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Donnerstag, 1. Januar 2026

Was sonst noch so geschah

Warum das Silvesterfeuerwerk in Accra nur überschaubare Besucherzahlen vorzuweisen hat, ist klar. In Westafrika verbringt man den Jahreswechsel, wenn es irgendwie geht, im Gottesdienst. Die ganze Stadt ist mit Hinweisen auf solche Veranstaltungen zugepflastert. Die größte davon hat im Stadion in Accra stattgefunden. Aus Datenschutzgründen darf ich hier keine Namen nennen, aber geschätzte 60.000 Leute waren da. Zumindest genau um zwölf, schon viele andere haben die Möglichkeit vorher genutzt, die Veranstaltung hat sich über zwei Tage hingezogen. Jeweils von mittags bis spät in die Nacht hinein.
Das alles klingt nach einem mittelgroßen Rockfestival und es gibt tatsächlich verblüffend viele Parallelen: Eine große Bühne, auf der gesungen und getanzt wird. Umjubelte Stars. Großbildleinwände, damit man auch aus einer gewissen Entfernung etwas erkennen kann. Mitklatschen und Hüpfen im Publikum, und die Älteren unter den Lesern erinnern sich vielleicht noch an Vuvuzelas. Es gibt T-Shirts zum Event und vereinzelt zelten Menschen in den Aufgängen. Und die hygienischen Zustände kommen einem leider auch irgendwie bekannt vor.
Ein paar gravierende Unterschiede kann ich aber doch feststellen: Die Veranstaltung kostet keinen Eintritt und die Verpflegung ist bezahlbar. Selbst der VIP-Zugang für die internationale Tribüne wird mir kostenfrei in Aussicht gestellt, ich lehne aber dankend ab. Von wegen vor Gott sind alle gleich. Aber egal, sollte es wirklich einen Gott geben, wird sie von so viel Euphorie sicher begeistert sein.

Gottesdienst im Accra Sports Stadium
Accra Sports Stadium
Silvester um 23:30

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Raus mit Applaus (9)
Das Wort zum Sonntag
Viel hilft viel
Ende gut alles gut

Mittwoch, 22. Januar 2025

Das sind doch nur Details

Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Wenn Table Talk im Casino in die Hose geht. Heute aus dem Blue Sapphire Poker Club, Cebu City. Am Cash Game Tisch ist die Stimmung entspannt, der Wechselkurs zwischen Euro und Peso machts möglich. Ein Amerikaner meint, für ihn fühle sich das an wie Spielgeld.
Neben mir sitzt ein Israeli, er erzählt kurz, dass er auch reist und mit einem Landsmann unterwegs ist. Etwas später setzt sich ein Ortsansässiger mit Gesprächsbedarf zwischen uns. Das trifft nur auf mäßige Begeisterung, weil das doch entschieden vom geschäftlichen Teil der Veranstaltung ablenkt. Der Bedürftige initiiert ein Länderraten, drei Versuche hat er für ein Freibier, scheitert aber in beiden Fällen. Kurz darauf besprechen sich die beiden Israelis in ihrer Landessprache und der Rater haut noch einen raus: Jetzt weiß ich es, ihr seid Iraner.
Am Tisch kann man kurzzeitig sechs ganz große Augen sehen, spätestens jetzt achtet in der Ecke erstmal niemand mehr aufs Spielgeschehen. Die beiden gucken ziemlich sparsam, nehmen es aber dann doch erstaunlich sportlich und lassen ihn vor allem weiter im Dunkeln tappen. Später zolle ich einem der beiden unter vier Augen noch meinen Respekt für die nicht-Reaktion. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Aber als Poker-Spieler muss man so etwas wahrscheinlich einfach können.

Blue Sapphire Poker Club, Cebu City
Der Tatort

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Neulich am Eisstand
SJ Kim, der VFL Amsterdam und zwei grundverschiedene Toiletten
Feindliche Übernahme
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Dienstag, 21. Januar 2025

Helene Fischer darf niemals siegen

Es gibt sie noch, die kleinen Läden, in denen der Punk abgeht. Ohne dass sie inzwischen einfach weggeSTARBUCKSt worden sind. In Cebu City machen sie das ganz geschickt, der Schuppen ist als Restaurant getarnt. Wenn keine Show ansteht, werden Speisen und Getränke gereicht. Die Bewertungen hierfür sind maximal unauffällig, bisher ist keine der Weltmarken aufmerksam geworden.
Wie es ist, wenn Live-Musik auf dem Programm steht, habe ich am Wochenende erleben dürfen. Tische und Stühle raus, aus strategischen Gründen bleibt einzig der Tresen an Ort und Stelle. Ungefähr 100 Quadratmeter sind dadurch freigeworden, Platz genug für Technik, geschätzte 150 Leute plus Band in einer Ecke. Das ultimative Wohnzimmerkonzert. Eigentlich handelt es sich um ungefähr 20 Konzerte, ein jährlich ausgetragenes Festival feiert 30-jähriges Bestehen. Zwischen 18:00 und 02:00 Uhr stehen über 20 Bands aus dem Bereich Punk und Hardcore auf der Bühne in der Ecke. Umgebaut wird binnen weniger Minuten, das Schlagzeug wird von allen gemeinsam genutzt, Gitarre und Bass werden ganz schnell ab- und angestöpselt. Der sonst gerne hermetisch abgeschirmte Backstage-Bereich ist auf den Freisitz verlagert worden, gemeinsam mit Merchandise, Catering und Ticketverkauf. Im Restaurant herrschen um die 25° C - bevor es losgeht. Dieser Wert wird aber ganz schnell pulverisiert, pro Mensch im Raum steigt die Temperatur um ungefähr ein halbes Grad. Dementsprechend trinkt man einen halben Liter um einen ganzen sofort wieder auszuschwitzen. Selbst wenn man sich von Circle Pits und ähnlichen Aktivitäten fernhält. Aber nicht alle können sich so zurückhalten, im Publikum ist Krawall und Remmidemmi und die Bands müssen immer mal wieder um Abstand bitten. Solche Ansagen sind aber völlig für die Katz, die Zuhörer halten sich für ungefähr eine halbe Minute daran, danach werden die Menschen wieder neu gemischt.
In den kurzen Pausen wird der Fußweg an der Hauptstraße geflutet und alle sind dankbar für die kurze Abkühlung. Doch sobald von drinnen die ersten Töne zu vernehmen sind, strömt die Menge zurück in die Sauna. Bleichgesichter - ich zähle vier - sind gern gesehene Gesprächspartner, ansonsten kennt man sich in der Szene. Vor allem kommt immer wieder die Frage, wie man denn auf das Event aufmerksam geworden ist. Was soll ich sagen, so etwas taucht natürlich nicht in den offiziellen Veranstaltungskalendern auf. Aber Google hat wahrscheinlich lange vor den Veranstaltern selbst davon gewusst.

The Annual Show Cebu City
Wer findet die Band?

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Das Internet vergisst nie
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Reisebericht Wellington - Die liebenswerteste kleine Hauptstadt weltweit

Dienstag, 9. Januar 2024

Stadionatmosphäre

Seit nunmehr fast drei Tagen dringt aus dem Bretterverschlag gegenüber des Hotels Fußballlärm an meine Ohren. Beinahe ununterbrochen, somit sind ungefähr 80 Prozent meines Jahresbedarfs an Lautstärke gedeckt. Ein überdimensionierter Lautsprecher über dem Eingang zeugt auch optisch von dem, was drinnen vor sich geht. Dazu zeigt eine Tafel neben der Tür das kommende Programm an: Fußball aus England, England, England, England und Spanien. So läuft das außerhalb Deutschlands, lieber FC Bayern München!
Für umgerechnet 16 Cent gönne ich mir einmal FA-Cup. Leider bin ich zum Topspiel verhindert, aber auch Manchester United lockt später am Abend trotz des bescheidenen Saisonverlaufs außer mir doch noch den einen oder anderen in den Saal. Dort stehen stilecht wie früher im Stadion auch Holzbänke. Dazu sind zwei Bildschirme über ungefähr 37 Kabel mit den jeweiligen Empfängern verbunden. Leider ändert das nichts an der Empfangsqualität, die im Laufe des Spiels leider ... immer ... mehr ... abnimmt. Diverse Male kommt die Einblendung, dass wegen schlechten Wetters oder schlechter Verbindung kein Signal empfangen werden kann. In der Halbzeitpause wird das Wetter von jeglichem Verdacht freigesprochen, es herrscht strahlender Sternenhimmel.
Entscheidende Momente werden zum Glück nicht verpasst, zumindest nicht bis zu einem Elfmeter für United. Während der Schütze sich den Ball zurecht legt, erscheint ein formatfüllender QR-Code auf dem Bildschirm. Einmal einscannen bitte, um die Übertragung fortzusetzen. Hektik macht sich breit, leider geht das im komplett unbeleuchteten Kinosaal alles nicht ganz so einfach. Vorübergehend verwandelt sich das Ganze in eine Radioübertragung, aber zur Zeitlupenwiederholung ist das Bild wieder da. Allerdings macht ein Stromausfall wenig später dem Kinoabend endgültig den Garaus. Macht aber nichts, am Spielstand ändert sich in den letzten zehn Minuten nichts mehr.

Fußball im Kino in Sierra Leone
Das Kinoprogramm für die nächsten Tage

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Ganz großes Kino
Sportbegeisterung
Blackout
Nachmittags in einem Café

Sonntag, 19. Februar 2023

Hochzeitsmarsch

So feiert man Hochzeit in Prag: Trotz eher mäßigen Wetters hat das Paar ein paar Musikanten und Artisten eingeladen, dazu vermutlich alle Freunde, die gesamte Verwandtschaft und obendrein auch noch das ganze Stadtviertel. Einige der Gäste sind sogar kostümiert, andere schwer mit Kameras bewaffnet. Die Feier beginnt in einem kleinen Stadtpark, es wird eifrig jongliert und musiziert.
Danach gehts hinter einer Kutsche und einer Musikkapelle her einmal quer durch den ganzen Stadtteil. Die Polizei sperrt freundlicherweise alle Nebenstraßen ab, selbst aus Fenstern und von Balkonen schauen Leute zu. Ziel ist standesgemäß ein Platz mit einer großen Kirche. Davor aufgebaut sind diverse Stände zur Verpflegung, die mehr oder weniger erfolgreich dem aufziehenden Sturm trotzen, sowie eine Bühne für weitere musikalische Darbietungen.
Ich als eher Unbeteiligter genehmige mir die eine oder andere lokale Spezialität. Dabei beschleicht mich der Verdacht, dass es sich bei der Veranstaltung vielleicht doch nur um den im Prager Stadtteil Karlin weltberühmten Karnevalsumzug gehandelt hat.

Karlinsky Masopust in Prag
Sie leben hoch - im wahrsten Sinne

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Abteilung Attacke
Raus mit Applaus (6)
Falscher Alarm
Tanz in den März

Donnerstag, 12. Mai 2022

Nach Elfmeterschießen

Mal wieder gehts nicht der Nase, sondern den Lauschern nach, ohrenbetäubende Musik schallt durch den ganzen Ort. Menschen können das hören, in tiefen Höhlen, in anderen Ländern.
Wie sich herausstellt, ist mal wieder König Fußball verantwortlich. Anlässlich Bob Marleys Todestag findet in Toubakouta alljährlich ein großes Spiel zwischen zwei Teams aus dem Ort statt. Mit jeder Menge Zuschauern, fußballspielenden Kindern hinter beiden Toren, Motorrädern, die bei jeder Gelegenheit fernab des Geschehens über den Platz rauschen, einer musikalischen Untermalung, die für das Olympiastadion in Berlin ausreichen würde und einem Spezialisten, der Maskottchen, Flitzer und Cheerleader in einem verkörpert.
Das alles ist aber im Endeffekt nur Vorgeplänkel, denn nach 90 Minuten steht es 1:1. Da die Sonne bereits untergegangen ist, muss der Sieger zügig per Elfmeterschießen ermittelt werden. Dafür werden zunächst per amtlich zertifizierter Schrittlänge elf Meter ausgemessen und an der Stelle eine Linie durch den Sand gezogen. Dann wird schnell noch eine Ergebnisübersicht daneben gezeichnet, in der die Treffer bzw. Fehlschüsse verzeichnet werden. Damit es später keine Diskussionen gibt, kommt das Publikum zur Sicherheit noch etwas näher und schon kanns losgehen. Vor ein paar Wochen hat sich Senegals Nationalmannschaft durch einen Sieg nach Elfmeterschießen für die WM qualifiziert. Gegner Ägypten hat sich hinterher heftig über unfaires Verhalten beschwert. Hätte das Spiel mal statt in Dakar in Toubakouta stattgefunden, da wäre so etwas sicher nicht passiert.
Mit dem Trainer der unterlegenen Mannschaft gehts hinterher noch auf ein Essen und ein paar Getränke ins Nachtleben des Ortes und während ich diese Zeilen verfasse, schallt immer noch Musik von Bob Marley durch das Dorf. Let's get together and feel alright!

Elfmeterschießen in Toubakouta
Hautnah dabei

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Kleinfeld
Ganz großes Kino
Zurück zu den Anfängen
Uwe Seeler

Donnerstag, 5. Mai 2022

Ende gut alles gut

Es ist geschafft. Vier Wochen hat es gedauert, aber der Ramadan ist endlich überstanden. Grund genug sich einmal so richtig schick anzuziehen und auszugehen. So jedenfalls wird das Ende des Fastenmonats, im Senegal Korité genannt, begangen.
Ich selbst verfüge gleich über mehrere plausible Entschuldigungen, was das Fasten angeht. Aus Respekt vor den Teilnehmern allerdings habe ich in der Zeit in der Öffentlichkeit auch weder gegessen noch getrunken. Ramadan für Anfänger sozusagen. Hut ab, wer das vier Wochen ernsthaft durchhält, das ist bei dem Klima echt kein Vergnügen. Nach Essen ist mir tagsüber sowieso nicht so zumute, das war also für mich das kleinere Übel. Aber so ganz ohne Trinken vierzehn Stunden zu überstehen, muss man mögen. Der allgemeine Aktivitätspegel hat sich während dieser Zeit umständehalber natürlich eher an der Grundlinie aufgehalten.
Aber jetzt ist es wie gesagt überstanden, zwei Tage lang waren die Straßen voll von edlem Stoff und ansonsten ziemlich leer. Busse, Autos, Eselskarren und was sonst noch so unterwegs ist, war nicht sehr zahlreich unterwegs. Die Fähre entlang der Küste hat ihren Fahrplan entsprechend angepasst und fast alle Geschäfte haben geschlossen. Ausnahmezustand nach dem Ausnahmezustand. Und was die schicken Klamotten angeht, hier habe ich dann wirklich von mindestens einer Entschuldigung Gebrauch gemacht.

Schickes Outfit zu Korité
Schick!

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Das sind doch nur Details
Das Wort zum Sonntag
Reichlich Karma
Vorfreude schönste Freude (2)

Montag, 13. Januar 2020

Sonn- und feiertags geschlossen

Das gilt in Bogotá für knapp 150 km Hauptstraßen, zumindest mal in einer Fahrtrichtung. Dann ist Ciclovía und der Asphalt gehört den Radfahrern, auch wenn sich der eine oder andere Läufer dazugesellt. Nicht umsonst stammt der aktuelle Sieger des wichtigsten Radrennens der Welt aus Kolumbien.
Ihren Ursprung hat die Ciclovía in einem Protestzug gegen Luftverschmutzung Mitte der 1970er Jahre, seitdem hat sich die Veranstaltung etabliert. Wenngleich das Protestelement aktuell nicht im Vordergrund steht. Drumherum hat sich eine richtige Infrastruktur entwickelt: Permanente Beschilderung der Strecken für den Fall der Unwissenheit, Versorgungsstände sowohl für den Durst- als auch den Pannenfall, Sanitäter für den Fall, dass es einem dann doch zu viel wird und selbst Polizisten sind im Ernstfall auf Rädern unterwegs. Es ist also für alle Fälle vorgesorgt. Bis zu anderthalb Millionen Leute sind so an jedem verdammten Sonntag unterwegs.
Auf dem Heimweg versuche ich mir vorzustellen, was so eine Idee in Deutschland wohl für ein Tamtam hervorrufen würde. Da führt ja schon ein schnöder Stadtlauf mit ein paar Straßensperrungen fast zur Revolution unter den Autofahrern.

Ciclovía in Bogotá
Es lebe der Sport

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Wo laufen sie denn?
Nilathlon
Fata Morgana
Labour Day

Mittwoch, 8. Januar 2020

Weihnachtsmarkt auf kolumbianisch

Eigentlich handelt es sich hier um gar keinen Markt, auch mal sehr erfrischend. Die Veranstaltung läuft auch unter dem Titel Geschichten aus der Weihnachtszeit. Also versammeln sich diverse saisonale Accessoires wie Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann und Schneemann auf einem der Hauptplätze von Pasto. Allen gemein ist die intensive Dekoration mit Lichterketten. Zahllosen. Bunten.
Ansonsten passiert nicht viel, trotzdem dient das Ganze als gern genommener Hintergrund für unzählige Fotos. Die Temperaturen auf zweieinhalbtausend Metern Höhe gehen des Abends dann doch gerne in den Bereich lange Hose und Pullover. Für Schnee reichts aber nicht, daher simuliert Watte in rauen Mengen eine geschlossene Schneedecke.
Wofür es aber temperaturtechnisch reicht, sind Heißgetränke. Mittel der Wahl ist ein Fruchtsaft auf Basis von Maracuja, für die Großen auch gerne und ungefragt mit Schuss. Der wird wohldosiert durch Umfüllen des Feuerwassers in eine Plasteflasche mit drei Löchern im Deckel. Umdrehen, einmal kräftig zudrücken, fertig. Lecker.

Schneemann auf dem Weihnachtsmarkt in Pasto
Bitte recht freundlich!

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Weihnachtsmarkt auf mexikanisch
Tradition verpflichtet
Schwerstarbeit
Es weihnachtet sehr

Dienstag, 7. Januar 2020

Abteilung Attacke

An zwei Tagen im Jahr herrschen in Pasto bürgerkriegsähnliche Zustände. Wildfremde Leute bewerfen einander mit Mehl oder Talkumpuder und bespritzen sich mit Schaum aus Sprühdosen. Die UNESCO hat die Sauerei sogar zum Weltkulturerbe erklärt. Was ein Fest!
Es ist Karneval, genauer gesagt Carnaval de Negros y Blancos. Nachdem gestern schwarz dran war, ist heute weiß angesagt. Da macht man mit Talkum schon mal nichts falsch. Ich allerdings bin eher auf Deeskalation aus und unbewaffnet unterwegs. Dafür bewahren mich und meine Kamera ein Poncho und eine rückblickend gut gewählte Strategie vor ernsthaften Schäden. Merke: Oben, hinten und Schatten gut - unten, vorne und in der Sonne schlecht. Einzelnen Kampfgruppen lässt sich noch durch einen einfachen Wechsel zur anderen Straßenseite entkommen. Ansonsten gilt: Obacht im Kriegsgebiet. Wer hat den Finger am Abzug der Spraydose und wer die Hand im Talkumbeutel?
Wenn es dann aber während der großen Parade darum geht die Kostüme und Wagen zu fotografieren, hilft nur noch der liebe Gott. Allerdings habe ich den Verdacht, dass es eine Art Ehrenkodex gibt: Technik und Essen scheinen einigermaßen Tabu zu sein. Die Kamera hat es jedenfalls überlebt. Ansonsten schießen alle und zwar auf alles. Am eifrigsten sind natürlich Dreikäsehochs, die kaum über die Spraydosen schauen können, dabei. Aber auch Teilnehmer im fortgeschrittenen Alter platzieren einige echt fiese Treffer. Da macht sich die jahrelange Erfahrung bemerkbar.
Zurück im Hostel wird dann erstmal geduscht und Wäsche gewaschen. Und dann stellt sich die Frage, was tun mit dem restlichen Tag. Die Stadt ist jedenfalls tabu. Die Mischung aus Hitze, Alkoholkonsum und Volltreffern lässt den einen oder anderen zu vorgerückter Stunde eskalieren. Dann wird wenig diskussionsbereit zu schlichten Lösungen gegriffen und das kann sich dann wirklich in Richtung Bürgerkrieg entwickeln.

Carnaval Blancos y Negros in Pasto
Ausnahmezustand

Carnaval Blancos y Negros in Pasto
... und er hat angefangen!

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Staub fressen
Hochzeitsmarsch
Raus mit Applaus (6)
Alarmstufe Orange

Mittwoch, 1. Januar 2020

Raus mit Applaus (6)

Diesmal auch wieder mit Feuerwerk, aber darum geht es in Las Tablas nicht in erster Linie. Stattdessen im Vordergrund in dieser Karnevalshochburg: Die Präsentation der Wagen für die kommende Saison samt Live-Band im Schlepptau. Fast so ähnlich wie in der Werbung für ein völlig überteuertes Spülmittel duellieren sich hier die Calle Arriba und die Calle Abajo. Ich selbst habe da keine Präferenzen, aber wenn sie nicht gestorben sind, so tanzen und singen sie noch immer um den kleinen Hauptplatz der Stadt herum.

Las Tablas, Calle Abajo zu Silvester
Sehr schön.

Las Tablas, Calle Arriba zu Silvester
Auch sehr schön.

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Abteilung Attacke
Raus mit Applaus (3)
Tanz in den März
Vorfreude schönste Freude (2)

Kann abbrennen!

Während in der Nachbarschaft die ersten Böller gezündet werden, möchte ich mich im Folgenden anderen liebgewonnenen panamaischen Silvestertraditionen widmen.
Vor einigen Häusern hier in der Gegend sieht man in den Tagen vor dem Jahreswechsel eine Mischung aus Vogelscheuche und Crashtest-Dummy. Lebensgroße Puppen aus Stroh, ab und zu auch mal mit Feuerwerkskörpern im Bauch, sitzen oder stehen am Straßenrand. Früher gerne selbst gebastelt, gibt es sie inzwischen ab Mitte Dezember im gut sortierten Fachhandel zu kaufen. Bekleidet mit aussortierten Klamotten als Symbol alles Alten. Oder aber in Anlehnung an eine eher überschaubar populäre Persönlichkeit des öffentlichen Lebens gestaltet. Um Mitternacht wird das Ding dann in Brand gesteckt. Sowas kann ich mir auch gut zuhause vorstellen. Wie wäre es zu Beispiel mit diesem Designvorschlag: Das eine oder andere beSCHEUERte Mitglied des aktuellen Bundeskabinetts.
Und wer es mit offenem Feuer oder gar Detonationen nicht so hat, kann in Panama Schlag zwölf auch gerne mal eine Handvoll Weinbeeren in der Hoffnung auf ein frohes neues Jahr verspeisen. Das klingt jetzt aber ehrlich gesagt nicht so spektakulär.

Puppe, die zu Silvester in Panama abgebrannt wird
Feuer frei!

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Was sonst noch so geschah
Raus mit Applaus (5)
3310
Raus mit Applaus (3)

Sonntag, 13. Januar 2019

Ganz großes Kino

Sonnabend, 22:00 in Jaffna. Bisher hat mich das Nachtleben hier noch nicht so richtig überzeugt, doch dann ergreift es seine Chance.
Bereits am Vorabend war im Hostel aus unmittelbarer Nachbarschaft sehr intensiver und ausdauernder Jubel zu hören. Recherchen haben ergeben, dass sich sozusagen direkt im Nachbarhaus ein Kino befindet und zwei Tage zuvor der große Bollywood-Kracher Viswasam Premiere hatte, der scheinbar die ganze Gegend in Ekstase versetzt hat.
Das Kino sieht wahrscheinlich zum allerersten Mal weiße Gesichter auf den Zuschauerrängen, und eine dementsprechende VIP-Behandlung erfahren wir. Zutritt durch den Hintereingang, der genau genommen der Ausgang ist, und freie Platzwahl, bevor alle anderen eingelassen werden.
Was dann kommt, kann man sich nur schwer vorstellen. Die Türen werden geöffnet und das Publikum strömt in den Saal auf der Jagd nach den besten der nicht nummerierten Plätze. Jubel und Gekreische erfüllen den Raum. Das Ganze wirkt so, als ob hier gleich eine Teenie-Band einen Auftritt haben soll und 14jährige Mädchen kurz vor dem Kollaps stehen. Doch das Publikum besteht mit einer einzigen Ausnahme im VIP-Bereich aus Männern. Und allesamt sind sie älter als 14.
Der Film selbst schafft es nicht in die Liste meiner persönlichen Favoriten, aber es geht ja um das Erlebnis. Es ein bisschen was von allem dabei: Action, Drama, Liebesgeschichte, Komödie. Bei jedem Auftritt der Hauptdarsteller wird frenetisch gejubelt. Und während der Tanzszenen wird natürlich mitgetanzt. Das Happy End wird dann jedoch wider Erwarten zu einem eher abrupten Ende, der Saal leert sich binnen Sekunden. Scheinbar ist es mit dem Nachtleben doch nicht so weit her.

Hier für Interessierte noch ein Link zum Trailer. Falls der nicht mehr funktioniert, hilft wie immer eine Google-Suche.

Ajith Kumar
Auftritt Ajith Kumar - Kreisch!

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Helene Fischer darf niemals siegen
Stadionatmosphäre
Nach Elfmeterschießen
Überzeugendes Auftreten bei (fast) totaler Ahnungslosigkeit

Sonntag, 8. Januar 2017

Weihnachtsmarkt auf mexikanisch

Erstaunlich viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zu heimatlichen Gefilden lassen sich bei einem Besuch feststellen. Fast schon Mitte Januar zählt hier scheinbar immer noch als weihnachtsnah genug für eine solche Veranstaltung. Das Wetter spielt auch mit und hier ist es sogar fast bis um sechs Uhr abends hell. Genau wie daheim erfreuen sich vor allem Stände mit Essen und Getränken größerer Beliebtheit, während die Abteilung Staubfänger Kunsthandwerk eher von überschaubarem Interesse berichten kann. Der Speiseplan sieht ebenfalls ähnlich aus: Ob süß oder herzhaft, Hauptsache ungesund.
Für die lieben Kleinen ist natürlich auch gesorgt. Auf einem riesigen Platz können sie in kleinen Autos spielerisch den wesentlichen Aspekt der mexikanischen Straßenverkehrsordnung erlernen. Wer zögert hat schon verloren. Ganz ohne Strom und Bande, also quasi Auto-Scooter ohne Scooter.
Überragt wird selbstverständlich alles von einem festlich geschmückten Baum. Der absolute Renner beim Publikum ist aber eine Rutsche, auf der man mit einem Gummireifen ein vereistes Gefälle hinunter sausen kann. Ein Mordsspaß, die Schlange der Wartenden reicht bis zum Horizont. Die passenderweise schlicht "auf Eis" benannte Attraktion stellt alles andere in den Schatten. Damit das bei den hiesigen Temperaturen funktioniert, dröhnt unentwegt ein Kühlaggregat der Dimension XXL. Was die Scheichs in Dubai können, können sie hier schon lange.

Weihnachtsmarkt in Tuxtla Gutiérrez / Mexiko
Es weihnachtet sehr

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Weihnachtsmarkt auf kolumbianisch
Reductor de Velocidad
Schwerstarbeit
Es weihnachtet sehr

Donnerstag, 5. Januar 2017

In zehn Schritten zum Ziel

Es ist tatsächlich vollbracht, ich bin stolzer Besitzer eines Tickets für ein NBA-Spiel in Mexiko-Stadt. Und das ging total einfach, also relativ einfach, genauer gesagt nicht ganz so einfach, um ehrlich zu sein war es furchtbar kompliziert. Für alle, die vielleicht auch mal eine Karte für eine Veranstaltung in Mexiko brauchen, so hat es funktioniert:

1.
Ein Online-Ticketportal ausfindig machen. Das war wirklich einfach.
2.
Am ersten Verkaufstag eine Karte buchen und mit einer deutschen Kreditkarte bezahlen. Klappt nicht, die Karte wird leider nicht akzeptiert.
3.
Alternative Zahlungsarten prüfen, die Option "Reservieren und vor Ort im Supermarkt bezahlen" ist das Mittel der Wahl. Karte buchen und in der Bestätigungsmail lesen, dass die Bestellung verfällt, wenn sie nicht binnen 24 Stunden eingelöst wird. Feststellen, dass der Flug erst in drei Monaten geht.
4.
Freunden davon erzählen, die wiederum Freunde in den Staaten haben und diese in die Spur schicken. Schließlich kommen die Mannschaften aus den USA. Dankend ablehnen, nachdem horrende Preise aufgerufen werden, noch dazu bei Buchung über eine dubiose Webseite.
5.
Endlich nach Mexiko fliegen und vor Ort nochmal buchen, zum Glück gibt es noch bezahlbare Karten. Eine Bestätigungsmail erhalten.
6.
Diese Mail in einem Internetcafé ausdrucken.
7.
Mit dem Ausdruck an der Supermarktkasse bezahlen. Selbstverständlich, nichts leichter als das.
8.
Eine weitere Mail mit der Bestätigung der Transaktion und einem Code für das Ticket erhalten.
9.
Die laut Online-Recherche einzige in der Nähe der Unterkunft befindliche Abholstation für das Ticket, eine Apotheke der Kette X, aufsuchen. In Erfahrung bringen, dass es sich zwar um eine Apotheke handelt, diese aber nicht mehr zur Kette X gehört. Eine Ticketübergabe findet leider nicht statt.
10.
Mit dem Auto quer durch die Millionenstadt düsen und es bei einer weiteren Apotheke versuchen. Sie wollen ein Ticket haben? Kein Problem, einmal den Drucker anwerfen und fertig.

Noch ein kleiner Tipp für alle, die wirklich dieser Anleitung folgen wollen: Ich sehe da noch Optimierungsmöglichkeiten.

Das Ticket für die NBA Global Games in Mexiko-Stadt
Wehe wenn das kein ÜBERRAGENDES Spiel wird

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Togo or not to go
Hurra Hurra die Post ist da
Schnipseljagd
Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Donnerstag, 21. Januar 2016

SJ Kim, der VFL Amsterdam und zwei grundverschiedene Toiletten

Wie aus dem Titel schon zu entnehmen ist, war ich in Manila mal wieder im Casino unterwegs. Anlässlich der gerade hier Station machenden Asian Poker Tour habe ich ein Turnier gespielt und dabei sowohl alte Weisheiten bestätigt bekommen als auch völlig neue Erkenntnisse gewonnen.
Zu den bekannten Tatsachen zählt, dass es beim Poker so einfach wie kaum irgendwo anders ist, Spieler mit großem Namen zu schlagen. Endlich einmal habe ich dieses Wissen zu meinem Vorteil nutzen können. SJ Kim und Stuart Brodie, die in dieser Turnierwoche zusammen nicht weniger als vier von 19 Titeln abgeräumt haben, habe ich auf den Weg an den Finaltisch der letzten neun eliminieren können. Den klassischen Vergleich mit beispielsweise Tennis und den Chancen gegen die Turniersieger der letzten Woche erspare ich mir mal an dieser Stelle.
Neu hingegen waren zwei andere Erfahrungen. Erstens: Mein Lieblingskartenspiel wird hier scheinbar sehr geschätzt. Im Erdgeschoss des Hauses finden ausschließlich Automatenspiele statt, im Gegensatz dazu sind die oberen beiden Etagen unter anderem Pokerspielern ein mehr oder weniger kurzfristiges Zuhause. Der Unterschied macht sich vor allem in den Spielpausen bemerkbar, wenn das Geschäftliche ausnahmsweise mal zugunsten noch dringenderer Geschäfte ruht. Die Automatenspieler müssen mit einem Pissoir vornehmen, für dass sich so mancher Dritte-Welt-Bahnhof schämen würde, während es ab Etage eins geradezu edel zugeht. Permanent (!) wird geputzt, Seife und Handtücher werden von dienstbaren Geistern persönlich überreicht. Erstaunlicherweise hat mich danach niemand an meinen Platz zurück getragen.
Zweites für mich völlig neues Casino-Erlebnis: Man kann hier auf virtuelle Pferderennen und Fußballspiele wetten. Unglaublich aber wahr, es setzen tatsächlich Menschen Geld auf in ihrem Sinne hoffentlich fair programmierte aber zumindest mal recht mäßig animierte Sport“ereignisse“. Klarer Vorteil: In kurzer Zeit kann man unfassbar viele Tipps platzieren, während meiner gut vier Stunden vor Ort hat die virtuelle Fußballliga mit sechzehn Mannschaften mehr als eine ganze Saison absolviert, wobei das Spieljahr aus 240 Spielen besteht. Da rollt der Rubel Peso.

Virtuelle Fußballspiele im Casino in Manila / Philippinen
Sehr variantenreiche Vereinsnamen

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Sonntag, 4. März 2012

Tanz in den März

Anlässlich des 140. Jahrestages der Stadtgründung findet in Puerto Princesa zum achten Male das Balayong-Festival statt. Mathematisch ist das für mich zwar nicht wirklich nachvollziehbar, aber den Feierlichkeiten tut dies keinen Abbruch.
Höhepunkt des Tages war ein Wettbewerb für Tanzgruppen auf der dafür komplett gesperrten Hauptstraße der Stadt. Trotz der nachmittäglichen Höchsttemperaturen haben sich diverse Zuschauer am Straßenrand eingefunden. Ablauf als auch Stimmung erinnern ein wenig an einen Karnevalsumzug, allerdings finden Regenschirme hier nur als Sonnenschutz Verwendung. Inhaltlich scheinen den einzelnen Wettbewerben keine Vorgaben gemacht worden zu sein, das Spektrum reicht von eher traditionellen Tänzen mit Trommelbegleitung bis zu grellbunten Kostümen in Kombination mit ebenso greller elektronischer Musik aus dafür ungeeigneten Lautsprechern. Applaus ernten jedoch alle Teilnehmer, außer von den kleinsten Fans, diese schlafen beinahe ausnahmslos in den Armen der jeweiligen Aufsichtspersonen.
Meiner Meinung nach liefert die Sonne die mit Abstand stärkste Vorstellung des Tages und bevor es nach einer durchwachten Nacht im Bus bzw. Flieger noch den Jüngsten gleichtue, genehmige ich mir lieber ein Eis in einem wohl klimatisierten Schnellimbiss. Einige Zeit später ist von der Parade nichts mehr zu sehen und die Straße befindet sich wieder in der Hand motorisierter Fahrzeuge. Es scheint, als würden sie das während der Sperrzeit Verpasste wieder wettmachen wollen.

Zuschauer beim Balayong Festival in Puerto Princesa / Philippinen
Wahrscheinlich auch mit dem Nachtbus angereist

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Hochzeitsmarsch
Ende gut alles gut
Ganz großes Kino
Día de la Independencia

Mittwoch, 4. Januar 2012

Schnipseljagd

Eigentlich ist es ganz einfach: Man will ein Konzert besuchen und muss dafür einen Schnipsel bzw. eine Eintrittskarte erwerben. Um an der Abendkasse keine unliebsame Überraschung zu erleben, bemüht man den Vorverkauf. Soweit die Idee, aber warum einfach, wenn’s auch schwierig geht.
Der Standardweg führt heutzutage natürlich über das Internet, jedoch müssen die Tickets dann selbst ausgedruckt werden. Für einen Drucker hat leider der Platz im Handgepäck nicht mehr gereicht und außerdem führt der saftige Preisaufschlag für Onlinebuchungen dazu, dass nach einer anderen Lösung gefahndet wird.
Diese heißt ganz klassisch Vorverkaufsstelle und ist auch in diesen Zeiten im Prinzip noch verfügbar. Das die Reise begleitende Buch spuckt zwei Anlaufstellen aus und die erste ist schnell gefunden. Dort verweist man mich auf den anderen Laden, hier nämlich erfolgt leider kein Verkauf von Karten für das gewünschte Konzert. Allein besagten Laden gibt es nicht mehr, denn das Haus wird gerade umgebaut, Hinweise auf alternative Anlaufstellen gibt es genau null. Also noch mal schnell das Internet befragt (ganz ohne geht es eben doch nicht), dieses spuckt eine neue Adresse aus.
Als ich vor dem Hochhaus stehe, sehe auf den Werbetafeln des Einkaufstempels so ziemlich alles, nur keinen Hinweis auf die Ticketbörse. Eine freundliche Informantin am Eingang weist mir jedoch den Weg in die fünfte Etage. Und hier endet schließlich meine Reise, denn tatsächlich kann man die ersehnten Karten kaufen. Noch schnell Name, Telefonnummer und Adresse angeben (ich fühle mich, als solle die Band bei mir zuhause spielen), bezahlen und ich bin Eigentümer zweier Karten. Wenn das Konzert nur halb so lange dauert, wie die Jagd nach den Papierschnipseln, dann wird es eine abendfüllende Veranstaltung.

Tickets für die Dresden Dolls im Enmore Theatre in Sydney / Australien
Objekt(e) der Begierde

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Das Internet vergisst nie
Trinke lieber ungewöhnlich
In zehn Schritten zum Ziel
Hurra Hurra die Post ist da

Mittwoch, 14. September 2011

What happens in Vegas stays in Vegas

Im Folgenden wird der altbekannte Spruch gleich mal ad absurdum geführt, denn erstens würde dieser Eintrag ansonsten ziemlich wenig Text enthalten und zweitens war ich schließlich mit Freundin in der Stadt.
Ich habe heute im Harrah’s Casino ein Pokerturnier gespielt und was soll ich sagen, genauso habe ich mir das vorgestellt. 31 illustre Gestalten sitzen in einem Hinterzimmer eines der berühmtesten Casinos, das man vor lauter blinkenden Automaten kaum findet, und zocken um die Dollars. Einmal quer durch das Kabinett der Spielertypen: Große, kleine, dicke, dünne, alte, junge, leise, laute, ortsansässige Profis, zugereiste Touristen, aggressive und passive Spieler. Ich sitze neben einem New Yorker Zocker und einem Gast aus England, der zehn Tage Vegas für 1.000 englische Pfund gebucht hat. Zuvor saß auf des Letzteren Sitz ein anderer Spieler, der zunächst damit prahlte, am Vortag einen Schweden perfekt durchschaut zu haben und morgen damit prahlen kann, dass er all seine Chips binnen Minuten in einen Bluff mit suboptimalem Timing investiert hat. Ich kann leider auch nur damit prahlen, am Ende ehrenwerter aber nicht ausgezahlter 14. geworden zu sein. Ass/Dame hat, obwohl oder weil vorher dreimal im Glück, gegen das Pärchen Siebener leider keine Verstärkung bekommen. Eine Hand mit einer Chance von fünfzig zu fünfzig verliert man eben mal und mal gewinnt sie der Gegner. Aber egal, es war ein Riesenerlebnis.

Poker im Harrahs Casino in Las Vegas / USA
Wer rasiert, verliert - Hat leider nicht geklappt
(Copyright Andrea W.)

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SJ Kim, der VFL Amsterdam und zwei grundverschiedene Toiletten
Spielerparadies
Reisebericht Las Vegas - Vegas, Baby

Dienstag, 1. Juni 2010

Paradise Rallye

Graskop in der Provinz Mpumalanga ist ein eher beschauliches Nest mit etwa 3.000 Einwohnern inmitten eines großen Naturparks am Blyde River Canyon.
Einmal im Jahr allerdings bricht es über den Ort herein. Genauer gesagt Tausende von Motorradfahrern, die bei strahlendem Sonnenschein ein Wochenende lang sich selbst und ihre Maschinen feiern. Entsprechend laut und voll ist es dann, das Ganze nennt sich Paradise Rallye. Höhepunkte sind Kolonnenfahrten durch die Umgebung sowie Burn-Outs inmitten der feiernden, johlenden Masse. An jedem Aussichtspunkt fühlt man sich geradezu umzingelt von Bikern.
Der ganze Spuk ist genauso schnell verschwunden wie er gekommen ist und am nächsten Tag bleibt nur noch Dunst. Diesmal allerdings nicht von Motorrädern bzw. deren Fahrern verursacht, sondern von Mutter Natur. Englischer Nebel ermöglicht Sichtweiten von bis zu maximal 20 Metern.

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