianisch
Reductor de Velocidad
Schwerstarbeit
Es weihnachtet sehr

Freitag, 6. Januar 2017

Groß - größer - zu groß

Ziemlich genau zwei Wochen vor der Amtseinführung des neuen US-Donalds haben hier in San Cristóbal de las Casas schon mal ein paar Mexikaner einen Eindruck davon bekommen, wie das dann so laufen wird.
Clever ist es, die engen Gassen der Altstadt mit einem über zwei Meter breiten Pickup-Truck samt noch breiterem Wohnwagenanhänger zu meiden. Amerikaner ist, wer es trotzdem probiert. Beziehungsweise Kanadier, denn ein zweites Gespann folgt auf dem Fuße. Zwar mit einem Campingführer für Mexiko bewaffnet, aber trotzdem nicht wirklich vorbereitet, kommt es für die Truppe wie es kommen muss. Ein verängstigter Fahrer rettet noch schnell sein Fahrzeug in eine Einfahrt, ein anderes Mobil wird unter tatkräftiger Mithilfe von Passanten und Anwohnern ruckelnderweise noch ein Stück näher an der Bordsteinkante geparkt. Inzwischen hat sich ein ordentlicher Stau in der Einbahnstraße gebildet, nervöse Hände sorgen für ein Hupkonzert. Trotz aller Bemühungen und auch aufgrund einer knapp dreißig Zentimeter hohen Fußwegs auf der anderen Seite ist einfach kein Vorbeikommen. Inzwischen ist der Karren festgefahren.
Irgendwann trifft dann die Polizei ein und sperrt zumindest mal die Straße, nachdem alle anderen Fahrzeuge rückwärts wieder herausgefahren sind. Warum die beiden Problemverursacher nicht auf die Idee mit dem Rückwärtsgang gekommen sind, ist mir schleierhaft. Dem Staatsschutz fällt auch keine Lösung ein und somit gibt’s nur einen Ausweg und zwar den mit Vollgas. Mit einem Geräusch, das einem schon fast körperliche Schmerzen bereitet, wird das Mobil befreit.
Was die Schadensbilanz angeht sieht es nach einem Unentschieden aus. Einem abgebrochenen Spiegel und Kratzern beim parkenden Wagen stehen größere Kratzer und eine verbogene Halterung für was auch immer am Wohnwagen gegenüber. Nach knapp zwei Stunden ist die Straße jedenfalls wieder frei.

Enge Straßen in San Cristóbal de las Casas / Mexiko
Kann klappen, muss aber nicht

WEITERLESEN
Schwerlasttransport
Auf die Größe kommt es an
Einparken wie in Queens
Big is beautiful

Donnerstag, 5. Januar 2017

In zehn Schritten zum Ziel

Es ist tatsächlich vollbracht, ich bin stolzer Besitzer eines Tickets für ein NBA-Spiel in Mexiko-Stadt. Und das ging total einfach, also relativ einfach, genauer gesagt nicht ganz so einfach, um ehrlich zu sein war es furchtbar kompliziert. Für alle, die vielleicht auch mal eine Karte für eine Veranstaltung in Mexiko brauchen, so hat es funktioniert:

1.
Ein Online-Ticketportal ausfindig machen. Das war wirklich einfach.
2.
Am ersten Verkaufstag eine Karte buchen und mit einer deutschen Kreditkarte bezahlen. Klappt nicht, die Karte wird leider nicht akzeptiert.
3.
Alternative Zahlungsarten prüfen, die Option "Reservieren und vor Ort im Supermarkt bezahlen" ist das Mittel der Wahl. Karte buchen und in der Bestätigungsmail lesen, dass die Bestellung verfällt, wenn sie nicht binnen 24 Stunden eingelöst wird. Feststellen, dass der Flug erst in drei Monaten geht.
4.
Freunden davon erzählen, die wiederum Freunde in den Staaten haben und diese in die Spur schicken. Schließlich kommen die Mannschaften aus den USA. Dankend ablehnen, nachdem horrende Preise aufgerufen werden, noch dazu bei Buchung über eine dubiose Webseite.
5.
Endlich nach Mexiko fliegen und vor Ort nochmal buchen, zum Glück gibt es noch bezahlbare Karten. Eine Bestätigungsmail erhalten.
6.
Diese Mail in einem Internetcafé ausdrucken.
7.
Mit dem Ausdruck an der Supermarktkasse bezahlen. Selbstverständlich, nichts leichter als das.
8.
Eine weitere Mail mit der Bestätigung der Transaktion und einem Code für das Ticket erhalten.
9.
Die laut Online-Recherche einzige in der Nähe der Unterkunft befindliche Abholstation für das Ticket, eine Apotheke der Kette X, aufsuchen. In Erfahrung bringen, dass es sich zwar um eine Apotheke handelt, diese aber nicht mehr zur Kette X gehört. Eine Ticketübergabe findet leider nicht statt.
10.
Mit dem Auto quer durch die Millionenstadt düsen und es bei einer weiteren Apotheke versuchen. Sie wollen ein Ticket haben? Kein Problem, einmal den Drucker anwerfen und fertig.

Noch ein kleiner Tipp für alle, die wirklich dieser Anleitung folgen wollen: Ich sehe da noch Optimierungsmöglichkeiten.

Das Ticket für die NBA Global Games in Mexiko-Stadt
Wehe wenn das kein ÜBERRAGENDES Spiel wird

WEITERLESEN
Togo or not to go
Hurra Hurra die Post ist da
Schnipseljagd
Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Dienstag, 3. Januar 2017

Bis dass der Tod uns scheidet

Von wegen, da verlässt man sich auf diese klassische Floskel und dann ist man verlassen. Mittlerweile zittert vermutlich die gesamte Musikindustrie, wenn ich in den Urlaub fahre. Letztes Jahr hat es während meiner Tour Lemmy und Bowie erwischt, dieses Jahr hat George Michael dran glauben müssen. Im Gegensatz zu damals fühle ich mich jetzt nicht so sehr betroffen, was mich aber betroffen macht, ist die pausenlose Huldigung des Verstorbenen in Funk und Fernsehen. Schorsch Schmalzlocke geistert, auch unabhängig vom unvermeidlichen Last Christmas (bei 30° C Außentemperatur!), durch den Äther. Apropos Äther, den wünsche ich mir stellenweise zur Betäubung. Aber einen Gedanken dazu werde ich einfach nicht wieder los. Wenn ich mir die ganze Angelegenheit so betrachte, wünsche ich Dieter Bohlen ewige Gesundheit!

WEITERLESEN
Onkel Escobar sei Dank
Für Elise
Das ist mir so noch nie passiert
Unrockbar

Sonntag, 1. Januar 2017

Raus mit Applaus (3)

Wer sich damit rühmt, das Nachtleben von Vegas in den Schatten zu stellen, muss natürlich liefern. Auch und gerade zu Silvester. Und die Verantwortlichen haben das ebenso einfach wie genial gelöst. Feuerwerk gibt’s zwar keines, aber dafür feiern die drei beliebtesten Clubs – das Kombiticket für den Abend zu schlanken 110 Dollar – einfach zeitversetzt. Vielleicht verläuft genau mitten hindurch eine Grenze zwischen verschiedenen Zeitzonen? Jedenfalls werden im Abstand von ungefähr einer Minute in je einer Location die letzten Sekunden herunter gezählt und das neue Jahr begrüßt. Drei Jahreswechsel in gut zwei Minuten, schon mal nicht schlecht.
Außerdem hilfreich für die allgemeine Feierlaune: Ab zwölf ist der sonst verbotene Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit erlaubt. Bis dahin sind die üblichen mehr oder weniger kreativen Tarnmaßnahmen erforderlich, im neuen Jahr trinkt sich's dann ganz ungeniert. Darüber hinaus erlaubt die Polizei sogar Fotos von sich sowie das Posieren mit den Dienstfahrzeugen. Alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung, ob's aber für Vegas reicht würde ich doch eher bezweifeln.

Silvesterparty in Cancún / Mexiko: La Vaquita und Congo Bar
2016 (links) und 2017 zusammen im Bild

WEITERLESEN
Raus mit Applaus (9)
Raus mit Applaus (7)
Raus mit Applaus
Reisebericht Las Vegas - Vegas, Baby

Samstag, 31. Dezember 2016

Reductor de Velocidad

Scheinbar fruchten hier in Mexiko weder mahnende Worte noch die Drohung mit Punkten in Flensburg. Rasern kommt man hier mit anderen Mitteln bei, Bodenschwellen sind dabei das Mittel der Wahl.
Ab und an durch entsprechende Verkehrszeichen angezeigt, gerne aber auch als Überraschung aus dem nichts tauchen sie auf. Die hierfür gültige Signalfarbe ist dann asphaltgrau. Nicht nur durch die Kennzeichnung unterscheiden sie sich, sondern auch in ihrer Auswirkung auf Fahrer und Mobil. Das Spektrum reicht dabei von mir-doch-egal-ist-ja-ein-Mietwagen bis zu Rampen, deren Nutzung einen ohne weiteres in eine erdnahe Umlaufbahn befördern könnte.
Aber die Dinger dienen nicht nur zur Verkehrsberuhigung, sondern sind auch Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Schaulustige sitzen da und beobachten die Autofahrer, fliegende Händler lassen sich ganz in der Nähe nieder und bieten ihre Waren an. Um einige der Geschwindigkeitsreduzierer haben sich sogar schon ganze Ortschaften gebildet.

Bodenschwellen auf einer Straße in Mexiko
Schwellenland Mexiko

WEITERLESEN
Radarkontrolle
Four way stop
Dunkle Wolken

Freitag, 30. Dezember 2016

The Big Bang

So, bitte mal die Hand heben, wer das Wort Chicxulub schon mal gehört hat. Leider nein, wird schon nicht so wichtig sein? So kann man sich täuschen, denn auch die Dinosaurier dachten wahrscheinlich so, bevor im besagten Ort vor ein paar Jahren der berühmte Meteorit eingeschlagen hat. Einmal nicht Bescheid gewusst und schon ausgestorben, so schnell kann's gehen.
Katastrophentouristen werden aber leider enttäuscht, heute ist hier kaum noch was davon zu sehen. Die gröbsten Schäden sind längst beseitigt, das Dorf ist im Wesentlichen wieder aufgebaut. Nur vereinzelt finden sich ein paar Baustellen, aber irgendwas ist ja immer. Ansonsten zeugt nur noch eine formschöne Plakette vom unheilvollen Ereignis. Ist ein wenig wie bei Hochwassermarken: Beeindruckend, aber im Ernstfall ist man woanders besser aufgehoben.

Denkmal für den Meteoriteneinschlag in Chicxulub Puerto / Mexiko
Mehr ist nicht zu sehen

WEITERLESEN
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich
Unter Beschuss
See-nsationell
Reisebericht Christchurch - Nach Beben

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Im Urlaub nimmt man sich die Zeit

Zuhause im Alltagsstress geht ja so einiges unter, früher war irgendwie mehr Zeit. Einiges schiebt man schon wirklich lange vor sich her, die letzte Rettung scheint da der Urlaub zu sein. Vielen kommt da dann zum Beispiel die Lektüre eines guten Buches in den Sinn, ich hingegen war schon lange Zeit nicht mehr des Nachts auf einem Friedhof unterwegs.
In Mérida kann so ein Ausflug jeden Mittwoch unternommen werden. Getroffen wird sich zwar am Hintereingang des Geländes, legal scheint das Ganze aber trotzdem zu sein. Ein vermutlich Sachkundiger gibt untermalt von seichter Musik jede Menge Fachwissen zum Besten. Mein Fachvokabular Spanisch im Bereich Gottesacker ist aber eher überschaubar, genau genommen umfasst es nicht mehr als dieses eine Wort. So entferne ich mich vom Gruppenleiter und seiner überdimensionierten Lautsprecherbox im Rollkofferformat und erkundige den gut ausgeleuchteten Acker weitestgehend alleine. Im Wind knarzende Äste und kreischende Polizeisirenen sorgen dabei für stimmungsgerechte Atmosphäre. Leider ist nach einer knappen Stunde schon Schluss, die Toten müssen wahrscheinlich um neun ins Bett.

Friedhof in Mérida / Mexiko bei Nacht
Licht aus - Spot an

WEITERLESEN
Ein Spaziergang durch Hanoi
Mal so richtig abhängen
Das Geisterhaus
Die Welt ist ein Dorf

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Das ist in Izamal ein Spiel für absolute Profis – zumindest, wenn es mit "und das ist gelb" weitergehen soll. Sozusagen die Champions League des "was Du nicht siehst". Viele Städte sind ja für etwas irgendetwas mehr oder weniger berühmt. Je nachdem was der Abteilung Marketing so einfällt. Mal ist es ein prominenter Einwohner, vielleicht ein historisches Ereignis, eine lokale Spezialität oder es liegt einfach an der Lage.
Im vorliegenden Fall ist es nichts von alledem, sondern einfach mal die Farbe Gelb, in der alle Häuser im Zentrum angemalt sind. Das kann auf den ersten Blick verwirrend sein, bei der Orientierung droht zunächst Ungemach. Am Ende ist es aber einfacher als man denkt. Klassische Wegbeschreibung: Bis zum gelben Haus laufen, dort um die Ecke gucken und schon siehst Du, was Du suchst. Es ist übrigens ein gelbes Haus.

Gelbe Häuser in Izamal / Mexiko
Gelbe Farbe war scheinbar mal im Angebot

WEITERLESEN
Parkplatzsuche
Blindflug
The Big Bang
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts