Posts mit dem Label Such & Find werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Such & Find werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 18. Januar 2025

Dieser Beitrag kann Spuren von Schule enthalten

Mit Straßennamen, Wegweisern und Ortsschildern ist das auf den Philippinen so eine Sache. Gerne aber auch mal eher keine Sache, da hilft dann nur, andere Orientierungspunkte zu wählen. In der Stadt ist das noch recht einfach, Dinge wie nach der zweiten Querstraße oder hinter der Kirche sind sicher einfach zu identifizieren.
Wenn man aber mit dem Motorroller unterwegs ist, wirds schon schwerer. So etwas wie drei Dörfer weiter ist nämlich schwierig, wenn die Dörfer ineinander übergehen und als solche nicht ausgeschildert sind. Allerdings hat das Land noch ein Ass im Ärmel, es hat sich eine todsichere Methode zur Orientierung herauskristallisiert. Da hier die Bevölkerungspyramide noch auf der Basis steht, verfügt wirklich jedes Dorf zumindest mal über eine handelsübliche Grundschule. Und im Gegensatz zu manchen Städten sind Schulen nicht nach Personen der jüngeren Geschichte, sondern einfach nach dem Ort oder dem Stadtteil benannt.
Obendrein steht die Schule auch fast immer an der Hauptstraße und ist mit riesigen Lettern beschriftet. Nicht dass einer der Schüler einfach mal schwänzt und behauptet, er hätte die Schule nicht gefunden.

Schule in Basdio (Bohol), Philippinen
Das muss Basdio sein!

WEITERLESEN
Adressermittlung
Namen sind Schall und Rauch
Noch Fragen?
Av. W3 Sul Quadra 704 Bloco M Casa 09

Samstag, 20. Januar 2024

Eine Straßenbahn hat mehr Anhänger als Gay-Lussac

So könnte man meinen, denn hier in Casablanca war mal eine Straße nach ihm benannt. Der Gute hat sich einst in den Bereichen Chemie und Physik verdient gemacht, ist aber vor allem eins gewesen: Franzose. Dies wiederum hat zur Folge, dass man zu Kolonialzeiten ebenjene Straße nach ihm benannt hat.
Spätestens mit dem Erreichen des Halbfinales bei der letzten Fußball-WM hat sich der Wind gedreht, nach und nach werden immer mehr Namen aus der französischen Zeit entsorgt und durch lokale Dinge ersetzt. So hat es eben auch den guten Gay-Lussac erwischt. Ihm selbst ist es vermutlich egal, er ist seit dem Jahr 1850 nicht mehr unter den Lebenden. Die aber noch am Leben sind, haben es im Moment etwas schwer, denn in der Übergangsphase firmiert die Straße unter zwei Namen. Es gibt Schilder zuhauf, denn natürlich ist der Name sowohl auf Arabisch als auch mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Immerhin letzteres kann ich auflösen. Ist aber eigentlich auch egal, da die meisten Casablancaer, Casablancen Einwohner Casablancas sowieso nicht mit Straßennamen operieren. Hier gelten viel mehr andere Bezugspunkte als, nun ja, Bezugspunkte.
Moscheen, Kinos, Banken, Kreuzungen und was sonst noch so im Laufe der Jahre gebaut worden ist, werden zur Orientierung herangezogen. Somit ist die Wegbeschreibung zum Flughafen dann ungefähr die Folgende: Die Straße runter bis zur zweiten Kreuzung, dann am Bahnhof zum Gleis ganz rechts und mit dem Zug dann bis zur letzten Station fahren.

Straßennamen in Casablanca
Neue Straße

WEITERLESEN
Dieser Beitrag kann Spuren von Schule enthalten
Lost in Transcription
Laufend zum Ziel
Av. W3 Sul Quadra 704 Bloco M Casa 09

Sonntag, 26. Januar 2020

Schwerlasttransport

Aus Gründen stehe ich mit dem kompletten Gepäck vor dem Besucherzentrum des Panamakanals. Genauer gesagt aus genau einem Grund: Auf einem der größten Busbahnhöfe des Kontinents ist das Aufbewahren von Gepäck nicht möglich. Keine Chance. Nicht bei einer offiziellen Aufbewahrung, nicht auf inoffiziellem Weg für ein paar Dollar in einem Shop oder bei einem Kartenverkaufsschalter. Einzig die Jungs, die für Frachtversand zuständig sind, machen das wohl, heute aber haben sie frei.
Also versuche ich mein Glück im Besucherzentrum. Den großen Rucksack hierlassen? Unmöglich. Aber auf die Runde mitnehmen ist kein Problem. In dem Moment fällt mir ein, dass dieses Gebiet bis von einigen Jahren noch unter US-Amerikanischer Verwaltung gestanden hat. Die damals Verantwortlichen hätten mich bei meiner Ausstattung wahrscheinlich längst mittels einer geeigneten Waffe samt Gepäck verdampfen lassen. Schlussendlich finde ich einem Café einen netten Platz für meinen Rucksack und die Angestellte freut sich über ein kleines Trinkgeld.
Und dann habe ich endlich Zeit für den Kanal, vor etwas mehr als hundert Jahren von Franzosen und Amerikanern aus dem bzw. in den Boden gestampft. Gerade wird der Tanker Sandpiper Pacific in eine der Schleusen manövriert. Der Kutter spart auf dem Weg von Ingleside, Texas nach Callao, Peru mindestens 13.500 Kilometer an Strecke und 21 Tage auf See. Da kann man dann auch mal horrende Gebühren für die Durchfahrt bezahlen. Kurz überlege ich, durch die Schleuse zu schwimmen, mit meiner Zuladung und Größe müsste das fast schon ein Schnäppchen sein. Ich habe aber keine Lust, die nächsten Tage in einer Warteschlange schwimmend zu verbringen und mache mich dann doch lieber auf den Weg zum Flughafen.

Tanker Sandpiper Pacific im Panamakanal
Passt, wackelt und hat Luft

WEITERLESEN
Jeder hat sein Päckchen zu tragen
Gilt als zugestellt
König der Landstraße
Überholen ohne Einzuholen

Samstag, 28. Dezember 2019

Trinke lieber ungewöhnlich

Auf der Suche nach einer der besten Cocktailbars in Madrid müssen einige Hinweise entschlüsselt werden. Es handelt sich nämlich wie zu Zeiten der Prohibition um eine geheime Bar, jedenfalls so geheim wie es in Zeiten des Internets nur sein kann.
Die Hinweise sind eher vage, aber ein erfahrener Genießer lässt sich von sowas ja nicht abschrecken. Von einem Hotel und dessen Restaurant ist da die Rede, von Toiletten im Untergeschoss und einer unauffälligen Schiebetür. Als erstes gilt es aber die Platzanweiserin des Lokals zu überwinden, denn Hunger habe ich keinen mitgebracht. Dazu muss ich nur den korrekten Namen des Ziels nennen und bekomme dafür die mir bereits bekannte Wegbeschreibung. Schiebetüren gibt’s am Ende sogar zwei, wahlweise gelangt man in ein Geschirrlager oder eben an die Bar.
Schweren Herzens entscheide ich mich für Tür zwei und nehme ein wohlverdientes Getränk zu mir. Basis dafür ist ein 14 Jahre alter Rum, dazu kommt noch ein wenig Hokuspokus mit Geschmack. Lecker! Ergebnisorientiertes Trinken entfällt leider, nach einem Cocktail muss ich schon wieder gehen. Am nächsten Tag wartet schließlich ein Transatlantikflug auf mich und außerdem kostet das eine Getränk hier mehr als ein ganzer Tag Leben in Kolumbien.

Clandestino (geheime Bar) in Madrid
Auf dem richtigen Weg

WEITERLESEN
Sierra Leones Nationalgetränk
In zehn Schritten zum Ziel
Hurra Hurra die Post ist da
Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung

Donnerstag, 5. Januar 2017

In zehn Schritten zum Ziel

Es ist tatsächlich vollbracht, ich bin stolzer Besitzer eines Tickets für ein NBA-Spiel in Mexiko-Stadt. Und das ging total einfach, also relativ einfach, genauer gesagt nicht ganz so einfach, um ehrlich zu sein war es furchtbar kompliziert. Für alle, die vielleicht auch mal eine Karte für eine Veranstaltung in Mexiko brauchen, so hat es funktioniert:

1.
Ein Online-Ticketportal ausfindig machen. Das war wirklich einfach.
2.
Am ersten Verkaufstag eine Karte buchen und mit einer deutschen Kreditkarte bezahlen. Klappt nicht, die Karte wird leider nicht akzeptiert.
3.
Alternative Zahlungsarten prüfen, die Option "Reservieren und vor Ort im Supermarkt bezahlen" ist das Mittel der Wahl. Karte buchen und in der Bestätigungsmail lesen, dass die Bestellung verfällt, wenn sie nicht binnen 24 Stunden eingelöst wird. Feststellen, dass der Flug erst in drei Monaten geht.
4.
Freunden davon erzählen, die wiederum Freunde in den Staaten haben und diese in die Spur schicken. Schließlich kommen die Mannschaften aus den USA. Dankend ablehnen, nachdem horrende Preise aufgerufen werden, noch dazu bei Buchung über eine dubiose Webseite.
5.
Endlich nach Mexiko fliegen und vor Ort nochmal buchen, zum Glück gibt es noch bezahlbare Karten. Eine Bestätigungsmail erhalten.
6.
Diese Mail in einem Internetcafé ausdrucken.
7.
Mit dem Ausdruck an der Supermarktkasse bezahlen. Selbstverständlich, nichts leichter als das.
8.
Eine weitere Mail mit der Bestätigung der Transaktion und einem Code für das Ticket erhalten.
9.
Die laut Online-Recherche einzige in der Nähe der Unterkunft befindliche Abholstation für das Ticket, eine Apotheke der Kette X, aufsuchen. In Erfahrung bringen, dass es sich zwar um eine Apotheke handelt, diese aber nicht mehr zur Kette X gehört. Eine Ticketübergabe findet leider nicht statt.
10.
Mit dem Auto quer durch die Millionenstadt düsen und es bei einer weiteren Apotheke versuchen. Sie wollen ein Ticket haben? Kein Problem, einmal den Drucker anwerfen und fertig.

Noch ein kleiner Tipp für alle, die wirklich dieser Anleitung folgen wollen: Ich sehe da noch Optimierungsmöglichkeiten.

Das Ticket für die NBA Global Games in Mexiko-Stadt
Wehe wenn das kein ÜBERRAGENDES Spiel wird

WEITERLESEN
Togo or not to go
Hurra Hurra die Post ist da
Schnipseljagd
Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Montag, 28. Dezember 2015

Pandamonium

Wer kennt sie nicht, die gleichnamige Zeichentrickserie aus den Achtzigern? Die drei drolligen, namensgebenden Hauptdarsteller gibt's in Chengdu in echt zu sehen. Nur leider sind sie nicht so einfach zu finden. Allerdings nicht, weil wie vermutet der Homo sapiens mal wieder eine Tierart beinahe ausgerottet hat, sondern weil im Vorfeld nur schwerlich Informationen zu man-muss-zweimal-umsteigen-und-quer-durch-die-Stadt-fahren zu finden waren. Einzige zuverlässige Informationsquelle war eine rein chinesischsprachige Webseite, die Verbindungsinformationen in sagen wir mal künstlerisch wertvoller Form ausgespuckt hat.
Nichtsdestotrotz mache ich mich mit Christopher aus der Nähe von Hamburg auf den Weg. Er spricht ungefähr zehn Worte mehr Chinesisch als ich (also zehn), und auch er will auf dem Weg nach Hongkong sein Transitvisum nutzen. Unterwegs hilft zur groben Orientierung die altbewährte Links-Rechts-Fluss-Autobahn-Taktik beim Blick auf die Karte und schließlich unterstützen noch diverse hilfsbereite Locals mit Händen und Füßen bei der Busauswahl und beim Ausstieg. Zwei Weißbrote fallen eben auf, noch dazu, wenn der größere zwei Meter misst. Und den Vorortbus benutzen sie wohl nur aus einem Grund. Am Ziel jedenfalls weisen ALLE anderen Fahrgäste eindeutig auf ebenjenes hin. Mit einer tiefen Verbeugung verlasse ich das Fahrzeug.

Der Routenplaner mit der Strecke quer durch Chengdu / China
Alles klar?

WEITERLESEN
Eine Straßenbahn hat mehr Anhänger als Gay-Lussac
Lost in Transcription
Noch Fragen?
Schnitzeljagd durch Buenos Aires

Dienstag, 27. Mai 2014

In einem Taxi durch Salvador

Aufgrund äußerer Umstände wie Temperatur, Dunkelheit und zwei Mitzahlern aus dem Raum Jena hat sich diesmal das Taxi als Transportmittel vom Flughafen zur Unterkunft durchgesetzt. Im Amerika südlich von Texas bedeutet sowas zwar Komfort und relative Sicherheit, aber nicht immer unbedingt auch eine Zeitersparnis. Taxifahrer kennen nämlich vermutlich das Hilton, nicht aber jede einzelne der zahllosen weit günstigeren Unterkünfte mitten im historischen Zentrum. Noch schlimmer ist aber die Tatsache, dass sie dies nicht zugeben wollen.
Erschwerend kommen dann noch beinahe historische Pistenverhältnisse, eine horrende Zahl an Einbahnstraßen sowie Steigungen wie im Hochgebirge hinzu. Zu allem Überfluss gibt es auch noch Straßen, die unter verschiedenen Namen mehr oder weniger bekannt sind. Nach einem Anruf in der Unterkunft, zweimal Nachfragen bei Passanten und insgesamt drei Anläufen in Richtung Zentrum habe ich den Chauffeur dann mit Hilfe des Stadtplans die letzten Meter zum Ziel lotsen können.
Urlaubscheckliste, Punkt Stadtrundfahrt Salvador: Erledigt. Dank des vorher vereinbarten Festpreises sogar sehr entspannt.

WEITERLESEN
Dieser Beitrag kann Spuren von Schule enthalten
Bewirb Dich jetzt!
Pandamonium
Noch Fragen?

Montag, 21. Januar 2013

Eiszeit

An und für sich ist das beim Abflug noch kein Problem, aber wenn bei Temperaturen deutlich unter null Regen ins Spiel kommt, wird es schwierig. Dazu aber später mehr.
Der Flieger von Frankfurt nach Kuba ist gestern als so ziemlich letzter pünktlich abgeflogen, dumm nur dass der Zubringer aus der Heimatstadt zwei Stunden und damit ungefähr eine halbe zu viel Verspätung hatte. Es folgte Anstehen in der Schlange und eine Umbuchung auf einen Flug Frankfurt - Amsterdam - Havanna, Ankunft Montagnachmittag. Zwar nicht in Holguin, aber immerhin schon mal auf der richtigen Insel. Leider kam dann besagter Regen dazwischen und neben dem nach Amsterdam wurden noch weitere knapp 500 Flüge gestrichen. Also wieder anstehen, warten, umbuchen auf Frankfurt - Paris - Havanna, Ankunft Montagabend Ortszeit.
Nach einer Übernachtung im Hotel ging dann heute Morgen der 07:25-Flieger nach Paris um elf. Dort aber hat glücklicherweise auch der Flug nach Havanna reichlich Verspätung. In einer halben Stunde ist Boarding. Vielleicht...

WEITERLESEN
Jeder hat sein Päckchen zu tragen
Fernwärme
Atrasado
Streiken wie Gott in Frankreich

Mittwoch, 14. März 2012

Lost in Transcription

Mit dem Mietwagen im Oman unterwegs zu sein, ist relativ einfach. Breite, gute Straßen, abgesehen vom Berufsverkehr in der Hauptstadt Maskat relativ wenig Straßenverkehr, extrem billiger Sprit und aus dem Autoradio kommt mal nicht nur die übliche Sülze. Also alles in Butter, wären da nicht die Schilder mit Ortsnamen. Wobei es genau genommen ohne diese Schilder auch nicht einfacher wäre...
Meine Arabischkenntnisse beschränken sich leider auf einzelne Ziffern, so dass ich notgedrungen auf die – löblicherweise überall notierte – englische Transkription zurückgreifen muss. Und da geht der Ärger los, wie zum Beispiel auch für die kyrillischen Sprachen gibt es leider keine einheitliche Zuordnung der Buchstaben. So kann man binnen weniger Kilometer schon einmal drei bis vier verschiedene Varianten desselben Namens finden. Mattrah, Matrah, Mutrah und Muttrah sind mir beispielsweise als Bezeichnung für das Viertel, in dem ich in Maskat übernachtet habe, untergekommen. Dummerweise gibt es noch ein ähnlich klingendes Viertel am anderen Ende der Stadt. Speziell innerorts und bei Autobahntempo ist da Spontaneität gefragt.
Am Ende hilft dank des rudimentären Stadtplans, den ich zur Verfügung habe, die altbewährte Strategie, auf Namen zu verzichten und einfach die zweite links und dann nach der langgezogenen Rechtskurve über den Fluss und schließlich rechts zu fahren. Nachdem ich einmal quer durch die Hauptstadt gefahren bin, gelingt der Rückweg zum Flughafen des Nachts sozusagen wie im Schlaf.

Straßenschild Arabisch / Englisch im Oman
So oder so ähnlich

WEITERLESEN
Eine Straßenbahn hat mehr Anhänger als Gay-Lussac
Reisebericht Oman - Oh Mann
Unrockbar
Namen sind Schall und Rauch

Samstag, 28. Januar 2012

Hurra Hurra die Post ist da

Aus Singapur eine Postkarte zu verschicken, stellte sich als schwieriger heraus als zunächst vermutet. Die Postkarte selbst war dabei das kleinste Problem, Läden mit entsprechenden Angeboten existieren zuhauf. Die Sache mit der Briefmarke gestaltete sich da schon komplizierter, denn zusammen mit der Karte war leider keine erhältlich. Dasselbe galt für eine Auskunft zu einem Markenverkaufsstand in der Nähe.
Nach erfolglosen Recherchen in der Nachbarschaft gelang es mir schließlich, einem heißen Tipp folgend, einen Laden ausfindig zu machen. Dort ging die Transaktion Briefmarke für Bargeld problemlos über die Bühne. Dann allerdings folgte der mit Abstand schwierigste Teil der Übung, das Auffinden eines Briefkastens.
Im Straßenbild Singapurs scheinen Briefkästen zu fehlen, alles was auch nur annähernd so aussieht stellt sich als Mülleimer, Recyclingcontainer oder Stromkasten heraus. Mit einem Hauch von Verzweiflung stellte sich die Vermutung ein, die Kästen sind vielleicht getarnt, in Asphaltfarbe zum Beispiel. Ein Blick ins Internet offenbarte die Adresse zweier Postfilialen, also nix wie hin. Auch hier muss wohl Tarnung im Spiel gewesen sein, im Verzeichnis der beiden Einkaufscenter waren jedenfalls keine entsprechenden Kartenannahmestellen enthalten.
Eine letzte Recherche im Internet ergab auf der Seite der Post von Singapur eine Liste von – genau – Briefkästen, einer davon sogar in der Nähe der aktuellen Unterkunft vor einem Einkaufszentrum. Dort war jedoch keine Spur davon zu finden. Also rein in ein Geschäft und nachgefragt, ja natürlich, so hieß es, gleich um die Ecke sei der Kasten. Und dort, in einer kleinen Seitenstraße hinter einem geparkten Auto und einer Laterne mit einem Werbeschild befand sich das Ziel aller Träume.

Briefkasten in Singapur
Keine Signalfarbe

WEITERLESEN
Adressermittlung
Reisebericht Singapur - Disneyland mit Todesstrafe
Schnipseljagd
Stille Post

Montag, 9. Januar 2012

Kurzstrecke

Es waren doch bloß vier Stationen mit der S-Bahn, eine Fahrt von nicht viel länger als zehn Minuten. Doch diese Reise wollte wohl verdient sein.
Sydney verfügt über diverse Transportmittel: Fähren, Busse, eine Stadtbahn und sogar eine Einschienenbahn befinden sich darunter. Und wie jeder größeren Metropole gibt es auch hier mehrere zentrale Einstiegs- und Transferstationen. Eine solche ist die am Rathaus, dort gaukelt einem dann ein Netzplan eine gewisse Übersichtlichkeit vor. Die gewünschte Haltestelle ist schnell gefunden und auch die zielführenden Linien bzw. deren Farben lassen sich ermitteln. Bleibt also nur noch die Frage nach dem nächsten Zug und dem Bahnsteig zu klären.
Doch dies scheint eine beinahe unlösbare Aufgabe zu sein, denn auf den elektronischen Anzeigen rauschen immer alle angefahrenen Haltestellen des nächsten Transports durch. Erschwerend kommt hinzu, dass es plötzlich keine farbliche Kennzeichnung der Linien mehr zu geben scheint, nicht alle Züge einer Linie auf demselben Bahnsteig abfahren und auch ein einzelner Steig von mehreren Linien bedient wird. Als wäre das noch nicht verwirrend genug, fahren einige Züge nicht bis an die vom Plan angegebene Endhaltestelle und nicht zu jeder Tageszeit. Bleibt eigentlich nur noch die Option, das Personal um Rat zu fragen. Dieses schickt einen dann eine Minute vor Abfahrt auf Bahnsteig eins. Dort wird der Zug knapp verpasst, aber eine weitere Mitarbeiterin tröstet, diese Bahn sei sowieso die falsche gewesen. Besser den nächsten Zug auf dem Nachbargleis nehmen. Zwei Minuten und eine Änderung der elektronischen Anzeige später dann die Korrektur, doch lieber der folgende Zug auf der ursprünglichen Plattform. Diese Bahn befördert einen dann auch tatsächlich nach dreißig Minuten Wartezeit an einem Samstagabend zur besten Sendezeit Fahrzeit gemütlich ruckelnd ans Ziel.

WEITERLESEN
Bewirb Dich jetzt!
Genießen Sie die Fahrt in vollen Zügen!
Reisebericht Sydney - Verschnaufpause
Der Vorortzug

Mittwoch, 4. Januar 2012

Schnipseljagd

Eigentlich ist es ganz einfach: Man will ein Konzert besuchen und muss dafür einen Schnipsel bzw. eine Eintrittskarte erwerben. Um an der Abendkasse keine unliebsame Überraschung zu erleben, bemüht man den Vorverkauf. Soweit die Idee, aber warum einfach, wenn’s auch schwierig geht.
Der Standardweg führt heutzutage natürlich über das Internet, jedoch müssen die Tickets dann selbst ausgedruckt werden. Für einen Drucker hat leider der Platz im Handgepäck nicht mehr gereicht und außerdem führt der saftige Preisaufschlag für Onlinebuchungen dazu, dass nach einer anderen Lösung gefahndet wird.
Diese heißt ganz klassisch Vorverkaufsstelle und ist auch in diesen Zeiten im Prinzip noch verfügbar. Das die Reise begleitende Buch spuckt zwei Anlaufstellen aus und die erste ist schnell gefunden. Dort verweist man mich auf den anderen Laden, hier nämlich erfolgt leider kein Verkauf von Karten für das gewünschte Konzert. Allein besagten Laden gibt es nicht mehr, denn das Haus wird gerade umgebaut, Hinweise auf alternative Anlaufstellen gibt es genau null. Also noch mal schnell das Internet befragt (ganz ohne geht es eben doch nicht), dieses spuckt eine neue Adresse aus.
Als ich vor dem Hochhaus stehe, sehe auf den Werbetafeln des Einkaufstempels so ziemlich alles, nur keinen Hinweis auf die Ticketbörse. Eine freundliche Informantin am Eingang weist mir jedoch den Weg in die fünfte Etage. Und hier endet schließlich meine Reise, denn tatsächlich kann man die ersehnten Karten kaufen. Noch schnell Name, Telefonnummer und Adresse angeben (ich fühle mich, als solle die Band bei mir zuhause spielen), bezahlen und ich bin Eigentümer zweier Karten. Wenn das Konzert nur halb so lange dauert, wie die Jagd nach den Papierschnipseln, dann wird es eine abendfüllende Veranstaltung.

Tickets für die Dresden Dolls im Enmore Theatre in Sydney / Australien
Objekt(e) der Begierde

WEITERLESEN
Das Internet vergisst nie
Trinke lieber ungewöhnlich
In zehn Schritten zum Ziel
Hurra Hurra die Post ist da

Samstag, 27. August 2011

Noch Fragen?

Scheinbar habe ich mich in Toronto ganz gut getarnt und falle hier nicht wirklich als Tourist auf. Jedenfalls haben mich auf der Straße in den ersten zwei Tagen schon vier (!) Personen nach dem Weg und/oder einer Busverbindung gefragt. Nun bin ich ja prinzipiell ein humorvoller Mensch, soweit dass ich mir einfach mal so einen Weg ausdenke und beschreibe geht’s dann aber doch nicht. Meistens ist es also mit einem Sorry, tourist as well getan.
Aber immerhin dem letzten Fragensteller habe ich helfen können, schließlich habe ich inzwischen schon das eine oder andere Mal auf den Stadtplan geschaut. Und wie immer gilt: Abgereist wird, wenn alles gesehen ist bzw. erklärt werden könnte.

WEITERLESEN
Adressermittlung
Dieser Beitrag kann Spuren von Schule enthalten
In einem Taxi durch Salvador
Reisebericht Toronto - Aller Anfang ist nett

Donnerstag, 15. November 2007

Av. W3 Sul Quadra 704 Bloco M Casa 09

Was aussieht wie die Zutatenliste für eine klebrige Limonade (OK, die E`s fehlen...) ist in Wirklichkeit eine Adressangabe in Brasília. Hieran sieht man wunderbar, dass die Stadt auf dem Reißbrett entworfen ist. Zum Auffinden muss man folgendes wissen: Die Stadt wird durch die Monumentalachse in eine Nord- und eine Südhälfte getrennt, ferner existiert noch eine weitere sehr große Straße, die Ost- und Westteil voneinander trennt. Parallel zu letzterer verlaufen weitere Hauptstraßen, die immer höhere Nummern erhalten, je weiter sie von der Achse (diese hat die Nummer eins) entfernt liegen. Somit ist also klar, wobei es sich um die Av. W3 Sul handelt, es ist die zweite große Straße parallel zur Nord-Süd-Achse, und zwar befindet sie sich im westlichen Teil.
Nun zur Hausnummer. Die Straße ist in große Blöcke unterteilt, die sogenannten Quadras. Quadra 704 bedeutet nun, dass wir uns auf der westlichen Seite befinden (100er, 300er, 500er usw. je weiter man sich von der Achse entfernt, 200er, 400er, 600er finden sich im Ostteil). Die 04 beschreibt nun die Entfernung von der Ost-West-Achse, 701 ist dabei der erste Block von der Achse aus gesehen.
Innerhalb eines solchen großen Blocks ist es nun ganz einfach, den Häuserblock M und das Haus 9 zu finden. Alles klar?
Wer es begriffen hat und es auch noch einigermaßen erklären kann, auf den wartet das Flugzeug zur Weiterreise. Meines startet in einer Stunde.

WEITERLESEN
Adressermittlung
Eine Straßenbahn hat mehr Anhänger als Gay-Lussac
30.0852955°N, 31.324262°E
Reisebericht Canberra - Wenn zwei sich streiten

Freitag, 9. November 2007

Das Flugticket

Als erste Amtshandlung muss man sich bei meiner Art der der Rundreise natürlich in jeder Stadt um den nächsten Transfer kümmern. So auch in Montevideo. Also geht es ab ins nächste Reisebüro. Ich werde auch prompt vermittelt und Maria di hab-ich-vergessen nimmt sich meiner an. Ich schildere kurz den Wunsch, in vier Tagen nach Brasília zu fliegen. Alles klar? Alles klar. Hier ist die Verbindung, wunderbar. Ich stelle fest, dass das Ticket günstiger ist, als wenn ich es online gebucht hätte. Kann ich mit Kreditkarte zahlen? Ähh, woher kommen Sie? Deutschland, einen Moment bitte...
Daraufhin verschwindet sie erstmal in den Untiefen des Büros und taucht erst nach ein paar endlosen Minuten wieder auf. In der Zeit hätte ich auch Bares organisieren können. Ich muss zuerst die Botschaft anrufen. Wie bitte, die Botschaft? Will Herr Schäuble jetzt schon jede Kreditkartentransaktion gemeldet bekommen? Das muss doch irgendwie zu automatisieren sein. OK, die Botschaft hat scheinbar nix gegen meinen Flug und gegen die Art der Bezahlung einzuwenden, zwei weitere kurze Telefonate später steht der Bezahlung nichts mehr im Wege. Sie verschwindet erneut für ein paar Minuten, trotz Protesten in Begleitung meiner Kreditkarte, von der es jetzt wahrscheinlich eine Sicherheitskopie gibt. Ich werde das beobachten.
Irgendwann taucht sie wieder auf und bittet mich, mit zur Kasse zu bekommen. Nach dem Bezahlen würde ich dann an ihrem Schreibtisch mein Ticket erhalten. Sofern sie denn irgendwann mal wieder auftaucht... Nach fast fünfzehn Minuten erscheint sie mit der Bemerkung Es gibt da ein Problem... wieder an ihrem Arbeitsplatz. In der Hand die brasilianischen Einreisebestimmungen, die fordern, dass man ein Rückflug- oder Weiterreiseticket vorzeigt. Ich würde ja aber nur die einfache Strecke buchen wollen. Kurz erkläre ich, dass ich bereits im Besitz eines Flugtickets zurück nach Europa bin (allerdings von Rio de Janeiro aus) und alles wird gut.
Zwei Telefonate später erhalte ich doch tatsächlich mein Ticket von Montevideo nach Brasília. Das war ja einfach.

WEITERLESEN
Zufallsgenerator
Reisen bildet
Kein Schwein interessiert sich für mich
Atrasado

Schnitzeljagd durch Buenos Aires

Wenn man wie ich das La Boca-Viertel und somit die Heimat von Maradona in Buenos Aires erkunden möchte, hat man ein Problem. Die Gegend gilt als eher gefährlich und bis auf das Stadion samt Museum und eine kurze Fußgängerzone mit maximalem Neppfaktor gibt es eigentlich nichts zu sehen. Per Metro kann man nicht dorthin gelangen und die meisten Stadtpläne stoßen vorher an ihre Grenzen. Allgemeine Empfehlung: Ein Taxi nehmen.
Da ich nicht so wirklich ein Freund von Taxis bin, habe ich mich für eine von zirka 536 Buslinien entschieden. Für umgerechnet 18 Cent ist man dabei und nach erstaunlich kurzer Fahrt (Fahrer steuert recht sportlich) am Ziel.
Da der Weg wider Erwarten gar nicht so weit schien, habe ich mich für den Heimweg per Pedes entschieden. Und da gilt es zu fragen, denn aufgrund von Einbahnstraßen konnte der Busfahrer im Gegensatz zu mir nicht den direkten Weg wählen. Ich hatte mir auf dem Hinweg einige markante Punkte gemerkt und wollte mich so zum Rande meines Plans bzw. zur ersten Metrostation durchfragen. Zwei Leute habe ich gefragt und dreimal Kopfschütteln geerntet, wie man denn so weit laufen könne anstatt einfach den Bus oder ein Taxi zu nehmen. Es hat sich jeweils um eine Teilstrecke von rund 200 Metern gehandelt. Klar, bei Spritpreisen von ungefähr dreißig Cent pro Liter sind diese Fortbewegungsmittel entsprechend günstig. Am Ende habe ich dann aber doch Auskunft bekommen und davon sogar einen kleinen Teil verstanden. Argentinier können sehr schnell sprechen.
Irgendwann bin ich dann auf zwei Straßen getroffen, deren Namen ich schon einmal auf einem Plan gesehen hatte. Und nachdem ich mir die richtige Richtung ausgerechnet hatte, erreichte ich wenig später wohlbehalten die ersehnte Metrostation.

WEITERLESEN
In zehn Schritten zum Ziel
Pandamonium
Laufend zum Ziel
Im Verkehr

Samstag, 27. Oktober 2007

Streiken wie Gott in Frankreich

Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Lokführer manchmal auf ein paar Strecken ein paar Züge ausfallen lassen, wird in Frankreich umfassend gestreikt. Was zur Folge hat, dass gar nichts mehr geht, wenn das Kabinenpersonal der Air France seine Unzufriedenheit über den aktuellen Tarifvertrag zum Ausdruck bringt. Dumm nur, wenn man an einem solchen Tag von Leipzig via Paris nach Santiago de Chile fliegen will.
Also einfach am nächsten Tag nochmal probieren und zwar mit Lufthansa/LAN Chile von Leipzig über München, São Paulo und Rio de Janeiro nach Santiago de Chile. Der Urlaub ist also um 24 Stunden vertagt...
UPDATE
Air France kann nicht nur Flüge streichen, nein Air France kann auch Ersatztickets falsch ausfüllen. Daher kenne ich jetzt den gesamten Flughafen (Betonung: den GESAMTEN) von São Paulo. Nach diversen Diskussionen mit diversen Mitarbeitern diverser Airlines habe ich dann aber doch noch ein gültiges Ticket und einen Platz im Flugzeug ergattern können. Das hat aber wenigstens die Wartezeit auf den Anschlussflug verkürzt. Ich kam mir vor wie Banana Joe auf der Jagd nach einem Personalausweis...

WEITERLESEN
Sicherheit geht vor
Neulich bei Air New Zealand
Ein Abend auf dem Aeropuerto Internacional José Martí
Atrasado