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Samstag, 13. Januar 2024

Ausgangs-Basis

Nach sehr zähen Verhandlungen über die Vergütung des kommenden Transfers harre ich der Dinge, die da kommen werden. Mein Motorradfahrer muss sich noch für die Überlandfahrt zur Grenze umziehen. Ich sitze im Schatten vor einem der zahllosen Verkaufsstände für alles Mögliche in Kamakwie, Sierra Leone. Wie so viele vor und so viele nach ihm erkundigt sich ein Herr, wohin ich denn mit all meinem Gepäck will. Nach Guinea.
Da wird er hellhörig, denn wie sich herausstellt ist er Chef der hiesigen Niederlassung der Einwanderungsbehörde und im Übrigen sitzt heute niemand mehr im Grenzhäuschen am anderen Ende der 60 Kilometer langen Holperpiste. Das sei nur von einem Freiwilligen besetzt, der heute schon nach Hause gegangen ist. Die Grenze ist zwar geöffnet, aber aus Sierra Leone ausstempeln lassen kann ich mich nur hier. Zum Glück ist der eigentlich vom Gastgeber vor Ort am Vorabend verpflichtete Fahrer heute Morgen nicht aufgetaucht. Mit ihm wäre ich wohl umsonst zur Grenze gefahren. Das ist etwa eine 9,5 auf der nach oben offenen das-ist-Afrika-Skala.
Aber Afrika ist eben auch, dass der Verantwortliche sich eigentlich etwas zu trinken kaufen wollte, aber stattdessen ohne zu Zögern mit auf das Motorrad steigt. Der Fahrer macht einen kleinen Umweg durch das Dorf und fährt uns zu irgendeinem Haus. Weit und breit ist kein Hinweis auf irgendeine Art von Dienststelle zu finden. Es handelt sich aber tatsächlich um sein Büro, der Offizielle kramt auf der Suche nach dem richtigen Stempel erst einmal diverse Schubladen durch. Den Stempel hat er irgendwann gefunden, fehlt noch die Farbe für das Stempelkissen. Ach, und ob ich einen Stift dabei hätte. Der Freiwillige scheint seinen Job ansonsten ziemlich ernst zu nehmen, jedenfalls hat hier schon lange niemand mehr auch nur irgendetwas gestempelt. Allerdings sieht der Abdruck im Reisepass am Ende doch ganz offiziell aus.
Der Holzverschlag weiter nördlich ist drei Stunden später tatsächlich unterbesetzt, aber alle weiteren Kontrollposten vor und auch die Kollegen nach der Grenze akzeptieren meinen Pass. Willkommen in Guinea!

Ausreisestempel Sierra Leone
Gibts so nur in Kamakwie

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Togo or not to go
Gelegenheit macht Visum
Hausmeister Krause
Stempeln gehen

Sonntag, 5. Januar 2020

Der große Biervergleich

Meine Mission heute: Innerhalb von drei Stunden drei Bier in drei verschiedenen Ländern in mich hinein transferieren. Damit die Arbeit an den Leberwerten nicht unter Trinkurlaub verbucht wird, verpasse ich dem Ganzen einen investigativen Anstrich.
Möglich macht diese Aktion das Grenzgebiet zwischen Kolumbien, Brasilien und Peru mitten im Amazonas. Der Einfachheit halber entfallen hier Geldwechsel und Grenzkontrollen, letzteres sofern man sich nicht mehr als 50 Kilometer vom Dreiländereck entfernt. Ansonsten gibt es hier alles, was man sich bei den Stichworten "Hafen" und "Grenze" so vorstellt: Eine florierende Markt-Wirtschaft, Wechselstuben in jedem zweiten Haus, leicht(bekleidet)e Mädchen und jede Menge Alkohol.
Bei letzterem kommt meine Geschichte ins Spiel. Zum Test treten an: Poker aus Kolumbien, Schin aus Brasilien und Cristal aus Peru. Getrunken in den jeweiligen Grenzorten Leticia, Tabatinga bzw. Santa Rosa.
Der erste Kandidat überzeugt vor allem durch seinen Namen. Einfach unschlagbar. Geschmacklich ist das Getränk solider Durchschnitt, mehr leider nicht. Negativ fallen zudem die Portionsgröße und die Darreichung in einer Blechdose ins Gewicht. Schin hingegen ist sehr süffig und wird am Hafen von Tabatinga wortlos nachgeschenkt, sobald die Flasche leer ist. Ein durchaus lobenswerter Ansatz, aber auch ein wenig gefährlich bei 28° C Außentemperatur und gefühlten 120% Luftfeuchtigkeit. Klarer Testsieger ist aber das peruanische Cristal. Wie Schin wird es direkt aus dem Tiefkühlfach serviert. Der "Meister der Qualität" hat nicht nur die meisten PS, sondern schmeckt tatsächlich vorzüglich. Obendrein lösen sich irgendwann ganze Eisstücke von der Flasche, die man dann binnen Sekundenbruchteilen irgendwo in der Nackengegend in Wasser verwandeln kann. Einziger Nachteil: Qualität hat auch hier ihren Preis. Das kann an diesem speziellen Ort allerdings auch im inoffiziellen Wechselkurs zwischen kolumbianischem Peso und peruanischem Sol liegen.

Die Biere Poker aus Kolumbien, Shin aus Brasilien und Cristal aus Peru
Das Testfeld

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Eisbärbier
Der Supermarkt Südamerikas
Grenzerfahrungen
Stempeln gehen

Mittwoch, 10. Januar 2018

Ein Spiel dauert 90 Minuten

Das Spiel, das wir hier spielen ist eine Busladung Menschen über die Grenze von Ruanda nach Uganda zu bringen. Das ist an sich erst einmal nicht weiter spektakulär, aber wir sind eben in Afrika.
Es finden hier fünf dieser Spiele gleichzeitig statt, da alle Busse das Ziel Kampala unbedingt noch erreichen wollen, bevor dort der allmorgendliche Verkehrswahnsinn ausbricht. Auf ruandischer Seite wird nach einer vertretbaren Wartezeit sozusagen ausgecheckt, danach geht es zu Fuß einen knappen Kilometer über eine weder asphaltierte noch dem Anlass entsprechend beleuchtete Schotterpiste hinein nach Uganda. Begleitet wird man auf diesem Abschnitt von zahllosen ehrbaren Geistern, die ihre Kompetenzen im Geschäftsfeld Devisenhandel anpreisen. Nach dem Motto Wenn schon Kriminalität, dann wenigstens organisiert mache ich hier aus ein paar Francs ein paar Schillinge. Dabei muss ich auch nur dreimal nachkarten, bis ich den dem Kurs entsprechenden Betrag im Halbdunkel auch tatsächlich in meinen Händen halte. Dann noch schnell einen Stempel vom ugandischen Offiziellen geholt. Neben dessen Hütte steht übrigens ein riesiges Schild, auf dem geschrieben steht, dass hier mit EU-Unterstützung ausgebaut wird. Das Schild stammt aus dem Jahr 2013.
Im Vorfeld hat mich aber zu diesem Grenzübergang etwas ganz anderes interessiert. Hier treffen mit Ruanda und Uganda zwei Länder aufeinander, in denen auf unterschiedlichen Seiten der Straße gefahren wird. In Asien haben sie da ein paar echt abgefahrene Sachen konstruiert, aber wir sind hier wie gesagt in Afrika. Wahrscheinlich kommen am hiesigen Übergang im ganzen Jahr weniger Autos vorbei als in Macao in einer Woche. Jedenfalls gibt es scheinbar keine nennenswerten Verkehrsströme, die in irgendeiner Weise gelenkt werden müssten. Somit wechseln die einzelnen Fahrzeuge einfach die Straßenseite, sobald der Schlagbaum durch den Diensthabenden beiseitegeschoben worden ist. Immerhin steht dahinter ein klitzekleines Schild, das auf den Linksverkehr in Uganda hinweist.

Grenzübergang Ruanda/Uganda in Gatuna
Noch Ruanda oder schon Uganda?

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Blindflug
Grenzerfahrungen
Four way stop
Nur Bares ist Wahres

Montag, 16. Januar 2017

Ein wenig Abwechslung muss sein

Das gilt eigentlich für alle Bereiche des täglichen Lebens und somit auch für Grenzübergänge. Wer diesbezüglich mal was anderes erleben will, dem sei eine Bootsfahrt von Chetumal in Mexiko nach Caye Caulker in Belize empfohlen. Das muss man erlebt haben.
Zunächst läuft alles wie gehabt, wenn auch in sehr gemächlichem Tempo: Ticket kaufen, Gepäck abgeben, Ausreisestempel holen. Dann reiht die Mannschaft des Kutters alle Gepäckstücke am Pier auf und eine Kompanie der mexikanischen Armee erscheint. Mit von der Partie ist ein Hund, dessen Aufgabe es ist, Gegenstände zu erschnüffeln, die man scheinbar lieber in Mexiko behalten würde. Diesmal ist für ihn leider nichts dabei. Aber er bekommt noch eine zweite Chance, alle Fahrgäste haben sich nämlich direkt danach in einer Reihe aufzustellen mit ihrem Handgepäck zu ihren Füßen. Wer aus der Reihe tanzt, bekommt einen Anpfiff – das Ganze wirkt wie eine Mischung aus Klassenfahrt und Appell beim Militär.
Auf der anderen Seite der Grenze geht das Schauspiel weiter. Die Passagiere haben sich entsprechend einer vorab erstellten Liste in eine Schlange einzureihen. Die Liste ist nach Nachnamen sortiert, aufgerufen werden aber nur die Vornamen. Was ein Spaß. Irgendwann ist alles sortiert und eine gefühlte Ewigkeit später geht es auch schon los. In besagter Reihenfolge geht’s dann durch Einreise und Zoll und dann heißt es endlich Willkommen in Belize. Das haben sich alle irgendwie verdient.

Gepäckkontrolle vor der Fährüberfahrt von Chetumal / Mexiko nach Caye Caulker / Belize
Bei der Arbeit

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Der große Biervergleich
Pharmacy is open
Schmuggelware
Mr. Robert Hareland

Sonntag, 8. Juni 2014

Der Supermarkt Südamerikas

So wird das paraguayische Ciudad del Este auch genannt. Auf Deutsch Oststadt, womit der thematische Weg zum Polenmarkt gar nicht mehr weit ist.
Extrem niedrige Preise für Elektronik, Mode und allerlei Krimskrams - selbstverständlich alles Originale - locken selbst Straßenhändler aus dem 1.500 Kilometer entfernten Rio de Janeiro an. Wer weiß, was dort für Preise aufgerufen werden, ahnt was das alles hier wohl kosten mag. Und das trotz horrender Beträge bei einem Wechselkurs von etwas über 6.000 Guarani für einen Euro.
Tausende passieren täglich de facto unkontrolliert die Grenze. Der Zoll führt deshalb wohl noch knapp 100 Kilometer hinter der Grenze Kontrollen durch. Denn selbst bei nur einer knappen halben Stunde im Lande sind auch mir Drogen als auch Waffen angeboten worden. Kein Wunder also, dass die Stadt in der einen oder anderen TV-Serie als Hort des Bösen dargestellt wird.
Wer jedenfalls aus welchen Gründen auch immer mal eben schnell unerkannt aus einem Land verschwinden muss, kann dies wohl kaum einfacher als hier tun.

Straßenmarkt in Ciudad del Este / Paraguay
Suchst Du?

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Shoppingerlebnis
Schatten der Vergangenheit (9)
Der große Biervergleich
Mall was anderes

Donnerstag, 29. März 2012

Feindliche Übernahme

Nichts ist so beständig wie der Wechsel. Was für die Nachrichten aus der Zeitung von gestern oder die Transferliste des Deutschen Fußballbundes gilt, findet hier auf Zypern in der geteilten Hauptstadt Nikosia auch im Bereich der Religion Anwendung.
Die Geschichte mit den Griechen, den Türken und deren Glauben, Streitigkeiten in ferner wie jüngerer Vergangenheit und der Insel Zypern im Mittelpunkt beiderseitigen Interesses ist keine einfache. Jedenfalls verläuft die Grenze, die sogenannte Grüne Linie, mitten durch die Hauptstadt und auf türkischer Seite hat man kurzerhand und mangels Platzes eine gotische Kathedrale durch Anbau zweier Minarette zu einer Moschee umfunktioniert. Der Alptraum all derer, die das Abendland dem sicheren Untergang geweiht sehen, scheint hier bereits Gestalt anzunehmen.
Ansonsten scheint in der Stadt Dank der Einführung von Grenzübergängen und Reisefreiheit vor ein paar Jahren eine gewisse Entspannung eingetreten zu sein. Der Hauptübergang in der Fußgängerzone wirkt eher wie eine Touristenattraktion, als eine Grenze zwischen zwei verfeindeten Nachbarn. Das Fotografierverbot herrscht wohl nur auf dem Papier und in unmittelbarer Nähe werden fleißig Souvenirs verkauft. Die Griechen interessieren sich nicht einmal mehr für Ausweisdokumente, lediglich nach der Nationalität wird eher beiläufig gefragt. Die Grenze ist teilweise nur durch Ölfässer samt provisorischem Stacheldraht befestigt. Insgesamt eine sehr merkwürdige Atmosphäre und sicher nicht mit der eigenen Hauptstadt vor ein paar Jahrzehnten zu vergleichen.

Grenzstreifen in Nikosia / Zypern
Im Grenzbereich

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Das sind doch nur Details
Das falsche Pferd
Reisebericht Zypern - Zwei Seiten der Medaille
Schatten der Vergangenheit

Dienstag, 13. März 2012

Kein Schwein interessiert sich für mich

So oder so ähnlich könnte sich das Weiterflugticket beklagen, zumindest habe ich es auf meiner Tour noch bei keiner Passkontrolle vorweisen müssen. Leider behaupten einige Länder trotzdem, dass ein solcher Nachweis erbracht werden muss und leider gehört auch Oman dazu. Das führt nun dazu, dass die Fluggesellschaften aus Angst vor Strafzahlungen bereits beim Einchecken nach dem Weiterflug fragen. Dumm nun, wenn es keinen Weiterflug geben und die Reise per Bus fortgesetzt werden soll. Diese Fahrkarten können nämlich nicht online vorgebucht werden.
Ganz dick kommt es dann für den Reisenden, wenn die Mitarbeiterinnen der Fluggesellschaft bereits gebuchte weitere Flüge (die nur eben nicht im Oman starten) nicht akzeptieren und vor allem eine Stunde brauchen, um das festzustellen. Dann werden aus siebzig Minuten ganz schnell nur noch zehn bis zum Schließen des Check-Ins.
Immerhin wird mir die Empfehlung an die Hand gegeben, doch einfach bei Oman Air nachzufragen. An welchem Schalter auf dem riesigen Flughafen von Bangkok die Kollegen zu finden sind, wird mir leider nicht verraten. Da am Check-In aber auch nur dann jemand sitzt, wenn gerade ein Flug ansteht, schätze ich die Erfolgschancen an der Stelle als eher gering ein. Bleibt nur noch ein Ausweg: Binnen zehn Minuten muss ein ausgedruckter Flugschein aus dem Oman her.
Also geht’s im Laufschritt ins Internetcafé und die letzten Baht werden in Zugang und Ausdruck einer Bestätigung eines flugs reservierten Fluges von Maskat nach Dubai investiert. Zum Glück steht auf dem Ausdruck nicht, dass der Flug bei flydubai.com erstmal nur reserviert aber noch nicht bezahlt ist. Aus unerfindlichen Gründen wird die Reservierung mangels Bezahlung leider verfallen. Ich jedenfalls komme auf den aber wirklich allerletzten Drücker doch noch an meine Bordkarte. Das Ticket interessiert übrigens bei der Stempelbrigade in Maskat niemanden.

Final Call für den Flug nach Mumbai / Indien
Knappe Geschichte

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Ausgangs-Basis
Die Sache mit dem Visum
Das falsche Pferd
Schnitzeljagd durch Buenos Aires

Samstag, 18. Februar 2012

Grenzerfahrungen

Zurück in Malaysia stelle ich fest, dass ich einen neuen Reisepass brauche. Beinahe jedenfalls. Nicht weniger als acht Stempel haben die Verantwortlichen auf einer Strecke von etwas mehr als 100 Kilometern in das Dokument gedrückt. Hintergrund dafür ist der etwas unübliche Grenz- bzw. Straßenverlauf zwischen Malaysia und Brunei. Letzteres sieht auf der Karte aus wie ein auf den Kopf gestelltes U und da nun die Straße im Prinzip einmal quer durch verläuft, sind entsprechend oft Grenzposten im Weg. Obendrein gibt es auch innerhalb Malaysias noch eine Kontrolle, da die beiden autonomen Bundesstaaten Sarawak und Sabah in Sachen Stempel nicht zurückstehen wollen.
Zusätzliches Kuriosum neben dem ständigen Ein- und Aussteigen – wenigstens beim innermalaysischen Aufenthalt sind beide Posten auf einmal zu besuchen – ist eine Fährfahrt über den Grenzfluss bei der erneuten Einreise nach Brunei. Der Pandaruan ist an der Stelle so breit, dass man eigentlich ohne Probleme darüber springen könnte. Die Fähre ist kaum schmaler als das Gewässer selbst, ein minimal größeres Exemplar würde ausreichen, um es als temporäre Brücke für die direkte Überfahrt zu missbrauchen. Eine dauerhafte, befestigte Brücke ist aber wohl nicht drin gewesen.

Fähre über den Grenzfluss zwischen Malaysia und Brunei
Große Fähre oder doch eher kleiner Fluss?

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Ausgangs-Basis
Die Sache mit dem Visum
Ein Spiel dauert 90 Minuten
Reisebericht Malaysia/Borneo - Nicht immer einfach, aber immer sehenswert

Samstag, 26. November 2011

Schmuggelware

Gestern habe ich mich strafbar gemacht, so ist mir im Nachhinein klar geworden. Woran Homer Simpson noch kläglich gescheitert ist, habe ich geschafft: Frischobst unertappt von einem Bundesstaat in den anderen zu schaffen. Zwei Äpfel in einer Plastiktüte und einer in meinem Bauch haben es in die verbotene Zone geschafft.
Direkt an der Grenze zwischen Queensland und New South Wales mitten im nirgendwo ist von Kontrolle weit und breit nix zu sehen, im nächsten Ort jedoch ist das Gesundheitsamt präsent und mit diversen Mitarbeitern dabei, Trucks und Pickups auf Verbotenes zu untersuchen. Frischobst zum Beispiel hält sich gerne in der Nähe von Fruchtfliegen auf – oder war das genau andersherum? – und diese übertragen gerne Mal die eine oder andere unangenehme Seuche.
Die Beamten wirken allesamt furchtbar beschäftigt und ich bin mir nicht sicher, ob sie von mir Notiz genommen haben. Da ich aber keine Lust auf Sirenengeheul und Verfolgungsjagden habe, fahre ich im Schritttempo am Kontrollpunkt vorbei und halte beim ersten Augenkontakt mit einem Offiziellen an. Dieser bestätigt mir auf Rückfrage, dass ich unkontrolliert passieren darf.
Beim Betreten des nächsten Supermarktes folgt dann aber die große Enttäuschung: Leider sind die Obstpreise in beiden Bundesstaaten identisch, so dass sich meine Geschäftsidee in Luft aufgelöst hat.

Warnung vor Fruchtfliegen an der Grenze von Queensland zu New South Wales / Australien
Risiko!

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Eine Nacht in einer Zelle

Montag, 3. Oktober 2011

Überholen ohne Einzuholen

So oder so ähnlich hatten sich das die Genossen wohl vorgestellt. Über die erfolgreiche Umsetzung des Leitspruchs aus Zeiten des Sozialismus lässt sich streiten, ich jedoch weiß jetzt wie es geht. Eben noch auf den Cookinseln ganze zwölf Stunden hinter Deutschland zurück, habe ich inzwischen in Neuseeland die Nase vorn. Und zwar um elf Stunden. Irre was heutzutage alles möglich ist.
Datumsgrenze heißt hier das Zauberwort und diese ist auch dafür verantwortlich, dass ich den bisher zweitkürzesten Tag meines Lebens hinter mich gebracht habe. Am Sonnabend um 00:15 bin ich auf Rarotonga losgeflogen und nach knapp vier Stunden Flugzeit am Sonntag um 04:00 in Auckland aus dem Flieger gestiegen. Der Tag ist sozusagen wie im Flug vergangen.
Und spätestens auf neuseeländischem Boden ist mir dann klar geworden, warum es bei den Herrschaften früher mit dem Überholen nicht so gut gelaufen ist: Fernreisen waren damals einfach nicht so angesagt.

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Schwerlasttransport
Die Null muss stehen
Reisebericht Auckland - City of Sails
Reisebericht Cookinseln - Urlaub vom Urlaub
Zurück in die Zukunft

Mittwoch, 4. März 2009

Mr. Robert Hareland

Im Laufe einer Reise lernt man ab und zu recht interessante Leute kennen, und genauso erging es uns am Dienstag, als wir Mr. Robert Hareland, seines Zeichens Vizekonsul der Vereinigten Staaten in der Dominikanischen Republik und überaus freundlich, kennen lernen durften.
Bei "Vereinigte Staaten" und "Vizekonsul" schrillen jetzt völlig zu Recht die Alarmglocken, denn wir haben uns mit ihm natürlich weder eine Flasche Rum geteilt noch mit ihm zu einem gemütlichen Nachmittag am Strand verabredet. Vielmehr ging es am Hafen in Santo Domingo um die Ausreise nach Puerto Rico, was ja von den USA annektiert assoziiert wurde. Somit gilt bei der Einreise dasselbe Prozedere wie in den Staaten selbst und somit seit Januar dieses Jahres auch die überaus effektive Voranmeldung per Internet. An deren Ende kann man alle gemachten Angaben auf Wunsch für die persönlichen Unterlagen drucken und sich - ganz wichtig - eine endlose Zahlen- und Buchstabenkombination für die Einreise merken. Allein diese Kolonne sei entscheidend und auf Nachfrage anzugeben. Unser Fehler war nun, dass es nicht unserem Wunsch entsprach, unsere Daten nochmals auszudrucken.
Also galt es in Santo Domingo nochmal schnell ins Internet-Café zu sprinten und sich dort unter Angabe besagter Kolonne und Geburtsdatum sowie Passnummer bestätigen zu lassen, dass man einreisen darf.
Und jetzt kommt Mr. Hareland ins Spiel, denn dummerweise kann man sich nur die Bestätigung aber nicht die persönlichen Daten nochmals ausdrucken lassen. Der Vizekonsul war nun so freundlich (und das mit einer gewissen Routine, die für die Ausgereiftheit des Systems spricht) die dominikanische Ausreiseverantwortliche dahingehend zu beruhigen, dass wir sicherlich einreisen werden dürfen, auch wenn wir ihr nicht schriftlich bestätigen konnten, dass die Kolonne zu uns gehört. Nur unter großem Protest und nachdem Mr. Hareland noch eine persönliche "Widmung" auf das Dokument geschrieben hat, ließ sie uns ziehen.
Die Krönung der ganzen Geschichte widerfuhr uns aber zwölf Stunden später auf puerto-ricanischer Seite. Auch dort war offensichtlich niemand in der Lage anhand unserer Kolonne unsere Daten gegen zu checken. Doch die beschwichtigenden Worte des Vizekonsuls ließen uns unversehrt durch die Passkontrolle gelangen. Das war ja mal einfach.

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Nach einer wahren Begebenheit
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Reisebericht Washington D.C. - Im Zentrum der Macht

Sonntag, 18. November 2007

Stempeln gehen

Bei jedem Grenzübertritt habe ich bisher artig Stempel gesammelt: Einen für die Ausreise und einen für die Einreise, dazu schnell ein Formular ausgefüllt. Dieses muss dann bei der Ausreise wieder abgeben werden, um die legale Einreise nachzuweisen (wozu gibt es dann eigentlich den Stempel?). Zusammen mit den Zollpapieren ergibt sich eine astreine Zettelwirtschaft. Wenn man nun aber vorhat, nur für einen Tag nach Argentinien zu fahren um sich die Wasserfälle von der anderen Seite aus anzuschauen, ergibt sich die Frage, ob die ganze Prozedur erneut durchlaufen werden muss.
Diese Frage wird je nach Ansprechpartner unterschiedlich beantwortet. Von "Bei nur einem Tag wird gar nicht gestempelt" über "Beim Busfahrer Bescheid geben, dann hält er an der Grenze" bis zu "Es wird ganz normal gestempelt" lauten die Alternativen. Nun ja, es gibt nur einen Weg, die richtige Antwort herauszufinden...
Der Bus nähert sich der Grenze, fährt über die den Grenzfluss überspannende Brücke ohne vorher auf brasilianischer Seite zu halten und stoppt vor dem argentinischen Posten. Alle Passagiere verlassen den Bus und werden von den diensthabenden Kollegen durchgewunken, bis auf die drei Personen, die über keinen Pass aus einem südamerikanischen Land verfügen. Diese bekommen - natürlich - einen Einreisestempel. Stempeltechnisch gesehen befinde ich mich jetzt gleichzeitig in Brasilien und Argentinien. Mir egal, solange bei der Ausreise am späten Nachmittag keine Probleme auftreten.
Bei der Rückfahrt wird dann erneut auf argentinischer Seite gehalten und ich erhalte problemlos meinen Ausreisestempel (Stempel Nummer 14, wenn ich mich nicht verzählt habe). Nun muss der Bus nur noch die Schranke auf der anderen Seite der Brücke durchbrechen und alles wird gut. Muss er aber gar nicht, denn der Balken wird ohne weiteres hochgezogen und das Fahrzeug erreicht wieder brasilianischen Boden. Ich bin schon gespannt, ob es dazu bei der nächsten Grenzkontrolle eine Frage gibt.

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Ein Spiel dauert 90 Minuten
Fehlpass
Grenzerfahrungen
Road to mendocino(s)

Samstag, 3. November 2007

Road to mendocino(s)

Per Bus ging es gestern zunächst von Santiago quer durch die Anden nach Mendoza in Argentinien. Ich liebe ja die Berge, sofern ich sie mir aus einem Bus oder einem Flugzeug aus angucken kann.
Und Berge hatte es gestern reichlich. Die mit knapp 7.000 Metern höchsten Erhebungen der westlichen und gleichzeitig der südlichen Hemisphäre lagen am Rand der Wegstrecke. Unvermeidlich dabei natürlich ein Steilabschnitt mit dreißig Serpentinen kurz vor der Grenze, an der im Übrigen leichter Schneefall herrschte.

Paso de la Cumbre in den Anden zwischen Santiago de Chile und Mendoza / Argentinien
In der Nähe von Serpentine #21

Für mich recht amüsant waren die Straßenverhältnisse auf manchen Teilen der Strecke. Wie immer im Gebirge wird man mal spontan von einer Baustelle überrascht, an der der Verkehr mit großen Gesten von den Arbeitern vorbeigelenkt wird. Außerdem interessant: Tunnel. Der ADAC hätte seine blanke Freude. Die Röhre ist gefühlte anderthalb Meter breit und verfügt über einen Standstreifen von ca. fünf Zentimetern Breite. Während man Angst hat, dass der Spiegel auf der Fahrerseite durch Kontakt mit der Tunnelwand Schaden nehmen könnte, fährt zwischen Bus und Wand ein LKW im Gegenverkehr ohne Probleme vorbei. Ist aber nicht so schlimm, aufgrund der sparsamen Beleuchtung sieht man den sowieso kaum. Belüftet (auch so ein Modewort aus Europa!) wird der Tunnel durch zwei große Löcher: Den Ein- und den Ausgang.
Aber natürlich verläuft die Reise ohne irgendwelche Probleme, selbst die Stempelabteilung am Grenzschalter wünscht freundlich noch eine schöne Fahrt. Und genauso schnell wie der Spuk mit dem Hochgebirge gekommen ist, ist er auch wieder verschwunden. Nach etwas mehr als sechs Stunden ist die Stadt der mendocinos erreicht.

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Fährt ein Bus durch einen Tunnel
Königsetappe
Ständiges Auf und Ab
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