Freitag, 16. Januar 2026

Togo or not to go

Rückblende: Mitte November, ich bin noch zuhause. Es geht nach Westafrika, es geht um Visa. Ghana gilt als kompliziert, unzählige Informationen werden abgefragt, vor allem aber, weil die Kollegen in der Botschaft den Pass im Original benötigen. Diesen dorthin zu bekommen geht natürlich nur per Post oder per sönlich, was also schon allein deshalb maximal unschön ist. Am Ende aber habe ich das Reisedokument samt Aufkleber wohlbehalten zurückbekommen.
Das Visum für Togo gilt eigentlich als einfacher, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Alles geht online zu erledigen, die Webseite lässt sich ins Franglische, das heißt vom Französischen zumindest mal zur Hälfte ins Englische übersetzen. Gutes Personal ist schwer zu bekommen. Egal, irgendwie manövriert man sich durch, füllt alle Pflichtfelder in englischer Sprache aus. Man macht die obligatorische, natürlich stornierbare Reservierung in einem viel zu teuren Hotel, lädt Kopien von Impf- und Reisepass hoch und drückt auf Beantragen. Beinahe postwendend kommt eine E-Mail mit der Info, dass das so nicht geht, weil die Angaben zur Unterkunft und die eingegebene Berufsbezeichnung falsch sind. Außerdem fehlt die Angabe in einem optionalen Feld. Für eine Diskussion über die Bedeutung des Wortes optional ist mein Französisch nicht ausreichend, aber inhaltlich kann ich an der Stelle weiterhelfen.
OK, zweiter Versuch: Optionale Angabe gemacht, eine geringfügig umformulierte Berufsbezeichnung eingegeben und statt der deutschsprachigen eine englische Bestätigung hochgeladen. Jetzt aber ... dann doch noch nicht, das Ergebnis bleibt dasselbe. Die Reservierung ist noch nicht storniert und einen Jobwechsel bekomme ich in der Kürze der Zeit wahrscheinlich auch nicht sauber über die Bühne. Auf der Webseite wird eine Chatfunktion angeboten, ich werde auch sofort begrüßt. Meine Vorgangsnummer und mein Problem gebe ich an und es passiert ... nichts.
Ich will mal nicht so sein und übersetze in einem letzten Versuch meine Jobbezeichnung ins Französische und lade die Bestätigung in französischer Sprache hoch. Kurz darauf ändert sich der Status des Antrags auf der Webseite in die richtige Richtung. Dann erhalte ich noch zwei Mails. Zuerst eine mit meinem Visum und etwas später eine von meinem Chatpartner, der mir mitteilt, dass ich die Jobbezeichnung und die Buchungsbestätigung angeben muss. Das schiebe ich auf entweder einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum oder die etwas spezielle Arbeitsweise in afrikanischen Behörden.
Schnitt, ungefähr acht Wochen später. Ich sitze in Lomé, Togo und schreibe diesen Text.

Willkommen in Togo
Also doch!

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