Abendessen im Halbdunkel, es gibt Banku - Klöße aus Mais- und Maniokmehl, dazu Soße und ein paar Teile eines Perlhuhns. Auf dem Tisch finden sich außerdem ein Getränk, eine Schüssel, eine Kanne mit Wasser und Flüssigseife. Auf den ersten Blick vermissen erfahrene Abendesser vielleicht das Besteck, auf den zweiten auch. Ich möchte lösen: Banku isst man mit der Hand. Die Mahlzeit will also verdient werden.
Das Händewaschen erfolgt an Ort und Stelle. Zuerst gießt man mit der linken Hand Wasser über die rechte, welche sich dann quasi selbst wäscht. Wie heißt es so schön: Wo Deine Hände gewesen sind weißt Du selbst - wo das Besteck war, nicht. Und die Hände wäschst Du im Gegensatz zum Besteck selbst. Danach ist es ein bisschen wie beim Autofahren mit Automatik: Links hat Pause. Die linke Hand gilt als unrein und kommt hier öfter bei Geschäften zum Einsatz, die weit nach der Mahlzeit mit dieser zu tun haben. Die rechte Hand nimmt ein wenig vom Kloß, und stellt als erstes fest, dass der Teig noch ziemlich heiß ist. Sehr heiß sogar - also leider nichts gewonnen, kurze Zeit später gleich nochmal probieren. Man formt die Beute zu einer Art Löffel und sammelt damit die Soße ein. Oder tunkt das Teil einfach in die Soße. Zwischendurch angelt man sich ein Stück Fleisch und nagt die Knochen ab. Wenn das Essen dann verinnerlicht ist, folgt natürlich nochmal Händewaschen und fertig.
Wie überall im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister. Auch in diesem Fall klappt es beim zweiten Mal schon viel besser, außerdem liefern Locals jede Menge Anschauungsunterricht. Aber egal wie, Hauptsache es schmeckt am Ende. Und die größte Herausforderung war für mich tatsächlich, mir mit einer Hand die Hand zu waschen.
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2 Kommentare:
Mit einer Hand die Hand waschen übe ich aktuell auch wieder... die Billardverletzung hat nach intensivem darten wieder vorbeigeschaut.
Extremsportarten sind scheinbar nichts für Dich.
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