Hier kommen sie, die Bilder von Afrikas Straßen, auf die der eine oder die andere vielleicht schon gewartet hat. Eine durchaus repräsentative Auswahl:
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Donnerstag, 18. Januar 2024
Zulässiges Gesamtgewicht
Labels:
Guinea,
Sierra Leone,
Transport
Standort:
Conakry, Guinea
Dienstag, 16. Januar 2024
Die Vor- und Nachteile eines Zentrallagers
am Beispiel von Guineas größtem Treibstofflager
Hat man ein Zentrallager, weiß man was man wo hat. Damit ist das Ende der Liste mit den wesentlichen Vorteilen erreicht. Kommen wir zum wesentlichen Nachteil: Fliegt dieses Lager in die Luft, hat man zwei Dutzend Tote und ein für neun Tage brennendes Zentrallager. So geschehen vor knapp vier Wochen hier in Guinea. Dann ist guter Rat teuer und das Benzin ebenso. Aber das ist eigentlich auch egal, wenn es einfach nichts davon zu kaufen gibt. In den ersten Tagen nach dem Brand ging buchstäblich gar nichts mehr vorwärts. Nur wer einen kennt, der einen kennt, hat auf mysteriöse Art und Weise etwas bekommen können.
Zurzeit ist die Versorgung immer noch recht überschaubar. Je weiter weg von der Hauptstadt desto schlimmer. Das merkt man bereits vor der Einreise, 50 Kilometer vor der Grenze. Dort befindet sich in Kamakwie die letzte Tankstelle auf Seiten Sierra Leones. Bereits hier ist der Tankwart plötzlich bester Freund, Leute kommen aus weit entfernt liegenden Dörfern, um sich zu bevorraten. Denn in Grenznähe wird das Benzin an motorisierte Guineer weiterveräußert. Diese können den Stoff aktuell im eigenen Land nur in kleinen Mengen bekommen, die Ausgabe ist stark rationiert. Uniformierte kontrollieren Zugang und Abgabemenge, Interessierte werden nur grüppchenweise durch die Absperrung vor der Tankstelle gelassen.
Ansonsten versucht man zu sparen wo es nur geht, ich bin mal auf einem Motorrad bei abgeschaltetem Motor knappe zehn Kilometer bergab gerollt. Zumindest auf die Geräuschkulisse hat das alles also einen positiven Effekt.
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Molotow-Cocktail
Versorgungslücke
Es wird langsam ungemütlich
Gähnende Leere
Zurzeit ist die Versorgung immer noch recht überschaubar. Je weiter weg von der Hauptstadt desto schlimmer. Das merkt man bereits vor der Einreise, 50 Kilometer vor der Grenze. Dort befindet sich in Kamakwie die letzte Tankstelle auf Seiten Sierra Leones. Bereits hier ist der Tankwart plötzlich bester Freund, Leute kommen aus weit entfernt liegenden Dörfern, um sich zu bevorraten. Denn in Grenznähe wird das Benzin an motorisierte Guineer weiterveräußert. Diese können den Stoff aktuell im eigenen Land nur in kleinen Mengen bekommen, die Ausgabe ist stark rationiert. Uniformierte kontrollieren Zugang und Abgabemenge, Interessierte werden nur grüppchenweise durch die Absperrung vor der Tankstelle gelassen.
Ansonsten versucht man zu sparen wo es nur geht, ich bin mal auf einem Motorrad bei abgeschaltetem Motor knappe zehn Kilometer bergab gerollt. Zumindest auf die Geräuschkulisse hat das alles also einen positiven Effekt.
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Molotow-Cocktail
Versorgungslücke
Es wird langsam ungemütlich
Gähnende Leere
Labels:
Engpass,
Guinea,
Sierra Leone
Standort:
Kindia, Guinea
Samstag, 13. Januar 2024
Ausgangs-Basis
Nach sehr zähen Verhandlungen über die Vergütung des kommenden Transfers harre ich der Dinge, die da kommen werden. Mein Motorradfahrer muss sich noch für die Überlandfahrt zur Grenze umziehen. Ich sitze im Schatten vor einem der zahllosen Verkaufsstände für alles Mögliche in Kamakwie, Sierra Leone. Wie so viele vor und so viele nach ihm erkundigt sich ein Herr, wohin ich denn mit all meinem Gepäck will. Nach Guinea.
Da wird er hellhörig, denn wie sich herausstellt ist er Chef der hiesigen Niederlassung der Einwanderungsbehörde und im Übrigen sitzt heute niemand mehr im Grenzhäuschen am anderen Ende der 60 Kilometer langen Holperpiste. Das sei nur von einem Freiwilligen besetzt, der heute schon nach Hause gegangen ist. Die Grenze ist zwar geöffnet, aber aus Sierra Leone ausstempeln lassen kann ich mich nur hier. Zum Glück ist der eigentlich vom Gastgeber vor Ort am Vorabend verpflichtete Fahrer heute Morgen nicht aufgetaucht. Mit ihm wäre ich wohl umsonst zur Grenze gefahren. Das ist etwa eine 9,5 auf der nach oben offenen das-ist-Afrika-Skala.
Aber Afrika ist eben auch, dass der Verantwortliche sich eigentlich etwas zu trinken kaufen wollte, aber stattdessen ohne zu Zögern mit auf das Motorrad steigt. Der Fahrer macht einen kleinen Umweg durch das Dorf und fährt uns zu irgendeinem Haus. Weit und breit ist kein Hinweis auf irgendeine Art von Dienststelle zu finden. Es handelt sich aber tatsächlich um sein Büro, der Offizielle kramt auf der Suche nach dem richtigen Stempel erst einmal diverse Schubladen durch. Den Stempel hat er irgendwann gefunden, fehlt noch die Farbe für das Stempelkissen. Ach, und ob ich einen Stift dabei hätte. Der Freiwillige scheint seinen Job ansonsten ziemlich ernst zu nehmen, jedenfalls hat hier schon lange niemand mehr auch nur irgendetwas gestempelt. Allerdings sieht der Abdruck im Reisepass am Ende doch ganz offiziell aus.
Der Holzverschlag weiter nördlich ist drei Stunden später tatsächlich unterbesetzt, aber alle weiteren Kontrollposten vor und auch die Kollegen nach der Grenze akzeptieren meinen Pass. Willkommen in Guinea!
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Togo or not to go
Gelegenheit macht Visum
Hausmeister Krause
Stempeln gehen
Da wird er hellhörig, denn wie sich herausstellt ist er Chef der hiesigen Niederlassung der Einwanderungsbehörde und im Übrigen sitzt heute niemand mehr im Grenzhäuschen am anderen Ende der 60 Kilometer langen Holperpiste. Das sei nur von einem Freiwilligen besetzt, der heute schon nach Hause gegangen ist. Die Grenze ist zwar geöffnet, aber aus Sierra Leone ausstempeln lassen kann ich mich nur hier. Zum Glück ist der eigentlich vom Gastgeber vor Ort am Vorabend verpflichtete Fahrer heute Morgen nicht aufgetaucht. Mit ihm wäre ich wohl umsonst zur Grenze gefahren. Das ist etwa eine 9,5 auf der nach oben offenen das-ist-Afrika-Skala.
Aber Afrika ist eben auch, dass der Verantwortliche sich eigentlich etwas zu trinken kaufen wollte, aber stattdessen ohne zu Zögern mit auf das Motorrad steigt. Der Fahrer macht einen kleinen Umweg durch das Dorf und fährt uns zu irgendeinem Haus. Weit und breit ist kein Hinweis auf irgendeine Art von Dienststelle zu finden. Es handelt sich aber tatsächlich um sein Büro, der Offizielle kramt auf der Suche nach dem richtigen Stempel erst einmal diverse Schubladen durch. Den Stempel hat er irgendwann gefunden, fehlt noch die Farbe für das Stempelkissen. Ach, und ob ich einen Stift dabei hätte. Der Freiwillige scheint seinen Job ansonsten ziemlich ernst zu nehmen, jedenfalls hat hier schon lange niemand mehr auch nur irgendetwas gestempelt. Allerdings sieht der Abdruck im Reisepass am Ende doch ganz offiziell aus.
Der Holzverschlag weiter nördlich ist drei Stunden später tatsächlich unterbesetzt, aber alle weiteren Kontrollposten vor und auch die Kollegen nach der Grenze akzeptieren meinen Pass. Willkommen in Guinea!
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Togo or not to go
Gelegenheit macht Visum
Hausmeister Krause
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Labels:
Grenze,
Guinea,
Sierra Leone
Standort:
Kamakwie, Sierra Leone
Donnerstag, 11. Januar 2024
Scheinwelt
Vor kurzem hat Sierra Leone seine Währung neu konzipiert und aufgrund der grassierenden Inflation einfach drei Nullen gestrichen. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Das ist leider zu kurz gedacht, erst recht in einem Land, in dem Bargeld die unumstrittene Nummer eins ist.
Der größte Schein hat nun statt 20.000 nur noch einen Nennwert von 20 Leones, umgerechnet aber nach wie vor ungefähr 80 Cent. Daraus ergibt sich am Geldautomaten ein rein mathematisches Problem: Handelsübliche Maschinen verfügen über einen Ausgabeschacht, der maximal 40 Scheine auf einmal durchlässt. Bei einem Durchlauf sind also maximal um die 32 Euro zu erwarten. Wohl dem, der über eine Geldkarte verfügt, die das kostenlose Abheben im Ausland erlaubt. Und einen Geldautomaten erwischt, der tatsächlich so viel auf einmal ausspuckt. Oder überhaupt etwas ausspuckt.
Eine andere Alternative ist natürlich wie überall auf der Welt der Bargeldumtausch. Dafür muss man dann aber wochenlang mit nennenswerten Bargeldbeträgen durch Westafrika reisen. Genau mein Humor. Der Schwarzmarkt auf der Straße gilt hier als das Mittel der Wahl, gleich im ersten Hotel habe ich nach den Jungs gefragt. Dazu die klare Antwort: Geh zur Tankstelle und sie werden dich finden.
Tatsächlich stehen dort ein paar Lokalmatadore mit dem typischsten aller afrikanischen Accessoires herum, einem Rucksack. Für einen Dollar bekommt man etwas mehr als der offizielle Kurs eigentlich hergibt, für einen Euro minimal weniger. Vor allem bekommt man aber: Gewicht. Und Humor haben die Jungs auch. Fragen sie doch tatsächlich, ob ich den Betrag in 20-er Scheinen ausgezahlt haben möchte. Möchte ich, ansonsten bräuchte ich nämlich einen LKW für den Abtransport.
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Währenddessen in Venezuela
Klein aber oho
Krisenzeiten
Nur Bares ist Wahres
Der größte Schein hat nun statt 20.000 nur noch einen Nennwert von 20 Leones, umgerechnet aber nach wie vor ungefähr 80 Cent. Daraus ergibt sich am Geldautomaten ein rein mathematisches Problem: Handelsübliche Maschinen verfügen über einen Ausgabeschacht, der maximal 40 Scheine auf einmal durchlässt. Bei einem Durchlauf sind also maximal um die 32 Euro zu erwarten. Wohl dem, der über eine Geldkarte verfügt, die das kostenlose Abheben im Ausland erlaubt. Und einen Geldautomaten erwischt, der tatsächlich so viel auf einmal ausspuckt. Oder überhaupt etwas ausspuckt.
Eine andere Alternative ist natürlich wie überall auf der Welt der Bargeldumtausch. Dafür muss man dann aber wochenlang mit nennenswerten Bargeldbeträgen durch Westafrika reisen. Genau mein Humor. Der Schwarzmarkt auf der Straße gilt hier als das Mittel der Wahl, gleich im ersten Hotel habe ich nach den Jungs gefragt. Dazu die klare Antwort: Geh zur Tankstelle und sie werden dich finden.
Tatsächlich stehen dort ein paar Lokalmatadore mit dem typischsten aller afrikanischen Accessoires herum, einem Rucksack. Für einen Dollar bekommt man etwas mehr als der offizielle Kurs eigentlich hergibt, für einen Euro minimal weniger. Vor allem bekommt man aber: Gewicht. Und Humor haben die Jungs auch. Fragen sie doch tatsächlich, ob ich den Betrag in 20-er Scheinen ausgezahlt haben möchte. Möchte ich, ansonsten bräuchte ich nämlich einen LKW für den Abtransport.
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Währenddessen in Venezuela
Klein aber oho
Krisenzeiten
Nur Bares ist Wahres
Labels:
Geld,
Sierra Leone
Standort:
Koidu, Sierra Leone
Mittwoch, 10. Januar 2024
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich
Während eines morgendlichen Dschungelspaziergangs haben sich leider unbemerkt ein paar Pflanzenreste in meinen Schuh geschmuggelt. Gemerkt habe ich das erst als es zu spät war, sprich als die Blase schon entstanden war. Unangenehm. Prinzipiell pflege ich mit so etwas einen eher lockeren Umgang, allerdings erinnere ich mich mit Grausen an die letzte ihrer Art, die ich mir hier im Westen Afrikas zugezogen habe. In der Folge habe ich dann insgesamt 15 Stunden in Wartezimmern der heimischen Uniklinik verbracht.
Also versuche ich diesmal rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten, allerdings bin ich etwas unterpflastert. Immerhin verfügt die Stadt Kenema, in der ich mich gerade aufhalte, über fast so viele Apotheken wie Einwohner. Gut 200.000 Menschen nennen die Stadt ihr Zuhause. Die meisten Leute denken, hier ein Pflaster zu bekommen ist also kein Problem. Die meisten Leute irren sich - wir sind schließlich in Sierra Leone. Das was dem klassischen Heftpflaster noch am nächsten kommt, ist Fixierpflaster. Das mag ich so direkt aber nicht auf die offene Wunde kleben. Nachdem ich diverse Shops besucht und mein Anliegen vorgetragen habe, verweist ein Eigentümer auf einen Kollegen. Der hat so etwas.
Hat er natürlich auch bloß nicht, aber er bietet an, die Wunde zu reinigen. Na aber bitte sehr! Ein Desinfektionsmittel aus einer Flasche, wie sie mein Opa noch aus seinem Sanitätsdienst im Zweiten Weltkrieg übrig hatte, tut seinen Dienst. Darauf kommt dann ein wenig Baumwolle und dann kommt das Fixierpflaster zum Einsatz. Morgen hat der Laden zu, aber übermorgen kann ich gerne nochmal vorbeischauen. Aufpassen soll ich auf die Wunde. Versprechen kann ich da in Afrika nichts, aber mal schauen was sich machen lässt.
Natürlich löst sich das Pflaster bei Temperaturen über 30° C und unvermeidlichen Bewegungen zeitnah ab, aber ich bleibe dran und das Teil am Ende auch. Zumindest mal für einen Tag und dann lasse ich Luft ran. Am übernächsten Tag wird die Prozedur wiederholt und darüber hinaus tausche ich noch Bargeld gegen eine ganze Rolle Fixierband ein. Viel hilft viel ist hier das Motto und am Ende hält die Bandage diesmal deutlich länger. Mal schauen, ob sich der Besuch im Krankenhaus diesmal vermeiden lässt.
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Versorgungslücke
Friseurbesuch
Hallo Herr Kaiser
Wo ist das Problem?
Also versuche ich diesmal rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten, allerdings bin ich etwas unterpflastert. Immerhin verfügt die Stadt Kenema, in der ich mich gerade aufhalte, über fast so viele Apotheken wie Einwohner. Gut 200.000 Menschen nennen die Stadt ihr Zuhause. Die meisten Leute denken, hier ein Pflaster zu bekommen ist also kein Problem. Die meisten Leute irren sich - wir sind schließlich in Sierra Leone. Das was dem klassischen Heftpflaster noch am nächsten kommt, ist Fixierpflaster. Das mag ich so direkt aber nicht auf die offene Wunde kleben. Nachdem ich diverse Shops besucht und mein Anliegen vorgetragen habe, verweist ein Eigentümer auf einen Kollegen. Der hat so etwas.
Hat er natürlich auch bloß nicht, aber er bietet an, die Wunde zu reinigen. Na aber bitte sehr! Ein Desinfektionsmittel aus einer Flasche, wie sie mein Opa noch aus seinem Sanitätsdienst im Zweiten Weltkrieg übrig hatte, tut seinen Dienst. Darauf kommt dann ein wenig Baumwolle und dann kommt das Fixierpflaster zum Einsatz. Morgen hat der Laden zu, aber übermorgen kann ich gerne nochmal vorbeischauen. Aufpassen soll ich auf die Wunde. Versprechen kann ich da in Afrika nichts, aber mal schauen was sich machen lässt.
Natürlich löst sich das Pflaster bei Temperaturen über 30° C und unvermeidlichen Bewegungen zeitnah ab, aber ich bleibe dran und das Teil am Ende auch. Zumindest mal für einen Tag und dann lasse ich Luft ran. Am übernächsten Tag wird die Prozedur wiederholt und darüber hinaus tausche ich noch Bargeld gegen eine ganze Rolle Fixierband ein. Viel hilft viel ist hier das Motto und am Ende hält die Bandage diesmal deutlich länger. Mal schauen, ob sich der Besuch im Krankenhaus diesmal vermeiden lässt.
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Versorgungslücke
Friseurbesuch
Hallo Herr Kaiser
Wo ist das Problem?
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Sierra Leone
Standort:
Kenema, Sierra Leone
Dienstag, 9. Januar 2024
Stadionatmosphäre
Seit nunmehr fast drei Tagen dringt aus dem Bretterverschlag gegenüber des Hotels Fußballlärm an meine Ohren. Beinahe ununterbrochen, somit sind ungefähr 80 Prozent meines Jahresbedarfs an Lautstärke gedeckt. Ein überdimensionierter Lautsprecher über dem Eingang zeugt auch optisch von dem, was drinnen vor sich geht. Dazu zeigt eine Tafel neben der Tür das kommende Programm an: Fußball aus England, England, England, England und Spanien. So läuft das außerhalb Deutschlands, lieber FC Bayern München!
Für umgerechnet 16 Cent gönne ich mir einmal FA-Cup. Leider bin ich zum Topspiel verhindert, aber auch Manchester United lockt später am Abend trotz des bescheidenen Saisonverlaufs außer mir doch noch den einen oder anderen in den Saal. Dort stehen stilecht wie früher im Stadion auch Holzbänke. Dazu sind zwei Bildschirme über ungefähr 37 Kabel mit den jeweiligen Empfängern verbunden. Leider ändert das nichts an der Empfangsqualität, die im Laufe des Spiels leider ... immer ... mehr ... abnimmt. Diverse Male kommt die Einblendung, dass wegen schlechten Wetters oder schlechter Verbindung kein Signal empfangen werden kann. In der Halbzeitpause wird das Wetter von jeglichem Verdacht freigesprochen, es herrscht strahlender Sternenhimmel.
Entscheidende Momente werden zum Glück nicht verpasst, zumindest nicht bis zu einem Elfmeter für United. Während der Schütze sich den Ball zurecht legt, erscheint ein formatfüllender QR-Code auf dem Bildschirm. Einmal einscannen bitte, um die Übertragung fortzusetzen. Hektik macht sich breit, leider geht das im komplett unbeleuchteten Kinosaal alles nicht ganz so einfach. Vorübergehend verwandelt sich das Ganze in eine Radioübertragung, aber zur Zeitlupenwiederholung ist das Bild wieder da. Allerdings macht ein Stromausfall wenig später dem Kinoabend endgültig den Garaus. Macht aber nichts, am Spielstand ändert sich in den letzten zehn Minuten nichts mehr.
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Ganz großes Kino
Sportbegeisterung
Blackout
Nachmittags in einem Café
Für umgerechnet 16 Cent gönne ich mir einmal FA-Cup. Leider bin ich zum Topspiel verhindert, aber auch Manchester United lockt später am Abend trotz des bescheidenen Saisonverlaufs außer mir doch noch den einen oder anderen in den Saal. Dort stehen stilecht wie früher im Stadion auch Holzbänke. Dazu sind zwei Bildschirme über ungefähr 37 Kabel mit den jeweiligen Empfängern verbunden. Leider ändert das nichts an der Empfangsqualität, die im Laufe des Spiels leider ... immer ... mehr ... abnimmt. Diverse Male kommt die Einblendung, dass wegen schlechten Wetters oder schlechter Verbindung kein Signal empfangen werden kann. In der Halbzeitpause wird das Wetter von jeglichem Verdacht freigesprochen, es herrscht strahlender Sternenhimmel.
Entscheidende Momente werden zum Glück nicht verpasst, zumindest nicht bis zu einem Elfmeter für United. Während der Schütze sich den Ball zurecht legt, erscheint ein formatfüllender QR-Code auf dem Bildschirm. Einmal einscannen bitte, um die Übertragung fortzusetzen. Hektik macht sich breit, leider geht das im komplett unbeleuchteten Kinosaal alles nicht ganz so einfach. Vorübergehend verwandelt sich das Ganze in eine Radioübertragung, aber zur Zeitlupenwiederholung ist das Bild wieder da. Allerdings macht ein Stromausfall wenig später dem Kinoabend endgültig den Garaus. Macht aber nichts, am Spielstand ändert sich in den letzten zehn Minuten nichts mehr.
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Ganz großes Kino
Sportbegeisterung
Blackout
Nachmittags in einem Café
Labels:
Sierra Leone,
Veranstaltung
Standort:
Kenema, Sierra Leone
Montag, 8. Januar 2024
Nach einer wahren Begebenheit
Sulima, im wahrsten Sinne des Wortes Sierra Leones Endstation am tosenden Atlantik. Es gibt nur einen Grund hierherzukommen und der reimt sich auf Schwellen. Dazu nötig: Viel Sitzfleisch bei der Anreise und die Einhaltung des strengen Protokolls für Gäste.
Zentraler Punkt dabei ist die Vorstellung beim Town Chief, der eine Mischung aus Dorfältestem, Richter und Bürgermeister verkörpert. Dessen bin ich mir durchaus bewusst und suche gleich nachdem ich den Rucksack abgestellt habe, das Haus des Herrn auf. Leider muss ich mit der First Lady Vorlieb nehmen, der Hausherr ist noch anderswo beschäftigt. Hinsichtlich seiner Ankunftszeit besteht leider ein gewisses Informationsdefizit. Mit der Vorstellung ist es aber noch nicht getan, es wird auch noch eine Gebühr fällig, wenn man zum Strand will. Sierra Leones Antwort auf die Kurtaxe und ganz bestimmt hochoffiziell und zum Wohl der Gemeinschaft. Die kann ich bezahlen, wenn ich nachher auf dem Weg zum Strand wieder hier vorbeikomme? OK.
Etwas später, unterwegs zum Ozean, ich kann die Wellen schon hören. Der zweite Versuch. Hier ist das Geld für den Strand und ist der Chief jetzt da? Nein, später nochmal versuchen. Kurz bevor der Ozean dann in Sichtweite kommt, meldet sich noch ein anderer Kollege zu Wort. Die Armee, ein Sicherheitscheck, wir sind nahe an der Grenze. Sorry, meinen Pass habe ich jetzt auf dem Weg zum Strand nicht dabei. Kann ich später nochmal vorbeikommen, ich muss sowieso noch zum Chief? Versprochen? Versprochen.
Nach dem Strandbesuch ist der Chief immer noch nicht da. Aber dafür eine Art Manager, der mir alles nochmal haarklein erklärt. Ich erkläre ihm auch alles haarklein. Ich mache hier Urlaub und möchte mich von Ihrer Waschmaschine namens Ozean mal ordentlich durchschleudern lassen. Zwei Worte im Satz sind ihm unbekannt, natürlich nur falls er "durchschleudern" kennt. Ich erfahre, dass ich mich zusätzlich bei ihm noch im Gästebuch eintragen muss. Dafür bitte den Pass nicht vergessen. Spätestens an der Stelle kommt in mir der Verdacht auf, dass hier nicht allzu viele Gäste auftauchen.
Wo war ich stehengeblieben? Nach dem Strandbesuch also ab in die Unterkunft, Pass geschnappt und zurück. Der Chief ist da! Ich erkläre nochmal alles. Er hat Fragen, ich habe Antworten und alle sind zufrieden. Ich bin willkommen und darf mich erkenntlich zeigen. Wieviel? Wieviel Du willst - die schlimmste Antwort von allen. Nachdem ich ausführlich erklärt habe, warum ich leider nur eine Nacht bleiben kann, zahle ich den Gegenwert einer zweiten Übernachtung. Nun sind wirklich alle zufrieden und mir ist der Spaß die vier Euro wert. Und nicht vergessen, noch zum Manager - der ist aber jetzt nicht da - und zum Soldaten.
Der Soldat freut sich, dass ich mit dem Pass vorbeikomme, schaut sich diesen an und lässt mich meine Daten in eine handgeschriebene Liste eintragen. In den letzten zwei Wochen ist die Liste um ganze zwei Einträge gewachsen. Ich belohne mich und gehe nochmal zum Strand. Danach treffe ich nochmal die First Lady und lasse mir bestätigen, dass der Manager immer noch nicht da ist. Ob ich denn außer dem Strand schon was vom Dorf gesehen habe? Mir fehlt da ehrlich gesagt die Zeit ... Außerdem betone ich nochmal, dass ich morgen früh schon wieder abreise und das mit dem Gästebuch am Ende vielleicht doch nichts mehr wird. Nach Sonnenuntergang bin ich nämlich bei der spärlichen Beleuchtung nicht mehr ganz so einfach als Bleichgesicht auszumachen.
So, mal schauen wer tatsächlich bis hierher gelesen hat. Ich frage das ab!
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Ein Text über Zensur
Verrückt nach Married
Ein Spaziergang durch Hanoi
Nur Bares ist Wahres
Zentraler Punkt dabei ist die Vorstellung beim Town Chief, der eine Mischung aus Dorfältestem, Richter und Bürgermeister verkörpert. Dessen bin ich mir durchaus bewusst und suche gleich nachdem ich den Rucksack abgestellt habe, das Haus des Herrn auf. Leider muss ich mit der First Lady Vorlieb nehmen, der Hausherr ist noch anderswo beschäftigt. Hinsichtlich seiner Ankunftszeit besteht leider ein gewisses Informationsdefizit. Mit der Vorstellung ist es aber noch nicht getan, es wird auch noch eine Gebühr fällig, wenn man zum Strand will. Sierra Leones Antwort auf die Kurtaxe und ganz bestimmt hochoffiziell und zum Wohl der Gemeinschaft. Die kann ich bezahlen, wenn ich nachher auf dem Weg zum Strand wieder hier vorbeikomme? OK.
Etwas später, unterwegs zum Ozean, ich kann die Wellen schon hören. Der zweite Versuch. Hier ist das Geld für den Strand und ist der Chief jetzt da? Nein, später nochmal versuchen. Kurz bevor der Ozean dann in Sichtweite kommt, meldet sich noch ein anderer Kollege zu Wort. Die Armee, ein Sicherheitscheck, wir sind nahe an der Grenze. Sorry, meinen Pass habe ich jetzt auf dem Weg zum Strand nicht dabei. Kann ich später nochmal vorbeikommen, ich muss sowieso noch zum Chief? Versprochen? Versprochen.
Nach dem Strandbesuch ist der Chief immer noch nicht da. Aber dafür eine Art Manager, der mir alles nochmal haarklein erklärt. Ich erkläre ihm auch alles haarklein. Ich mache hier Urlaub und möchte mich von Ihrer Waschmaschine namens Ozean mal ordentlich durchschleudern lassen. Zwei Worte im Satz sind ihm unbekannt, natürlich nur falls er "durchschleudern" kennt. Ich erfahre, dass ich mich zusätzlich bei ihm noch im Gästebuch eintragen muss. Dafür bitte den Pass nicht vergessen. Spätestens an der Stelle kommt in mir der Verdacht auf, dass hier nicht allzu viele Gäste auftauchen.
Wo war ich stehengeblieben? Nach dem Strandbesuch also ab in die Unterkunft, Pass geschnappt und zurück. Der Chief ist da! Ich erkläre nochmal alles. Er hat Fragen, ich habe Antworten und alle sind zufrieden. Ich bin willkommen und darf mich erkenntlich zeigen. Wieviel? Wieviel Du willst - die schlimmste Antwort von allen. Nachdem ich ausführlich erklärt habe, warum ich leider nur eine Nacht bleiben kann, zahle ich den Gegenwert einer zweiten Übernachtung. Nun sind wirklich alle zufrieden und mir ist der Spaß die vier Euro wert. Und nicht vergessen, noch zum Manager - der ist aber jetzt nicht da - und zum Soldaten.
Der Soldat freut sich, dass ich mit dem Pass vorbeikomme, schaut sich diesen an und lässt mich meine Daten in eine handgeschriebene Liste eintragen. In den letzten zwei Wochen ist die Liste um ganze zwei Einträge gewachsen. Ich belohne mich und gehe nochmal zum Strand. Danach treffe ich nochmal die First Lady und lasse mir bestätigen, dass der Manager immer noch nicht da ist. Ob ich denn außer dem Strand schon was vom Dorf gesehen habe? Mir fehlt da ehrlich gesagt die Zeit ... Außerdem betone ich nochmal, dass ich morgen früh schon wieder abreise und das mit dem Gästebuch am Ende vielleicht doch nichts mehr wird. Nach Sonnenuntergang bin ich nämlich bei der spärlichen Beleuchtung nicht mehr ganz so einfach als Bleichgesicht auszumachen.
So, mal schauen wer tatsächlich bis hierher gelesen hat. Ich frage das ab!
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Sulima, Sierra Leone
Sonntag, 7. Januar 2024
Nächster Halt: Atlantik
Dank der aktuell hier vorherrschenden Trockenzeit hat sich am nordwestlichen Ende von Tiwai Island mitten im Dschungel ein Strand ans Tageslicht getraut. Eigentlich handelt es sich um eine Sandbank, aber es ist ja auch orthographisch nicht weit vom Sand zum Strand. Da hier die Rede von einer Insel in einem der längsten Flüsse des Landes ist, bedeutet das aber, dass immer noch ordentlich Kraft im Wasser steckt.
Ab einer gewissen Wassertiefe sowie Entfernung zur Sandbank ist man nur noch Passagier, es fühlt sich an wie in einer Gegenstromanlage. Denn der Fehler beim Versuch gegen die Strömung anzuschwimmen ist der Versuch gegen die Strömung anzuschwimmen. Einmal kurz Vollgas geben führt im besten Fall dazu, dass man keinen weiteren Raumverlust erleidet. Im schlechtesten Fall hat man keine Kraft mehr und findet sich zeitnah in einem anderen Postleitzahlbereich wieder.
Jedenfalls schwimme ich ganz entspannt quer zur Strömung und es macht Spaß, die Landschaft so wie auf einem Fließband an sich vorbeiziehen zu sehen. Irgendwann erreiche ich schließlich ruhigere Gefilde. Ich möchte nicht wissen was hier zur Regenzeit los ist, aber bei Regen gehe ich sowieso nicht ganz so gerne schwimmen.
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Über Stock und Stein
Anfängerkurs
Beach life
Strandnotizen
Ab einer gewissen Wassertiefe sowie Entfernung zur Sandbank ist man nur noch Passagier, es fühlt sich an wie in einer Gegenstromanlage. Denn der Fehler beim Versuch gegen die Strömung anzuschwimmen ist der Versuch gegen die Strömung anzuschwimmen. Einmal kurz Vollgas geben führt im besten Fall dazu, dass man keinen weiteren Raumverlust erleidet. Im schlechtesten Fall hat man keine Kraft mehr und findet sich zeitnah in einem anderen Postleitzahlbereich wieder.
Jedenfalls schwimme ich ganz entspannt quer zur Strömung und es macht Spaß, die Landschaft so wie auf einem Fließband an sich vorbeiziehen zu sehen. Irgendwann erreiche ich schließlich ruhigere Gefilde. Ich möchte nicht wissen was hier zur Regenzeit los ist, aber bei Regen gehe ich sowieso nicht ganz so gerne schwimmen.
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Über Stock und Stein
Anfängerkurs
Beach life
Strandnotizen
Labels:
Natur,
Sierra Leone
Standort:
Tiwai, Sierra Leone
Samstag, 6. Januar 2024
Zum Verwechseln ähnlich
In einem Restaurant in Freetown. Es treten Fragen auf. Entschuldigung, kennen Sie BTS? bekomme ich zu hören. Bayer Technology Services? Wohl kaum ... Ich hake sicherheitshalber nach. Wie bitte? BTS, die K-Pop-Band. Sind sie ein Mitglied der Band?
Kurz spiele ich mit dem Gedanken, das einfach mal zu bestätigen, bin mir aber nicht ganz sicher, was dann passieren würde. Meine 15 Minuten Ruhm hole ich mir lieber bei ein paar Dreikäsehochs im nächsten Dorf. Zurück in der Unterkunft recherchiere ich mal nach der Truppe und muss mit Entsetzen feststellen, dass es für das Werk der Band einen Markt gibt. Außerdem stelle ich fest, dass wir ganz schön viel gemeinsam haben: Zwei Augen und Ohren, je eine Nase und einen Mund. Pro Person, versteht sich. Ansonsten unterscheiden uns aber mindestens mal Heimatkontinent, Frisur, Alter, Anzahl verkaufter Tonträger und nicht zuletzt der Musikgeschmack.
Allerdings muss ich zugeben, dass das nicht immer so ganz einfach ist, wenn man so total fremd aussehende Menschen unterscheiden soll. Möglicherweise habe ich hier im Viertel auch nicht immer alle zweifelsfrei identifizieren können und jemandem versehentlich zwei Mal ein frohes neues Jahr gewünscht. Dies behält dann selbstverständlich auch für das Jahr 2025 seine Gültigkeit. Einmal allerdings lande ich auch einen Volltreffer. Während des routinemäßigen Stromausfalls, also im Stockdunkeln, spricht mich jemand unweit des Hotels wie aus dem nichts an. Und auf Anhieb kann ich einen der Mitarbeiter erkennen und dann entsprechend korrekt reagieren. Ich kann stolz sein, auch wenn ich mit BTS so gar nichts am Hut habe.
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Waschtag
Bis dass der Tod uns scheidet
Unrockbar
Blackout
Kurz spiele ich mit dem Gedanken, das einfach mal zu bestätigen, bin mir aber nicht ganz sicher, was dann passieren würde. Meine 15 Minuten Ruhm hole ich mir lieber bei ein paar Dreikäsehochs im nächsten Dorf. Zurück in der Unterkunft recherchiere ich mal nach der Truppe und muss mit Entsetzen feststellen, dass es für das Werk der Band einen Markt gibt. Außerdem stelle ich fest, dass wir ganz schön viel gemeinsam haben: Zwei Augen und Ohren, je eine Nase und einen Mund. Pro Person, versteht sich. Ansonsten unterscheiden uns aber mindestens mal Heimatkontinent, Frisur, Alter, Anzahl verkaufter Tonträger und nicht zuletzt der Musikgeschmack.
Allerdings muss ich zugeben, dass das nicht immer so ganz einfach ist, wenn man so total fremd aussehende Menschen unterscheiden soll. Möglicherweise habe ich hier im Viertel auch nicht immer alle zweifelsfrei identifizieren können und jemandem versehentlich zwei Mal ein frohes neues Jahr gewünscht. Dies behält dann selbstverständlich auch für das Jahr 2025 seine Gültigkeit. Einmal allerdings lande ich auch einen Volltreffer. Während des routinemäßigen Stromausfalls, also im Stockdunkeln, spricht mich jemand unweit des Hotels wie aus dem nichts an. Und auf Anhieb kann ich einen der Mitarbeiter erkennen und dann entsprechend korrekt reagieren. Ich kann stolz sein, auch wenn ich mit BTS so gar nichts am Hut habe.
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Waschtag
Bis dass der Tod uns scheidet
Unrockbar
Blackout
Labels:
Locals,
Sierra Leone
Standort:
Freetown, Sierra Leone
Donnerstag, 4. Januar 2024
Viel hilft viel
Obacht, es drohen Sachpreise! Es handelt sich hierbei natürlich um das allseits beliebte Gewinnspiel.
Die Frage lautet diesmal: In welcher Art von Etablissement in Freetown habe ich die folgende Aufnahme gemacht:
Lösungsvorschläge - kreative Ideen sind gerne gesehen - wie immer in den Kommentaren hinterlassen. Auch wie immer noch ein sachdienlicher Hinweis: Die Aufnahme ist an einem Freitagabend aufgenommen worden, die Gerätschaften waren in vollem Einsatz. Am anderen Ende des Raumes existiert noch eine weitere solche Installation.
Die Auflösung erfolgt am Ende des Urlaubs.
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Was sonst noch so geschah
Das Wort zum Sonntag
Hairaten
Gewinnspiel
Die Frage lautet diesmal: In welcher Art von Etablissement in Freetown habe ich die folgende Aufnahme gemacht:
Lösungsvorschläge - kreative Ideen sind gerne gesehen - wie immer in den Kommentaren hinterlassen. Auch wie immer noch ein sachdienlicher Hinweis: Die Aufnahme ist an einem Freitagabend aufgenommen worden, die Gerätschaften waren in vollem Einsatz. Am anderen Ende des Raumes existiert noch eine weitere solche Installation.
Die Auflösung erfolgt am Ende des Urlaubs.
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Was sonst noch so geschah
Das Wort zum Sonntag
Hairaten
Gewinnspiel
Labels:
Gewinnspiel,
Sierra Leone
Standort:
Freetown, Sierra Leone
Dienstag, 2. Januar 2024
Ein Tag im Zeichen der Wahrscheinlichkeitsrechnung
Ich bin mit einem Keke unterwegs. Keke, wie es in hier Sierra Leone heißt, oder Tuk Tuk in Thailand. In Deutschland würde es motorisiertes Dreirad zur Beförderung von bis zu vier Personen heißen und so niemals für den Straßenverkehr zugelassen werden. Und es kommt wie es kommen muss, eine Polizeikontrolle kommt auf uns zu. Mit ziemlicher Sicherheit eine Kontrolle der Art halten Sie schon mal das Geld bereit, wir werden mit Sicherheit einen Grund finden. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass man hierbei ohne Strafe davonkommt, kann man sich glücklich schätzen und sollte dringend die nächste Lottoannahmestelle aufsuchen.
Der Fahrer verstrickt sich in heftige Diskussionen, ich kann dem aufgeregten Krio leider nur bedingt folgen. Das Geschehen verlagert sich nach außerhalb des Gefährts, die Stimmen werden hitziger. Doch schließlich steigt er mit einem Grinsen so breit wie von hier bis Nairobi wieder ein und fährt los. Wenig später erfahre ich den Grund: Bemängelt wurde der Zustand eines Reifens, aber er hat doch tatsächlich einen Ersatzreifen präsentieren können. Unglaublich aber wahr: Es war am Ende tatsächlich keine Strafe fällig. Noch unglaublicher: Wenig später gibt es einen lauten Knall und das Gefährt fängt an, leichte Schlangenlinien zu fahren. Ein Reifenplatzer. Allerdings an einem anderen als dem eben vom Offiziellen bemängelten ...
Das Gefährt schleppt sich noch ein paar Meter weiter und am Straßenrand in irgendeinem der Vororte Freetowns steht natürlich jemand mit einem Schraubenschlüssel und einem Ersatzreifen parat. Für den Fahrer macht das finanziell im Vergleich zur Strafe wahrscheinlich keinen großen Unterschied, nur dass er so im Besitz eines neuen Reifens ist.
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Stichwort Polizeikontrolle
Raus mit Applaus (7)
Mitarbeiter des Monats
Personennahverkehr
Der Fahrer verstrickt sich in heftige Diskussionen, ich kann dem aufgeregten Krio leider nur bedingt folgen. Das Geschehen verlagert sich nach außerhalb des Gefährts, die Stimmen werden hitziger. Doch schließlich steigt er mit einem Grinsen so breit wie von hier bis Nairobi wieder ein und fährt los. Wenig später erfahre ich den Grund: Bemängelt wurde der Zustand eines Reifens, aber er hat doch tatsächlich einen Ersatzreifen präsentieren können. Unglaublich aber wahr: Es war am Ende tatsächlich keine Strafe fällig. Noch unglaublicher: Wenig später gibt es einen lauten Knall und das Gefährt fängt an, leichte Schlangenlinien zu fahren. Ein Reifenplatzer. Allerdings an einem anderen als dem eben vom Offiziellen bemängelten ...
Das Gefährt schleppt sich noch ein paar Meter weiter und am Straßenrand in irgendeinem der Vororte Freetowns steht natürlich jemand mit einem Schraubenschlüssel und einem Ersatzreifen parat. Für den Fahrer macht das finanziell im Vergleich zur Strafe wahrscheinlich keinen großen Unterschied, nur dass er so im Besitz eines neuen Reifens ist.
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Stichwort Polizeikontrolle
Raus mit Applaus (7)
Mitarbeiter des Monats
Personennahverkehr
Labels:
Sierra Leone,
Transport
Standort:
Freetown, Sierra Leone
Montag, 1. Januar 2024
Raus mit Applaus (7)
Diesmal wie erwartet ohne Feuerwerk. Das Einzige was ich in der Richtung beobachten konnte, waren vielleicht auch nur zwei Schuss aus einer Leuchtpistole, abgegeben von jemandem auf einem in Seenot geratenen Boot. Die meisten Leute haben hier einfach andere Sorgen.
Zum Beispiel den Spießrutenlauf auf dem Heimweg. Die Sicherheitsorgane halten nämlich Neujahr früh um 00:15 für den besten Zeitpunkt,das mickrige Gehalt aufzubessern Verkehrskontrollen durchzuführen bzw. die legale Einreise von Ortsfremden zu überprüfen. Das scheint tatsächlich ein guter Zeitpunkt zu sein, denn alle Strandbars leeren sich kurz nach Mitternacht schlagartig.
Ich gehe mit einer Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage nach Hause, denn ich habe selbstverständlich zum Jahreswechsel keine Originaldokumente am Mann. Leider gerate ich in einen Check, bei der eine echte Autorität beteiligt ist. Das lässt sich eigentlich prima an den Uniformen erkennen, ganz in blau - wichtig, Tarnfleck Marke grün - nett aber heute nicht im Einsatz und Tarnfleck Marke grau - das ist sozusagen das Clownskostüm. Der Blaue ist ganz weltgewandt, spricht mehrere Sprachen und besteht sogar meinen Portugiesisch-Test. Kann man nix machen. Er hat aber keine Lust, mir das Polizeirevier zu zeigen, ich soll doch seinen Jungs einfach was geben und die Sache wäre erledigt. Nach tagesaktuellem Wechselkurs umgerechnet 3,97 Euro schlägt er vor. Etwa für jeden der drei? Nein, nein, für alle zusammen. Während ich das so schreibe, bin ich mir gar nicht mehr sicher ob das überhaupt als Niederlage zu zählen ist ...
Gewonnen habe ich jedenfalls bei einem weiteren Blaugekleideten, einfach durch Wechsel der Straßenseite. Ein Clown hat mich ganz schamlos angebettelt und ich habe dankend abgelehnt. Drei weiteren Clowns habe ich ein frohes neues Jahr gewünscht und sie haben mir ein "Halt, stehen bleiben" hinterhergerufen, waren dann aber doch zu faul aufzustehen, als ich einfach weitergelaufen bin.
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Raus mit Applaus (9)
Stichwort Polizeikontrolle
Raus mit Applaus (4)
Fehlpass
Zum Beispiel den Spießrutenlauf auf dem Heimweg. Die Sicherheitsorgane halten nämlich Neujahr früh um 00:15 für den besten Zeitpunkt,
Ich gehe mit einer Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage nach Hause, denn ich habe selbstverständlich zum Jahreswechsel keine Originaldokumente am Mann. Leider gerate ich in einen Check, bei der eine echte Autorität beteiligt ist. Das lässt sich eigentlich prima an den Uniformen erkennen, ganz in blau - wichtig, Tarnfleck Marke grün - nett aber heute nicht im Einsatz und Tarnfleck Marke grau - das ist sozusagen das Clownskostüm. Der Blaue ist ganz weltgewandt, spricht mehrere Sprachen und besteht sogar meinen Portugiesisch-Test. Kann man nix machen. Er hat aber keine Lust, mir das Polizeirevier zu zeigen, ich soll doch seinen Jungs einfach was geben und die Sache wäre erledigt. Nach tagesaktuellem Wechselkurs umgerechnet 3,97 Euro schlägt er vor. Etwa für jeden der drei? Nein, nein, für alle zusammen. Während ich das so schreibe, bin ich mir gar nicht mehr sicher ob das überhaupt als Niederlage zu zählen ist ...
Gewonnen habe ich jedenfalls bei einem weiteren Blaugekleideten, einfach durch Wechsel der Straßenseite. Ein Clown hat mich ganz schamlos angebettelt und ich habe dankend abgelehnt. Drei weiteren Clowns habe ich ein frohes neues Jahr gewünscht und sie haben mir ein "Halt, stehen bleiben" hinterhergerufen, waren dann aber doch zu faul aufzustehen, als ich einfach weitergelaufen bin.
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Raus mit Applaus (9)
Stichwort Polizeikontrolle
Raus mit Applaus (4)
Fehlpass
Labels:
Feiertag,
Sierra Leone
Standort:
Freetown, Sierra Leone
Sonntag, 31. Dezember 2023
Was macht eigentlich Jean-Luc Picard?
Einfach immer "Energie!" sagen und alles wird gut ...
Irgendwo auf der Welt ist immer Stromausfall. Irgendwo auf der Welt ist ziemlich häufig in Sierra Leone. Wohl dem, der wie auf Tasso Island Solarenergie und Batterien nutzt. Ansonsten ist gerne mal mitten im Satz ganz humorlos die Stromversorgung und somit natürlich auch das WLAN-Signal einfach unterbro
...
...
In Freetown passiert das in (un)schöner Regelmäßigkeit, nach kurzer Zeit ist zum Glück meist ein Generator angeschmissen. Im Restaurant zum Beispiel brennt dann nur noch ein Notlicht, aber beide Fernseher sind noch an, es läuft schließlich die englische Premier League. Die Taschenlampe wird dann zum unverzichtbaren Accessoire, auf dem Heimweg drohen ansonsten jede Menge Stolperfallen und/oder Bekanntschaft mit der offenen, nennen wir es mal Kanalisation.
Für einen Großteil der Bevölkerung leider Alltag und irgendwie auch kein Wunder, wenn ungefähr 80 Prozent der benötigten Energie von einem Kraftwerksschiff produziert werden. Das gerne auch mal den Strom abstellt, wenn die Rechnung - ausgestellt in Dollar - nicht bezahlt werden kann, weil die Endverbraucher in Leones bezahlen. Der Beziehungsstatus zwischen Leones und Dollar ist im besten Fall als kompliziert zu beschreiben.
Somit sind einstweilen kreative Lösungen gefragt, leider aktuell in noch zu kleinem Maßstab. Auf Tasso Island zum Beispiel habe ich ganz praktische Radios mit integrierter Taschenlampe gesehen. Und zwar mitten auf dem Weg durch das Dorf liegend. Schließlich lädt die Sonne gerade dank der Solarzellen auf der Oberseite die Batterien voll auf.
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Außenkabine
Versorgungslücke
Licht aus - Spot an
Blackout
Irgendwo auf der Welt ist immer Stromausfall. Irgendwo auf der Welt ist ziemlich häufig in Sierra Leone. Wohl dem, der wie auf Tasso Island Solarenergie und Batterien nutzt. Ansonsten ist gerne mal mitten im Satz ganz humorlos die Stromversorgung und somit natürlich auch das WLAN-Signal einfach unterbro
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In Freetown passiert das in (un)schöner Regelmäßigkeit, nach kurzer Zeit ist zum Glück meist ein Generator angeschmissen. Im Restaurant zum Beispiel brennt dann nur noch ein Notlicht, aber beide Fernseher sind noch an, es läuft schließlich die englische Premier League. Die Taschenlampe wird dann zum unverzichtbaren Accessoire, auf dem Heimweg drohen ansonsten jede Menge Stolperfallen und/oder Bekanntschaft mit der offenen, nennen wir es mal Kanalisation.
Für einen Großteil der Bevölkerung leider Alltag und irgendwie auch kein Wunder, wenn ungefähr 80 Prozent der benötigten Energie von einem Kraftwerksschiff produziert werden. Das gerne auch mal den Strom abstellt, wenn die Rechnung - ausgestellt in Dollar - nicht bezahlt werden kann, weil die Endverbraucher in Leones bezahlen. Der Beziehungsstatus zwischen Leones und Dollar ist im besten Fall als kompliziert zu beschreiben.
Somit sind einstweilen kreative Lösungen gefragt, leider aktuell in noch zu kleinem Maßstab. Auf Tasso Island zum Beispiel habe ich ganz praktische Radios mit integrierter Taschenlampe gesehen. Und zwar mitten auf dem Weg durch das Dorf liegend. Schließlich lädt die Sonne gerade dank der Solarzellen auf der Oberseite die Batterien voll auf.
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Außenkabine
Versorgungslücke
Licht aus - Spot an
Blackout
Labels:
Engpass,
Sierra Leone
Standort:
Freetown, Sierra Leone
Freitag, 29. Dezember 2023
Unter Beschuss
Rumms. Kurze Pause. Rumms. Und gleich nochmal. Rumms. Es knallt hier und zwar ordentlich. Da in Sierra Leone die öffentliche Ruhe nach dem letzten Putschversuch wiederhergestellt ist, begebe ich mich relativ gefahrlos auf die Suche nach der Ursache für den Lärm.
Wie sich zeitnah ermitteln lässt, befindet sich der Verursacher direkt über dem Wellblechdach meiner Hütte. Es handelt sich um einen Ebenholzbaum. In der Ahnengalerie finden sich vermutlich Kirsche (Größe), Apfel (Härte) und Avocado (Farbe) wieder. Rumms. Dass dreimal lecker in Kombination nicht unbedingt superlecker ergibt, versichern mir die Locals glaubhaft - die Früchte gelten als ungenießbar. Zumindest mal für den Menschen, die ortsansässigen Ziegen sehen das anders. Aber das Holz ist wohl ganz gut zu gebrauchen, Termiten jedenfalls scheints auch nicht zu schmecken. Rumms.
Scheinbar wie aus Rache schmeißt der Verschmähte nun mit seinen Früchten um sich und da die Gravitation auch in Afrika gilt, landen alle Knallkörper direkt auf dem Dach meiner Hütte. Rumms. Ich habe es mit zurückwerfen probiert, aber bevor das Ganze in einer Materialschlacht mündet, gebe ich auf. Wirklich erstaunlich, wie viele Früchte so ein Baum trägt. Rumms. Zum Glück hat das ganze aber keinen negativen Einfluss auf die Nachtruhe. Entweder macht der Baum irgendwann Feierabend, oder es liegt doch an dem eher unbequemen und kurzen Schlaf auf dem Nachtflug hierher.
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Hupkonzert
Für Elise
Stress in Lençóis
Abenteuer Urlaub
Wie sich zeitnah ermitteln lässt, befindet sich der Verursacher direkt über dem Wellblechdach meiner Hütte. Es handelt sich um einen Ebenholzbaum. In der Ahnengalerie finden sich vermutlich Kirsche (Größe), Apfel (Härte) und Avocado (Farbe) wieder. Rumms. Dass dreimal lecker in Kombination nicht unbedingt superlecker ergibt, versichern mir die Locals glaubhaft - die Früchte gelten als ungenießbar. Zumindest mal für den Menschen, die ortsansässigen Ziegen sehen das anders. Aber das Holz ist wohl ganz gut zu gebrauchen, Termiten jedenfalls scheints auch nicht zu schmecken. Rumms.
Scheinbar wie aus Rache schmeißt der Verschmähte nun mit seinen Früchten um sich und da die Gravitation auch in Afrika gilt, landen alle Knallkörper direkt auf dem Dach meiner Hütte. Rumms. Ich habe es mit zurückwerfen probiert, aber bevor das Ganze in einer Materialschlacht mündet, gebe ich auf. Wirklich erstaunlich, wie viele Früchte so ein Baum trägt. Rumms. Zum Glück hat das ganze aber keinen negativen Einfluss auf die Nachtruhe. Entweder macht der Baum irgendwann Feierabend, oder es liegt doch an dem eher unbequemen und kurzen Schlaf auf dem Nachtflug hierher.
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Hupkonzert
Für Elise
Stress in Lençóis
Abenteuer Urlaub
Labels:
Natur,
Sierra Leone
Standort:
Tasso Island, Sierra Leone
Donnerstag, 28. Dezember 2023
Sierra Leones Nationalgetränk
In einem kleinen Dorf auf Tasso Island, im Gespräch mit Locals. Es stellt sich die Frage, ob ich wisse was Palmwein ist. Weiß ich, habe ich noch nie probiert und ja, das würde ich gern ändern.
Der oberste Grundsatz bei diesem Getränk ist, je frischer desto leckerer. Zwar knallt das Zeug aufgrund der natürlichen Fermentierung mit zunehmender Lebensdauer immer mehr, aber diesmal geht es um den Geschmack. Wie es der Zufall so will hat mein Gesprächspartner Zugriff auf eine der Produktionsstätten gleich in der Nähe der Unterkunft, und am Nachmittag wird er die Ernte einfahren - ich darf gerne mitkommen.
Kurz nach zwei, nachdem ich der Hängematte vor meiner Hütte unfallfrei entkommen bin, folge ich ihm auf einem Trampelpfad zum Nachbardorf. Er geht mit einer Machete und einem leeren Kanister bewaffnet voran. Irgendwann stoppen wir an einer Palme, an deren oberem Ende bereits ein halbvoller Kanister baumelt. Mit Hilfe eines Gurtgestells wird der Baum bezwungen, erklettert werden auf diese Art und Weise ungefähr zehn Meter. Das sind ziemlich genau zehn mehr, als ich so erklettern könnte. Oben angekommen wird der Palme mit der Machete eine neue Wunde zugefügt und der leere Kanister daran angeschlossen. Der bisher genutzte Zapfhahn wird mit einem dünnen Keil verschlossen, hier ist scheinbar später nochmal was zu holen. Für den Moment reicht aber der halbvolle Kanister, der wenig später samt Besitzer wohlbehalten auf dem Boden ankommt.
Kurz darauf finde ich mich in der Hängematte am Strand wieder - in der Hand ein Glas, gefüllt mit einer halbdurchsichtigen Flüssigkeit. Geschmacklich logischerweise nah am Kokoswasser, aber einen halben Tag nach Verlassen der natürlichen Umgebung eben doch ein wenig säuerlicher. Aber unter dem Strich alles andere als unlecker und auch ziemlich erfrischend. In den Genuss der etwas gereifteren Version werde ich hoffentlich später noch kommen.
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Handgepäck
Lobbyarbeit
Trinke lieber ungewöhnlich
Markenware zum kleinen Preis
Der oberste Grundsatz bei diesem Getränk ist, je frischer desto leckerer. Zwar knallt das Zeug aufgrund der natürlichen Fermentierung mit zunehmender Lebensdauer immer mehr, aber diesmal geht es um den Geschmack. Wie es der Zufall so will hat mein Gesprächspartner Zugriff auf eine der Produktionsstätten gleich in der Nähe der Unterkunft, und am Nachmittag wird er die Ernte einfahren - ich darf gerne mitkommen.
Kurz nach zwei, nachdem ich der Hängematte vor meiner Hütte unfallfrei entkommen bin, folge ich ihm auf einem Trampelpfad zum Nachbardorf. Er geht mit einer Machete und einem leeren Kanister bewaffnet voran. Irgendwann stoppen wir an einer Palme, an deren oberem Ende bereits ein halbvoller Kanister baumelt. Mit Hilfe eines Gurtgestells wird der Baum bezwungen, erklettert werden auf diese Art und Weise ungefähr zehn Meter. Das sind ziemlich genau zehn mehr, als ich so erklettern könnte. Oben angekommen wird der Palme mit der Machete eine neue Wunde zugefügt und der leere Kanister daran angeschlossen. Der bisher genutzte Zapfhahn wird mit einem dünnen Keil verschlossen, hier ist scheinbar später nochmal was zu holen. Für den Moment reicht aber der halbvolle Kanister, der wenig später samt Besitzer wohlbehalten auf dem Boden ankommt.
Kurz darauf finde ich mich in der Hängematte am Strand wieder - in der Hand ein Glas, gefüllt mit einer halbdurchsichtigen Flüssigkeit. Geschmacklich logischerweise nah am Kokoswasser, aber einen halben Tag nach Verlassen der natürlichen Umgebung eben doch ein wenig säuerlicher. Aber unter dem Strich alles andere als unlecker und auch ziemlich erfrischend. In den Genuss der etwas gereifteren Version werde ich hoffentlich später noch kommen.
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Handgepäck
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Trinke lieber ungewöhnlich
Markenware zum kleinen Preis
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