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Montag, 2. Mai 2022

Fehlinvestition deluxe

Kann man schon mal machen. Zig Millionen in ein abgelegenes Luxushotel investieren, um es am Ende gar nicht erst zu eröffnen, weil es zu abgelegen ist. So geschehen in Djiromait im Senegal. Damals waren die Straßen wohl so schlecht und die Anreise so beschwerlich, dass die VIPs dankend abgewunken haben. Dazu kam der eine oder andere Konflikt zwischen lokalen Rebellengruppen und der Regierung in Dakar.
Ungefähr 40 Jahre später sind die Probleme inzwischen nicht mehr der Rede wert (die Straßen sind asphaltiert und die Rebellen einstweilen beruhigt), aber der Zahn der Zeit nagt natürlich auch an dieser Installation. Freut sich halt jemand anderes.
Vögel, Katzen und Ziegen gehören unter anderem zu den mehr oder weniger regelmäßig einkehrenden Gästen. Kurz nach mir passiert eine Kuh das Eingangstor. Auch wenn die Tiere noch nicht ganz stubenrein sind, wenn ich die Spuren auf dem Gelände richtig interpretiert habe. Die Toiletten sind jedenfalls unbenutzt dem Verfall preisgegeben. Trotzdem ist hier für jeden was dabei, die einen schießen Fotos und die anderen etwas zu fressen. Irgendwann trifft man sich unter dem Cashewbaum gleich neben dem Eingang wieder. Ich ernte die Früchte, verwerte einen Großteil davon und die Ziegen kümmern sich dankbar um die Reste.

Complexe Hotelier Djiromait
Nur noch ein Schatten seiner selbst

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Mittwoch, 16. Januar 2019

Full House

Das Erste, das einem beim Stichwort Malediven in den Sinn kommt, ist natürlich eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt. Auf der Hauptinsel Malè haben es sich pro Quadratkilometer über 23.000 Menschen mehr oder weniger bequem gemacht. Das sind mehr als zum Beispiel in Paris, Monaco oder Kairo.
Noch dichter geht kaum, noch höher auch nicht. Die Insel auf Korallenbasis ist einfach nicht stabil genug für echte Hochhäuser, daher wird eng an eng gebaut. Die Bautätigkeit erinnert stark an Dubai, die Methoden auch. Landgewinnung ist hier das Stichwort, bereits für den internationalen Flughafen hat man vor Jahren eine künstliche Insel aus dem Meeresboden gestampft. Diese ist inzwischen dank chinesischer Finanzhilfen per Brücke mit der Hauptinsel verbunden und wird ebenfalls weiter ausgebaut.
Das klingt alles nach rosigen Zukunftsaussichten, wäre da nicht ein Problem. Die erste Welt wird den Malediven sicher nicht den Gefallen tun und den Anstieg des Meeresspiegels entscheidend verzögern. Schöne Urlaubsziele gibt es schließlich noch andere. Und wenn der höchste Punkt des Landes nur knapp drei Meter über null liegt, wird es in dieser Angelegenheit bald ziemlich eng. Auch aus diesem Grund wird fleißig weiter gebaut. Auf künstlichen Inseln mit verdichtetem Boden lässt sich nämlich in die Höhe bauen. Da heißt es Augen auf beim Grundstückskauf, denn die Flucht muss hier definitiv nach oben angetreten werden.

Dicht besiedeltes Malé / Malediven
Traumhafte Inselwelt

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Montag, 31. Dezember 2018

Zwillingstürme

Seit 2006 verfügt auch die Hauptstadt Bahrains über ein eigenes World Trade Center. Dieses besteht aus zwei Türmen, die Geschichte kommt einem irgendwie aus New York bekannt vor. Auch hier könnte man auf den ersten Blick sogar meinen, Spuren von Flugzeugeinschlägen zu entdecken. Nun ist Manama nicht New York, aber das hätten sich die sensationslüsternen Medien sicherlich nicht entgehen lassen.
Also nochmal genauer nachgeschaut, und tatsächlich handelt es sich nicht um Flugzeugpropeller, sondern um Windräder. Diese sollen Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h standhalten können, erst danach hebt die Hütte möglicherweise ab. Bei meinem Besuch hatte es ungefähr 250 km/h weniger, also hingen die drehbaren Teile bauartbedingt nur träge in der Sonne herum. Man selbst hat ja bei sommerlichen Temperaturen auch nicht immer Lust auf viel Bewegung.
Dank diversem ingenieurtechnischem Hokuspokus wird über das Jahr verteilt aber angeblich fast ein Sechstel des hauseigenen Strombedarfs erdreht. Wenn man jetzt die Türme nur halb so hoch gebaut, dafür aber doppelt so viele Räder installiert hätte ... Dann wären optisch schon wieder ziemlich nahe an den Teilen, die die Autobahnen zuhause dekorieren. Da haben die Araber doch den besseren Geschmack bewiesen.

World Trade Center / Manama, Bahrain
Laues Lüftchen

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Freitag, 28. Dezember 2018

Mall was anderes

Mehr oder weniger schnöde Einkaufstempel gibt es ja zuhauf. Ein Kino oder ein integrierter Hauptbahnhof gelten da gerne schon mal als herausragendes Zusatzelement. Nicht so in Dubai, die Stadt kennt keine Grenzen. Was für Las Vegas die Casinos sind, sind für Dubai die Malls. Apropos Vegas: Wer denkt, in einer der dortigen Spielhallen ist der Ausgang schwer zu finden, dem kann ich mal die Dubai Mall ans Herz legen. Vom rechten Wege abbringen können einen unter anderem diverse irreführende Schilder und die Tatsache, dass es neben einem Erdgeschoss sozusagen auch noch ein Erderdgeschoss gibt. Am besten versucht man sein Glück so wie ich mit komplettem Reisegepäck zur Haupteinkaufszeit.
Wenn gar nichts mehr geht, kann man immerhin auf ein Taxi zurückgreifen. Innerhalb des Hauses, versteht sich. Dieses kann einen dann auf Wunsch auch zu einem dreistöckigen Wasserfall, einem ebenso so hohen Aquarium oder zum Eisstadion, in dem Dubais bekannteste Eishockeymannschaft spielt, bringen. Innerhalb des Hauses, versteht sich. Innerhalb des Hauses befindet sich auch noch ein 24 Meter langes Skelett eines Dinosauriers, welches aber wirklich schwer zu finden ist. Kennt man ja von zuhause: Da hat man schon irgendwo so ein Teil rumstehen, und dann weiß man nicht wo es ist.
Aber bevor es heißt, Dubai verkaufe hier seine Seele: Wenn's drauf ankommt, stehen diverse Gebetsräume zur Verfügung und zu den Gebetszeiten ist der Ruf des Muezzins nicht zu überhören.

Taxi in der Dubai Mall
Auch mit Reisegepäck unterwegs

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Mittwoch, 28. Dezember 2016

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Das ist in Izamal ein Spiel für absolute Profis – zumindest, wenn es mit "und das ist gelb" weitergehen soll. Sozusagen die Champions League des "was Du nicht siehst". Viele Städte sind ja für etwas irgendetwas mehr oder weniger berühmt. Je nachdem was der Abteilung Marketing so einfällt. Mal ist es ein prominenter Einwohner, vielleicht ein historisches Ereignis, eine lokale Spezialität oder es liegt einfach an der Lage.
Im vorliegenden Fall ist es nichts von alledem, sondern einfach mal die Farbe Gelb, in der alle Häuser im Zentrum angemalt sind. Das kann auf den ersten Blick verwirrend sein, bei der Orientierung droht zunächst Ungemach. Am Ende ist es aber einfacher als man denkt. Klassische Wegbeschreibung: Bis zum gelben Haus laufen, dort um die Ecke gucken und schon siehst Du, was Du suchst. Es ist übrigens ein gelbes Haus.

Gelbe Häuser in Izamal / Mexiko
Gelbe Farbe war scheinbar mal im Angebot

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