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Dienstag, 3. April 2012

What a wonderful world

Nach genau 222 Tagen wieder zurück in der kalten Heimat ist es Zeit für ein Fazit. Louis Armstrong hat mit seinem Titel absolut Recht, ich jedenfalls kann ihm diesbezüglich nur beipflichten.
Während der Reise habe ich 22-mal die Uhrzeit umgestellt, 40 Stempel in den Pass bekommen, fünf verschiedene Stromadapter benutzt, Spritpreise zwischen 20 und 192 Cent pro Liter gesehen, ungefähr 18.000 Fotos gemacht, mit 15 verschiedenen Währungen bezahlt, an die hundert Postkarten geschrieben, mindestens 20 Sorten Bier probiert und dabei irgendwann den Überblick verloren sowie zwei Bundespräsidenten und fünf verschiedene Tabellenführer der Fußball-Bundesliga erlebt. Außerdem habe ich zum Abschluss meine Patentochter kennengelernt. Insgesamt habe ich grob gerechnete 88.000 Kilometer zurückgelegt und mich dabei eigentlich immer und überall wohl und willkommen gefühlt und unzählige Eindrücke gesammelt.
Ich habe unglaublich viele verschiedene wunderschöne Plätze gesehen. Moki Dugway, Mana Island, Milford Sound und noch viele andere mehr, die nicht mit dem Buchstaben ‚M’ beginnen. Trotz allem habe ich den Verdacht, so vieles auf der Runde (durch die Route kann sich hier geKLICKt werden) nicht gesehen zu haben, die Welt ist dafür einfach viel zu groß.
Und weil sich für mich gerade ein Kreis schließt, soll das auch für diesen Beitrag gelten. Also endet er wie er begonnen hat, nämlich mit einem Zitat – wenn auch einem leicht abgewandelten: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!

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Reisebericht Fidschi - Ein Traum
Reisebericht Neuseeland Süd - Viel hilft viel
Reisebericht Utah/Arizona - Unendliche Weiten

Montag, 2. April 2012

Reisebericht Thessaloniki
Olympische Atmosphäre

Die Entwicklung der Stadt kann man quasi auf dem Stadtplan ablesen. Begonnen hat alles mit einer befestigten Burganlage, von der heute leider nicht allzu viel mehr übrig ist. Die Altstadt mit ihren verwinkelten engen Gassen auf hügeligem Gelände hat sich immer weiter Richtung Meer ausgedehnt. Schließlich, am Fuße des Anstiegs, finden sich rasterförmig angeordnet die großen, breiten Straßen und Boulevards samt einer vielbevölkerten Promenade.
Dort und in den Fußgängerzonen spielt sich das Leben ab, in gefühlten Tausend Straßencafés und Bars versammeln sich Unmengen an Menschen und zwar zu beinahe jeder Tageszeit. So ist an einem gewöhnlichen Donnerstagnachmittag zum Beispiel weit und breit kein Sitzplatz mehr zu bekommen.
Das ganze Gegenteil davon ist – zumindest zur aktuellen Jahreszeit – der Nationalpark rund um den Hausberg der Stadt. Der schneebedeckte Hüne im wahrsten Sinne des Wortes olympischen Ausmaßes befindet sich in Sichtweite der Stadt und wird zumindest mal zu Frühlingsbeginn mit Missachtung gestraft. Jedenfalls hat man die Wege beinahe für sich allein. Ein Ausflug am letzten Tag bildet einen wahrhaft würdigen Abschluss des Aufenthalts in der Stadt.
Noch eine kleine Besonderheit im Gegenteil zu vielen anderen Metropolen fällt am Abend ins Auge – oder eben gerade nicht. Denn vor allem die Sehenswürdigkeiten sind nur spärlich bis gar nicht beleuchtet. Scheinbar muss hier aus irgendeinem Grunde Geld gespart werden...

Weißer Turm in Thessaloniki / Griechenland
Weißer Turm

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Krisenzeiten
Reisebericht Canberra - Wenn zwei sich streiten
Nachmittags in einem Café

Freitag, 30. März 2012

Reisebericht Zypern
Zwei Seiten der Medaille

Bei der Fahrt durch die Republik Zypern bemerkt man ziemlich schnell einen recht starken Kontrast zwischen Küste und Hinterland, eines eint aber alle Einwohner: Das Bekenntnis zum griechischen Ursprung, jedenfalls trifft man deutlich häufiger auf die hellenische als auf die zyprische Flagge.
Die Strandabschnitte sind im Wesentlichen gut erschlossen oder besser gesagt zugebaut und selbst im Frühling und somit vor Beginn der Saison ist hier alles ziemlich touristisch orientiert. Die Wege sind kurz und gleich hinter den Bettenburgen befinden sich für den Kulturgenuss ein paar alte Steinhaufen, deren historische Bedeutung sich dem Nichtfachmann allerdings nicht sofort erschließt.
In den Bergen im Landesinneren hingegen ist die Welt noch in Ordnung, auch wenn man beim Einkauf in der nächstgelegenen Stadt besser an alles denkt, ansonsten droht eine kurvenreiche, langgezogene zusätzliche Fahrt. Leute sieht man hier so gut wie keine auf der Straße. Wenn aber doch mal, dann wirken diese zumeist zutiefst entspannt und haben eigentlich immer ein Lächeln auf den Lippen.
Trotz des Konflikts mit den Nachbarn im Norden, der zum Glück in den letzten Jahren an Brisanz verloren hat, scheint es den meisten hier richtig gut zu gehen.

Kap Greco Sea Caves / Zypern
Kap Greco

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Reisebericht Thessaloniki - Olympische Atmosphäre
Feindliche Übernahme
Geisterbahnfahrt
Reisebericht Libanon - Warum eigentlich nicht?

Donnerstag, 22. März 2012

Reisebericht Libanon
Warum eigentlich nicht?

Dank der etwas einseitigen Berichterstattung in den westlichen Medien ist vielleicht ein falscher Eindruck entstanden. Im Libanon lässt es sich – vorausgesetzt, die aktuelle Lage lässt dies zu – prima aushalten, wenn man das eine oder andere Kriegszeugnis wie z.B. Flüchtlingslager oder Einschusslöcher in Häuserwänden verkraften kann.
Je nach Laune kann man hier in den Bergen Ski fahren, im Meer baden, Wein verköstigen, Casinos besuchen oder trotz diverser kriegerischer Auseinandersetzungen erstaunlich gut erhaltene antike Stätten bewundern. Griechen, Römer, Phönizier, Umayyaden (und wer sonst noch jemals in der Gegend was zu sagen hatte) haben hier nämlich ihre Spuren bzw. Tempelanlagen hinterlassen. All diese Aktivitäten kann man aufgrund der geringen Distanzen an nur einem Tag kombinieren. Und das trotz schlechter Straßenqualität, dichtem Verkehr und diverser Kontrollposten, denn außerhalb der Hauptstadt Beirut befindet man sich quasi überall im Grenzgebiet.
Zu Abend kann man dann die exzellente Küche genießen und sich das eine oder andere Bier genehmigen. Dazu werden übrigens gesalzene Karotten gereicht, eine sehr interessante Kombination. Bezahlt wird wahlweise mit libanesischen Pfund oder US-Dollar, man ist da ziemlich flexibel und der Gast Dank eines alltagstauglichen und vor allem festgeschriebenen Wechselkurses auf der sicheren Seite.
Leuten, die Wert auf ein ausgefallenes Mitbringsel legen, kann ebenfalls geholfen werden. Ihnen sei vielleicht der eine oder andere Fanartikel der Hisbollah ans Herz gelegt, wie wär’s zum Beispiel mit einer Baseballkappe oder einem T-Shirt?

Reste einer umayyadischen Stadt bei Anjar
Reste einer umayyadischen Stadt bei Anjar

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Halt mal kurz
Reisebericht Zypern - Zwei Seiten der Medaille
Feindliche Übernahme
Alarmstufe Orange

Montag, 19. März 2012

Reisebericht Vereinigte Arabische Emirate
Klotzen statt Kleckern

Die Scheichs müssen sich vorkommen, wie in einer Computersimulation à la Sim City. Ein riesiger Haufen Sand steht zur freien Verfügung und will ohne Budgetbegrenzung bebaut werden. Dies passiert auch an allen Ecken und Enden, mein ursprüngliches Argument gegen einen Stopp in Dubai – eine einzige Baustelle – scheint zeitlos.
Alle paar Kilometer taucht am Horizont ein neues Viertel mit Wolkenkratzern auf, gerne auch mal mit rekordwürdigen statistischen Werten. Das derzeit höchste Gebäude der Welt befindet sich in Dubai, ebenso das größte Einkaufszentrum, außerdem eine Skihalle und künstliche Inseln, die zusammen aus der Luft gesehen eine Palme bilden. Worte wie „nein“ oder „geht nicht“ scheint es in der Amtssprache nicht zu geben.
Abu Dhabi steht dem Ganzen in nichts nach, außerdem verfügt es über etwas, was sich Dubai bei allem Geld nicht kaufen kann: Hauptstadtstatus. Über beiden Metropolen hängt permanent eine dünne Dunstschicht – mitten in der Wüste ist Luftfeuchtigkeit eher selten, Wind mit feinem Sand im Schlepptau dagegen an der Tagesordnung.
Das schreckt aber nicht wirklich viele davon ab, hierher zu kommen. Geschäftsleute aus aller Welt, Touristen vornehmlich aus Russland, die zum Einkaufen vor Ort sind, und zahllose Gastarbeiter aus Südostasien (hier werden Leute dafür bezahlt, Bauzäune zu putzen!) machen das Land zum Schauplatz einer internationalen Vollversammlung. Ach ja, und Araber sieht man auch vereinzelt.

Emirates Towers und Burj Khalifa, Dubai / Vereinigte Arabische Emirate
Emirates Towers & Burj Khalifa, Dubai

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Zwillingstürme
Mall was anderes
Luftkurort Peking
Wüstenschiff
Reisebericht Oman - Oh Mann

Freitag, 16. März 2012

Reisebericht Oman
Oh Mann

Die fliegenden Teppiche einmal ausgenommen, kann man im Oman so einiges aus den Märchen aus 1.001 Nacht wiederfinden. Orientalische Märkte, Stoffe, Gewürze, Speisen und Düfte, wunderbar anzusehende Moscheen. Auch wenn die Rufe des Muezzins inzwischen per Megafon verstärkt und im Radio und somit beispielsweise auch im Bus verbreitet werden, scheint der Spagat zwischen alt und neu zu gelingen. Männer im traditionellen arabischen Gewand schlendern mit dem Mobiltelefon in der Hand zur Moschee und nach dem Gebet trifft man sich zum Schwätzchen auf dem Marktplatz. Im Internetcafé chatten bekopftuchte Frauen, nach Einbruch der Dunkelheit sind jedoch fast ausschließlich Herren auf den Straßen zu sehen. Es ist und bleibt eben eine Männerwelt.
Landschaftlich ist das Sultanat ebenfalls sehr interessant, wenn auch nicht wirklich abwechslungsreich. Karg beschreibt die Lage wohl am besten, über so richtig viel Grün verfügt man nämlich nicht. Allerdings durchaus über spektakuläre Berge und Schluchten, so zum Beispiel das über kurvenreiche Bergstraßen erreichbare Wadi Ghul, den Grand Canyon Arabiens.
Die historischen Viertel der Hauptstadt Maskat schließlich liegen eingeklemmt zwischen dem Meer und einer Bergkette. Somit sind Kletterpartien mit herausragenden Aussichten quasi vor der Haustür des Sultanspalasts möglich.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die lokale Währung Rial, bzw. deren Unterteilung in 1.000 Baisa. Forderungen wie 500 sorgen anfangs für einen kurzen Preisschock, die damit verbundene Sorge ist jedoch unbegründet, das Frühstück ist durchaus erschwinglich.

Sultan Qaboos Moschee in Maskat / Oman
Sultan Qaboos Moschee in Maskat

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Mall was anderes
Geisterbahnfahrt
Reisebericht Vereinigte Arabische Emirate - Klotzen statt Kleckern
Lost in Transcription

Montag, 12. März 2012

Reisebericht Bangkok
Alles Wat oder was?

Die Transfers von und zum Flughafen und die dringend benötigte Nachtruhe einmal ausgenommen habe ich in Bangkok genau sieben Stunden zur Verfügung gehabt. Das reicht natürlich nur für einen kurzen Eindruck, der Vollständigkeit halber erfolgt an dieser Stelle trotzdem ein Bericht.
Die Stadt macht einen viel besseren (vermutlich nicht nur ersten) Eindruck als die letzte Millionenmetropole auf meinem Weg und liegt für mich innerhalb meiner Südostasienroute ziemlich weit vorn. Die Sehenswürdigkeiten - von denen gibt es hier einige - liegen praktischerweise recht nahe beieinander, so dass es auch mit arg begrenztem Zeitkontingent möglich war, vieles zumindest mal im Vorbeigehen anzuschauen. Leider haben sich einige der zahllosen „Wat“ genannten Tempel unter Baugerüsten versteckt, trotzdem ließ sich die Schönheit der Bauten erahnen. Speziell zum Sonnenuntergang hat sich ein ganz besonderes Licht über die Stadt gelegt und des Nachts ist zugunsten des fotografievernarrten Gastes doch so einiges beleuchtet.
Mein Fazit: Wer gut handeln kann, sich von den diversen Taxifahrern nicht einfangen und von Straßennamen, die auf Stadtplan und Straßenschild nicht immer übereinstimmen, nicht verschrecken lässt, kann in Bangkok eine schöne Zeit erleben. Und das auch mit einem aufgrund des Umtauschs von Resten diverser Währungen recht sportlich kalkulierten Budget.

Buddhafigur in Bangkok / Thailand
Viharn Phranorn, Wat Pho

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Kein Schwein interessiert sich für mich
Reisebericht Philippinen - Abwechslungsreiche Inselwelt
Reisebericht Washington D.C. - Im Zentrum der Macht
Geld regiert die Welt

Samstag, 10. März 2012

Reisebericht Philippinen
Abwechslungsreiche Inselwelt

Bei einem tropischen Archipel mit einer Küstenlinie, die bei etwas günstigerer Verteilung fast den kompletten Äquator einnehmen könnte, liegt zuerst der Gedanke an traumhafte Strände nahe. Dieser Verdacht hat sich bestätigt.
In zwei Wochen muss man natürlich Schwerpunkte setzen, 7.105 Inseln habe ich leider links und rechts liegen lassen müssen. Trotzdem habe ich einen Eindruck von der Vielfalt des Landes bekommen. Zum Beispiel wären da die berühmten Reisterrassen von Luzon zu erwähnen, die bei Regen wie auch bei Sonnenschein sehr beeindruckend sind. Die teilweise ziemlich abgelegenen Stufenlandschaften sind nicht immer ganz einfach zu erreichen, das bewahrt sie aber andererseits natürlich vor dem touristischen Overkill. Apropos Overkill: Die Hauptstadt Manila ist, da zentraler Verkehrsknotenpunkt, leider auf einer Rundtour durch das Land unvermeidlich. Leider, da die Metropole vor allem laut, überfüllt und dreckig ist, ständig kurz vor dem Verkehrskollaps zu stehen scheint und nicht wirklich über etwas Sehenswertes verfügt. Ruhe und smogfreie Luft kennt man hier bestenfalls vom Hörensagen. Die Altstadt von Vigan hingegen gilt als die am besten erhaltene Kolonialstadt des Kontinents und wirkt trotz allen Trubels wie ein Idyll im Vergleich zum Moloch ein paar hundert Kilometer südlich.
Es gibt sicher noch viel mehr zu entdecken, ich habe allerdings nur noch den Flughafen von Clark zu ergründen, von dort aus verlasse ich das Land.

Reisterassen in Sagada / Philippinen
Die Reisterrassen von Sagada

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Licht aus - Spot an
Königsetappe
Genießen Sie die Fahrt in vollen Zügen!

Freitag, 24. Februar 2012

Reisebericht Malaysia/Borneo
Nicht immer einfach, aber immer sehenswert

Im Gegensatz zur Halbinsel ist Borneo doch der merklich ursprünglichere Teil Malaysias. Bedingt vor allem durch in der Spitze über 4.000 Meter hohe Gebirgszüge, mächtige Flüsse und noch mächtigere Grünflächen fällt das Reisen nicht immer ganz einfach. Aus geplanten acht Stunden Busfahrt werden schon mal elf (inklusive eines spontanen Buswechsels) und eine Zugverbindung ist momentan bis auf weiteres oder genauer gesagt bis zu Reparatur der offensichtlich einzigen Lok eingestellt. Ob und wann die Linie wieder eröffnet wird, steht in den Sternen. Auf diverse andere Reisende trifft man unterwegs mehrfach, denn die Optionen hier von A nach B zu kommen sind überschaubar.
Wenn man dann aber das Ziel einmal erreicht hat, werden die Strapazen in aller Regel belohnt. Sei es bei Tierbeobachtungen mitten im abgelegenen Dschungel, beim Schnorcheln vor traumhaften Inseln oder bei zügiger Fahrt auf dem Dach eines Schnellbootes. Dabei braucht man zur Regenzeit für die eine oder andere Unternehmung ein wenig Glück, aber in aller Regel kommt man mit einem kurzen aber dafür sehr heftigen Niederschlag davon. Und binnen kürzester Zeit scheint danach auch wieder die Sonne.

Kingfisher im Dschungel von Borneo
Exemplare von zwei der häufiger zu beobachtenden Arten

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Unentschieden
Ich hörte Stimmen
Es ist nicht alles grün was glänzt
Reisebericht Malaysia/Halbinsel - Leben international

Donnerstag, 16. Februar 2012

Reisebericht Brunei
Nicht viel mehr als ein weiterer Stempel im Pass

So steht es in der Literatur geschrieben und der erste Eindruck in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan bestätigt das: Um 16:00 scheint die Stadt beinahe ausgestorben. Wenig bis nichts ist auf den Straßen los, vereinzelt haben die Geschäfte bereits geschlossen. Eine gute Woche vor dem Nationalfeiertag sind erste Vorbereitungen zu beobachten, das Militär paradiert bereits probeweise.
An Sehenswürdigkeiten gibt es vor allem die Moschee des Sultans zu erwähnen, sie überragt alles. Der Herrscher ist einer der reichsten Männer der Welt, weiß wahrscheinlich vor lauter Geld gar nicht wohin damit und hat sich einen entsprechenden Palast gebaut. Der scheue Kauz lässt aber keinen an sein Anwesen ran, einzig von der gegenüberliegenden Seite des Flusses ist ein Blick zu erhaschen. Und zwar vom größten Water Village der Welt aus, Holzhütten auf Stelzen bieten ungefähr 30.000 Menschen ein zuhause. Holzstege ersetzen Straßen und Boote Autos. Alles erinnert ein klein wenig an Venedig, nur auf eine viel einfachere Art. Weit und breit sind keine anderen Touristen zu sehen und die Einwohner reagieren daher auch noch nicht abgestumpft. Freundlich neugierig und interessiert wird mit dem Touristen kommuniziert.
Am Abend entwickelt sich die Stadt nicht gerade zur Partymetropole, der Verkauf von Alkohol steht unter Strafe, was sicherlich zu den geordneten Verhältnissen beiträgt. Als Eingereister darf man aber eine gewisse Menge für den persönlichen Bedarf mit sich führen und ein paar Jungs erzählen sogar, dass Chinesische Taxifahrer angeblich in ihren Autos einen Vorrat zum Verkauf beherbergen. Währenddessen erleichtern sie den Sultan bzw. den Teich vor seiner Moschee um ein paar Fische – die Polizei sei rechtzeitig zu erkennen und ein Entkommen problemlos möglich. Ja wenn das so ist...

Fischer vor der Moschee in Bandar Seri Begawan / Brunei
Die Nachwuchsfischer von Brunei
(Copyright Alex C.)

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Das ist mir so noch nie passiert
Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung
Taxi einmal anders
Comedy Central

Donnerstag, 9. Februar 2012

Reisebericht Malaysia/Halbinsel
Leben international

Die in der Heimat viel beschworene Multikultigesellschaft ist im Malaysia historisch gewachsen, das ist hier noch offensichtlicher als in Singapur. Nicht nur in der Metropole Kuala Lumpur gibt es buddhistische Tempel, Moscheen, Hindu-Tempel und ab und an auch mal eine vergleichsweise unauffällige Kathedrale. Ständig gibt es was zu feiern, kaum sind die Chinesen mit dem Neujahrsfest durch, zelebrieren die Hindus Thaipusam.
Zwar existieren durchaus Stadtviertel wie Chinatown oder Little India, insgesamt ist aber alles gut durchmischt. Das gilt natürlich auch für die Sprachen, mit Englisch geht es aber eigentlich immer gut voran. Fast jeder Malaysier kann sich in mindestens zwei Sprachen verständigen, das gilt auch für die Älteren. Umso erstaunlicher, da relativ viele von ihnen nie eine Schule von innen gesehen haben.
Da es also de facto keine Sprachbarriere zwischen Einheimischen und Touristen gibt, kommt man öfter mal miteinander ins Gespräch. Dabei stellen sich die Ortsansässigen als sehr freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit heraus. Das geht dann schon mal soweit, dass eine Wegbeschreibung durch eine sehr detaillierte Skizze ergänzt wird, oder dass sich ein Sitznachbar im Bus zu einem Reiseführer entwickelt. Alles in allem sehr angenehm, denn man hat niemals das Gefühl, das man nur als Geldautomat angesehen wird.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Leute hier sehr entspannt sind. Was nicht heißen soll, dass man nicht geschäftstüchtig ist. So gut wie alles wird möglich gemacht, unter anderem konnte ich mal wieder den gern gesehenen Klassiker „zehn Fahrgäste mit zehn großen Taschen in einem Großraumtaxi“ genießen. Interessant dabei vor allem die Verteilung des Gepäcks auf der knappen Fläche hinter der dritten Sitzreihe. Sechs Stück nebeneinander gequetscht stehend und darauf je zweimal zwei liegend bis direkt unters Dach. Passt.

Tempel und Moschee in unmittelbarer Nähe zueinander in Georgetown / Malaysia
Laut Google Maps liegen 130 Meter
zwischen Chinesischem Tempel und Moschee

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Enge Kiste
Ein Unterschied wie Tag und Nacht
Netter Versuch
Reisebericht Singapur - Disneyland mit Todesstrafe

Montag, 30. Januar 2012

Reisebericht Singapur
Disneyland mit Todesstrafe

So lautet das Klischee zum Land, allerdings ist Beides nicht wirklich repräsentativ.
Wie es sich für einen boomenden Stadtstaat mit der zweithöchsten Bevölkerungsdichte der Welt gehört, dominieren Hochhäuser, breite Straßen und viele Baustellen das Stadtbild. Jedoch geht es weniger gesittet und ordentlich zu, als man das bei den propagierten hohen Strafen vermuten könnte. Durchaus lassen sich Leute beim Wegschnipsen der Zigarettenkippe oder Überqueren der roten Ampel beobachten, die Polizei hat aber scheinbar Wichtigeres zu tun, als die dafür vorgesehenen Bußgelder zu erheben.
Apropos Geld: Singapur gilt als das teuerste Land Südostasiens, ist aber trotzdem eine Erleichterung für den in Australien strapazierten Geldbeutel. Endlich kann man wieder bedenkenlos irgendein Getränk aus einem Kühlregal oder ein Essen von einer Speisekarte zu sich nehmen ohne gleich den Pleitegeier im Nacken zu haben. Zum günstigeren Preis kommt im Vergleich zu Down Under auch noch das bessere Angebot. Chinesen, Inder und Malaien dominieren das Stadtbild und somit auch die Verpflegungsszene. Vor allem in den sogenannten Foodcourts lässt sich nach Art des Landes günstig und gut speisen. Und auch getränketechnisch gibt es einiges zu entdecken, an allererster Stelle wäre da der leckere Gerstensaft zu nennen.

Marina Bay Sands Hotel in Singapur
Marina Bay Sands Hotel

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Kein Kampf
Reisebericht Bangkok - Alles Wat oder was?
Reisebericht Malaysia/Halbinsel - Leben international
Hurra Hurra die Post ist da

Mittwoch, 25. Januar 2012

Reisebericht Melbourne
Vorschlag für eine Fünftagestour

Im Folgenden wird ein fünftägiger Aufenthalt zum intensiven Kennenlernen der Stadt beschrieben, wie ich selbst mit entworfen und auch erlebt habe.
Nach der Ankunft des Fliegers von Hamilton Island und dem Einchecken stehen Nachmittag und Abend des ersten Tages zur freien Verfügung. Die Stadt wird zu Fuß erkundet, Höhepunkte dabei sind ein Hot Rod-Treffen in einer Parkanlage, Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahrsfest mit Tanz in Drachen- und Schall und Rauch in Böllerform sowie die Übertragung von Tennisspielen auf einer Großbildleinwand.
Tag zwei wird in voller Länge genutzt, um sich im Detail mit dem Geschehen in der Rod Laver Arena auseinanderzusetzen. Dort schaut man sich zur besten Sendezeit das Tennisspiel der aktuellen Nummer eins der Welt aus Serbien (lautstark unterstützt von einem großen Teil der Auswanderergemeinde) und dem besten australischen Spieler der letzten Dekade (noch lautstärker unterstützt von einem kleinen Teil der Eingeborenengemeinde) an. Den eindeutigen Voraussetzungen zum Trotz – die Siegquote auf den Favoriten beim Buchmacher lässt das Sparbuch samt Niedrigzins zu einer ernstzunehmenden Anlageoption werden – gewinnt der in die Jahre gekommen Publikumsliebling einen Satz und bringt das Stadion so zum Kochen.
An Tag drei steht ein Mietwagen für einen Tagesausflug zur Great Ocean Road zur Verfügung. Zum Anschauen stehen, sitzen oder fallen unter anderem zwölf Apostel, fünfzehn Koalas, zwei Felsbrücken und ein Wasserfall bereit.
Der vierte Tag wird im Wesentlichen im unterkunftsnahen Casino verbracht. Ein Turnier im Rahmen der Aussie Millions wird bestritten, außerdem besteht die Möglichkeit, namhaften Profis wie Phil Ivey, Gus Hansen und Tony G über die Schulter zu schauen oder sie beinahe über den Haufen zu rennen. Im Anschluss daran bietet sich von einer Aussichtsplattform ein Blick über die Stadt bei Nacht.
Am Abreisetag wird bis zum Verlassen der Bleibe ausgeschlafen und danach direkt der Flieger nach Singapur genommen.

Tennis Australian Open in der Rod Laver Arena in Melbourne / Australien
Abendprogramm, Tag zwei

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Ein Unterschied wie Tag und Nacht
Reisebericht Canberra - Wenn zwei sich streiten
Reisebericht Great Ocean Road - Stop and Go
Doppel(t) oder nichts

Sonntag, 22. Januar 2012

Reisebericht Road-Trip Sydney-Airlie Beach
Von wegen „nur Küste“

Australiens Vielfalt kann man auch entlang der Ostküste bestaunen, wenn man sich nicht nur auf den breit getrampelten Touristenpfaden bewegt. Zudem wird wieder mal bewusst, dass es sich hier um einen Kontinent handelt, weitere 4.000 Straßenkilometer sind abgespult, mit etwas mehr Zeit hätte es aber auch locker das Doppelte werden können.
Sicherlich gibt es klassische Ziele direkt am Strand, die trotz Massenandrangs einen Besuch wert sind. Fraser Island und die Whitsunday Islands gehören auf jeden Fall in diese Kategorie. Landschaft und das Schnorcheln mit – in unserem Falle – Schildkröten, Rochen und jeder Menge Fischen sind absolute Höhepunkte. Auch wenn sich der vor den tödlichen Quallen schützende Anzug zunächst komisch anfühlt. Außerdem lobend zu erwähnen wäre der Rundflug über den Inseln – sensationelle Blicke lassen aus der Vogelperspektive erhaschen, in einer Cessna sitzend, deren Armaturen als auch Motorgeräusche stark an einen PKW aus dem Hause Sachsenring erinnern.
Andrangstechnisch anders sieht die Sache in Nationalparks im Hinterland des Küstenstreifens wie Carnarvon Gorge, Eungella oder Dorrigo aus. Dort hat man sensationelle Ausblicke, Wasserfälle und subtropischen Regenwald fast für sich alleine. Außerdem kann man Kängurus beinahe anfassen, auch wenn das mein Besuch vorher nie für möglich gehalten hätte.

Meeresschildkröte, Whitsunday Islands / Australien
Meet the Locals

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Tierische Beobachtungen
Sandkastenspiele
Mittagessen in luftiger Höhe
Hände schütteln

Dienstag, 10. Januar 2012

Reisebericht Sydney
Verschnaufpause

Die Metropole verfügt wie so viele andere auch über eine herausragende Muss-man-gesehen-haben-Sehenswürdigkeit. Hier handelt es sich um das Opernhaus, ein wirklich extravagantes Gebäude, dass man sich aus allen möglichen Perspektiven anschauen sollte. Mit der Harbour Bridge und der Skyline ergibt sich durchaus imposantes Ensemble, das sich passenderweise auch noch am Wasser befindet und somit speziell nachts für sehenswerte Reflektionen sorgt.
Außerdem sehr geläufig ist der Bondi Beach, neben der Copacabana in Rio de Janeiro der vielleicht bekannteste Stadtstrand der Welt. Der Sandstreifen ist aber eben vor allem eins: berühmt. In der Folge dann total überlaufen und nicht wirklich schön – ein Stadtstrand eben.
Ansonsten verfügt Sydney über eine sehr zerklüftete Küste und diverse Grünflächen, es befindet sich sogar ein Nationalpark mit mehreren Wanderwegen im Stadtgebiet. Dies ermöglicht auf Wunsch jederzeit einen gewissen Abstand vom Stadtleben.
In Sydney habe ich den mit Abstand längsten Aufenthalt meiner Tour verbracht. Gegen Ende hat sich dann schließlich das Gefühl wirklich alles gesehen zu haben eingestellt. Inklusive des nur sehr schwer zu überbietenden Silvesterfeuerwerks.

Skyline von Sydney / Australien
Ensemble

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Reisebericht Road-Trip Sydney-Airlie Beach - Von wegen „nur Küste“
Wenn Hunde rennen
Raus mit Applaus
Einparken wie in Queens

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Reisebericht Canberra
Wenn zwei sich streiten

Die Hauptstadtfrage, einst auch in der Heimat heiß diskutiert, ist in Australien auf etwas andere Art und Weise gelöst worden. Wenn sich zwei streiten, wird der Dritte in flächenmäßig großzügig ausgestatteten Staaten einfach zwischen den beiden Kontrahenten neu gebaut. Das Konzept ist nicht ganz neu, hat sich aber eben auch in anderen Ländern bewährt.
Also weder Sydney noch Melbourne, nein Canberra ist die Hauptstadt Australiens. Im Gegensatz zu anderen Metropolen regiert mal nicht das Schachbrettmuster im Stadtzentrum, sondern ein städtebauliches Konzept, das separate Gebiete für das Wohnen, Ausgehen, Erholen und Regieren vorsieht. Der Neubau ermöglicht breite Straßen sowie jede Menge Grün- und Wasserflächen im Stadtgebiet. Und wie es sich für eine Hauptstadt gehört, verfügt auch Canberra über diverse pompöse Bauten. So gibt es unter anderem eine Bücherei, eine Galerie, ein Museum, eine Universität und ein Theater – alles mit dem Zusatz National versehen und durchaus sehenswert. Überstrahlt wird das alles vom neuen Parlamentsgebäude, das in einen Hügel hinein gebaut wurde.
Insgesamt eine sehr interessante Erfahrung, auch wenn mir das Prinzip schon aus Brasilien vertraut ist. Allerdings ist Canberra mit etwas geringeren Distanzen innerhalb der Stadt doch eher gästefreundlich, auch wenn die Stadt nach Ankunft meines Nachtbusses um vier Uhr morgens in den Weihnachtsferien wie ausgestorben wirkte.

Parlament in Canberra / Australien
Das neue Parlamentsgebäude

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Reisebericht Thessaloniki - Olympische Atmosphäre
Reisebericht Melbourne - Vorschlag für eine Fünftagestour
Reisebericht Sydney - Verschnaufpause
Av. W3 Sul Quadra 704 Bloco M Casa 09

Dienstag, 27. Dezember 2011

Reisebericht Great Ocean Road
Stop and Go

Mietwagen gehören zu den natürlichen Feinden des Urlaubsbudgets, daher habe ich mir vorgenommen, diesen Teil der Reise auf andere Art und Weise zurückzulegen. Der Transport per Bus ist aber für eine Straße mit diversen Aussichtspunkten nicht wirklich optimal und eine organisierte Tour mag ich auch nicht mitmachen, außerdem ist diese ebenfalls sehr kostspielig. Bleibt also fast nur die Option per Anhalter und die hat für mich drei Tage wunderbar funktioniert. Eigentlich immer habe ich binnen einer Viertelstunde einen Bereitwilligen gefunden. Jede Menge interessante Leute waren darunter – vom Bauern über ein Rentnerehepaar, das eigentlich nie Anhalter mitnimmt, eine indisch stämmige Familie mit Kleinkind im Kindersitz neben mir auf der Rückbank bis zu einem Nationalparkranger reichte meine Gastgeberschaft. An dieser Stelle ein Dank an alle, die für mich angehalten haben.
Die Route als solche hat sich ebenfalls sehr gelohnt. Ich habe mich an diversen Haltepunkten absetzen lassen und phänomenale Blicke auf die zerklüftete Küste und bekannte Fotomotive genießen können. Der Landwirt hat sogar extra einen Umweg in Kauf genommen, um mir seine persönliche Lieblingsstelle zu zeigen. Zudem hat die kurvige Strecke gute Laune verbreitet, auch wenn ich nicht selbst am Steuer gesessen habe. Sozusagen als kleine Zugabe haben sich noch diverse Koalas bei Kletterübungen oder beim Mittagessen beobachten lassen – zumindest solange bis ein paar laute Touristen den Tieren Angst eingejagt haben.

Zwölf Apostel an der Great Ocean Road / Australien
Die (nicht mehr ganz) zwölf Apostel

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Kommunikationsproblem
Reisebericht Melbourne - Vorschlag für eine Fünftagestour
Daumen hoch

Dienstag, 20. Dezember 2011

Reisebericht Indian Pacific
Auch schön, wenn mal jemand anderes fährt

Die Fahrt mit dem Indian Pacific gilt unter Kennern als eine der drei großen Zugfahrten die man einmal im Leben gemacht haben muss. Mir fallen da zwar spontan noch ein paar interessante Touren mehr ein, das tut aber eigentlich nichts zur Sache. Von Perth nach Sydney braucht die Bahn etwas mehr als drei Tage, ich habe mir allerdings den letzten erspart und bin bereits in Adelaide ausgestiegen. Mit vergleichsweise gemächlichem Tempo und sanftem Ruckeln werden die gut 2.000 Kilometer in Angriff genommen. Davon sind 477 am Stück ohne jede Kurve – die längste durchgehende Gerade im weltweiten Eisenbahnverkehr.
Unterwegs wird an einem späten Abend zwecks Nachfüllens der Vorräte eine dreistündige Pause eingelegt, macht aber nichts, denn in der ansonsten wie ausgestorben wirkenden Bergbaustadt hat die Bar noch immer geöffnet und auch die Passagiere können sich um das Nachfüllen kümmern. Auch darüber hinaus wird auf den wenigen zweigleisigen Abschnitten ab und zu mal gestoppt, dann rauschen im Gegenverkehr mal eben 103 Waggons am Fenster vorbei, oder ein paar Güter werden für die beiden Einwohner einer Versorgungsstation an der Strecke ausgeladen.
Der Zug ist selbst in der preiswertesten Klasse komfortabel ausgestattet, mit Liegesitzen und einer Beinfreiheit wie für Geschäftsreisende im Flugzeug. Einzig die Größe der Dusche ist notgedrungen etwas knapp bemessen, was allerdings dann von Vorteil ist, wenn sich der Lokführer spontan für eine Tempoverzögerung oder einen Richtungswechsel entschieden hat.
Insgesamt eine sehr schöne Erfahrung, auch wenn es schnellere und billigere Möglichkeiten gibt, den Kontinent zu queren. Und da der Zug nicht von und auch nicht auf den Gleisen der Deutschen Bahn betrieben wird, war er sogar eine Viertelstunde vor der planmäßigen Ankunftszeit am Z(wischenz)iel.

Indian Pacific im Bahnhof von Perth / Australien
Von Ozean zu Ozean unterwegs

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Schatten der Vergangenheit (13)
Reisebericht Melbourne - Vorschlag für eine Fünftagestour
Reisebericht Road-Trip Brisbane-Perth - Meter machen
Reisebericht Utah/Arizona - Unendliche Weiten

Samstag, 17. Dezember 2011

Reisebericht Road-Trip Brisbane-Perth
Meter machen

Genauer gesagt Kilometer und zwar jede Menge davon lagen auf dem direkten Weg zwischen Brisbane und Perth. Wenn ich dann noch den kleinen Abstecher nach Uluru einrechne, dann kommen schnell knapp 10.000 Kilometer in gut drei Wochen zusammen. Das ist ungefähr so viel wie von Berlin nach Kalkutta auf der Straße oder Luftlinie nach Kapstadt.
Große Metropolen auf dem Weg gab es genau zwei, nämlich den Start- und den Endpunkt der Tour. Ansonsten ist – außerhalb der Speckgürtel dieser Städte – Bunbury mit etwas mehr als 30.000 Sesshaften die einwohnertechnisch herausragende Ansiedlung. Zwischen zwei Ampeln vergehen da gerne mal knappe 3.000 Kilometer.
Einmal quer durch Australien, das gilt nicht nur für die Landkarte, sondern auch für Landschaften und tierische Bewohner, es ist nämlich unterwegs nicht wirklich langweilig geworden. Überraschend viele, wenn auch stellenweise nur kleine Veränderungen sind mir aufgefallen. Von Regenwald mit Papageien über Steppe mit Kängurus und Emus und Wüste mit Eidechsen bis hin zu Seelöwen an der Steilküste ist alles dabei gewesen.
Und auch das Wetter hat so einiges für mich bereitgehalten: Heftige Regenfälle mit Überschwemmungen zu Beginn, die besorgniserregende Wasserdurchfahrten mit meinem Kleinwagen zur Folge hatten, drückende Hitze bei strahlendem Sonnenschein mitten im Outback und wechselhaftes frühsommerliches Wetter an der Küste habe ich hier erlebt.
Abschließend sei noch ein Phänomen erwähnt. Mitten im Nirgendwo finden sich erstaunlich viele verlassene Autos mit vergleichsweise geringen Schäden am Straßenrand. Wahrscheinlich ist Abschleppen über solche Entfernungen teurer als ein Neukauf plus Strafe für das zurückgelassene Vehikel.

Stuart Highway / Australien
Vorschau auf die nächsten hundert Kilometer

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Reisebericht Indian Pacific - Auch schön, wenn mal jemand anderes fährt
Augen auf im Straßenverkehr
Heimreise
Radarkontrolle

Sonntag, 4. Dezember 2011

Reisebericht Outback
Die Tiefe des Raumes

Mit dem australischen Outback ist das so eine Sache. Zu sehen gibt es unterwegs eigentlich nicht viel, davon aber jede Menge. Warm ist es, sehr warm sogar. In der Bergbaustadt Coober Pedy wohnen die meisten Leute daher unterirdisch, während alle paar Kilometer Eidechsen zwecks Bauchwärmens auf dem heißen Asphalt hocken. Ein paar davon leider für immer.
Durchschnittlich etwa alle zehn Minuten trifft man auf ein Auto im Gegenverkehr. Fliegen hingegen tauchen genau so zuverlässig wie zahlreich auf, sobald man das Auto mal verlässt. Die Entfernungen sind riesig, für mich bedeutet der kleine Schlenker ins Zentrum etwas über 1.300 Kilometer Umweg – die einfache Strecke, versteht sich. Es gibt hier eine Rinderfarm so groß wie Belgien und ein militärisches Sperrgebiet von der Größe Griechenlands. Fällt aber beides auf der Landkarte nicht sonderlich auf. Die Preise sind aufgrund nicht immer ganz einfacher Beschaffung ziemlich hoch, Benzin kostet zum Beispiel 50% mehr als an der Küste.
Mittendrin dann aber die drei Gründe für diesen Ausflug und absolute Höhepunkte in Sachen sehenswert: Uluru, bekannt auch unter dem Namen Ayers Rock, Kata Tjuṯa (The Olgas) und Watarrka (Kings Canyon). Für die australischen Ureinwohner zum Teil heilige Orte und das völlig zu Recht, wie ich finde. Trotz der zahlreichen Touristen hinterlassen die Steine, besonders in intensiver Färbung zu Sonnenauf- bzw. –untergang einen unvergesslichen Eindruck. Und wie fast überall ist es trotzdem möglich, den Massen zu entkommen und den Moment für sich alleine zu genießen.

Sonnenaufgang am Uluru (Ayers Rock) / Australien
Der berühmteste Stein Australiens

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