Außer das Päckchen, in meinem Falle mein großer Reiserucksack, taucht nicht auf dem Gepäckband auf. Nicht nach fünf, nicht nach zehn und auch nicht nach zwanzig Minuten. Dann stoppt das Band abrupt. Mist, von Gepäckverlust bin ich immer total gerne nicht betroffen, aber zumindest der Anfangsverdacht steht hier mal im Raum. War es das? Ja, das war alles. Das ist jetzt nicht so optimal, auch wenn es schlimmer kommen könnte. Immerhin reise ich nicht sofort weiter, sondern bleibe ein paar Tage in der Stadt, die sich um den Flughafen herum entwickelt hat.
Diverse andere Passagiere stehen ebenfalls ratlos in der Gegend herum. Ob das jetzt ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, weiß ich nicht. In Südafrika ist mein Hab und Gut mal samt diverser anderer Dinge in einem anderthalb Tonnen schweren Gepäckcontainer am Ausgangsflughafen vergessen worden. Die Airline hat das dann später zwar ins Haus geliefert, aber auch das wäre hier nur bedingt hilfreich - meine aktuelle Unterkunft hat nämlich keine Rezeption. Und ich habe keine Lust, den ganzen Tag in der Unterkunft zu warten, auch in Ghana gilt nämlich die West African International Time. Wer die Anfangsbuchstaben aneinanderreiht und einigermaßen des Englischen mächtig ist, der weiß Bescheid.
Inzwischen hat sich ein Offizieller zu uns gesellt. Um was für Gepäckstücke es sich denn handelt? Einen Rucksack. Der war nicht auf dem Band? Nein, und auch kein anderer Rucksack. Eigentlich habe ich ausschließlich Koffer im Kreis fahren gesehen. Ist das vielleicht Sperrgepäck? Auf keinen Fall. Sportausrüstung? Nur im wirklich allerweitesten Sinne. Zählt eine Hose, die ich vielleicht beim Besuch eines Boxkampfes anziehen werde, als Sportausrüstung? Jedenfalls wird so etwas immer per Hand durch einen separaten Eingang in die Halle gefahren. Dort zum Beispiel, ist der Rucksack da dabei? Nein. War es das? Ja, das war alles. Als ich mir schon überlege, ob ich für die paar Tage wirklich unbedingt Wechselklamotten und eine Waschtasche brauche, öffnet sich die Seitentür noch einmal und ein eifriger Mitarbeiter schiebt ein paar Sporttaschen und meinen Rucksack auf einem Gepäckwagen herein. Mit der Erkenntnis, dass also meine Hose, die ich vielleicht beim Besuch eines Boxkampfes anziehen werde, als Sportausrüstung zählt, verlasse ich den Ort des Geschehens.
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