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Dienstag, 13. Januar 2026

Gestorben wird immer

Das passiert den Besten. Aber irgendwie hat man in Ghana einen anderen Umgang mit dem Tod gefunden, als in heimischen Gefilden. Statt einer leicht mal zu übersehenden Anzeige im Blatt des Vertrauens wird hier einfach ein Aushang gemacht. Riesengroß am Haus des Toten, versehen mit Konterfei, einem mehr oder weniger ausführlichem Text mit allen wesentlichen Verdiensten und natürlich einer Altersangabe. Bei der Beerdigung steht dann eher das Feiern des gelebten Lebens als die Trauer im Vordergrund. Ein je nach Anhängerschaft schon mal recht ansehnlicher Umzug zum Friedhof blockiert auch gerne mal die Hauptstraßen.
Am interessantesten ist aber ein Brauch, den eine bestimmte Volksgruppe hier entwickelt hat. Wer es sich leisten kann, lässt für sich bzw. für seinen Angehörigen einen maßgefertigten Sarg herstellen. Dieser ist ganz individuell nach Tätigkeit oder Interessen des Verstorbenen gestaltet und knallbunt bemalt. Eine Flugzeugform für einen Piloten, ein Fisch für - Überraschung - einen Fischer oder eine Paprika für einen Gemüsehändler. Auch eine Colaflasche und ein Geldbündel habe ich beim Besuch eines Herstellers bestaunen können. Mittendrin findet sich schließlich auch ein ganz normaler Sarg, vielleicht für einen Sargbauer? Ein Sportwagen könnte hingegen zur Abwechslung mal ein Hinweis auf die Todesursache sein. So oder so macht man sich stilvoll auf den Weg ins nächste Leben.
Ein Sarg ist eigentlich nichts für mich, aber das hat zugegebenermaßen was. Diese Tradition hat es inzwischen zu einer gewissen Berühmtheit geschafft, aktuell beschäftigt sich eine Ausstellung in Accra damit. Einzelne Exemplare wurden sogar schon im British Museum in London ausgestellt. Hoffentlich aber ohne dass in Ghana jemand dringend darauf gewartet hat. Denn schon allein die Herstellung dauert drei bis fünf Wochen. Gut Sarg will Weile haben.

Speziell angefertigter Sarg in Accra, Ghana
Das wäre dann mein Modell

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Friedhof unter Wasser
Im Urlaub nimmt man sich die Zeit
Mal so richtig abhängen
Die Welt ist ein Dorf

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Shoppingerlebnis

Wem in Accra mal nach Gesellschaft ist, dem kann geholfen werden. Genau für solche Fälle empfiehlt sich ein Besuch des Makola Markets, eines der größten Märkte des Landes. Über mehrere Straßenzüge erstreckt sich das Spektakel drinnen wie draußen auf der Straße, auf dem Fußweg und in den Häusern über mehrere Etagen verteilt. Ein endloser Zug an Menschen, Waren und Fahrzeugen quält sich zentimeterweise durch die Straßen, quasi ein Rosenmontagsumzug in heiß und stickig.
Wer vorwärtskommen will, im schlimmsten Fall sogar zielgerichtet, der fühlt sich schnell wie bei einem Laufspielzug in der National Football League. Sobald sich auch nur die kleinste Lücke ergibt, gilt es diese sofort zu nutzen. Ansonsten drängelt sich jemand vor und jemand sind in dem Fall dann ungefähr 50 Leute. Zögern ist keine Option, am besten schwimmt man einfach mit der Menge mit. Einmal werde ich falsch abgebogen, wie zu Christoph Kolumbus' Zeiten finde ich dank des Sonnenstandes die Orientierung aber doch wieder. Wie man hier allen Ernstes Fahrzeuge auf die Menge loslassen kann, ist mir unbegreiflich. Das Wort Schritttempo ist hier definitiv falsch, wahrscheinlich geht es manchmal allein aufgrund der Plattentektonik voran. Und nein, entgegen anderslautender Meinungen hilft Hupen nicht. Kein bisschen. Es herrscht ein einziger Brei an Geräuschen in mehr als ausreichender Lautstärke.
Ich beobachte drei Touristinnen dabei, wie sie tatsächlich nach einem Shoppingerlebnis trachten und versuchen, sich länger an einem Schuhverkaufsstand festzuhalten. Keine Chance, sie geben auf und werden Richtung Kühlschränke weitergetrieben. Irgendwann keimt in mir der Wunsch auf, den Schauplatz zu verlassen. Da mir die Richtung im Zweifel völlig egal ist, folge ich einfach einer der Trägerinnen. Diese sind im Schnitt einen Kopf kleiner als ich und tragen auf ihren Kopf in der Regel ein Holzbrett, welches allein mir vermutlich schon zu schwer wäre. Weil aber hier niemand einfach nur Holzbretter kauft, sind darauf dann die eigentlichen Einkäufe gestapelt. Unmengen von Einkäufen. Da sie diese sicher schnellstmöglich zum Ausgangsort des Abtransports befördern will, hefte ich mich einfach an ihre Fersen. Und tatsächlich, es geht um ein paar Ecken, über enge Wege, unter ein paar Unterständen hindurch schnurstracks zu einem der Ausgänge. Den hätte ich alleine ohne größeren Zeitverlust niemals gefunden - da können sich die Casinos in Las Vegas noch eine Scheibe abschneiden.

Markola Market in Accra, Ghana
Die Innenansicht ...

Markola Market in Accra, Ghana
... und die Draufsicht mit subtilem Hinweis auf alternative Arbeitsmöglichkeiten.

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Mall was anderes
Der Supermarkt Südamerikas
Gähnende Leere
Genießen Sie die Fahrt in vollen Zügen!

Mittwoch, 15. Januar 2025

Friedhof unter Wasser

Das klingt erstmal so abstrus wie ein Tattooverleih oder der 1.FC Heidenheim im internationalen Fußballgeschäft. Andererseits habe ich an dieser Stelle auch schon mal über hängende Särge in diesem Land berichtet. Gestorben wird schließlich immer.
Für alle, die keine Lust mehr darauf haben, Oma und Opa zweimal im Jahr besuchen zu müssen: Ein Vulkanausbruch mit nachfolgendem Erdbeben kann da helfen. Die Älteren erinnern sich, in den 1870er Jahren hat es hier in der Folge einen amtlichen Erdrutsch gegeben. Die gute Nachricht ist, Verletzte hat es dabei an der Stelle keine gegeben. Seitdem ist aber Land Grab unter. Wer sich jetzt jede Menge Grabsteine unter Wasser vorstellt, der irrt. Das hat sich alles längst das Riff geholt, allein ein großes Kreuz und Reste eines einzelnen Grabsteins sind noch zu sehen. Wohl dem, der die Nase bei Ebbe über Wasser hat.
Für die eher Wasserscheuen hat man auf einer Plattform ein neues Kreuz einige Meter entfernt von der Küste errichtet. Sogar ein Übersetzen trockenen Fußes per Boot ist möglich. Wer aber gerne schnorchelt und sich von der Unterwasserwelt begeistern lässt, besucht die Verwandtschaft jetzt vielleicht sogar öfter als zuvor. Und das Beste an der Sache: Entgegen diverser Berichte im Netz ist nicht einmal eine Eintrittsgebühr fällig.

Sunken Cemetery Camiguin
(Fast) Alles was noch übrig ist

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Gestorben wird immer
Stichwort Polizeikontrolle
Schlechtes Versteck
Fischsuppe

Sonntag, 5. März 2023

Ein Snack für Fortgeschrittene

Wie immer gilt auch bei der Essensauswahl: Obacht beim Studium der Angebote, schon eine Kleinigkeit kann am Ende den Unterschied ausmachen. In Sekten essen ist jedenfalls etwas völlig anderes als Insekten essen. Beides ist sicherlich in Thailand möglich, ausprobiert habe ich aber - zumindest soweit mir bekannt - nur Letzteres.
In Bangkoks Chinatown ist es soweit, ein Stand hat diverse vollständige Tiere mit entweder mehr als vier oder aber gar keinen Beinen im Angebot. Die Wahl fällt auf eine gemischte Portion für umgerechnet einsfünfzig. Rudimentäre Grundkenntnisse im Fach Biologie lassen Heuschrecken, Käfer und Würmer erkennen, als Dressing gibts ein unbekanntes Pulver obendrauf. Diverse Soßen stehen auch zur Auswahl, würden aber sicher den Geschmack verzerren.
Nein, würden sie nicht. Sollte jemals ein Aroma enthalten gewesen sein, so ist es vollständig herausfrittiert worden. Geschmacklich ist die Ereignisdichte auf überschaubarem Niveau, so sind sich alle Tester einig. Am nächsten dran sind vielleicht noch Erdnüsse oder Kartoffelchips. Interessanterweise haben aber alle Tiere eins gemeinsam: Ein kleiner Happen wird im Mund gefühlt immer mehr. Vielleicht ist das ja wirklich ein Ansatz im Kampf gegen den Hunger auf der Welt?

Insekten essen in Bangkok
Guten Appetit!

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Das machen wir doch mit rechts
Eisbärbier
Überlebensfähig
Das Böse ist immer und überall

Samstag, 4. März 2023

Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahme

Während in Deutschland wahrscheinlich nach dem Ausdruck der entsprechenden Veordnung noch nach neuen Tintenpatronen gefahndet wird, ist man in Thailand schon weiter. In einer Gegend, in der schlechtes Wetter Seltenheitswert hat, hat ein findiger Erfinder - inspiriert von einem vorbeifahrenden Bus - Tatsachen geschaffen.
Thailand Solar Chicken ist das Ergebnis, hierbei werden Sonnenstrahlen mittels einer selbstgebastelten, beweglichen Konstruktion aus fast 700 Spiegeln gebündelt und zielgerichtet auf ein Ziel gerichtet. Genauer gesagt auf einen Rost. Darauf nimmt dann das liebe Federvieh Platz und ist nach gut zwölf Minuten durch. Da können die Weber-Brüder einpacken.
Aktuell ist das Gerät zwar nicht im Einsatz, aber eine Vorführung ist jederzeit möglich. Der Herr Erfinder bewirtschaftet sein Restaurant selbst und ist gerne bereit, die Konstruktion im eigenen Garten ganz in der Nähe vorzuführen. Ein Huhn ist zwar gerade nicht bei der Hand, aber eine Demonstration gelingt trotzdem ganz anschaulich. Die Spiegel werden mit ein wenig Handarbeit nach der Sonne ausgerichtet und die Strahlen auf den Grill gelenkt. Nach weniger als einer Minute ist dieser so heiß, dass das darauf gespritzte Wasser sofort zischend verdampft.

Solar Chicken Thailand
Auf die Plätze, fertig, gar!

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Heiße Schokolade
Ein Snack für Fortgeschrittene
Zwillingstürme
Wasser marsch

Donnerstag, 26. August 2021

Das Internet vergisst nie

Falls zuhause mal wieder das Internet weg ist, weiß ich jetzt was zu tun ist: In Alexandria gibt es in der Bibliothek eine physische Kopie des Internetarchivs. Da kann man sicher weiterhelfen.
Bereits im Altertum war die Bibliothek von Alexandria eine der wichtigsten Anlaufstellen für Wissbegierige und ziemlich prominent. Da die Sache mit der Vernetzung aber damals nur schleppend in die Gänge gekommen ist, hat man das Teil irgendwann vorsichtshalber in Brand gesteckt. Julius Caesar und einige seiner Zeitgenossen gehören zum Kreis der Verdächtigen.
Inzwischen aber hat sich der Stand der Technik eher inflationär entwickelt, so dass um die Jahrtausendwende ein neuer Anlauf gestartet worden ist. Eine neue Bibliothek bewahrt unter anderem einen Teil der Internetgeschichte auf. Das benötigt natürlich ordentlich Rechentechnik, rund 5 Millionen Gigabyte stehen an Speicherplatz zur Verfügung. Die ganze Technik produziert aber scheinbar vor allem Abwärme. Jedenfalls ist die ganze Stadt ausreichend mit Temperatur versorgt.

Internet-Archive in der Bibliothek von Alexandria
Jemand Fragen zu Office Updates aus dem Jahr 1999?

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Togo or not to go
Internet aus der Dose
Influenza
Männer, die auf ein Smartphone starren

Sonntag, 26. Januar 2020

Schwerlasttransport

Aus Gründen stehe ich mit dem kompletten Gepäck vor dem Besucherzentrum des Panamakanals. Genauer gesagt aus genau einem Grund: Auf einem der größten Busbahnhöfe des Kontinents ist das Aufbewahren von Gepäck nicht möglich. Keine Chance. Nicht bei einer offiziellen Aufbewahrung, nicht auf inoffiziellem Weg für ein paar Dollar in einem Shop oder bei einem Kartenverkaufsschalter. Einzig die Jungs, die für Frachtversand zuständig sind, machen das wohl, heute aber haben sie frei.
Also versuche ich mein Glück im Besucherzentrum. Den großen Rucksack hierlassen? Unmöglich. Aber auf die Runde mitnehmen ist kein Problem. In dem Moment fällt mir ein, dass dieses Gebiet bis von einigen Jahren noch unter US-Amerikanischer Verwaltung gestanden hat. Die damals Verantwortlichen hätten mich bei meiner Ausstattung wahrscheinlich längst mittels einer geeigneten Waffe samt Gepäck verdampfen lassen. Schlussendlich finde ich einem Café einen netten Platz für meinen Rucksack und die Angestellte freut sich über ein kleines Trinkgeld.
Und dann habe ich endlich Zeit für den Kanal, vor etwas mehr als hundert Jahren von Franzosen und Amerikanern aus dem bzw. in den Boden gestampft. Gerade wird der Tanker Sandpiper Pacific in eine der Schleusen manövriert. Der Kutter spart auf dem Weg von Ingleside, Texas nach Callao, Peru mindestens 13.500 Kilometer an Strecke und 21 Tage auf See. Da kann man dann auch mal horrende Gebühren für die Durchfahrt bezahlen. Kurz überlege ich, durch die Schleuse zu schwimmen, mit meiner Zuladung und Größe müsste das fast schon ein Schnäppchen sein. Ich habe aber keine Lust, die nächsten Tage in einer Warteschlange schwimmend zu verbringen und mache mich dann doch lieber auf den Weg zum Flughafen.

Tanker Sandpiper Pacific im Panamakanal
Passt, wackelt und hat Luft

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Jeder hat sein Päckchen zu tragen
Gilt als zugestellt
König der Landstraße
Überholen ohne Einzuholen

Mittwoch, 22. Januar 2020

Lichtgestalten

Manche Leute werfen sich ganz komische Sachen ein um so einen Effekt zu erzielen, ich hingegen schwimme bei sternenklarem Himmel einfach durch biolumineszierendes Plankton. Das Zeug fängt an zu leuchten, sobald es in Bewegung versetzt wird. Laut wissenschaftlichen Erklärungen dient dieses Verhalten in erster Linie zur Abschreckung von Fressfeinden. Mich jedoch schreckt das nicht ab, aber ich bin ja auch kein Fressfeind des Planktons. Wenn ich mir aber vorstelle, dass mein Essen im Dunkeln leuchten würde ...
Jedenfalls hat es überall nur noch kleine Punkte um mich herum. Sterne am Himmel über Wasser und kleine, grüne im Wasser. Irre. Und manchmal hat es auch ganz große, ganz helle Punkte, wenn einige Unverbesserliche versuchen, das Phänomen mit Blitzlicht zu fotografieren. Ich bin da zuversichtlich, was das Ergebnis angeht. Diese Existenzen würden ihrerseits wohl keine geeignete Strategie gegen das Gefressen werden entwickeln können. Müssen sie auch nicht, zumindest nicht gegen die Fressfeinde des Planktons, denn das ganze Spektakel betrachten sie dann doch lieber aus dem sicheren Boot heraus.

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Der Elefant im Raum
Mittagessen in luftiger Höhe
Fischsuppe
Sie sind überall

Samstag, 28. Dezember 2019

Trinke lieber ungewöhnlich

Auf der Suche nach einer der besten Cocktailbars in Madrid müssen einige Hinweise entschlüsselt werden. Es handelt sich nämlich wie zu Zeiten der Prohibition um eine geheime Bar, jedenfalls so geheim wie es in Zeiten des Internets nur sein kann.
Die Hinweise sind eher vage, aber ein erfahrener Genießer lässt sich von sowas ja nicht abschrecken. Von einem Hotel und dessen Restaurant ist da die Rede, von Toiletten im Untergeschoss und einer unauffälligen Schiebetür. Als erstes gilt es aber die Platzanweiserin des Lokals zu überwinden, denn Hunger habe ich keinen mitgebracht. Dazu muss ich nur den korrekten Namen des Ziels nennen und bekomme dafür die mir bereits bekannte Wegbeschreibung. Schiebetüren gibt’s am Ende sogar zwei, wahlweise gelangt man in ein Geschirrlager oder eben an die Bar.
Schweren Herzens entscheide ich mich für Tür zwei und nehme ein wohlverdientes Getränk zu mir. Basis dafür ist ein 14 Jahre alter Rum, dazu kommt noch ein wenig Hokuspokus mit Geschmack. Lecker! Ergebnisorientiertes Trinken entfällt leider, nach einem Cocktail muss ich schon wieder gehen. Am nächsten Tag wartet schließlich ein Transatlantikflug auf mich und außerdem kostet das eine Getränk hier mehr als ein ganzer Tag Leben in Kolumbien.

Clandestino (geheime Bar) in Madrid
Auf dem richtigen Weg

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Sierra Leones Nationalgetränk
In zehn Schritten zum Ziel
Hurra Hurra die Post ist da
Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung

Montag, 7. Januar 2019

Reichlich Karma

Mit dem Pilgern an sich habe ich es ja eigentlich nicht so, daher muss es sich schon besonders lohnen, damit ich mich mal auf den Weg mache. Hier in Sri Lanka gibt es mit dem Adams Peak einen Berg, der gleich für drei bis vier der Weltreligionen von besonderer Bedeutung ist. Steige einmal rauf, bekomme gleich viermal Karmapunkte. Na wenn das nichts ist.
Apropos Aufstieg: Stellvertretend für jede der vier Religionen sind hier ca. 1.300 Stufen installiert worden. Das entspricht unter dem Strich in etwa 50-mal zuhause in die vierte Etage laufen und – Überraschung! – am Ende auch wieder runter. Ein Fest für den Muskelkater.
Zumindest jeder gute Buddhist sollte das im Leben einmal gemacht haben, wer es sogar mehrmals getan hat gilt hingegen als Volltrottel. Denn die Stufen (ohne war es früher allerdings wohl auch nicht einfacher) überwinden ca. 1.000 Höhenmeter. Dabei ist was Höhe und Tiefe angeht natürlich keine wie die andere. Trotzdem quälen sich Unmengen an Leuten hoch, von Babys, die getragen werden, bis zu Alten und Gebrechlichen, die quasi hinaufgeschoben werden müssen.
Oben befindet sich dann eine Vertiefung im Boden, die je nach Verein als Fußabdruck Buddhas, Shivas oder Adams gilt. Für Leute, denen Fußabdrücke egal sind, gibt es aber noch einen anderen Grund für den Aufstieg. Der Sonnenaufgang und die Aussicht sind einfach sagenhaft. Und da man dafür drei Uhr nachts losläuft, braucht man nicht mal Sonnencreme. Geschwitzt wird aber trotzdem ordentlich.

Adams Peak, Sri Lanka
Nur noch 5.200 Stufen, ungefähr

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Das Wort zum Sonntag
Viel hilft viel
Ende gut alles gut
Reisebericht Bangkok - Alles Wat oder was?

Mittwoch, 17. Januar 2018

Nilathlon

Einmal in Jinja, direkt an einer der Quellen des Nils gelegen, wollte ich den Fluss gestern mal abpaddeln. Hat leider nicht geklappt, die Behörden haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Südsudan stellt als Binnenland leider kein Visum für die Einreise auf dem Wasserweg aus. Was also tun?
Kurzerhand habe ich eine neue Sportart erfunden. Das Ganze basiert auf dem Triathlon, kombiniert also verschiedene einzelne Disziplinen miteinander. Erste Teildisziplin ist das Laufen. Es geht 500 Meter von der Unterkunft zum Fahrradverleih. Danach, man ahnt es schon, wird Fahrrad gefahren. Gut 60 Kilometer parallel zum Nil über ugandische Nebenstraßen, größtenteils ohne Asphaltschicht. Dafür mit sehr viel Staub, da es länger nicht ernsthaft geregnet hat. Leider sind außer mir noch diverse andere Aufwirbler unterwegs, so dass ich am Ende der Tour wie ein Zebrastreifen auf zwei Beinen aussehe. Es geht ständig auf und ab, abschnittsweise kann man es richtig schön rollen lassen. Für Anfeuerungsrufe sorgen permanent Kinder am Wegesrand. Muzungu!
Den dritten und letzten Teil des Mehrkampfes übernimmt auf dem Rückweg dann aber doch die Abteilung Kajak. Immerhin 1.000 Meter, also doch einen erheblichen Teil des Flusslaufes, gilt es zu bezwingen. Wenigstens erspare ich mir aber so die Passage der Itanda Falls, die lassen sich aus dem Kajak heraus auch schlecht fotografieren. Stattdessen habe ich neben meinem Rad gemütlich am Ufer gesessen. Sollte Uganda mal die Olympischen Spiele ausrichten müssen, hätte der Nilathlon sicher gute Karten, als neue Sportart ins Programm aufgenommen zu werden.

Itanda Falls bei Jinja / Uganda
Blick von Land aus

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Fata Morgana
Radprofi
Höhlentauchen einmal anders
Strandnotizen

Donnerstag, 11. Januar 2018

Die Null muss stehen

Wenn dies bei der geographischen Breite der Fall ist, dann handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den Äquator. Diese schlanke Linie misst gute 40.000 Kilometer, von denen aber nur etwas mehr als ein Fünftel über Land verlaufen. Eigentlich ziemlich unpraktisch, von daher schien die Gelegenheit für einen Besuch hier in Uganda recht günstig.
Doch ganz so einfach ist das leider nicht. Deutlich macht sich die gegenüber Zuhause um ca. 600 km/h höhere Rotationsgeschwindigkeit der Erde bemerkbar. Ständig sucht man irgendwo nach Halt, das Vorwärtskommen ist für ungeübte nicht immer ganz einfach. Selbst der Bus braucht über eine Stunde, nur um aus Kampala herauszukommen. Außerdem spürbar: Die größtmögliche Entfernung zu den Polen. Es ist schön warm hier, die Angabe 0° gilt hier jedenfalls in keinster Weise für die Temperatur. Und gleich noch eine gute Nachricht hinterher, ich wiege – bei gleicher Masse – hier weniger als daheim. Oder liegt das etwa doch am heute entfallenen Frühstück?
Sei es wie es sei, an der Linie angekommen, kommt natürlich was kommen musste: Es ist halt nur eine Linie. Allerdings ist man bei der Wahl des Verlaufs doch recht kompromisslos vorgegangen. Hier bei Kayabwe zum Beispiel haben sie das Ding aber wirklich mitten durch ein Restaurant gelegt. Vermutlich sind die Verantwortlichen vor Ort hungrig geworden.

Äquator bei Kayabwe / Uganda
Der Linienverlauf

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Direktverbindung
Heimreise
Überholen ohne Einzuholen
Zurück in die Zukunft

Samstag, 6. Januar 2018

Verwandtschaft zu Besuch

Besuche bei der lieben Verwandtschaft laufen meist ähnlich ab. Erst ist man ewig unterwegs und erst einmal angekommen, gilt es ein paar einfache Regeln zu beachten. Nach spätestens einer Stunde muss man wieder los, es ist immer ein Sicherheitsabstand von mindestens fünf Metern einzuhalten, geredet werden sollte nur im Notfall und zum gegenseitigen Schutz wird eine Atemmaske getragen. Wer sich jetzt an seinen letzten Besuch bei Schwiegermutter erinnert fühlt, befindet sich hier thematisch aber auf der falschen Fährte.
Vielmehr geht es um den Besuch bei den Berggorillas im Virunga Nationalpark im Kongo. Drei der insgesamt zwölf an Menschen gewöhnte Gruppen können heute im Dschungel besucht werden. Fährtenleser sind in aller Herrgottsfrühe losmarschiert und haben die Tiere aufgespürt. Bei der Zuordnung der Besucher zu den Gruppen fällt doch allen Ernstes die Frage, welche denn am weitesten weg sei, denn man laufe gerne weit. Da sind sie wieder, die zwei Belgier aus dem vorangegangenen Bericht.
Ich schließe mich aber viel lieber einer Gruppe mit einem eher entgegengesetzten Ansatz an. Mit von der Partie ist unter anderem ein amerikanischer Biologe, der durchaus als Vorlage für die Figur des Sheldon Cooper herhalten könnte. Sehr witzig. Trotz der vermeintlich einfacheren Route ist es ein ganz schöner Kampf bis der Ort des Geschehens erreicht ist. Die Tiere können sich glücklich schätzen, dass sie nicht auch jeden Tag von der Ranger-Station aus loslaufen müssen.
Daher wirken die Gorillas beim Erreichen sehr entspannt und die zwei Babys der Gruppe veranstalten ein nettes Showprogramm mit diversen Klettereien. Scheinbar haben die Affen das Memo mit den Verhaltensregeln aber nicht erhalten. Als das Zurückweichen einmal nicht möglich ist, drängeln sich zwei der Tiere in nur dreißig Zentimetern Entfernung an uns vorbei. Und Atemmasken trägt auch keiner von ihnen.
Auf dem Rückweg werden wir dann gefeiert wie Könige, dass liegt aber entgegen erster Vermutungen doch nicht am Schwierigkeitsgrad der zurückgelegten Strecke. Vielmehr freuen sich Kinder einer Siedlung am Wegesrand über uns Muzungus (Bleichgesichter), da hier scheinbar nicht sehr häufig Besuchergruppen vorbeikommen. Absoluter Höhepunkt für die Kleinen sind das Anfassen eines Weißen (nur für ganz Mutige) und ein neues Spielzeug: Eine leere Wasserflasche wird wie eine Trophäe behandelt. Am Ende des Tages sind also nicht nur die Besucher zufrieden eingeschlafen.

Berggorillas im Virunga-Nationalpark / DR Kongo
Die liebe Verwandtschaft

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Super Amazonas
Spielvorbereitung
Auf Augenhöhe
Hände schütteln

Freitag, 5. Januar 2018

See-nsationell

Zwei Belgier, zwei Deutsche und eine Griechin klettern einen aktiven Vulkan hinauf. Normalerweise beginnt so ein Witz, so richtig witzig ist es aber nicht. Der Hüne hört auf den etwas sperrigen Namen Nyiragongo und seine Spitze reicht fast an die 3.500 Meter heran. Für uns stehen ziemlich genau 1.500 Höhenmeter auf einem acht Kilometer langen Weg auf dem Programm. Die erste halbe Stunde geht es kaum bis eher unauffällig ansteigend voran, danach eskaliert das Profil. Da ist man dann anstiegsmäßig bei Prozentzahlen, die selbst Bergfahrern bei den großen Radrundfahrten die Tränen in die Augen treiben.
Vorneweg marschiert die Belgierin, die mit ihrem Freund Triathlon betreibt. Laufen ist dabei angeblich nicht so die liebste Teildisziplin. Möglicherweise hätte sie hier und heute lieber das Fahrrad genommen. Bei jeder Pause sitzt sie so da, als würde sie gerade während einer Städtereise auf die U-Bahn warten. Ganz anders die Griechin, die sich unterstützt von ihrem Freund den Schotterweg hinauf kämpft. Genau diese Tour als ihre erste dieser Art auszuwählen bereut sie sicher inzwischen.
Irgendwo dazwischen zähle ich die Steine des Schotterweges und höre zwischen drei und vier Millionen auf. Begleitet werden wir von zwei bewaffneten Rangern, einem Koch und mehreren Trägern, die teils in Gummistiefeln laufen als wäre es nichts. Dreimal pro Woche macht ein jeder diese Tour mit. Unterwegs fängt es ordentlich an zu schütten und kurz vor dem Gipfel zieht auch noch Nebel auf. Oben wird bei knapp unter zehn Grad in kargen Hütten, die nichts als eine Matratze enthalten, genächtigt. Strom und fließendes Wasser sind am Ausgangspunkt der Tour zurückgelassen worden. Um fünf Uhr früh klingelt dann der Wecker für den Abstieg. Auf halber Höhe kommt uns eine Einheimische entgegen, die zwei Kanister zu je zwanzig Litern Wasser zu einem Kontrollpunkt kurz unter dem Gipfel schleppt. Vermutlich bekommt sie dafür nicht viel mehr als ein Trinkgeld und schafft die einfache Strecke in ihren Flip-Flops in ein bis zwei Stunden weniger als ich. Wenn ich allerdings diese Art von Schuhwerk hätte tragen dürfen...
Inzwischen stellt sich dem einen oder anderen vielleicht die Frage, warum zum Henker man so etwas auf sich nimmt. Beantworten möchte ich das mit einem Bild, denn das sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

Lavasee im Krater des Nyiragongo-Vulkans im Virunga-Nationalpark / DR Kongo
Baden ist im größten Lavasee der Welt nicht zu empfehlen

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Reichlich Karma
Spielvorbereitung
The Big Bang
Das Ganze stinkt zum Himmel

Samstag, 30. Dezember 2017

Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Preisfrage: Beim Besuch welcher Weltkulturerbe-Sehenswürdigkeit in Istanbul spielen Plastetüten eine entscheidende Rolle? Ein kleiner Tipp dazu: Frau trägt dort in dieser Saison mehr oder weniger gerne eine Art gelben Kartoffelsack und ein blaues Tuch. Spätestens jetzt ist sicher klar, dass es sich um die Blaue Moschee handelt.
Beim Besuch gilt es natürlich, ein paar Regeln zu beachten. Neben den Besuchszeiten und grundsätzlichen Verhaltensmaßnahmen geht es vor allem um die Kleidung. Wie in allen anderen Moscheen auch müssen Schuhe beim Betreten ausgezogen werden. Damit die Hunderte von Tretern nicht durcheinandergeraten, werden die oben genannten Tüten verteilt. Das ist hygienisch sicher einwandfrei, umwelttechnisch aber garaniert noch ausbaufähig. Das verpackte Schuhwerk darf dann gerne in einen der zahllosen dafür bereitgestellten Regale abgestellt werden. Die meisten Gäste allerdings ignorieren dieses Angebot und führen lieber ein zusätzliches Gepäckstück mit sich herum. Und wenn man - oder besser Frau - nicht den Regeln entsprechend gekleidet ist, gibt's vom Veranstalter die zwei genannten Kleidungsstücke gratis dazu.

Outfit für Besucherinnen in der Blauen Moschee in Istanbul
Was nicht passt, wird passend gemacht

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Nach einer wahren Begebenheit
Wer schön sein will muss leiden
Ein Unterschied wie Tag und Nacht
Die Tüte allen Übels

Donnerstag, 12. Januar 2017

Freigetränke

Es ist - vorsichtig formuliert - Vormittag, ich habe noch nichts gegessen und ein doppelter Mezcal rauscht gerade meine Kehle hinunter. Ein doppelter Tequila steht noch vor mir. Was für viele nach einem ganz gewöhnlichen Urlaub auf Mallorca klingt, ist mir in Mexiko-Stadt passiert. Und im Gegensatz zu den Ballermännern kann ich das sogar unter Kultur verbuchen, denn ich befinde mich im Museum für Mezcal und Tequila.
Das Verhältnis zwischen Verkaufs- und Ausstellungsfläche ist offensichtlich unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewählt worden. Dennoch erfährt man in aller Kürze das Wichtigste zur Kultivierung des Rohstoffs und zur Herstellung des Produkts. Danach geht es an einer endlosen Galerie mehr oder weniger skurriler Flaschen vorbei zur im Preis inbegriffenen Verköstigung.
Mezcal ist nicht so mein Fall, der vorgestellte Tequila sagt mir da eher zu. Dennoch komme ich ohne Geldverlust durch den angrenzenden Museumsladen mit beeindruckender Auswahl. Ich habe einfach keine Lust, so eine Flasche durch die ganze Stadt zu tragen.

Museum für Tequila und Mezcal in Mexiko-Stadt
Was darf's denn sein?

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Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung
Happy Birthday
Internationale Härte
Einfach unfassbar

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Im Urlaub nimmt man sich die Zeit

Zuhause im Alltagsstress geht ja so einiges unter, früher war irgendwie mehr Zeit. Einiges schiebt man schon wirklich lange vor sich her, die letzte Rettung scheint da der Urlaub zu sein. Vielen kommt da dann zum Beispiel die Lektüre eines guten Buches in den Sinn, ich hingegen war schon lange Zeit nicht mehr des Nachts auf einem Friedhof unterwegs.
In Mérida kann so ein Ausflug jeden Mittwoch unternommen werden. Getroffen wird sich zwar am Hintereingang des Geländes, legal scheint das Ganze aber trotzdem zu sein. Ein vermutlich Sachkundiger gibt untermalt von seichter Musik jede Menge Fachwissen zum Besten. Mein Fachvokabular Spanisch im Bereich Gottesacker ist aber eher überschaubar, genau genommen umfasst es nicht mehr als dieses eine Wort. So entferne ich mich vom Gruppenleiter und seiner überdimensionierten Lautsprecherbox im Rollkofferformat und erkundige den gut ausgeleuchteten Acker weitestgehend alleine. Im Wind knarzende Äste und kreischende Polizeisirenen sorgen dabei für stimmungsgerechte Atmosphäre. Leider ist nach einer knappen Stunde schon Schluss, die Toten müssen wahrscheinlich um neun ins Bett.

Friedhof in Mérida / Mexiko bei Nacht
Licht aus - Spot an

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Ein Spaziergang durch Hanoi
Mal so richtig abhängen
Das Geisterhaus
Die Welt ist ein Dorf

Sonntag, 17. Januar 2016

Zurück zu den Anfängen

Beim Schnorcheln gilt zumeist je abgeschiedener desto besser. Weil nämlich einfach für viele andere das naheliegende Bequemere das Mittel der Wahl ist und es dort dann leider häufig überlaufen und / oder kaputt getrampelt ist. Vor allem von Leuten, die ihre Urlaubsfotos mit dem iPad machen, die beim Schnorcheln eine Schwimmweste tragen und mit dem ersten Schlag ihrer Flossen so viel Sand aufwirbeln, dass die Sicht für die nächsten zwei Wochen nicht ganz optimal ist.
Anders hier auf Apo Island, von zu Hause im Optimalfall mit vier Mal umsteigen in schätzungsweise knapp 30 Stunden erreichbar. Wer hierher kommt, weiß worauf er sich einlässt. Das sind im Wesentlichen kein fließendes Wasser und für die meiste Zeit des Tages kein Strom sowie im besten Falle sehr kurzfristig verfügbares Internet. Aber eben auch die überragende Unterwasserwelt.
Und dafür nimmt dann selbst die Generation Facebook zumeist klaglos ein wenig offline in Kauf und man unterstützt sich bei der optimalen Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Steckdosen. Dass die beiden Wassertonnen im Bad besser nicht verwechselt werden sollten, ist auch schnell klar. Abends ist dann gegen 21:00 für alle Feierabend, weil erstens gleich das Licht ausgeht und zweitens alle am nächsten Morgen beizeiten zum ersten Tauchgang aufbrechen.

Weihnachtsbaum aus Kokosnüssen auf Apo Island / Philippinen
Auch beim Weihnachtsbaum wird improvisiert

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Friedhof unter Wasser
Influenza
Versorgungslücke
Licht aus - Spot an

Sonntag, 3. Januar 2016

Ein Spaziergang durch Hanoi

Wenn man mal so richtig gemütlich durch Hanoi schlendern möchte, empfiehlt es sich, sich in die Schlange am Hồ Chí Minh-Mausoleum einzureihen. Die knapp einen Kilometer lange Tour dauert an einem gewöhnlichen Sonnabendvormittag ziemlich genau eine Stunde, inklusive Besuch beim Gastgeber.
Mehr als entspanntes Schlendern also, den Schnitt verfälschen allerdings die Sicherheitskontrolle und temporäre Absperrungen für Spaziergänger quer zur Route. Hos Leute sehen entlang des Wegs nach dem Rechten, allzu sperriges Gepäck bleibt ebenso draußen wie unangemessen gekleidete Gäste. Allerdings ist inzwischen scheinbar so einiges angemessen. Was jedoch gar nicht geht, ist eine Mütze auf dem Kopf, mehrere Gäste werden darauf hingewiesen. Einfach nur gerade rücken reicht auch nicht, ein Herr vor mir in der Schlange hat's probiert. Eine knappe halbe Minute bekommt man laufenden Schrittes Audienz im sehr angenehm klimatisierten Hauptraum.
Der Alte selbst sieht für seine 125 Jahre noch ganz gut aus und wirkt ziemlich entspannt, wahrscheinlich, weil erst vor kurzem wieder in Russland zum alljährlichen Kuraufenthalt gewesen ist. Sehr gesprächig ist er aber nicht, und weil das scheinbar immer so ist, redet auch sonst keiner. Ziemlich schnell wird es ihm aber dann doch zu viel und nach drei Stunden wird Punkt elf Uhr abgeschlossen. Vermutlich freut er sich schon auf Montag, da hat er nämlich frei.

Hồ Chí Minh Mausoleum in Hanoi / Vietnam
Onkel Toms, äh Hos Hütte

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Gestorben wird immer
Hochzeitsmarsch
Mal so richtig abhängen
Laufend zum Ziel

Mittwoch, 23. Januar 2013

Automuseum

Es gibt wirklich ein solches in Havanna, zum Teil angestaubt und eng an eng stehen einige unspektakuläre Mobile zusammengepfercht in einem Eckhaus.
Dabei ist die ganze Stadt ein Museum fahrbarer Untersätze. Angefangen bei amerikanischen Straßenkreuzern der 50er und 60er, ganz dem Klischee entsprechend. Teilweise nur noch von Farbe und gutem Willen zusammen gehalten, teilweise aber auch auf Hochglanz poliert als Touritaxi unterwegs. Weiter gehts mit Autos aus Staaten des ehemaligen Ostblocks, die es schon längst nicht mehr gibt. Die Autos fahren aber sicher auch noch im nächsten Jahrtausend durch Havannas Straßen. Und zu guter Letzt, deutlich unterrepräsentiert vor allem Koreaner, Chinesen und Franzosen neueren Baujahrs. In der Minderheit sind sie wahrscheinlich deswegen, weil sie im Wesentlichen für die hiesigen Tüftler irreparabel sind.

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Autokartenspiel
Schatten der Vergangenheit (7)
Schatten der Vergangenheit (3)
Personennahverkehr