In Afrika läuft ohne Motorräder gar nichts. Schätzungsweise rund eine Million dieser Fahrzeuge gibt es allein in Ghana. Alles Erdenkliche wird damit transportiert von der kompletten Familie bis zur kompletten Ernte. Gerne auch mal der Verfasser dieses Berichts und hier in Accra natürlich auch Essen im Auftrag der unvermeidlichen Lieferdienste. Das Problem beginnt allerdings, wenn Menschen außerhalb der Öffnungszeiten von Tankstellen Hunger haben. Nicht weil das Essen von der Tanke kommt, sondern weil hier niemand grundlos volle Tanks spazieren fährt und stattdessen immer nur in die nächste Fahrt investiert wird.
An der Stelle kommt ein findiger Norweger ins Spiel, der hier ein Start-Up gegründet hat, welches sich genau diesem Problem widmet und dabei gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt. Zum einen setzt er auf Elektrofahrzeuge, auf lange Sicht auf jeden Fall eine kluge Investition. Die Zukunftsaussichten für Verbrenner sind schließlich vergleichbar mit denen für einen Dodo. Günstig werden die Mobile in Ghana entwickelt, gebaut und Dank kundenfreundlicher Kredite an den Verkehrsteilnehmer gebracht.
Das Beste kommt aber noch: Tankstellen für diese Gefährte sind im Stadtgebiet von Accra verstreut, mit Solarzellen bedacht und haben rund um die Uhr geöffnet. Es wird aber kein Essen aufgrund eines langen Ladevorgangs kalt, man lädt hier nämlich keinen Strom in die Batterien, sondern tauscht die Batterien einfach komplett aus. Zwei leere sind im Handumdrehen aus- und zwei vollgeladene eingebaut. Alles in allem dauert der Stopp laut gut unterrichteter Kreise nur rund eine halbe Minute. Das ist nur unwesentlich länger als einer bei den Profis beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Apps, Plastikkarten oder einen Tankwart braucht es nicht, ein einmal registrierter Akku wird von der Station erkannt, abgemeldet und das Ersatzgerät zugewiesen. So einfach kann das sein. Und im Ernstfall lassen sich mit diesen Batterien auch Elektrowerkzeuge betreiben oder die Zeit bis zum Ende des nächsten Stromausfalls überbrücken.
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