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Freitag, 17. März 2023

Alles neu macht der Juni

Das nenne ich mal eine Kehrtwende. Es gibt sie hier inzwischen überall da wo sich Touristen aufhalten, sie sind wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Rede ist von Cannabis-Shops, Pilze kann man aber vorerst noch keine bekommen. Früher gabs das Grünzeug ausschließlich unter der Hand, empfohlen nur für Leute, die ihren Aufenthalt im Land auf unbestimmte Zeit verlängern wollten. Seit ungefähr einem dreiviertel Jahr aber ist alles anders, speziell in Bangkoks Amüsierviertel reiht sich ein Fachgeschäft an das andere. Sachkundige Beratung inklusive, egal ob der Klient Anfänger oder Fortgeschrittener ist. Mein erstes Hostel in Thailand konnte ich nur durch einen solchen Shop betreten.
Minderjährige und Schwangere sind außen vor, ansonsten ist jeder gern gesehen, der über ausreichend Barreserven verfügt. Nur in der Öffentlichkeit sollte nichts konsumiert werden. Sollte, Öffentlichkeit ist ein dehnbarer Begriff.
Der Gesetzgeber hat seine Meinung also aus monetären Gründen geändert und sogar als Startkapital ungefähr eine Million Pflanzen für lau unters Volk gemischt. Die lokalen Ajatollahs sind aber noch nicht auf dem Laufenden. An einem der höchsten buddhistischen Feiertage ist der Verkauf von Alkohol strikt untersagt, Punkt Mitternacht füllen sich die Straßen mit amüsierwilligen wie trockengelegten Menschen aus aller Herren Ländern. Cannabis jedoch wird ungerührt weiterverkauft, egal ob vom fliegenden Händler an einem mobilen Stand oder im stylischen Shop gleich um die Ecke.

Cannabis Shop in Bangkok
Was darfs denn sein?

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Pharmacy is open

Donnerstag, 16. März 2023

Fortsetzung folgt

Erfahrungsgemäß ist es deutlich preiswerter, in einer Bar gleich eine ganze Flasche Schnaps zu bestellen, als deren Inhalt gläserweise auf die Rechnung zu transferieren. Mindestens genauso erfahrungsgemäß ist die zweite Hälfte aber deutlich größer als die erste und letztlich bleibt fast immer etwas übrig.
In Thailand hat sich für dieses Problem eine einfache Lösung herauskristallisiert: Man schreibt (s)einen Namen auf die Flasche, lässt diese vorerst zurück und trinkt bei nächster Gelegenheit an derselben Stelle weiter. Das gilt dann sowohl für den Alkohol als auch für das Etablissement. Je nach Größe und Lage des Lokals geht der Trend auch mal ganz schnell zur Selbstbedienung. So gesehen in einer kleinen aber feinen Bar auf Ko Kut. Schrank auf, Fusel ohne größere Zwischenfälle gesucht und gefunden, eingeschenkt, Eiswürfel rein, fertig. Zwischenzeitlich habe ich zwischen den beiden Diensthabenden am Tresen gesessen, während einige der Stammgäste dahinter ihre Gläser aufgefüllt haben.
Zum Glück aber hat der Eigentümer auf meinen Wunsch Bestellung hin dann doch wieder die Seiten gewechselt. Bei der Zubereitung der Cocktails hat er seinem und dem Namen der Bar alle Ehre gemacht. Der Laden hört auf den Namen Bartist.

Cocktail Bartista in der Bar Bartist auf Ko Kut
Auch auf Kurzzeitgäste vorbereitet

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Die Lizenz zum Kaufen

Dienstag, 14. März 2023

Manchmal hat der König ...

Thailand verfügt weltweit über eines der schärfsten Gesetze in Sachen Majestätsbeleidigung. Das gilt selbst für inzwischen nicht mehr aktive Könige oder Mitglieder der Königsfamilie. Mit bis zu 15 Jahren Haft ist man je nach Schwere der Tat dabei. Als Klassiker gilt der vom Winde verwehte Geldschein: Wer zum Zwecke des Fixierens drauftritt, hat zumindest mal bildlich gesprochen den König getreten. Nicht zu empfehlen.
Der aktuelle Throninhaber ist allerdings im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht wirklich beliebt. Hinter mal mehr mal weniger vorgehaltener Hand wird schon mal Kritik geäußert. Es sei ein schlechter Monarch, habe ich hier auch schon gehört. Meistens hält er sich außerhalb des Landes auf, kümmert sich kaum um die Belange des Volkes, gilt generell als Lebemann und hat Eigentum der Krone in Privatbesitz überführt. Kann schon mal passieren, dass man in so einer Position zu unlauteren Mitteln greift. Da ist er nicht der erste und sicher auch nicht der letzte Herrscher, dem das passiert.
Und noch ein weiteres dunkles Geheimnis ist hier während meiner Anwesenheit gelüftet worden: Manchmal, aber nur manchmal, hat der König ein kleines bisschen Haue gern. Details zu dieser Geschichte bleiben aber bis zur sicheren Ausreise auch des letzten Zeugen unter Verschluss.

Bild der königlichen Familie in Bangkok
Omnipräsent im Straßenbild

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Día de la Independencia
Comedy Central

Sonntag, 5. März 2023

Ein Snack für Fortgeschrittene

Wie immer gilt auch bei der Essensauswahl: Obacht beim Studium der Angebote, schon eine Kleinigkeit kann am Ende den Unterschied ausmachen. In Sekten essen ist jedenfalls etwas völlig anderes als Insekten essen. Beides ist sicherlich in Thailand möglich, ausprobiert habe ich aber - zumindest soweit mir bekannt - nur Letzteres.
In Bangkoks Chinatown ist es soweit, ein Stand hat diverse vollständige Tiere mit entweder mehr als vier oder aber gar keinen Beinen im Angebot. Die Wahl fällt auf eine gemischte Portion für umgerechnet einsfünfzig. Rudimentäre Grundkenntnisse im Fach Biologie lassen Heuschrecken, Käfer und Würmer erkennen, als Dressing gibts ein unbekanntes Pulver obendrauf. Diverse Soßen stehen auch zur Auswahl, würden aber sicher den Geschmack verzerren.
Nein, würden sie nicht. Sollte jemals ein Aroma enthalten gewesen sein, so ist es vollständig herausfrittiert worden. Geschmacklich ist die Ereignisdichte auf überschaubarem Niveau, so sind sich alle Tester einig. Am nächsten dran sind vielleicht noch Erdnüsse oder Kartoffelchips. Interessanterweise haben aber alle Tiere eins gemeinsam: Ein kleiner Happen wird im Mund gefühlt immer mehr. Vielleicht ist das ja wirklich ein Ansatz im Kampf gegen den Hunger auf der Welt?

Insekten essen in Bangkok
Guten Appetit!

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Das Böse ist immer und überall

Samstag, 4. März 2023

Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahme

Während in Deutschland wahrscheinlich nach dem Ausdruck der entsprechenden Veordnung noch nach neuen Tintenpatronen gefahndet wird, ist man in Thailand schon weiter. In einer Gegend, in der schlechtes Wetter Seltenheitswert hat, hat ein findiger Erfinder - inspiriert von einem vorbeifahrenden Bus - Tatsachen geschaffen.
Thailand Solar Chicken ist das Ergebnis, hierbei werden Sonnenstrahlen mittels einer selbstgebastelten, beweglichen Konstruktion aus fast 700 Spiegeln gebündelt und zielgerichtet auf ein Ziel gerichtet. Genauer gesagt auf einen Rost. Darauf nimmt dann das liebe Federvieh Platz und ist nach gut zwölf Minuten durch. Da können die Weber-Brüder einpacken.
Aktuell ist das Gerät zwar nicht im Einsatz, aber eine Vorführung ist jederzeit möglich. Der Herr Erfinder bewirtschaftet sein Restaurant selbst und ist gerne bereit, die Konstruktion im eigenen Garten ganz in der Nähe vorzuführen. Ein Huhn ist zwar gerade nicht bei der Hand, aber eine Demonstration gelingt trotzdem ganz anschaulich. Die Spiegel werden mit ein wenig Handarbeit nach der Sonne ausgerichtet und die Strahlen auf den Grill gelenkt. Nach weniger als einer Minute ist dieser so heiß, dass das darauf gespritzte Wasser sofort zischend verdampft.

Solar Chicken Thailand
Auf die Plätze, fertig, gar!

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Heiße Schokolade
Ein Snack für Fortgeschrittene
Zwillingstürme
Wasser marsch

Donnerstag, 2. März 2023

Kinder, wie die Zeit vergeht

Ich habe hier in Thailand einen Blick in die Zukunft erhaschen können und ich kann beruhigt sagen: Im Alltag ändert sich nicht wirklich viel.
So lange hat der Flug nach Bangkok eigentlich nicht gedauert und trotzdem schreibt man mir nichts dir nichts das Jahr 2566. Zumindest mal in Thailand. Nicht so wie bei Gregor und Julius mit ein paar Tagen Unterschied, sondern gleich mal mit einem amtlichen Aufschlag von 543 Jahren versehen. Genauer gesagt handelt es sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Eintrags um das Jahr 2566 BE, wobei letzteres für "Buddhist Era" steht. Hier bezieht sich der Beginn der Zeitrechnung aber eher auf ein Todes- und nicht wie daheim auf ein Geburtsjahr einer regionalen Berühmtheit.
Glücklicherweise erfordert der Umgang mit Tagen und Monaten keine weiteren mathematischen Kenntnisse. Das Jahr beginnt seit Mitte der 50er ebenfalls am ersten Januar, Mondphasen spielen keine Rolle mehr. Und dank diverser internationaler Gäste aus anderen Kulturkreisen hat sich inzwischen für die Thais eine Parallelwelt bezüglich der Jahreszahl entwickelt. Bei der Buchung von Unterkunft und Transport kann man also fast überall mit den gewohnten Zahlen operieren.

Datumsangabe in Thailand
Schon morgen ist Eröffnung!

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Hier gehen die Uhren anders
Überholen ohne Einzuholen
Zurück in die Zukunft
Einheitsbrei

Mittwoch, 1. März 2023

Wir müssen über Frontscheiben reden

Eine vollständig getönte Windschutzscheibe ist laut deutscher Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt. Die Deutsche Straßenverkehrsordnung gilt in Thailand nicht.
Hier sind am Leihfahrzeug konsequenterweise einfach alle Scheiben getönt. Gut für alle die drinsitzen, weil keiner reingucken kann. Blöd für den Fahrer, weil auch er drinsitzt und während der Dämmerung nicht rausgucken kann. Höhepunkt ist die Fahrt über eine unbeleuchtete Nebenstraße, die gut zwei Kilometer fühlen sich an wie 200. Ab und an kommt ein Fahrzeug entgegen, die Lichter der zu erahnenden Frontscheinwerfer werden dann etwas kleiner. Scheinbar hatte der Entgegenkommende zuvor das Fernlicht angeschaltet und wechselt nun wieder zurück in den Tarnmodus. Das bringt mich auf die Idee, dies selbst mal auszuprobieren. Doch weder ich selbst noch der Beifahrer können einen signifikanten Unterschied zwischen beiden Modi feststellen.
Stellenweise hat es wirklich etwas von Fahren nach Gehör. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die anderen Verkehrsteilnehmer - hierfür wurde wohl der Begriff "Dunkelziffer" erfunden - über ähnlich ausgestattete Autos verfügen. Einziger Trost: Die sehen vermutlich genauso wenig wie ich.

Getönte Scheibe am Auto
Mit und ohne Tönung

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Blindflug
Alles hat ein Ende
Augen auf im Straßenverkehr
Runter kommen sie alle

Montag, 27. Februar 2023

Im Schutze der Dunkelheit

Iff darf die Taffenlampe unter keinen Umftänden fallenlaffen! Ach so, etwas undeutlich ... jetzt sollte es besser gehen, also nochmal. Ich darf die Taschenlampe unter keinen Umständen fallenlassen! Dann bin ich verloren. Ich klettere in einer stockfinsteren Höhle an einer Bambusleiter empor und halte die Leuchte im Mund, damit ich für das Erklimmen beide Hände benutzen kann. Die Stirnlampe habe ich leider vergessen - vor dem Urlaub für dieses Abenteuer zu kaufen. Aber es wird schon irgendwie gehen.
Unter und über mir wie gesagt nichts als Finsternis und Leere, ob und wenn ja wie tief es abwärts geht? Wer kann das schon wissen. Ich befinde mich in der Bat Cave in Railay, diese zeichnet sich durch zwei große Löcher in den Seitenwänden aus, durch die man einen schönen und einen sagenhaften Blick erhaschen kann. Zum schönen schaffts jeder, zum sagenhaften nur die Wenigsten. Denn beim ersten scheint Schluss zu sein und die meisten YouTuber / Facebooker / Instagrammer verkaufen dies als den finalen Aussichtspunkt.

Railay Bat Cave
Schöne Aussicht

Aber wenn man etwas genauer hinschaut, kann man hinter einem unscheinbaren Felsvorsprung das Ende eines Seils entdecken und diesem in eine weitere Kammer folgen. Dort beginnt dann die eigentliche Kraxelei. Entlang weiterer Seile und über insgesamt fünf Leitern führt der Weg. Am Beginn steht ein Hinweisschild: Wenn Sie fehlerhafte Sprossen bemerken, können Sie sich gerne bei der Parkverwaltung melden. Das macht Mut. Fehlerhafte Sprossen kann ich keine entdecken, nur zwei Fehlende. Nicht der Rede wert, muss man halt einen größeren Schritt machen.
Irgendwann sehe ich über mir ein weißes Licht. Dies ist in der Regel gar kein gutes Zeichen, aber diesem Fall bestätigt eine Ausnahme die Regel. Es handelt sich tatsächlich um den zweiten Ausguck. Als ich ihn erreiche, verblüffe ich mit einem freundlichen Gruß zwei Kletterer, die sich an der Außenwand heraufgearbeitet haben. Im Hellen, das kann ja jeder!

Railay Bat Cave
Sagenhafte Aussicht

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Nilathlon
Ich hörte Stimmen
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Höhlentauchen einmal anders

Sonntag, 26. Februar 2023

Molotow-Cocktail

Auf der Jagd nach frischem Treibstoff kann einem manchmal ein Regal voller Whisky-Flaschen wie die letzte Rettung vorkommen. Der eine oder andere Trinker wird da zustimmen, aber auch der eine oder andere Motorradfahrer im ländlichen Thailand. Zumindest dann, wenn die nächste Zapfsäule für den ersehnten Tankvorgang unerreichbar ist und die besagten Flaschen mit Benzin gefüllt am Straßenrand stehen. Was aussieht wie eine Versorgungsstation für den nächsten Bürgerkrieg, dient in Wirklichkeit einfach nur zur Erhaltung der Mobilität. Diverse lokale Gemischtwarenläden haben hierzulande jedenfalls Benzin im Angebot. Abgefüllt in Literflaschen, und dabei nur geringfügig teurer als an der Tanke.
Aufgereiht wie eine Batterie Molotow-Cocktails - nur ohne den Lappen als Zündschnur - stehen sie für jedermann gut sichtbar in einem kleinen Regal am Straßenrand bereit. Einfach anhalten, die gewünschte Anzahl mitteilen und der Tankvorgang wird sofort gestartet. Nachdem die Maschine mit Stoff versorgt ist, wäre eigentlich der Fahrer als nächstes dran. Grundsätzlich aber natürlich keine gute Idee, schon gleich gar nicht bei den steilen und kurvigen Straßen wie hier auf Ko Tao.

Tanken im ländlichen Thailand
Einmal volllaufen lassen

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Boxenstopp
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Parkplatzsuche
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Donnerstag, 23. Februar 2023

Der laufende Meter

In Bangkok müssen Kinder nicht ab einem gewissen Alter, sondern ab einer gewissen Körpergröße für den Transport im Skytrain und der U-Bahn bezahlen. Deswegen heißt ja erwachsen werden eben erWACHSEN werden. 90 Zentimeter sind die magische Grenze, so weist es das Maßband neben den Ticketautomaten aus. (An dieser Stelle muss die Redaktion eine grobe Rundung in der Überschrift zugunsten einer griffigeren Formulierung eingestehen.) Und zum Kindertag legt der Betreiber sogar noch einmal einen halben Meter obendrauf.
Die Rabatttoken gibts jedoch nur am Kassenhäuschen, ob dort im Zweifel nachgemessen wird, ist nicht überliefert. Aus Mangel an Beweisen kann hier jedenfalls niemand davonkommen. Eigentlich ist das ja so auch viel einfacher als mit einem wie auch immer gearteten Altersnachweis. Entweder das Kind passt, oder es passt eben nicht.
Interessanterweise sind aber trotz dieses verlockenden Angebots kaum kurze Menschen in der Bahn zu sehen. Dafür aber umso mehr auf Motorrädern, beispielsweise zwischen Fahrer und Mutter sitzend, beim Vater mit diversem weiteren Stückgut auf dem Schoß oder vor dem Fahrer halb über dem Lenker hängend im Tiefschlaf.

Messlatte neben dem Fahrkartenautomaten des Skytrain in Bangkok
Im Zweifel einfach nachmessen

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Mittwoch, 22. Februar 2023

99-999-9999

Thais sind in der Regel eher abergläubisch. Das erstreckt sich über diverse Bereiche des täglichen Lebens und gerade in der heutigen Zeit wird das tägliche Leben ja zu einem nicht unerheblichen Teil von einem Telefon bestimmt. Wenn nun noch erwähnt wird, dass es gute und nicht so gute Nummern gibt, kann man sich vorstellen, wie das hier mit den Telefonnummern läuft. Kleine Korrektur an dieser Stelle: Kann man nicht.
In einer der unzähligen Malls Bangkoks gibt es diverse Läden, die nichts anderes als Telefonnummern im Angebot haben. Es geht dabei in keinster Weise um ein Guthaben, sondern einzig und allein ums Nummer haben. Die Einstiegspreise bewegen sich bei umgerechnet knapp zwei Euro. Dafür bekommt man eine unspektakuläre Nummer ohne jede Besonderheit. Wie bei fast allen Dingen steigt aber mit dem Anspruch auch der Preis und es gibt fast keine Grenzen nach oben. Sich wiederholende Ziffern oder Zahlenfolgen zum Beispiel sind schon wesentlich teurer. Auch die Ziffer neun ist extrem gefragt. Eigentlich ist die drei die Glückszahl, aber wer dreimal Glück braucht, greift dann lieber zur neun. Die allerbesten Nummern werden sogar versteigert. Anfangsgebote bewegen sich dabei im Bereich eines Kleinwagens, die teuerste bisher verkaufte Nummer erzielte eine Viertelmillion. Euro wohlgemerkt, nicht Baht.
Ich selbst habe sogar eine doppelte neun in meiner Nummer und sehe daher keinerlei Handlungsbedarf. Vielleicht sollte ich sie gegen ein entsprechendes Gebot sogar verkaufen?

Telefonnummern können in Thailand richtig teuer werden
Die beiden oben im Bild kosten jeweils ca. 13.500 Euro

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Falken? Falken!
3310
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Stille Post

Dienstag, 21. Februar 2023

Doppelplus

Während daheim der Doppelwumms vor einiger Zeit sehr öffentlichkeitswirksam propagiert wurde, geht es in Bangkok im entscheidenden Moment dagegen um das Doppelplus. Dies taucht gerne mal recht klein gedruckt und unscheinbar auf und bedeutet wie in solchen Fällen üblich nichts Gutes. Dabei gilt: Je edler und teurer desto Doppelplus.
Jedes Plus, der geneigte Leser ahnt es schon, erhöht für den Gast nämlich nochmal den Preis, der auf manchen Speise- bzw. Getränkekarten gelistet ist. Manchmal trügt der Schein und manchmal auch nicht, wenn eben schon der Endpreis kommuniziert wird. Aber einmal nicht aufgepasst und die Dinge nehmen ihren Lauf. Die ersten zehn Prozent Aufschlag sind für den guten Zweck, eine Mehrwertsteuer gibt es natürlich auch in Thailand. Weitere sieben gehen auf das Konto des eingepreisten Trinkgelds. Wie viel davon beim Personal ankommt, muss an der Stelle leider unbeantwortet bleiben.
Es heißt also Obacht beim Preisvergleich und natürlich auch beim Prognostizieren des finalen Rechnungsbetrags. Wie immer gilt aber, wo ein Plus ist, ist irgendwo auch ein Minus - denn bekanntermaßen ist das Geld ja nicht weg. Es hat halt nur jetzt jemand anderes.

Speisekarte mit Doppelplus in Bangkok
Plus und Plus ergibt Doppelplus

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Reisebericht Bangkok - Alles Wat oder was?
Netter Versuch

Dienstag, 13. März 2012

Kein Schwein interessiert sich für mich

So oder so ähnlich könnte sich das Weiterflugticket beklagen, zumindest habe ich es auf meiner Tour noch bei keiner Passkontrolle vorweisen müssen. Leider behaupten einige Länder trotzdem, dass ein solcher Nachweis erbracht werden muss und leider gehört auch Oman dazu. Das führt nun dazu, dass die Fluggesellschaften aus Angst vor Strafzahlungen bereits beim Einchecken nach dem Weiterflug fragen. Dumm nun, wenn es keinen Weiterflug geben und die Reise per Bus fortgesetzt werden soll. Diese Fahrkarten können nämlich nicht online vorgebucht werden.
Ganz dick kommt es dann für den Reisenden, wenn die Mitarbeiterinnen der Fluggesellschaft bereits gebuchte weitere Flüge (die nur eben nicht im Oman starten) nicht akzeptieren und vor allem eine Stunde brauchen, um das festzustellen. Dann werden aus siebzig Minuten ganz schnell nur noch zehn bis zum Schließen des Check-Ins.
Immerhin wird mir die Empfehlung an die Hand gegeben, doch einfach bei Oman Air nachzufragen. An welchem Schalter auf dem riesigen Flughafen von Bangkok die Kollegen zu finden sind, wird mir leider nicht verraten. Da am Check-In aber auch nur dann jemand sitzt, wenn gerade ein Flug ansteht, schätze ich die Erfolgschancen an der Stelle als eher gering ein. Bleibt nur noch ein Ausweg: Binnen zehn Minuten muss ein ausgedruckter Flugschein aus dem Oman her.
Also geht’s im Laufschritt ins Internetcafé und die letzten Baht werden in Zugang und Ausdruck einer Bestätigung eines flugs reservierten Fluges von Maskat nach Dubai investiert. Zum Glück steht auf dem Ausdruck nicht, dass der Flug bei flydubai.com erstmal nur reserviert aber noch nicht bezahlt ist. Aus unerfindlichen Gründen wird die Reservierung mangels Bezahlung leider verfallen. Ich jedenfalls komme auf den aber wirklich allerletzten Drücker doch noch an meine Bordkarte. Das Ticket interessiert übrigens bei der Stempelbrigade in Maskat niemanden.

Final Call für den Flug nach Mumbai / Indien
Knappe Geschichte

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Ausgangs-Basis
Die Sache mit dem Visum
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Schnitzeljagd durch Buenos Aires

Montag, 12. März 2012

Reisebericht Bangkok
Alles Wat oder was?

Die Transfers von und zum Flughafen und die dringend benötigte Nachtruhe einmal ausgenommen habe ich in Bangkok genau sieben Stunden zur Verfügung gehabt. Das reicht natürlich nur für einen kurzen Eindruck, der Vollständigkeit halber erfolgt an dieser Stelle trotzdem ein Bericht.
Die Stadt macht einen viel besseren (vermutlich nicht nur ersten) Eindruck als die letzte Millionenmetropole auf meinem Weg und liegt für mich innerhalb meiner Südostasienroute ziemlich weit vorn. Die Sehenswürdigkeiten - von denen gibt es hier einige - liegen praktischerweise recht nahe beieinander, so dass es auch mit arg begrenztem Zeitkontingent möglich war, vieles zumindest mal im Vorbeigehen anzuschauen. Leider haben sich einige der zahllosen „Wat“ genannten Tempel unter Baugerüsten versteckt, trotzdem ließ sich die Schönheit der Bauten erahnen. Speziell zum Sonnenuntergang hat sich ein ganz besonderes Licht über die Stadt gelegt und des Nachts ist zugunsten des fotografievernarrten Gastes doch so einiges beleuchtet.
Mein Fazit: Wer gut handeln kann, sich von den diversen Taxifahrern nicht einfangen und von Straßennamen, die auf Stadtplan und Straßenschild nicht immer übereinstimmen, nicht verschrecken lässt, kann in Bangkok eine schöne Zeit erleben. Und das auch mit einem aufgrund des Umtauschs von Resten diverser Währungen recht sportlich kalkulierten Budget.

Buddhafigur in Bangkok / Thailand
Viharn Phranorn, Wat Pho

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